Recht überraschend entpuppt sich eine neue Instax-Kamera von Fuji als Verkauffschlager in den USA. Darüber hinaus beweist Sigma ein gutes Gespür für moderne Kameras und Objektive. Leica hat zudem eine Q3 im Formel-1-Look vorgestellt. Alles zusammengefasst erfahrt ihr im Photografix-Wochenrückblick!
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Die wichtigsten Foto-News der Kalenderwoche 43
Leica Q43 43 erscheint in neuer Formel-1-Version mit 1.750 € Aufpreis
Die Leica Q3 43 ist in einer Formel-1-Version erschienen! Besonders auffällig ist hierbei, dass Leica echtes Carbon einsetzt. Etwa am Handgriff, an der Daumenstütze oder auch als Inlay im Soft-Release-Button – also dem aufschraubaren Auslöseknopf. Damit kommt Carbon erstmals in einer Leica zum Einsatz – alle Elemente werden zudem in Deutschland gefertigt und geprüft.
Am Gehäuse kommt darüber hinaus schwarzes Microvelours zum Einsatz, dessen Haptik sich an Rennsport-Lenkräder orientiert. Rote Elemente und F1-Logos runden die Sonderedition ab, die sich technisch allerdings nicht von der “normalen” Q3 43 abhebt.

Lediglich einen neuen Leica Look namens “Formel 1” gibt’s intern. Obwohl man sich diesen über die Leica Fotos App auf die Kamera lädt, gibt’s den exklusiv für die Q3 43 in der Formel-1-Edition.
Auch wenn die Q3 43 mit ihrem fest verbauten 43-mm-Objektiv für mich nicht unbedingt die geeignetste Kamera für die Sportfotografie ist, wird es sicher Abnehmer für die neue Kamera geben.
Formel 1 ist ja auch generell ein Sport, der finanziell eine eher hohe Eintrittsschwelle hat – zumindest, wenn man live dabein weil will. Die Zielgruppe wird der Aufpreis von 1.750 Euro also womöglich weniger stören. Der Preis der Q3 43 im Formel-1-Look liegt damit bei 8.500 Euro.

TTArtisan AF 24mm f/3.8 Mini als funktionale Bajonett-Kappe
Alternativ könntet Ihr Euch für den Preis der Leica auch fast 78 mal das neue TTArtisan AF 24mm f/3.8 Mini kaufen. Damit erscheint ein neues, ultrakompaktes Pancake-Objektiv für das Vollformat, das mit 57 Gramm leichter ist als ein Kamerakku.
Bei Abmessungen von nur 60 x 16 mm ist es dabei schon technisch allein beeindruckend, dass das 24mm mit Autofokus kommt. Ohne manuellem Fokusring arbeitet es ausschließlich mit Autofokus, der über einen VCM-Motor läuft. Auch die Blende von f/3.8 ist komplett fest und lässt sich weder abblenden noch weiter öffnen.

