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Pixii in Liquidation: Leica verliert seinen einzigen Messsucher-Konkurrenten

Der französische Messsucher-Spezialist Pixii muss aufgeben. Ein Gericht hat das laufende Sanierungsverfahren in eine Liquidation umgewandelt.

Eigentlich wollte Pixii 2027 seine nächste Messsucherkamera auf den Markt bringen. Stattdessen wird der kleine Hersteller aus Besançon, unweit der Schweizer Grenze, nun abgewickelt. Das örtliche Handelsgericht ordnete am 22. Juli 2026 die Liquidation an und erlaubte den Betrieb nur noch bis Ende Juli, wie die Bekanntmachung im Amtsblatt Bodacc zeigt.

Als Liquidator setzte das Gericht die Kanzlei Selarl Guigon Associés aus Besançon ein. Sie verwertet nun das Vermögen des Unternehmens, um die Gläubiger zu bedienen. Patente, Markenrechte oder einzelne Geschäftsbereiche kann sie dabei auch an andere Firmen verkaufen. Über die Registereinträge hatte zuerst Leicarumors berichtet.

Zahlungsunfähig seit November 2025

Das Sanierungsverfahren hatte das Gericht den Unterlagen zufolge am 10. Dezember 2025 eröffnet und den 1. November 2025 als Datum der Zahlungseinstellung festgelegt. Im Mai 2026 verlängerte es die Beobachtungsphase noch bis zum 10. Dezember 2026. Zwei Monate später ordnete es dann die Liquidation an, wie der Registerauszug bei Pappers ausweist.

Gründer David Barth hatte bereits Anfang 2025 nach Investoren gesucht. Wegen der Schulden und knapper Mittel konnte Pixii laut Barth nicht genug Bauteile bestellen, etwa die Sony-Sensoren seiner Kameras. Die Nachfrage habe das Unternehmen deshalb nicht bedienen können.

Nachfolgemodell war weitgehend fertig

Kurz vor Eröffnung des Verfahrens kündigte Pixii an, 2025 erstmals seit 2020 kein neues Modell zu bringen. Im Juni 2026 meldete der Hersteller, die Entwicklung der nächsten Messsucherkamera sei im Wesentlichen abgeschlossen. Für die Fertigung in größeren Stückzahlen suchte Pixii Investoren und Industriepartner und verschob den Marktstart auf 2027. Mit Objektiv- und Kameraherstellern führte Pixii nach eigenen Angaben Gespräche über seine Technik.

Ein erstes Teaserbild der neu gestalteten Kamera hatte Pixii im Oktober 2025 gezeigt. In seinen Newslettern vom Juni und Juli 2026 erwähnte das Unternehmen das laufende Verfahren nicht und warb im Juli noch mit Sommerpreisen. Aktuell werden die Kameras als “nicht mehr auf Lager” gelistet, ein Hinweis auf die Liquidation fehlt jedoch.

Einziger Messsucher-Hersteller neben Leica

Pixii wurde 2015 in Besançon gegründet und stellte 2018 seine erste Kamera vor. Sie hatte ein Leica-M-Bajonett und einen APS-C-Sensor, aber kein rückseitiges Display. Die Fotos landen per Funk auf dem Smartphone. Es folgten mehrere überarbeitete Modelle, darunter die Pixii+ und 2024 die Pixii Max mit Vollformatsensor, der im DxOMark-Test gut abschnitt. Damit war Pixii neben Leica der einzige Anbieter neuer digitaler Messsucherkameras.

Offen ist, wie es mit Service, Reparaturen und App-Updates für die verkauften Kameras weitergeht. Ebenso unklar ist, ob ein Käufer die Technik des Nachfolgemodells übernimmt.

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5 Kommentare
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Thorsten

Ich wusste gar nicht, das die auch Kameras produziert haben, ich dachte Kinderbücher.
Man lernt nie aus..

Peter Braczko

Standen die Pixi-Kinderfotografinnen und -Fotografen nicht in den Kaufhäusern in einem kleinen Fotostudio und belichteten dort mit einer Studioblitzanlage und einer guten Kameraausrüstung (also keine Leica) den Nachwuchs nach der Geburt, zur Einschulung oder Kommunion/Konfirmation? Werde gleich im Netz nachsehen, ob die noch existieren?

Robert

Ich fand die idee genial aber die Positionierung falsch. Eigentlich will ich eine native m mount Kamera aber kann auf den Messucher zinober verzichten.

fredfies

Wirklich schade. Nicht, dass ich mir das je hätte leisten wollen. Aber Konkurrenz und kreative Ansätze finde ich immer gut. Und dann auch noch aus Europa (Auch wenn ich keine Ahnung habe wo sie Teile letztendlich haben bauen lassen).

licht+perspektive

Tatsächlich hat Pixii einiges “anders”; erfrischend anders gemacht. Offensichtlich haben sie unterschätzt, wie dogmatisch und mainstreamig die übliche Käuferschaft ist.

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