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Was mir an der Sony A6500 nicht gefällt

Die Sony A6500 scheint eine hervorragende Kamera zu sein. Trotzdem gibt es einige Dinge, die mir an der neuen DSLM nicht gefallen.

Kritik an der Sony A6500

Rund zwei Wochen ist es nun her, dass Sony die A6500 vorgestellt hat. Die neue Kamera kommt mit einigen wirklich sinnvollen Verbesserungen im Vergleich zur Sony A6300 daher und ist Sonys neues Flaggschiff im APS-C-Bereich. Nachdem ich mich nun etwas ausführlicher mit der A6500 beschäftigt habe, bin ich mir relativ sicher, dass Sony hier eine hervorragende neue DSLM produziert hat. Ja, von der Tatsache, dass Sony die A6500 nur wenige Monate nach der A6300 präsentiert hat, war ich nicht restlos begeistert. Aber letztendlich überwiegt natürlich auch bei mir die Freude, dass Sony den Kunden mehr Auswahl bietet und die A6000-Serie auf dem neusten Stand hält.

Insgesamt bin ich also begeistert von der neuen A6500 und dem Gesamtpaket, das Sony hier anbietet. Doch es gibt auch einige Dinge, die mich an der A6500 stören. Und da man nicht immer jede Neuheit nur in den Himmel loben sollte (schon gar nicht wenn sie 1.700 Euro kostet und sich somit teilweise auch an Profis richtet), möchte in in diesem Artikel Kritik üben und darauf eingehen, was mir an der Sony A6500 nicht gefällt.

Gehäuse und Menü

Sony hat das Gehäuse der A6500 im Vergleich zur A6300 leicht verbessert, einige Knöpfe und Rädchen sind nun größer und griffiger, zudem gibt es neue Funktionstasten und das Menü wurde überarbeitet. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch wenn man in Sachen Bedienung einen Marktführer küren müsste – Sony wäre es mit ziemlicher Sicherheit nicht. Insgesamt hätte ich mir hier deutlichere Verbesserungen gewünscht, letztendlich ist das aber nur ein kleiner Kritikpunkt.

Platz für nur eine Speicherkarte

Die Sony A6500 will eine professionelle Kamera sein, doch warum liefert uns Sony dann erneut nur einen Speicherkartenslot? Gerade für Profis ist es ein äußerst wichtiges Merkmal, dass zwei Speicherkarten Platz im Gehäuse finden. Wenn man mal einen Job mit der A6500 erledigt, es ein Problem mit der Speicherkarte gibt und alle Bilder weg sind – dann wird man vermutlich nicht nur im Boden versinken wollen, sondern die A6500 auch ganz schnell zum Teufel wünschen. Zudem unterstützt die A6500 keine UHS-II-Speicherkarten, was für mich ebenfalls völlig unverständlich ist.

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Unterirdische Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeiten von Sonys DSLMs sind unterirdisch, anders kann man es nicht sagen. Und wer sich Hoffnungen macht, dass Sony bei der A6500 in dieser Hinsicht vielleicht nachgebessert hat, den muss ich enttäuschen. Laut DPReview sind die Akkulaufzeiten nämlich rund 10 Prozent schlechter als bei der A6300 – bedingt durch Touchscreen und Bildstabilisator. Sony gibt an, dass eine Akkuladung der A6500 für 350 Bilder reicht. Die Serienbildgeschwindigkeit der A6500 beträgt 11 fps und kann über 307 Bilder beibehalten werden. Wenn man diese Zahlen mal wörtlich nimmt, dann würde das bedeuten, dass der Akku theoretisch in rund 40 Sekunden leer ist, so man denn den Auslöser gedrückt hält. Wird glaube ich nicht der Fall sein, zeigt aber trotzdem wie unglaublich mies die Laufzeiten der A6500 sind.

Ich verstehe es bei Smartphones nicht und ich verstehe es auch bei DSLMs nicht. Ja, die Hersteller wollen hier kompakte Produkte anbieten, alles schön und gut. Aber wenn das Gehäuse wieder 0,0017 Millimeter dünner ist als beim Vorgänger nützt mir das überhaupt nichts. Packt lieber einen Millimeter drauf und verbaut einen halbwegs akzeptablen Akku. Ich bin kein Akku-Experte, aber wenn man sieht, welch beeindruckende Technik in komapkten Kameras wie der A6500 oder der RX100 V Platz findet – dann wird es für Sony doch wohl möglich sein, einen Akku mit einer längeren Laufzeit zu entwickeln.

Kein Kopfhöreranschluss

Die A6500 ist eine fantastische Videokamera mit vielen tollen Funktionen, doch Sony verzichtet nach wie vor auf einen Kopfhöreranschluss. Zudem kann das Display nicht um 180 Grad nach oben geklappt werden, was manchmal ganz nützlich sein kann, wenn man sich selbst filmen oder fotografieren möchte. Auch das sind aber eher kleine Mängel.

Lesetipp: Sony A6500 Test bestätigt: Keine Überhitzungsprobleme mehr

Viel zu wenige Objektive

Meinen größten Kritikpunkt habe ich mir bis zum Schluss abgehoben. Dieser betrifft zwar nicht direkt die Sony A6500 als Kamera, ist aber trotzdem für alle Kunden relevant, die sich für die A6500 interessieren: Das Angebot von APS-C-Objektiven für die A6000-Serie ist nach wie vor nicht gut. Und wenn man Sonys Angebot mit dem von Fujifilm vergleicht, dann wird es fast schon peinlich für Sony. Denn wo bleibt der Vorteil des kompakten Gehäuses, wenn man gezwungen wird, schwere (und teure!) Vollformatobjektive daran anzubringen? Sony MUSS in den nächsten Wochen und Monaten neue APS-C-Objektive auf den Markt bringen, sonst verpuffen die ganzen Vorteile der Sony A6500 wieder – zumindest teilweise.

Insgesamt bin ich wie gesagt überzeugt davon, dass die Sony A6500 eine tolle Kamera ist – doch perfekt ist sie nicht. Was stört euch an der A6500 am meisten?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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