Sony Kameras

Sony soll an sparsamerem Display für Alpha-Kameras arbeiten

Spiegellose Kameras kämpfen seit jeher mit der Akkulaufzeit. Eine neue Bildschirmtechnik könnte genau hier ansetzen.

Sony arbeitet laut Sonyalpharumors an einer neuen Display-Technik für seine Alpha-Kameras. Frühestens nach dem dritten Quartal 2026 soll ein sogenanntes FSC-LCD in die Modelle einziehen. Das Display selbst soll rund 70 Prozent weniger Energie benötigen, was die Live-View-Zeit verlängern könnte. Die Meldung stützt sich auf eine anonyme Quelle, eine Bestätigung von Sony gibt es nicht. Plausibel ist sie trotzdem, und der Blick auf die Hintergründe erklärt, warum.

Farben nacheinander statt nebeneinander

FSC steht für Field Sequential Colour. Klassische LCDs erzeugen Farbe über feste rote, grüne und blaue Filter vor jedem Pixel. Diese Filter schlucken so viel Licht, dass am Ende weniger als ein Drittel für das sichtbare Bild übrig bleibt, was viel Energie kostet.

(a) LCD (b) FSC-LCD | Bild: Woo et al.

Ein FSC-LCD lässt die Filter weg und nutzt stattdessen ein graustufenfähiges Panel mit einer RGB-Hintergrundbeleuchtung aus Mini-LEDs. Rot, Grün und Blau leuchten extrem schnell nacheinander auf, in Sonys Fall 720 Mal pro Sekunde. Euer Auge setzt die drei Einzelbilder zu einem Farbbild zusammen. Aus einem 720-Hz-Graustufenpanel ergibt sich rechnerisch ein Farbbild mit 240 Hz. Ein angenehmer Nebeneffekt fürs kleine Kameradisplay ist die höhere effektive Auflösung, weil keine Farb-Subpixel mehr nötig sind.

Rückmonitor wäre der wahrscheinlichste Kandidat

Spiegellose Kameras haben ein strukturelles Akkuproblem. Im Live-View-Betrieb laufen Sensor, Prozessor und Anzeige dauerhaft mit, und genau diese Dauerverbraucher zehren am Akku. Wie viel davon auf das Display entfällt, hängt vom Modell und der Nutzung ab.

Ein sparsameres Display würde am ehesten beim rückwärtigen Monitor helfen, denn der ist bei Sony ein LCD. Die hochwertigen Sucher der Alpha-Reihe sind dagegen OLED, etwa der 9,44-Millionen-Punkte-Sucher der A1 II. Dass Sony das Thema Laufzeit kennt, ist trotzdem klar, denn die frühen A7R-Modelle waren für ihre kurze Akkulaufzeit berüchtigt.

Realistisch macht das Gerücht außerdem, dass Sony eigene RGB-Backlight-Kompetenz hat und im März 2025 ein entsprechendes Display-System für große Bildschirme vorstellte. Dazu kommt die enge Bindung an TCL. Beide Unternehmen vereinbarten Ende März 2026 das Joint Venture Bravia Inc., an dem TCL 51 Prozent und Sony 49 Prozent halten und das im April 2027 starten soll.

TCL und Hisense gehören nämlich zu den Treibern sparsamer LCD-Technik. In den Handel kamen 2025 und 2026 aber zunächst Fernseher mit RGB-Mini-LED-Backlight, angeführt von Hisense, die den Farbfilter weiterhin behalten. Der vollständig filterlose FSC-LCD-Ansatz, um den es im Gerücht geht, ist die fortgeschrittene Stufe und steckt noch in der Forschung.

