Thypoch verlässt mit dem AF 24-50mm f/2.8 erstmals sein angestammtes Terrain der manuellen Festbrennweiten.
Der chinesische Objektivhersteller Thypoch hat sein erstes Autofokus-Zoomobjektiv nun offiziell angekündigt. Das AF 24-50mm f/2.8 für Sony E-Mount ist ein Vollformat-Zoom mit durchgängiger Lichtstärke und gilt als erstes seiner Art von einem chinesischen Hersteller. Wie wir bereits Mitte März berichtet hatten, war Thypoch als Kandidat hinter dem damals noch mysteriösen Projekt gehandelt worden, nachdem ein funktionierender Prototyp auf der Photography & Video Show in Birmingham aufgetaucht war.
Thypoch ist bislang ausschließlich für manuell fokussierte Festbrennweiten im Vintage-Stil bekannt, etwa das Simera 75mm f/1.4 oder das Eureka 28mm f/2.8. Mit dem neuen Zoom wagt das Unternehmen gleich einen doppelten Sprung: erstes AF-Objektiv und erstes Zoom in einem.
Das Design fällt entsprechend modern aus, mit markanten diagonalen Rillen an Zoom- und Fokusring. Am Gehäuse finden sich ein manueller Blendenring mit einem Bereich von f/2.8 bis f/22 sowie ein AF/MF-Schalter. Trotz Kunststoffgehäuse soll sich das Objektiv laut ersten Hands-on-Eindrücken solide anfühlen, der Autofokus wurde als “respektabel” schnell beschrieben.
Durch den auf 50mm begrenzten Telebereich fällt das Objektiv kompakter aus als klassische 24-70mm-Zooms. Als direkter Konkurrent steht Sonys FE 24-50mm f/2.8 G im Raum, das 92,3 Millimeter lang ist, 440 Gramm wiegt und gut 1.000 Euro kostet. Beide Objektive scheinen ähnliche Abmessungen zu haben.
Preis und genaues Erscheinungsdatum sind weiterhin unbekannt. Ob Thypoch den Sprung vom MF-Spezialisten zum AF-Zoom-Hersteller überzeugend meistert, werden erst ausführliche Tests zeigen. Das einzige AF-Objektiv soll es anscheinend nicht bleiben, wenn ich den Teaser mit der Überschrift “A new chapter begins” richtig interpretiere. Wie viel wärt ihr bereit zu bezahlen – und würdet ihr euch trauen, Thypoch bei seinem Autofokus-Debüt eine Chance zu geben?
via: PetaPixel


Es sieht aus wie ein Objektiv üblicherweise aussieht. Thypoch möchte sich nicht blamieren. Festbrennweiten können sie, deswegen wird die optische Leistung stimmen. Ausgefeilten extrem schnellen AF darf man nicht erwarten. Andererseits wird das Zoom im normalen Einsatz gut funktionieren. (siehe: “respektabel” schnell) Es kann also durchaus sein das der Hobbyist ein preiswertes vom Handling gesehen gutes Objektiv erstehen wird.
Foto Erhardt wird als autorisierter Händler angegeben, immerhin schon einmal eine seriöse Anlaufadresse wo man das Objektiv in die Hand nehmen kann würde ich sagen.
Größe, Gewicht und Preis werden attraktiv sein. Persönlich wünschte ich mir für meine Landschaftsfotos mehr Fokus der Hersteller Richtung Brennweite. Einen digitalen Bildbeschnitt im Nachgang um “Brennweite” zu generieren, finde ich persönlich als lästige Nachbearbeitung. Einen Bildaufbau während der unmittelbaren Aufnahme ziehe ich einem digitalen Beschnitt vor.
Verstehe aber durchaus, dass ein kleines F2.8 Zoom praktisch sein kann und seine glücklichen Verwender finden wird.
Ja leider bauen viele Hersteller lieber 2.8er Zooms in den “klassischen” Brennweiten als lieber mit der Blende bei f4 zu bleiben und vielleicht mal ein 20-100 zu bringen. Würde ich meinem Nikon 24-120 noch vorziehen wenn es genauso gut ist.
