Der chinesische Objektivhersteller Thypoch hat auf der NAB Show in Las Vegas sein erstes AF-Zoom gezeigt und verrät nun Preis, Termin und ambitionierte Pläne.
Als wir Ende März über Thypochs Sprung ins AF-Zoom-Segment berichtet hatten, waren Preis und Erscheinungsdatum des AF 24-50mm f/2.8 noch unbekannt. Das hat sich inzwischen geändert. Auf der NAB 2026 in Las Vegas hat Thypoch das Objektiv der Fachpresse zum Anfassen gegeben und dabei handfeste Details nachgeliefert.
700 Dollar, ab Mai, drei Bajonette
Das Voyager AF 24-50mm f/2.8 soll laut PetaPixel bereits im Mai erscheinen und 700 US-Dollar kosten. Das wäre ein recht attraktiver Preis, denn Sonys FE 24-50mm f/2.8 G liegt aktuell bei rund 1.100 Dollar, hierzulande bei etwa 1.000 Euro. Neben Sony E-Mount wird es das Objektiv auch für Nikon Z und L-Mount geben, wobei die E-Mount-Version zuerst auf den Markt kommt. Für Nikon-Z- und L-Mount-Fotografen wäre das 24-50mm f/2.8 eine echte Neuheit, denn ein vergleichbares Zoom gibt es für beide Systeme bislang nicht.
Sechs AF-Objektive noch in diesem Jahr
Die vielleicht überraschendste Neuigkeit betrifft gar nicht das 24-50mm selbst. Thypoch hat gegenüber PetaPixel angekündigt, in diesem Jahr insgesamt sechs Autofokus-Objektive auf den Markt bringen zu wollen. Darunter sollen sowohl weitere Zooms als auch Festbrennweiten sein. Als nächstes Zoom nannte Thypoch konkret ein 24-70mm, ohne allerdings die Lichtstärke zu verraten. Für ein Unternehmen, das bislang ausschließlich manuelle Festbrennweiten im Programm hatte, ist das ein ambitionierter Plan.

Erste Praxis-Eindrücke von der NAB Show
Sowohl PetaPixel als auch DPReview konnten das Objektiv auf der NAB in die Hand nehmen. PetaPixels Dmitry Koshutin beschreibt den Autofokus als schnell und die Verarbeitung als solide. Thypoch selbst behauptet, die Fokusgeschwindigkeit könne mit Sonys hauseigenen Objektiven mithalten – ob das wirklich stimmt, müssen wir abwarten.
DPReview hat bereits eine Sample Gallery mit 46 Beispielbildern veröffentlicht. In den Kommentaren dort wird die Schärfe in den Bildecken bei 24mm diskutiert, was für ein Zoom dieser Preisklasse aber nicht ungewöhnlich ist.
Am Gehäuse fallen einige Details auf. So gibt es neben dem manuellen Blendenring und dem AF/MF-Schalter auch einen programmierbaren Shortcut-Button sowie einen USB-C-Anschluss am Bajonett für Firmware-Updates. Thypoch gibt außerdem einen Spritzwasserschutz bei leichtem Regen an und betont, dass das Objektiv gleichermaßen für Foto und Video konzipiert ist.
Thypochs Verbindung zu DZOFilm
Dass Thypoch den Sprung vom MF-Primen-Hersteller zum AF-Zoom-Anbieter so zügig wagt, hat einen Hintergrund, der gerne übersehen wird. Thypoch ist eng mit dem Kino-Objektiv-Hersteller DZOFilm verbunden, der reichlich Erfahrung im Bau von Zoom-Objektiven mitbringt. Das Voyager 24-50mm ist zwar ein ganz anderes Produkt als DZOFilms Cinema-Glas, doch das Know-how im Zoom-Design dürfte Thypoch zugutegekommen sein.
Ob Thypoch bei Preis, Bildqualität und AF-Leistung tatsächlich überzeugt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Spannend ist das Projekt allemal, und mit sechs geplanten AF-Objektiven allein in diesem Jahr darf man sich auf ein ereignisreiches zweites Halbjahr einstellen.


“Für Nikon-Z- und L-Mount-Fotografen wäre das 24-50mm f/2.8 eine echte Neuheit, denn ein vergleichbares Zoom gibt es für beide Systeme bislang nicht.” – so ganz stimmt das nicht. L-Mount hat das Panasonic Lumix S 24-60 f/2.8 – also doch sehr ähnlich.
Jap, das dachte ich mir auch. Das Lumix 24-60mm ist dazu noch ein wirklich sehr gutes Objektiv. Hatte ich an der S5 II und war wirklich bei jeder Brennweite und Blende top, auch das Gegenlichtverhalten war 1 A
Kann es sein, dass da jemand Dollar und Lire oder Dirrham verwechselt hat?
700 Dollar wären mir jetzt zuviel. Das Sony gibt es hier für weniger als 900 Fr.
Und Canon? Wann gibt es Objektive für die R-?
Oder schafft sich Canon mit den überteuerte preise selber ab?