7Artisans hat mit dem AF 10mm f/2.5 Max sein erstes Vollformat-Fisheye mit Autofokus vorgestellt, für Sony E, Nikon Z und L-Mount.
185 Grad Bildwinkel, Metallgehäuse und f/2.5
Mein Kollege Jonathan hat bereits im Vorfeld über das Objektiv berichtet, jetzt wurde es offiziell vorgestellt. Mit 185 Grad Bildwinkel deckt das Objektiv diagonal etwas mehr als eine komplette Halbkugel ab und liefert damit ein kantenfüllendes Bild statt der klassischen runden Fisheye-Optik.

An APS-C-Kameras verengt sich der Blickwinkel rechnerisch auf rund 15mm Kleinbild-Äquivalent. Für eine ansprechende Bildqualität sollen elf Linsenelemente in acht Gruppen sorgen, darunter zwei mit besonders geringer Dispersion sowie ein asphärisches Element gegen Farb- und Bildfehler.
7Artisans gibt die Auflösung mit bis zu 60 Megapixeln an. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,15 Metern, was in Kombination mit der offenen Blende von f/2.5 auch eine ungewöhnliche Freistellung für ein Fisheye erlaubt. Die Anzahl der Blendenlamellen beläuft sich auf neun.
Das Gehäuse besteht aus CNC-gefertigtem Aluminium, ist abgedichtet und trägt auf der stark gewölbten Frontlinse eine schmutzabweisende Beschichtung. Ein Filtergewinde gibt es wegen der Bauform nicht. Mit 504 Gramm Gewicht und 94 Millimetern Baulänge bleibt das Objektiv trotz der robusten Bauweise vergleichsweise kompakt.


An Bedienelementen bringt es einen geklickten Blendenring, zwei Funktionstasten sowie einen USB-C-Anschluss am Bajonett für Firmware-Updates mit. Wer den Fisheye-Look nicht will, kann über ein von 7Artisans bereitgestelltes Korrekturprofil in Lightroom und Co. auf eine deutlich geradlinigere Weitwinkel-Optik umschalten.


Preis, Verfügbarkeit und Kompatibilität
Das 7Artisans AF 10mm f/2.5 Max ist ab sofort für 449 US-Dollar für Sony E, Nikon Z und L-Mount erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung in Deutschland liegt bei 499 Euro.
Fotograf Dustin Abbott zeigt sich in einem ersten Test angetan: zuverlässiger Autofokus und für ein Fisheye ungewöhnlich hohe Schärfe, kleinere Kritik nur an leicht grellen Farben und einer etwas unruhigen Videostabilisierung.

Laut 7Artisans laufen an den meisten aktuellen Sony-, Nikon- und L-Mount-Kameras sämtliche Funktionen uneingeschränkt, bei einigen älteren Modellen fehlen noch einzelne Funktionen. Als nicht kompatibel listet der Hersteller beispielsweise die ursprüngliche Sony A7 sowie die Sigma BF auf, eine vollständige Kompatibilitätsliste führt 7Artisans auf der eigenen Website.


Wer ein Autofokus-Ultraweitwinkel ohne Fisheye-Verzeichnung sucht, findet mit Laowas 4,5-10mm f/2.8 Zoom für APS-C eine ganz andere, aber ähnlich extreme Alternative. Wer es deutlich günstiger und manuell mag, findet mit dem Brightin Star 10mm f/5.6 II ein Fisheye für APS-C zum absoluten Schnäppchenpreis.


Habe ich vorbestellt, wegen der Exifdatenübertragung. Bei Galaxus war es bereits letzte Woche im Shop gelistet.
Aus meiner Sicht auf jeden Fall ein interessantes Objektiv, für ungewöhnliche Perspektiven und extrem weitwinklige Aufnahmen. Laut Dustin Abbot soll auch Koma gut korrigiert sein, damit wäre es auch ganz interessant, für extrem weitwinklige Astro- Landschaftsaufnahmen, wofür es, mit F/2.5, auch relativ lichtstark wäre.
Sobald es im deutschen Handel erhältlich ist, werde ich es mir wahrscheinlich kaufen.
“… für ungewöhnliche Perspektiven…”
Ich hätte Sorge, dass man sich “übersieht” – also nach einigen Bildern satt ist – weißt du, wie ich es meine? Ich gehe bis 14 mm runter – und das auch nur selten. Mal sehen, was du du irgendwann über die Nutzung schreibst…
Ich bin bei Dir, fisheye 10 Bilder und man hat es gesehen. Macht pro Bild ca. 40.- €. Aber wem das Spass macht, der kriegt für relativ kleines Geld was Nettes.
Topp- die Rechnung! Man erkennt sofort deinen Blickwinkel… Gut so, dass hier unterschiedliche Fakultäten vertreten sind. 👋🏻
Ja, das wird sicherlich kein Objektiv, das ich täglich einsetzen werde. Da würde die “Fisheye-Perspektive” sicherlich schnell langweilig werden. Ich würde es daher nur gezielt, für spezielle Motive, einsetzen, z.B. lustige Nahaufnahmen meiner Katze, aber gelegentlich sicherlich auch für sehr weitwinklige (Astro -) Landschaftsmotive. Durch die kurze Naheinstellgrenze könnte man z.B. interessante Vordergrundmotive (wie z.B. hübsche, blühende Pflanzen) mit weitwinkligem Hintergrund gut in Szene setzen. Und zur Not lässt sich die extreme Verzeichnung ja auch korrigieren (wobei man natürlich etwas Bildwinkel und Bildqualität verliert).
Bisher hatte ich noch kein Fisheye Objektiv (normale UWWs habe ich auch bis 14mm Brennweite), daher bin ich schon daran interessiert, damit ein bisschen “rumzuexperimentieren”.
Der Preis hält sich ja auch noch halbwegs im Rahmen, sowas, wie das Sigma 15mm F/1.4 wäre mir persönlich auch zu teuer, für gelegentliche Einsätze (auch wenn es sicherlich das schärfste und lichtstärkste Objektiv in diesem Bereich ist).
Solange das 10mm F/2.5 nicht viel teurer, als 500,- € wird, wäre es mir den Spaß aber wohl wert.
Man muss einfach auch mal ein – überschaubares- Risiko eingehen…