Mit einer UVP von nur 109 € und einem bereits eingebauten Objektivdeckel, den man über einen Schieber bedient, eignet sich das Objektiv schon fast als sehr funktionaler Bajonettdeckel.
Für den Sony E-Mount ist das 24mm f/3.8 Mini schon jetzt erhältlich – Versionen für Nikon Z und vielleicht auch L und Fuji X sollen folgen.
“Charmera” von Fujifilm ist Verkaufsschlager in den USA
News Numero 3 hat mich ja ein wenig überrascht: Fujis winzige Retro-Digicam, die Instax Pal 2, ist die aktuell meistverkaufteste Neuheit beim größten US-Fotohändler.
B&H Photo Video listet die Instax Pal 2 damit vor der OM System PEN und der Canon EOS R8 Mark II.
Solche oft auch “Charmera” genannten Mini-Digitalkameras blieben also beliebt. Mit einer schlechteren Bildqualität als in den meisten Einsteiger-Handys kann ich den Reiz immer nicht so ganz nachvollziehen. Falls Ihr Spaß an Mini-Digitalkameras habt, schreibt mir doch mal gerne einen Kommentar!
Pixii geht in die Liquidation
Der französische Messucher-Spezialist Pixii ist insolvent! Ein Gericht hat ein laufendes Sanierungsverfahren nun in eine Liquidation umgewandelt. Heißt: Die Kanzlei Selarl Guigon Associés aus Besançon verwertet nun das Vermögen des Unternehmens, um die Gläubiger zu bedienen. Patente, Markenrechte und einzelne Geschäftsbereiche könnte die Kanzlei dabei auch an andere Unternehmen verkaufen.
Dieser finale Schritt ist die Konsequenz aus einer Zahlungsunfähgikeit gegenüber Gläubigern, die wohl schon seit November 2025 läuft.
Pixii war dabei der einzige Leica-Konkurrent im Markt für digitale Messucherkameras. Tests von Modellen wie der Pixii Max mit Vollformat-Sensor fielen immer recht gemischt aus. Im DxOMark-Test schnitt der von Sony entwickelte Sensor zwar gut aus, in Praxistest konnte die Kamera aber eher weniger überzeugen.
Sigma FP2 und kompaktes 50mm f/1.4 vorgestellt
Wir sind jetzt in dieser Formel-1-Folge ein wenig durch die ersten vier News geheizt, da Sigma uns ganz frisch am Morgen noch mit zwei Neuvorstellungen überrascht hat.
Na gut, ganz so überraschend war es nicht – es gab mal wieder zahlreiche Leaks – aber: Es gibt nun eine neue Sigma FP namens “Sigma FP2” und passend dazu ein überraschend kompaktes 50mm f/1.4 aus der Contemporary-Serie.

Starten wir mit der FP2: Sie bleibt im Design älteren Sigma-Kameras wie der FP und der FP L treu. Wir bekommen also ein sehr kantiges und äußerst kompaktes Design, an das wir einen Handgriff und einen elektronischen Sucher über Module nachrüsten können. Das erlaubt natürlich ein kompakteres Grunddesign, sieht aber mitunter ein wenig ulkig aus. Mich stört bei solchen Ideen zudem, dass die Module den Grundpreis ordentlich nach oben treiben, aber dazu gleich mehr.
Denn technisch bietet die FP2 erstmal einige Verbesserungen: Herzstück ist ein neuer, teilweise gestapelter Sensor mit 24,5 Megapixeln im Vollformat. Die schnelleren Auslesegeschwindigkeiten sind dabei in der FP2 aus zwei Gründen besonders wichtig: Einerseits positioniert Sigma die Kamera zu 50 % als Foto und zu 50% als Videokamera. Andererseits kommt kein mechanischer Verschluss zum Einsatz, wodurch Rolling-Shutter-Effekte zum Problem werden können.

Die kürzeste Verschlusszeit des neuen Sensors liegt nun zudem bei 1/25.600tel Sekunde statt 1/8000tel wie beim Vorgängermodell.
Neu ist auch der Autofokus, der nun mit integrierten Phasen-AF-Sensoren arbeitet. Neben Menschen mit Gesichtern und Augen trackt man hier nun auch Tiere und Vögel. Verzichten müssen wir allerdings auf einen IBIS, der im kompakten Gehäuse wieder keinen Platz findet.
Dieses ist mit 11,3 x 7 x 4,2 Zentimtern nun sogar 0,8 Millimeter schmaler und 3,5 Millimeter dünenr als das der Vorgängerin.

