Der Speichermarkt zieht Fotografen gerade in zwei Richtungen. Die größten Karten aller Zeiten treffen auf die höchsten Preise seit Jahren.
Der Speichermarkt bewegt sich gerade in zwei entgegengesetzte Richtungen, und Fotografen bekommen beide zu spüren. Auf der einen Seite steht SanDisk kurz davor, mit 8 TB die bislang größte SD-Karte auszuliefern. Auf der anderen Seite sagte SK-Hynix-Chef Kwak Noh-jung im Interview mit Reuters, 2027 werde “aus Sicht des Angebots das schlechteste Jahr in der Geschichte der Branche”. Die Nachfrage seiner Kunden werde die Produktionskapazität seines Unternehmens auch über 2030 hinaus übersteigen, trotz massiver Investitionen in neue Fertigung.
Kapazitätssprung kommt ohne passende Hardware
Technisch ist der SanDisk-Vorstoß überfällig. Der SDUC-Standard (Secure Digital Ultra Capacity) existiert seit 2018 auf dem Papier, deckt Kapazitäten oberhalb von 2 TB bis theoretisch 128 TB ab und nutzt weiterhin exFAT. Genutzt hat ihn bisher niemand. SanDisk hatte die ersten Karten 2024 angekündigt, 2025 verschoben und auf der Computex 2026 nun 8 TB als SDUC in voller Größe sowie 4 TB als microSDUC bestätigt, zunächst in der Ultra-Reihe. Eine Extreme-Pro-Variante mit 4 TB soll folgen.
Der Haken liegt nicht in der Karte, sondern in allem drumherum. SDUC ist nicht abwärtskompatibel: Vorhandene SDXC-Lesegeräte erkennen die Karten nicht, aktuelle SD-Express-Reader ebenso wenig, und keine Kamera am Markt unterstützt den Standard. Kombinierte Lesegeräte für UHS-II, SD Express und SDUC waren auf der Computex zu sehen, breit verfügbar sind sie nicht.
Ein zweiter Punkt fällt beim Blick auf das Datenblatt auf: Die ersten SDUC-Karten sind UHS-I mit theoretisch rund 104 MB/s und tragen die Videoklasse V10, also mindestens 10 MB/s Dauerschreibrate. Das ist deutlich weniger, als moderne Kameras beim Serienbild oder in hohen Videobitraten abrufen. Wer eine schnelle Arbeitskarte sucht, findet sie hier also nicht – SDUC ist in dieser ersten Ausbaustufe eher ein Archiv- und Datenträgerformat als ein Werkzeug für den Slot.
KI-Rechenzentren bestimmen Kartenpreis
Parallel dazu verteuert sich genau der Chiptyp, aus dem Speicherkarten bestehen. Der Auslöser ist High Bandwidth Memory (HBM), also besonders schneller Speicher für KI-Beschleuniger. In SD-Karten steckt HBM nicht, doch die Hersteller verlagern Fertigungskapazität in dieses margenstärkere Geschäft und produzieren entsprechend weniger den für SD benötigten NAND-Flash. SK Hynix deckt rund 58 Prozent des HBM-Angebots ab und investiert vier Milliarden US-Dollar allein in ein Packaging-Werk in Indiana.
Die Richtung ist klar, auch wenn die Zahlen je nach Prognose auseinandergehen. Laut dem Marktforscher TrendForce stiegen die Vertragspreise für NAND-Flash im ersten Quartal 2026 um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im zweiten Quartal kamen noch einmal 70 bis 75 Prozent dazu. Für das laufende dritte Quartal rechnen die Analysten mit weiteren 10 bis 15 Prozent, ADATA-Chairman Simon Chen liegt mit 35 bis 40 Prozent deutlich pessimistischer.
Dass sich der Anstieg verlangsamt, liegt dabei nicht an besserer Versorgung, sondern daran, dass Hersteller von PCs und Smartphones nicht mehr jede Erhöhung mitgehen. Entspannung erwartet trotzdem niemand kurzfristig: Die Analysten der Schweizer Großbank UBS gehen von einem unterversorgten Speichermarkt bis mindestens Mitte 2028 aus, und auch Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet mit einer Knappheit über mehrere Jahre.


In „Radio GaGa‘s“ Worten, das interessiert meine Praktica einen Pups 💨
Könnte stimmen.
Die Preise pro Bild sind trotzdem immer noch weit niedriger als zu analogen Zeiten.
Praktica können sich heute nur reiche Amateure leisten 🙂