Canon hat auf der CES 2026 einen SPAD-Sensor-Prototyp gezeigt, der mit 20 Blendenstufen Dynamikumfang und extremer Lichtempfindlichkeit punktet.
Der 1-MP-Chip mit 3D-Stacking-Architektur erreicht einen Dynamikumfang von 119,5 dB und übertrifft damit herkömmliche CMOS-Sensoren deutlich. SPAD steht für Single Photon Avalanche Diode und beschreibt eine Technologie, die einzelne Lichtteilchen digital zählt statt Licht als analoges Signal zu messen. Das könnte die Bilderfassung grundlegend verändern.
Der entscheidende Unterschied zu konventionellen Sensoren: SPAD-Technologie zählt einzelne Photonen digital, statt Licht als analoges Signal zu messen. Jedes Pixel löst beim Auftreffen eines Photons eine Elektronenlawine aus, die gezählt wird. Das eliminiert praktisch das Ausleserauschen und ermöglicht extreme Empfindlichkeit bei schwachem Licht.
Canon demonstrierte die Fähigkeiten des Sensors in Szenarien mit extremen Lichtverhältnissen. Durch eine Technik namens “Weighted Photon Counting” kann der Sensor gleichzeitig sehr helle und sehr dunkle Bildbereiche erfassen, ohne Details zu verlieren. Diese Methode misst, wie schnell das erste Photon ein Pixel erreicht, und schätzt daraus die Gesamtmenge der eintreffenden Lichtteilchen. Dadurch werden Überbelichtungen vermieden und der Stromverbrauch pro Pixel sinkt um etwa 75 Prozent. Ein weiterer Vorteil: Die Technik reduziert das Flackern von LED-Lichtquellen wie Ampeln, was besonders für den Automobilbereich relevant ist.
Einen konkreten Kamera-Launch kündigte Canon nicht an. Die Präsentation zielte darauf ab, das Potenzial der Technologie für verschiedene Branchen aufzuzeigen, von autonomen Fahrzeugen über Robotik bis zur Kinematografie. Gerade für Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren sieht Canon großes Potenzial, da herkömmliche CMOS-Sensoren bei starken Helligkeitskontrasten wie Tunnelausfahrten oder extremer Dunkelheit an ihre Grenzen stoßen.
Bereits im Juni 2025 hatte Canon auf einem Symposium einen 2/3-Zoll-SPAD-Sensor (oben im Bild) mit 2,1 MP und 156 dB Dynamikumfang vorgestellt, dessen Massenproduktion geplant ist. Noch früher, im Jahr 2023, brachte der Hersteller mit der MS-500 eine Spezialkamera mit 1-Zoll-SPAD-Sensor auf den Markt. Diese liefert scharfe Farbaufnahmen bei nur 0,001 Lux und kann in Kombination mit Broadcast-Objektiven klare Nachtaufnahmen aus mehreren Kilometern Entfernung ermöglichen. Zum Vergleich: Eine Vollmondnacht erreicht etwa 0,2 Lux. Mit einem Preis von rund 25.000 US-Dollar richtet sich die MS-500 allerdings ausschließlich an professionelle Anwender in der Überwachungstechnik.
Bis SPAD-Sensoren tatsächlich in Kameras für Endverbraucher landen, dürften noch fünf bis zehn Jahre vergehen. Hybridlösungen aus SPAD- und CMOS-Technologie könnten aber den Übergang ermöglichen. Was meint ihr?
via: PetaPixel



Fantastisch, aber mit 1MP etwas zu wenig zum Croppen 😉
Wohl wahr, aber mit 5x Crop bleiben bei deiner R5 auch nur etwa soviel übrig 😉
Ah komm Joe, stell dich nicht so an. Dann bleiben noch ca. 0,3 MP – dann einmal über die KI, Topaz usw. und dann hast du ein super Bild, von dem du gar nicht wüsstest, daß du es aufgenommen hast.😜😂
Wäre schön, wenn endlich jemand die bisher immer ähnlichen Sachen über Bord wirft.
So beruhigt man die Aktionäre. 😂
Ist doch gar nicht für “unsere” Kameras gedacht, sondern für Fahrzeuge und Überwachung. Der Sensor ist übrigens schon älter.
Ja weiss ich, deshalb auch mein Kommentar.
Bis das in Consumer-Kameras auftaucht, kann man noch so 10-15 Jahre rechnen.
Aber trotzdem sehr interessant zu sehen, was Kameras der Zukunft können. Bei den genannten 0.001 lux berechnet A.I. einen äquivalenten ISO von 14,7 Mio (bei 1/30 und f/1.4). Das heutige ISO Rauschen wird in der Zukunft also im wahrsten Sinne des Wortes “Schnee von gestern” sein.