Das bisschen mehr Weitwinkel fände ich super und würde es mehr schätzen als 2.8er Blende wie das nun wieder.
20-100… 20-120 jeweils F 4 soll bei höherem Qualitätsanspruch sehr schwer (teuer) zu entwickeln und zu bauen sein… sagen Experten. (?)
Mir würde auch f5.6 durchgängig reichen wenn das die Experten zufrieden stellt 😉
Sony baut ein 20-70 f4. Das schätze ich sehr. Mit 100 mm wäre das wieder deutlich grösser und schwerer.
Meiner Meinung nach wird leider auch viel zu selten die Möglichkeit einer variablen Blende genutzt, z. B. könnte ein 24-105 mm f/2.8-5.6 vermutlich deutlich kompakter sein als ein 24-105 f/4, würde im Weitwinkel mehr für Astro bieten und im Tele ist die Freistellung sowieso auch mit kleineren Blenden noch okay. Wenn man sich mal anschaut, dass ein Tamron 25-200mm f/2.8-5.6 G2 leichter und kleiner ist als viele 24-105/24-120 F4… Außer beim Zoomen während dem Videofilmen macht die variable Blende eigentlich ja auch nichts aus, Auto ISO gleicht das ja aus.
Joop, bin zwar ein Fan von fixer Blende aber um die Baugröße zu verrringern und dafür die Brennweite zu erhöhen muss man Kompromisse eingehen.
Für die Bildgestaltung wird der Faktor Brennweite stiefmütterlich behandelt. Entweder Fette Brocken mit F2 oder F2.8 oder Minibrennweitenzooms (Faktor 2) oder Superzooms. Aber irgendwas im “normalen” Alltagsbereich? Da hört man nur noch die Grillen zirpen…
Man könnte in der Brennweite wie in der Blendenzahl mal kreativ sein.
z.B. 22-105 F3.5-F5.0, 24-90 F4, 24-120 F3.5 – F5.0 usw.
Vielleicht hättet ihr ein paar kreative Ideen für Standardzooms?
Ein ~20-100mm fände ich sehr spannend, sofern es durch Kompromisse bei der Blende kompakt und leicht bleibt – das würde 95 % meiner Brennweiten-Bedürfnisse auf Reisen abdecken.
Wie wäre es mit dem 20-200 von Sigma? Das ist käuflich, gut und kompakt.
Die Testberichte sind bzgl Randschärfe bei 20mm teilweise recht kritisch. Ich denke, mit einem kleineren Zoombereich könnte man hier bessere Bildqualität bei vielleicht sogar noch kompakteren Abmessungen erreichen
Ich bin damit sehr zufrieden. Es ist sehr scharf aber ein GM ist es logischerweise nicht. Einfach mal realistisch bleiben und selber testen.
24-50mm/2.8 ist okay, aber wenn man sich den Markt anschaut, wie überschwemmt der Bereich zwischen 24 und 70mm ist, schwer sich da irgendwie abzusetzen.
Respektabler Autofokus, lässt hoffen das hier was besseres als der Standard single STM drin ist, ähnlich Tamron mit deren RXD zu VXD upgrade.
Designmäßig, Blendenring wie bei Meike, Gehäuse erinnert etwas Sigma‘s Art Serie, Gummierung diagonal wie bei den Alten Dynax-Minoltas.
Wenn man mindestens 24 mm (statt 28 mm) im Weitwinkel will, Blende 2.8 und gleichzeitig Wert auf geringes Gewicht legt, ist die Auswahl tatsächlich gar nicht so groß. Da gibt es eigentlich nur das Sony 24-50 f/2.8, das noch recht neue Samyang 24-60 f/2.8 und vielleicht noch das Tamron 20-40mm f/2.8, auch wenn das eher ein Weitwinkelzoom als Normalzoom ist. Bei anderen Bajonetten gibt es teilweise gar keine Konkurrenz, weil es dort nur die schweren, teuren Profi 24-70 f2.8 oder die 28-70/75-Lösungen gibt, die für viele nicht weitwinklig genug sind.
