Objektive

Tokina meldet sich zurück: Neues Objektiv soll “wie kein anderes” werden

Nach über drei Jahren Funkstille im Foto-Bereich hat Tokina kürzlich den Prototyp eines neuen Objektivs gezeigt, das “wie kein anderes” werden soll.

Die CP+ 2026 ist mittlerweile schon einige Wochen her, doch eine Ankündigung aus Yokohama wollen wir euch noch nachreichen, weil sie bisher bei uns unter den Tisch gefallen ist. Tokina hat auf der Messe nämlich den Prototyp eines neuen Foto-Objektivs gezeigt. Warum das eine Meldung wert ist? Weil der japanische Hersteller seit dem Tokina atx-m 11-18mm f/2.8 im September 2022 kein einziges neues Foto-Objektiv mehr vorgestellt hat.

Stattdessen hat sich Tokina Cinema mit hochwertigen Cine-Primes wie der Vista-P- und Vista-C-Serie im professionellen Filmbereich positioniert, wo einzelne Objektive bis zu 20.000 Dollar kosten können. Viele dürften sich deshalb gefragt haben, ob Tokina die Fotografie komplett hinter sich gelassen hat.

“One Lens Like No Other”

Unter diesem selbstbewussten Slogan zeigte Kenko Tokina den Prototyp eines Objektivs, das die nächste Generation der Tokina-Objektive einläuten soll. Anscheinend soll es sich bei dem Objektiv um eine wirklich lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite handeln.

Konkrete Spezifikationen? Fehlanzeige. Tokina hat weder Brennweite noch Lichtstärke, Bajonett, Preis oder Erscheinungsdatum verraten. Auch beim gezeigten Exemplar handelt es sich ausdrücklich um einen Prototyp, der sich bis zur finalen Version noch deutlich verändern könne.

Große Worte nach langer Stille

Tokina stellt seit 66 Jahren Objektive unter eigenem Namen her und war in der DSLR-Ära mit Modellen wie dem AT-X 11-16mm f/2.8 Pro oder dem AT-X 24-70mm f/2.8 Pro eine feste Größe. Beim Übergang zu spiegellosen Systemen konnte der Hersteller jedoch nie richtig Fuß fassen. Die atx-m-Serie umfasst aktuell nur vier APS-C-Objektive für Sony E und Fuji X, das anfangs vorgestellte Vollformat-85mm f/1.8 ist inzwischen von der Tokina-Webseite verschwunden.

Ob Tokina mit dem angekündigten Objektiv ein ernsthaftes Comeback im Foto-Markt plant oder ob es bei einem einzelnen Prestige-Produkt bleibt, ist offen. Der Markt für Dritthersteller-Objektive ist seit 2022 nicht unbedingt einfacher geworden. Sigma, Tamron und Viltrox liefern sich einen intensiven Wettbewerb und auch kleinere (chinesische) Hersteller bringen immer bessere Objektive auf den Markt. Dass Tokina den Mund mit “Like No Other” ziemlich voll nimmt, macht aber zumindest neugierig.

via: PetaPixel

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Alfred Proksch

Wer in einem stagnierenden Markt bestehen möchte darf sich nicht „einmauern“ das Gegenteil ist gefragt. Allianzen schmieden ist angesagt, warum soll jeder für sich alleine das Rad neu erfinden? Das treibt die Kosten nach oben. Wenn man einen „Feind“ nicht besiegen kann muss man ihn zum „Freund“ machen – diese alte Weisheit ist immer noch gültig.

Meiner Meinung nach sind „frei zugängliche“ DSLM Bajonette der Schlüssel zum Erfolg. Warum soll nicht Tokina die Fertigung von z.B. Nikon Objektiven übernehmen und sich innerhalb der Allianz einigen wer welche Produkte unter welchem Label vertreiben wird. Wo auf dem Globus die Fertigung läuft ist eigentlich egal.

Rolf Carl

Nein danke, Tokina soll für Sony und Canon produzieren, aber für Nikon lieber nicht. Tokina hatte schon immer ein Problem mit dem Gegenlichtverhalten, die kriegen das einfach nicht hin.

Reinhard Riek

Ein Objektiv für 20.000 Dollar – ist das aus Platin?

Daniel_S

Ja, auch die Linsen.

Mirko

…bin der Meinung das die Linsen aus hochkarätigen Diamanten gefertigt sind 🤔

Rolf Carl

Ja, die Sonnenblende ist aber nur aus Gold, damit es etwas leichter ist.

joe

Ja Platin hat sich preislich nicht so entwickelt wie Gold. War Platin früher noch etwas teurer als Gold, kostet es jetzt nur noch etwa ein Drittel des Goldpreises. Also pro Kg aktuell um die 50’000$ versus knapp 150’000$. Übrigens, beispielsweise das Sony 600mm/4.0 kostet hier auch 13’998.- CHF. Das entspricht etwa 17’500$, etwas günstiger, ist aber auch nicht aus Platin….

Joachim

Tokina; ein guter Leumund. Photografiere immer noch gerne mit dem 2,8/35 Makro APS-C EF-S oder mit Adapter auf RF-S. Recht prima für Blumenmotive geeignet. Irgendwie bin ich froh, dass Tokina wieder was von sich hören lässt. Und mein Spiegel 500 mm von Tokina ist auch nicht schlecht.

Mirko

…das Tokina 500 hatte ich gerade erst in der Hand. Teste gerade meine Objektive auf IR durch und ja das Tokina wäre geeignet. Es ist aber nicht meine Brennweite und werde es gegen eine kürzere Brennweite eintauschen …ich bin Freund vom Donut Bokeh 😎

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Joachim

mit den Spiegellinsen lässt sich so manchen einfangen. Ich benutze das 500er für Mond und Sonne (Finsternisse). Das braucht immer ein Stativ und die manuelle Schärfeneinstellung ist ein Prozedere. Dann hoffe ich mal, dass Canon auch bei Tokina die Zustimmung erteilt. Mit Sigma scheint sich da was anzubahnen. Das Sigma 150-500 mit RF wäre mehrere Gedanken wert.

Thorsten

Wäre schön wenn sich Tokina zurückmeldet, Konkurrenz belebt den Markt.
Mein 1. richtiges Tele war das 5.6/400 Tokina, das Pentax- Original konnte ich mir damals als Schüler nicht leisten.
Später bei Nikon besaß ich das gute Tokina 4/12-24. an Nikon F.
Beide waren scharf, schon bei Offenblende, was damals nicht selbstverständlich war, aber leider etwas gegenlichtempfindlich.

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