Color Breakup war lange der Knackpunkt

Den Farbfilter wegzulassen, ist aber durchaus keine neue Idee und wird seit über 15 Jahren erforscht. Die große Hürde war immer der sogenannte Color Breakup, bei dem schnelle Bewegungen kurz farbige Säume zeigen, dazu die schwache Lichtausbeute herkömmlicher RGB-LEDs, die eine Serienfertigung lange verhindert hat. Erst RGB-Mini-LEDs, eine schnelle Abfolge der Farbfelder und clevere Ansteuerung bringen die Technik jetzt näher an praktische Produkte.

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Lassi

Wahnsinn, ein noch sparsameres Display, da wird man zukünftig wohl gar nichts mehr drauf erkennen können😉😂🥳

Alfred Proksch

Schön wenn die Entwicklung zu neuen Produkten führt die dem Foto/Videografen das Leben erleichtern. Die verwendete Technik ist gut erklärt. Bis sie schlussendlich als Display an den Kameras verbaut und käuflich zu erwerben ist dauert es bestimmt noch einige Tage.

In der Praxis gibt es keine Probleme sofern der Anwender Ersatzakkus mit in der Fototasche hat.

Vielleicht glückt es zwischenzeitlich den Akkuherstellern die Speicherdichte ordentlich zu erhöhen. Wäre ebenfalls eine Möglichkeit die Nutzungsdauer zu verlängern.

Mag sein das Event/Sport/Vogel Fotografen glücklich sind sollten ihre teuren Boliden mit solchen Display bestückt werden. Das zweite für Sony wichtige Ziel ist Geld verdienen. Um wie viel teurer wird das Bauteil oder anders herum lässt es sich günstiger produzieren um die Margen zu erhöhen?

Viva

Das wäre seit langem auch für mich eine interessante Entwicklung. Erstmal sollte jede Kamera lockere 1000 Bilder schaffen, anstatt ständig neue Kleinigkeiten für theoretisch bessere Bilder verbaut zu bekommen. Dieselbe Unart prägt ja auch Smartphones. Voller Firlefanz, aber keine zwei Tage ohne laden auskommen. Obwohl, Sony hat hier schon jetzt bessere Laufzeiten als die meisten.

Stefan Zimmermann

War es nicht der OLED-Sucher, der wahre Stromfresser? Ich bin mir nicht mehr sicher. Im Alltag habe ich den Eindruck, dass der Stromverbrauch bei viel Langzeitbelichtung damit höher ist als bei dauerhaft aktivem Display. Ich benötige das, um den Timer dabei zu sehen, und wenn ich keine Lust habe, eine Fernbedienung mit integriertem Timer zu nutzen. Oder wenn ich Polarlichter fotografiere, schaue ich wegen der besseren Qualität fast dauerhaft durch den Sucher.

Radioreinhard

Man könnte noch viel mehr Akkulaufzeit gewinnen, wenn man das Display ganz weglässt. Wozu sonst gibt es denn einen Sucher?

Markus S.

Naja, dann verabschiedest du dich von praktischen Dingen wie z.B. das du nicht in den Dreck liegen musst um bodennnah mit “Sicht” zu fotografieren oder vom Stativ ist es mit Monitor deutlich angenehmer als immer durch den Sucher zu schauen.
Beides hat seine Vor und Nachteile.

WRDS

Genau. Back to the Roots oder eher Kamerasteinzeit. Der grosse Akkufresser ist übrigens der Sucher und nicht das Display.

Thorsten

Der größte Akku- Fresser ist die gesamte Kamera, man könnte auch wieder malen.

Jürgen K.

Daumen hoch. Hab’ schon im Baumarkt ein Satz Pinsel gekauft…..leider war der Vogel schon wech bevor ich mit den Vorbereitungen fertig war…
So viel zu Deinem Ratschlag….
Jetzt steht die Kamera wieder am Fenster 🙂

austrian

Viel Spaß bei bodennahen oder überkopf Aufnahmen…

Lassi

Man kann doch problemlos auch ein kompatibles Smartphone oder Tablet nehmen – das machen nicht wenige Fotografen, die einen realistischeren, optisch aussagekräftigeren Eindruck von der Szene haben wollen als das „Mäusekino“ vieler Hersteller, das sich Monitor nennt.

austrian

Ich weiß nicht was du fotografierst, mir reicht die Anzeige am Display.

