Die Sony FX5 ist da und die ersten Tester haben bereits ihre Einschätzungen geteilt. Wir fassen die Meinungen von PetaPixel und Gerald Undone zusammen.
Seit heute ist die Sony FX5 offiziell. In unserem Hauptartikel haben wir euch die neue Kamera bereits ausführlich vorgestellt. Doch wie schlägt sich die Sony FX5 in der Praxis? Zwei der bekanntesten YouTuber im Video-Bereich, Jordan Drake von PetaPixel und Gerald Undone, haben ihre ersten Eindrücke geteilt. Beide hatten nur begrenzt Zeit mit der Kamera und liefern keine vollständigen Reviews, aber durchaus aufschlussreiche erste Einschätzungen.
Sonys “Mic Drop Moment”
Jordan Drake von PetaPixel findet deutliche Worte und bezeichnet die FX5 als “eine der wichtigsten Cinema-Kameras, die Sony je herausgebracht hat”. Seine Begründung? Sony hat laut Drake endlich aufgehört, bei seinen Cinema-Kameras erzwungene Kompromisse zu machen. Ob das fehlende EVF bei der FX3 und FX6, die merkwürdige Bildschirmplatzierung früherer FS-Modelle oder der langsame Sensor der FX2 war. Irgendetwas Störendes war immer dabei.
Die FX5 hält Drake für einen Wendepunkt. Die Kamera bietet internes RAW, Open Gate, einen optionalen EVF, ein professionelles Menüsystem mit sämtlichen Assist-Tools sowie eine flexible Bildschirmlösung. Drake betont, dass Sony-Filmer diese Features schon lange bei der Konkurrenz gesehen hätten und sich zu Recht übergangen fühlten. Die FX5 schließt diese Lücke nun endlich.
Besonders hebt der Tester die drei nativen ISO-Empfindlichkeiten hervor. Seiner Einschätzung nach kann man durch die Abstufungen bei ISO 800, 4.000 und 12.800 praktisch immer auf einer nativen Empfindlichkeit arbeiten, egal ob bei hellem Tageslicht, in Innenräumen oder bei extremem Low Light. Das Dual Gain für erweiterten Dynamikumfang ist ebenfalls vorhanden, wirke sich aber spürbar auf die Auslesezeit des Sensors aus.
Ein Punkt, der Drake weniger gefällt, ist die Einschränkung bei Open Gate. Zum Launch ist Open Gate nämlich nur im RAW-Modus verfügbar, was enorme Dateimengen bedeutet. Drake merkt allerdings an, dass Sonys Cinema-Abteilung bei Firmware-Updates eine gute Bilanz hat und unter anderem 4K 240p, Open Gate mit Kompression und Vertical Video als kommende Updates angekündigt wurden.
Gerald Undone sieht eine übertaktete A7R VI
Gerald Undone, bekannt für seine extrem detaillierten Sensortests, kam für die FX5 aus seinem selbst auferlegten Ruhestand zurück. Sein Fokus lag weniger auf Features und mehr auf messbarer Leistung.
Sein Fazit zur Bildqualität fällt eindeutig positiv aus. Die Low-Light-Performance der FX5 übertrifft die der FX3, im Dual Gain Modus liefere die Kamera beispielsweise beeindruckende 14 Stops Dynamikumfang.
Ein viel diskutiertes Thema greift Gerald ebenfalls auf – nämlich die Frage, ob das 4K-Bild der FX5 zu weich ist. Seiner Meinung nach ist das nicht der Fall, im Vergleich zur FX3 sei das Bild sogar etwas schärfer. Weicher wird es nur im Vergleich zu Kameras, die aus 7K oder 8K herunterrechnen. Gerald hat FX3-Material auf einer IMAX-Leinwand gesehen und hält die Detailwiedergabe der FX5 für absolut ausreichend. Für YouTuber könne das stärker overgesampelte Bild eines 7K-Konkurrenten aber tatsächlich einen Vorteil bieten, weil es die YouTube-Kompression besser übersteht.
Farblich schließt die FX5 laut Undone nahtlos an die A7R VI an, was angesichts des verwandten Sensors keine Überraschung darstellt. Sowohl Drake als auch Undone gehen davon aus, dass der Sensor der FX5 auf dem der A7R VI basiert und es sich hier um eine Quad-Bayer-Variante handelt.
Ergonomie und Menü: Umstellung nötig
Beide Tester sind sich einig, dass die FX5 eine reine Videokamera ist. Keine Hybridkamera, keine Fotofunktion. Wer von einer FX3 kommt, muss sich umgewöhnen, denn die FX5 nutzt das professionelle Cinema-Menüsystem statt des gewohnten Alpha-Menüs. Gerald findet das Alpha-Menü intuitiver und schneller, räumt aber ein, dass das Cinema-Menü Vorteile bietet. So lässt sich etwa die Rauschreduzierung abschalten, es gibt bessere AF-Einstellungen und mehr Kontrolle über den HDMI-Ausgang.
Beide loben das neue Display. Gerald bezeichnet es als “Sonys besten Bildschirm aller Zeiten”, größer und heller als bei den Vorgängern.


Ein kurioses Ärgernis hat Gerald aber doch entdeckt, auch die FX5 kann in H.265 nämlich kein 25p oder 30p aufnehmen. Eine Einschränkung, die schon bei den Alpha-Kameras bestand und die Sony offenbar auch mit der neuen Hardware nicht behoben hat.
Jordan Drake weist zudem darauf hin, dass man sich zwischen dem optionalen EVF und dem XLR-Aufsatz für 32-Bit-Float-Audio entscheiden muss, da sich beide einen Anschluss teilen. Er hofft auf einen Adapter, der dieses Problem löst.
Unterm Strich
Die FX5 scheint bei beiden Testern einen guten ersten Eindruck hinterlassen zu haben. Drake sieht in ihr einen Wendepunkt für Sonys gesamte Cinema-Linie und erwartet, dass die Technologie in Zukunft auch in ein FX6-Nachfolgemodell mit ND-Filtern fließen wird. Gerald zeigt sich beeindruckt von der Sensorleistung und sieht die Kamera als gelungene Weiterentwicklung, die endlich den Funktionsumfang der Konkurrenz erreicht. Beide betonen jedoch, dass es sich um erste Eindrücke handelt. Ausführliche Reviews werden folgen.


Danke für die Zusammenstellung! Hört sich doch alles sehr gut an.