Leica gewährt einen seltenen Einblick in seine Werkstatt. Im Mittelpunkt steht die Kamera, mit der beim Hersteller alles begann.
Wer schon einmal eine alte Messsucherkamera geöffnet hat, kennt das Gewirr aus Federn, Walzen und Zahnrädern. Leica zeigt jetzt in einem rund zweieinhalb Stunden langen Video auf YouTube die komplette Reparatur einer Leica I. Die Kamera ist rund 100 Jahre alt und stammt aus dem Besitz der Familie Leitz.
Poröse Verschlussvorhänge ließen Licht auf den Film
Die Stoffvorhänge des Verschlusses waren über die Jahrzehnte porös geworden. Durch die feinen Löcher fiel Licht auf den Film, außerdem arbeitete der Verschluss nicht mehr zuverlässig.
Der Techniker nimmt die Kamera deshalb fast vollständig auseinander. Sie lösen das Innenleben aus dem Gehäuse, reinigen Bodenplatte und Zahnräder und fetten sie neu. Ab Minute 31 baut er die Federwalzen des Verschlusses aus und bespannt sie mit neuen Vorhängen. Danach reinigt er die Aufzugswelle und justiert die Verschlusszeiten, bevor er Kamera und Objektiv wieder zusammensetzt.
Die erste Leica aus der Serienfertigung
Leica hatte die Leica I am 1. März 1925 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt. Sie war die erste in Serie gefertigte Kamera des Herstellers und geht auf die “Ur-Leica” zurück, die Oskar Barnack bereits 1914 als Prototyp fertigstellte.
Das Jubiläum feierte Leica im vergangenen Jahr in Wetzlar mit Sondereditionen und Ausstellungen. Bei der Auktion zum Jubiläum wechselte zudem eine Kamera der Leica 0-Serie für 7,2 Millionen Euro den Besitzer. Sie entstand zwei Jahre vor dem Marktstart der Leica I und diente als Entwicklungsmuster für die erste Kleinbildkamera aus Serienfertigung.
Die Leica I besaß noch keinen gekoppelten Messsucher. Laut Leicas Optik-Experte baute Barnack den Entfernungsmesser erst 1932 in die Leica II ein und verband ihn mechanisch mit dem Objektiv.
via: Digital Camera World


Spannend, sieht aus wie bei einem Uhrmacher.
… ja, wie bei Apple Watch 😂 …hoffen wir dass das Handwerk nie ausstirbt ✊
Das Problem bei der Sache dürfte sein, daß es immer weniger Menschen gibt, die überhaupt noch reparieren können. Das wird aber immer weniger nachgefragt, weil die Industrie in anderen Zeiträumen denkt.
Der Akteur im Video hat diese Reparatur nicht zum ersten Mal durchgeführt. Da sitzt jeder Handgriff. Aber er hatte jemanden, der ihn dazu angeleitet hatte. Und er hat eine absolut ruhige Hand. Das funktioniert aber nur, wenn auf der einen Seite der Wille dazu da ist, seine Denkungsart bezüglich Innovationen zu ändern, und auf der anderen Seite der Wille, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen.
Davon wird dann abhängen, ob die Fähigkeit zu reparieren überlebt. Bausteine austauschen kann jeder Depp. Eine Technik zu verstehen, und sich Fähigkeiten anzueignen ist eine Herausforderung, der sich nicht jeder stellen möchte.
Denke nicht, dass das ausstirbt, Gutes Handwerk wird immer nachgefragt.
…und mechanische Uhren werden, Gott sei Dank, auch noch weiterhin hergestellt und gewartet 🕰️
Absolut beeindruckend! Da weiß jemand, was er tut… es sieht so leicht aus… toller Film.
Beachtenswert finde ich, dass sich die Schrauben so zügig lösen lassen… gab es vorher vielleicht schon einmal eine Probedurchlauf? Und: die herausgedrehten Schrauben gehören in Laden. Weg ist weg…
Also bei Herbstwetter heute: Top! Ich versuche es gleich an meiner Z8… kann ja nicht so schwer sein. 🙃
Meine Eltern hatten keine Freude an mir, habe als Kind gerne mechanische Uhren auseinandergenommen, aber nicht mehr zusammenbekommen, mich haben immer diese extrem filigrane Uhrwerksmechanismen darin fasziniert, danach habe ich es gelassen. Wie viele Einzelteile so eine Z8 wohl hat? 🙂 Finde sowas auch faszinierend.
Aber natürlich gehe ich nicht dabei… es war nur Lebensfreude. Aber die Kameras sind schon technische Wunderwerke… ein Stück Kunst… egal welche Marke. Auch die viel zitierte Practika bietet bestimmt so manche Überraschung. Ich bleibe lieber bei der 12er Nuss mit Knarre…
Das sind sie wirklich, absolut.
Wenn es sich um Präzisionsmechanik handelt, dann ist diese unverwüstlich. Da wurden die Materialien sorgfältigst ausgesucht, was sich dann auch im Preis niederschlug, den nicht alle aufbringen konnten. Damit sich aber möglichst viele eine Leica leisten können sollten, wurden die für einen langen Zeitraum konzipiert.
Heutzutage ist eine Kamera technisch nach 3-5 Jahren überholt. Das ist aber auch so gewollt.
Außer Du kaufst Dir eine Leica 😉
Weltklasse!