Bei Tablet muss grinsen, wie stellst du dir zB Eventfotografie vor?

Lassi

Gar nicht, da das nicht zu meinem Repertoire gehört. Aber mal ehrlich, dafür kannst Du auch ein beliebiges Smartphone nutzen. Wenn Du in der Modewelt, Portrait und Architektur Fotografie unterwegs wärst, würdest Du nicht mehr grinsen – so wirkt Dein Post eher wie von einem der ahnungslos ist😉

Markus S.

Hab ich noch nie in freier Wildbahn gesehen. Kein Fotograf den ich auf dem Berg oder sonst wo treffe nimmt ein Handy oder Tablet als Ersatzmonitor…

Maik Richter

Das mag ja im Fotostudio und für manche Filmer ganz gut funktionieren, für Fotografie in “freier Wildbahn” (z.B. Wildlife) halte ich das aber für unpraktisch und unbrauchbar.

Lassi

@Markus S. + Maik Richter. Ist halt eine Frage der Nutzung der jeweiligen Kamera und dessen Einsatzzweck. Aber in „freier Wilbbahn“ – was auch immer Nutzer darunter verstehen wollen, brauchts dann auch wiederum keinen Monitor😉, wenn doch ist die optische Auflösung doch sehr überschaulich.

Markus S.

Hast du den Post gelesen?
Es ging ja nicht um die Auflösung sondern um das Vorhandensein eines Monitors und dessen Nützlichkeit um z.B. bodennah etc. zu fotografieren.
Einen Monitor zum Tethering hat man im Studio aber seltenst draußen, auch nicht bei Architektur und schon gar nicht wenn du Landschaften fotografierst.

Lassi

Aber natürlich.
Daher verstehe ich Deine Frage jetzt nicht 🤷‍♂️.
Du musst nicht mit Monitor und Kabel unterm Arm in die Pampa – das geht auch ohne Kabel, mit Smartphone, Tablets & OTA.
Und mal ganz ehrlich: Wenn es nicht um die Auflösung geht, was nützt Dir ein Monitor in Bodennähe, wenn man darauf Details gar nicht oder nur schemenhaft erkennen kann?
Wenn es aber darum geht, einen Monitor zu haben, nur um ihn zu haben, dann gebe ich Dir gerne recht.

Markus S.

Das zeigt mir, du hast es nicht gelesen. Es geht nicht um die Auflösung des Monitors in diesem Fall.

Also am Monitor kontrolliere ich meine Komposition, da muss ich nicht jedes Blatt der Bäume erkennen!
Da reicht mir die Auflösung meiner Nikons total aus. Gut Sony hat oft schlechte Monitore verbaut, aber selbst die reichen für die Komposition aus.
Das Handy will ich da nicht rausholen, das ist ein Störfaktor.

Lassi

Sagte ich doch, alles eine Frage der Nutzung&Nutzers 😉.

Benjamin

Die meisten Kameras geben eine geringere Laufzeit bei der Nutzung des Suchers an, da das Display im Sucher häufig von besserer Qualität ist und mit einer höheren Bildrate läuft und daher mehr Strom verbraucht. Es wäre also aus der Betrachtung heraus sinnvoller, den Sucher wegzulassen.

joe

Sony sollte an der Farbqualität der Monitore arbeiten, die waren mal führend bei TV, das sollte doch möglich sein. Batterien werden immer besser insofern ist das nett, aber nicht wirklich wichtig.

Thorsten

Ich habe bei meinen aktuellen Kameras, keine Probleme mit der Akku- Laufzeit, trotz ständiger Nutzung des Displays.
Habe aber immer einen Ersatzakku dabei, den ich aber so gut wie nie benötige, außer der Akku war vorher nicht komplett geladen.
Wenn die Kamera weniger verbraucht, könnten die Akkus kleiner werden, das ergäbe dann größere Freiheiten für die Technik im Inneren und für das Design.

