Ein neuer Bildsensor von Sony kombiniert zwei Linsentypen auf einem Chip. So sollen Auflösung und Autofokus zugleich profitieren.
Smartphone-Sensoren müssen einen Spagat hinbekommen: scharfe Bilder und einen schnellen Autofokus zugleich, und das auf einer Fläche von wenigen Millimetern. Sony will beides mit einem neuen Bauteil näher zusammenbringen.
Der Lytia 610 ist ein Bildsensor mit rund 64 Megapixeln im 1/2-Zoll-Format, der Ende Juni in Serie geht. Der Kniff steckt in den Mikrolinsen, die direkt auf dem Chip sitzen, und in deren ungewöhnlicher Anordnung.
Zwei Linsentypen auf einem Sensor
Über jedem einzelnen Pixel sitzt eine winzige Linse, fest in den Sensor eingebaut, im Fachjargon On Chip Lens oder kurz OCL. Sie bündelt das Licht, das durch das Objektiv einfällt, und lenkt es auf die lichtempfindliche Fläche des Pixels, statt es daneben verpuffen zu lassen. Bei Millionen Pixeln auf engstem Raum entscheidet das mit über die Bildqualität.

Bislang setzten Sensoren entweder auf eine Mikrolinse pro Pixel für maximale Schärfe oder auf eine größere Linse über vier Pixeln, die den Autofokus verbessert. Der Lytia 610 kombiniert beide Varianten. Die grünen Pixel, die am meisten zur Schärfe beitragen, bekommen je eine eigene Linse. Die roten und blauen Pixel teilen sich dagegen in Vierergruppen eine gemeinsame Linse und übernehmen so die Phasenerkennung für den Autofokus.
Diese Mischung nennt Sony RB2×2 OCL. Ein neuer Algorithmus rechnet das ungewöhnliche Muster anschließend in ein normales Farbbild um. Unterm Strich soll der Sensor feine Strukturen um mehr als 20 Prozent schärfer abbilden als der Vorgänger Lytia 601 mit gleicher Pixelgröße von 0,7 Mikrometern.

Schnelleres Auslesen bringt 4K120 auf kleine Fläche
Schneller ist der Sensor ebenfalls. Sony hat den Analog-Digital-Wandler stärker parallelisiert und liest die Bilddaten doppelt so schnell aus wie beim bisherigen 1/2-Zoll-Sensor. Damit nimmt der Lytia 610 als erster Sensor dieser Größe von Sony 4K-Video mit 120 Bildern pro Sekunde auf. Für kontrastreiche Szenen steht außerdem 4K mit 60 Bildern und HDR bereit.
Der Schritt zielt auf Smartphones mit mehreren Kameras, wie sie heutzutage die große Mehrheit darstellen. Je näher ein Tele-Modul an die Bildqualität der Hauptkamera heranreicht, desto unauffälliger lässt sich beim Filmen und Fotografieren zwischen den Objektiven wechseln. Innerhalb der Lytia-Reihe setzt der 610 damit auf Detailschärfe. Wann erste Geräte mit dem Lytia 610 erscheinen, nennt Sony noch nicht.
Einen anderen Schwerpunkt verfolgt der ebenfalls neue Lytia L910, der Lichter und Schatten ohne Bildmontage ausbalancieren soll.


Schön zu sehen, dass im Smartphone auch die Hardware noch Luft hat. Und die beiden Chips (610 und 910) zielen auch auf die Mittelklasse. Diese Ansätze klingen jedenfalls besser als z. Bsp. Samsungs Gigapixel-Wahn.
Hallo Rüdiger,
das mit dem Gigapixel-Wahn ist noch lange nicht beendet.
Der aktuell wohl beste Sensor ist der Lytia 901 mit knapp unter 1Zoll und 200MPx und ein paar sehr interessante technische Details.
Durch Größe und Preis nur für die MAIN CAM der teueren Spitzen-SPs gedacht.
Für die Tele CAMs braucht es wegen der optischen Brennweite kleinere Sensoren.
Z.B. sowas wie der neue 1/2 Zoll von oben.
Und korrekt wie Du geschrieben hast für die Mittelklasse.