Beim Gehäuse neu ist zudem, dass wir das Display auf der Rückseite um 90 Grad nach oben und um 44 Grad nach unten klappen können. Ein Photography-First-Design, das nun auch längeres Fotografieren erlaubt. Denn Sigma entleiht Panasonics Akkus, nennt diese selbst BP-91 und sorgt mit einer 80 Prozent höheren Kapazität für immerhin 370 statt 280 Aufnahmen nach CIPA-Standard.
Wie bereits erwähnt positioniert Sigma die Kamera als Hybrid-Modell: Dabei klingen Aufnahmen bis 6K Open Gate mit 60 Bildern pro Sekunde wirklich attraktiv. 4K nimmt die kleine Kamera mit der vollen Sensorbreite ebenfalls in 60 Bildern pro Sekunde auf – mit APS-C-Crop sind dann auch 120 Bilder pro Sekunde drin.
Ander als bei den Vorgängermodellen nehmen wir nun wahlweise auf dem internen Speicher, per SD oder auf externe SSDs auf – dabei schafft die Kamera auf SSDs sogar ProRes RAW und ProRes RAW HQ mit 12 Bit. Als Log-Profil kommt Leicas L-Log zum Einsatz.
Bevor wir uns noch das neue Objektiv anschauen, will ich noch einmal auf das modulare Design und die Preise eingehen:
Für die FP2 gibt es komplett überarbeitetes Zubehör. Der neue optionale Sucher namens EVF-21 arbeitet mit 5,76 Millionen Bildpunkten, vergrößert 0,88-fach und lässt sich um 90 Grad nach oben kippen. Da die FP2 aber keinen Hotshoe auf der Oberseite besitzt, schrauben wir ihn wie beim Vorgängermodell an der linken Seite fest. Erfreulicherweise bleiben dabei jetzt aber die weiteren Anschlüsse frei.
Dazu gibt’s auch einen neuen Blitzschuhadapter und einen Handgriff für die rechte Kameraseite – was uns zu den Preisen bringt:
Die Basis FP2 soll ab dem 11. November 2926 für 2.199 Euro erhältlich sein. Der elektronische Sucher kostet zusätzlich dann nochmal 759 €, was den Gesamtpreis auf knapp 3.000 € drückt. Immerhin gibt es ein Set, bei dem der Gesamtpreis auf 2.799 € fällt – hier würde ich gerne einmal Eure Meinung in den Kommentaren erfahren:
Denn ich bin zwiegespalten: Einerseits ist es sinnvoll, kein Zubehör in den Lieferumfang zu packen – so bekommen Kunden, die keinen EVF wollen, auch keinen. Andererseits sind die Aufpreise schon ordentlich. Also: Was haltet Ihr vom modualren Design der FP2?
Neues Sigma 50mm f/1.4 nutzt neue Autofokus-Technologie
Zusätzlich zur FP2 hat Sigma auch noch einen neues Objektiv präsentiert, das ganz gut zur kompakten neuen Kamera passt:

Das 50mm f/1.4 CL DG führt dabei eine neue Objektivreihe innerhalb der I-Series ein. Dabei ist es komplett auf Metall gefertigt und wirklich deutlich kompakter als das Sigma 50mm f/1.4 DG DN Art fürs Vollformat.
Während das Art-Modell 11 cm lang ist und 670 Gramm wiegt, bringt das neue Vintage-Objektiv nur 375 Gramm bei einer Länge von etwa 6,5 cm auf die Waage. Damit ist es nur minimal schwerer als das bisherige 50mm f/2 aus der I-Serie. Möglich wird das durch einen neuen RDD-Autofokusantrieb, bei dem Spulen und Magnete kreisförmig im Objektivtubus angeordnet sind. Laut DPReview neigt der neue “Rotary Direct Drive” beim kontinuierlichen Autofokus zu einem leichten Wackeln – für Videos ist er also eher weniger geeignet.

Sigma selbst gibt zu, dass es beim neuen 50mm f/1.4 nicht das Ziel war, möglichst scharfe Ränder zu bekommen. Stattdessen hat man Abbildungsfehler mithilfe umfangreicher Simulationen gezielt abgestimmt. Dadurch soll eines eine sanfte Weichzeichnung innerhalb der Schärfeebene geben. Bildfehler als beabsichtigte Charakteristik quasi, die Texturwiedergabe soll trotzdem detailreich sein.
Ich find das Objektiv durchaus interessant – es passt auch ganz gut zur Sigma FP2 und zur älteren BF mit Metallgehäuse. Einen Preis nennt Sigma allerdings noch nicht, dafür die Bajonetts und den Marktstart. L-Mount und E-Mount – Frühjahr 2027!
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Damit verabschiede ich mich und sage wie immer: „Bis zum nächsten Mal!“