Jörg H

Tag drei an der Nordsee.OM3 immer noch 70% Akku und ganzen Tag die Kamera immer wieder eingeschaltet.
Ich glaube es ist das kleinste Problem einer Kamera.
Gut, vielleicht bei Sony.Kann ich nicht beurteilen.
Selbst bei der GM 5 mit Mini Akku komme ich über den Tag.

raychan

Das geht mit der alten Sony a7III auch, selbst 2 Tage sind damit kein Problem. Aber z.B. eine a7rV kommt man nicht mal über ein Tag, aber das liegt einfach daran das es so ein riesen Sensor ist, dann zwei Prozessoren und haufen Technik, was die Akku einfach leer zieht.

Die neue a7rVI soll wieder so sein wie die a7III, weil größerer Akku und effizentere Technik mal schauen.

Aber selbst wenn nicht. Würde ich hochauflösendes und helles Display immer vorziehen. Nimmt man halt ein Akku mehr mit und fertig.

Rene Stämpfli

Pfingstmontag, Motocross, viel Dreck und Staub, A9III, 50-150mm F/2.0, Display zugeklappt, nur Sucher, 1434 Bilder, 1 Akku. 3 Ersatz Akku im Hosensack. Wo ist das Problem?

Benjamin

Was mich bei Sony am meisten stört, ist die Qualität der Live-View-Anzeige – und damit meine ich nicht das Display selbst, sondern das ausgegebene Signal. Es wirkt, als würde Sony aus Effizienzgründen extremes Pixel-Binning betreiben oder nur einen Teil des Sensors auslesen. Anders kann ich mir kaum erklären, warum Farben und Helligkeiten teils deutlich vom finalen Foto abweichen.
Besonders beim Tethering auf einem großen PC-Monitor fällt auf, wie groß der Unterschied zwischen Live-View und tatsächlicher Aufnahme sein kann. Das erschwert die Bildbeurteilung während der Aufnahme unnötig – etwa bei schwierigem Licht oder der Einschätzung, ob der Himmel bereits überbelichtet ist.
Ich persönlich würde lieber zwei Ersatzakkus mehr mitnehmen, dafür aber ein wirklich akkurates Vorschaubild im Sucher oder auf dem Display bekommen.

Lassi

👍

Rolf Carl

Es ist sowieso besser mit dem Histogramm zu überprüfen, ob ausgefressene oder abgesoffene Bereiche vorhanden sind. Auf das Displaybild würde ich mich da nicht verlassen. Bei den meisten Kameras kann man auch warnen lassen, ob kritische Bereiche im Bild bestehen. Da würde ich mal googeln, ob das bei deiner Kamera möglich ist.

Rene Stämpfli

Ich brauch ausschliesslich die Zebra Funktion. Die ist wesentlich genauer als das JPG basierte Histogramm.

Rolf Carl

Kannst du doch machen, ich fotografiere Zebras lieber.

Rene Stämpfli

Überbelichtet ??? SONY hat seit über 10 Jahren die ZEBRA Funktion auch für die Fotografie !!!

Benjamin

Es geht mir vor allem auch darum, dass der Himmel in Fotos z.B. im Live View und auf der Kamera weiß ist, aber wenn ich das Out-Of-Camera Jpeg aufs Smartphone ziehe, ist plötzlich doch Zeichnung im Himmel – warum schafft die Kamera keine akkurate Vorschau? Außerdem irritieren mich Zebras zu sehr beim Fotografieren und verleiten – da diese auch auf dem JPG basieren – dazu, zu sehr unterzubelichten, selbst bei 109+-Einstellung

Rolf Carl

Profis arbeiten mit dem Histogramm.

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