Mal sehen ob der Preis attraktiv genug ist um statt des bekannten Sony 24-50mm ein „No-Name“ zu nehmen
„No-Name“ ?!? Nur weil dir Thypoch nicht geläufig ist von „Kein Name“ zu sprechen finde ich seltsam. Wenn man von manuellen Festbrennweiten spricht ist Thypoch immer mit dabei. Besonders wer mit Video unterwegs ist hat bestimmt schon zu den relativ günstigen Set Angeboten von Thypoch geschielt.
Wenn dich Fotografie interessiert hier der Link https://www.foto-erhardt.de/objektive.html?filter_id=1369
Na ja “Typoch” ist selbst unter der Riege der China Brands ein ziemlicher No Name verglichen mit deutlich bekannteren Namen wie Laowa, TTArtisan und Co.
Wenn ein Hersteller Objektive für den Leica M-Mount anbietet, dann wird er schon etwas von Objektiven verstehen. Und wenn ich mir die Preise so betrachte, so dürften das keine Billigheimer sein. Aber eben doch günstiger als die Linsen von bekannten Markenherstellern.
Vor einigen Jahren, als ich mir mein erstes manuelles Laowa Objektiv gekauft hatte, da war mir der Hersteller auch kein großer Begriff. Heute weiß ich, daß Laowa richtig gute Objektive fertigen kann. Warum sollte das nicht auch bei Thypoch so sein?
Es kommt halt immer drauf an, wieviel Geld man ausgeben will. Zu glauben, daß die Chinesen nur billig können ist grundfalsch. Die können richtig gute Sachen bauen, sonst wäre die westliche Industrie auch nicht in heller Aufregung ob der Konkurrenz aus Fernost.
Klar ist mir diese Firma ein Begriff und ich beobachte mit Spannung das erste AF-Objektiv…
Wie Raphael aber schon anmerkte, ist Thypoch jetzt nicht die erste Firma an die man bei Objektiven aus China denkt… daher auch die Gänsefüßchen bei No-Name
Also bitte nicht aufregen 😉
Wenn jemand das Wort seltsam verwendet, dann drückt er damit sein Erstaunen aus. Mit Aufregung hat das aber nun nichts zu tun.
Stimmt, sehe ich auch so. Viele Worte werden heute schnell emotionaler aufgefasst, als sie eigentlich gemeint sind.
Bei „seltsam“ musste ich spontan an den Ursprung des Worts denken – im Sinne von „selten-artig“, also einfach ungewöhnlich oder nicht alltäglich. Fand ich ganz interessant 🙂
Ursprünglich heißt seltsam “selten zu sehen”. Das Wort hat aber im Laufe der Geschichte Änderungen durchgemacht. Heute ist dann eher von absonderlich, ausgefallen, aber auch abenteuerlich die Rede.
Interessant, vielen Dank 😊
Wenn die Chinesen jetzt schon Autofokus Zooms hinkriegen, dann wird’s nicht mehr lange dauern, bis sie auch ein 24-70mm f/2.8 liefern. Gut für den Kunden, aber alle Kamerahersteller außer Canon können sich da auf sinkende Absatzzahlen ihrer Objektive einstellen.
Nun ja das gibt es ja auch aus Korea schon länger in Form des bleischweren 24-70 f2.8 von Samyang. Das ist vermutlich trotz des tiefen Preises kein Verkaufsrenner. Vielleicht können es die Chinesen ja besser.
Könnte ich mir auch gut für Video Shooting auf gimbal vorstellen. Innenzoom wäre dann natürlich top. Darüber hab ich nichts gelesen.
Ich schätze der Preis muss schon deutlich unter dem des Sony 24-50 f2.8 sein damit das interessant wird. Die Bildqualität und der AF müssen dann mindestens durchschnittlich sein, damit es gekauft wird. Aber den Chinesen traue ich das durchaus zu. Festbrennweiten können sie ja schon. Von Thypoch habe ich bis jetzt zwar nichts im Schrank stehen aber von Laowa, Viltrox und 7artisans.