Canon • Kameras

Canon-Patentanmeldung zeigt Fingerabdrucksensor im Kameragriff

Canon greift eine alte Idee wieder auf und verlegt den Fingerabdrucksensor in den Handgriff. Wofür Canon die Erkennung nutzen will, bleibt offen.

Eure Kamera könnte euch künftig schon beim Greifen erkennen. Beim US-Patentamt ist jetzt eine Patentanmeldung von Canon einsehbar, die Fingerabdrucksensoren im Handgriff beschreibt. Die Sensoren sitzen dort, wo ihr die Kamera ohnehin anfasst, sodass ihr weder eine Taste suchen noch die Hand umsetzen müsst.

Canon beschäftigt sich nicht zum ersten Mal mit dem Thema. 2018 wurde ein Canon-Patent mit Fingerabdruckleser an Gehäuse und Objektiv bekannt. Dort diente der Sensor als eigenes Bedienelement, über das ihr mit verschiedenen Fingern verschiedene Funktionen aufrufen solltet.

Die neue Anmeldung US 2026/0279095 A1 geht einen anderen Weg. Die Kamera soll euch beim normalen Halten erkennen, ohne dass ihr den Sensor gezielt berührt.

Sensoren unter Mittelfinger und Daumen

Canon platziert einen Sensor vorn am Griff unter dem Mittelfinger und einen zweiten in der Daumenauflage. Hände sind unterschiedlich groß und werden unterschiedlich um den Griff gelegt, deshalb enthält die Anmeldung mehrere Varianten. Der vordere Sensor kann länglich ausfallen, alternativ sitzen vorn zwei Sensoren nebeneinander oder in unterschiedlichem Winkel.

Quelle: Canon

Über die Sensoren an Vorder- und Rückseite stellt die Kamera außerdem fest, ob überhaupt jemand sie hält. Dafür muss nicht jeder Sensor Fingerabdrücke lesen können, einer davon darf laut Anmeldung auch ein Druck- oder optischer Sensor sein.

Wofür Canon die Erkennung nutzen will, bleibt offen

Einen konkreten Einsatzzweck beschreibt die Anmeldung nicht. Denkbar wären Diebstahlschutz, gesperrte Netzwerkfunktionen oder persönliche Einstellungen für Kameras, die sich mehrere Leute teilen, etwa bei Verleihern oder in Produktionsteams.

Eine Zugangssperre gibt es bei Canon bereits. Seit Juli 2025 können zahlreiche Modelle beim Einschalten eine sechsstellige PIN abfragen, damit sie die EU-Funkanlagenrichtlinie erfüllen.

Ob aus der Anmeldung ein Produkt wird, lässt sich nicht absehen. Canon hat 2025 allein in den USA 2.623 Patente erteilt bekommen, und längst nicht jede dieser Erfindungen landet in einer Kamera.

Beitragsbild: Grant Lee

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14 Kommentare
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Alfred Proksch

Warum sollen wir Fotografen Fingerabdrücke von uns speichern lassen? Wer „umsonst“ eine Fotoausrüstung benutzen oder zu Geld machen möchte fordert mit Messer/Schusswaffe in der Hand den kompletten Fotorucksack/Fototasche vom rechtmäßigen Besitzer. EGAL ob die Kamera für ihn wegen des Fingerabdrucksensors wertlos ist, das Zubehör bringt gute Erlöse in den Kleinanzeigen.

Wie fotografiert man im Winter wenn der Bildermacher Handschuhe benutzt?

Würde für „Werbezwecke“ Sinn ergeben wenn gleichzeitig GPS-Daten übermittelt werden, kombiniert mit den Daten aus digitalen Bezahlvorgängen lassen sich schon recht brauchbare Benutzerprofile erstellen.

Radioreinhard

Das sind dann wohl Regelrechte Spitzelmaschinen?

Es wird Gründe haben, warum ich bei analog bleibe.

Benjamin

Einen Fingerabdrucksensor halte ich für weniger praktikabel, aber eine Art Face ID oder PIN vergeben zu können, wäre schonmal nicht verkehrt, um den Diebstahl von Kameras weniger interessant zu machen.

Uneternal

PIN gibts ja bereits bei allen Canon R Modellen. Es ist nur halt nervig, wenn man die jedesmal eingeben muss beim Kamerastart.

Markus S.

Gibt mehrere Punkte die mich dabei nachdenklich machen:

Woher weiß der Dieb das die Kamera dahingehen geschützt ist?
Der naive Dieb klaut die das, wenn er merkt das es nicht geht wirft er sie weg.
Mag sich mit der Zeit vielleicht rumsprechen, aber der Dieb schaut doch erst gar nicht was das für ein Modell ist und ob das geschützt ist, der klaut es einfach.

Wenn die Daten auf den Karten nicht verschlüsselt sind ist das das größere Problem
Man möchte ja nicht das Bilder die sensibel etc. sind in falsche Hänge geraten.
Auch “einfache” Urlaubsbilder vom Kind am Strand möchte man nicht in den falschen Händen wissen.

Ob das dann so zielführend ist weiß ich nicht.

Benjamin

Der Diebstahlschutz müsste sich nach und nach so weit verbreiten, dass alle Kameras geschützt sind und jeder weiß, dass eigentlich alle Kameras geschützt sind. Aber irgendwer müsste ja mal den Anfang machen, damit sich so etwas etabliert. Denkbar wäre vielleicht auch, dass das Speicherkartenfach mechanisch verriegelt, bis die PIN eingegeben wird bzw. die Kamera entsperrt wird – wer weiß

Markus S.

Dann müsste auch der der USB Port stumm bleiben bis der PIN eingegeben wird usw. Und Kamera aufbrechen wenn es um die Bilder geht ist dann auch nicht abgedeckt.
Wenn, dann verschlüsseln.

Aber ja, das muss sich allgemein rumsprechen, das dauert Jahre.

Mir ist noch nie was weggekommen muss ich sagen. Wenn ich dran denke, ich müsste immer ne PIN eingeben, das fände ich echt nicht schön muss ich gestehen.

Sicherheit geht halt eigentlich immer mit Einschränkungen in der Benutzbarkeit einher.

Henry

Nachdem ich ein Foto gemacht habe, schalte ich die Kamera meist wieder aus. Wenn ich ein weiteres Bild machen will, schalte ich sie wieder ein. Wenn ich den Tag über unterwegs bin, mache ich das ziemlich oft. Müsste ich dann beim Einschalten jedesmal wieder die PIN eingeben?

joe

In etwa so sinnvoll wie ein Kropf. Wer klaut heute noch eine Kamera? Es werden mehr SPs geklaut, als Kameras verkauft werden.Wie will man eine Kamera klauen, die man um den Hals oder mit der Handschlaufe hält? Woran erkennt der Dieb im Voraus, dass die Kamera die er klaut, für ihn nicht nutzbar ist. Wie funktioniert das, wenn ich mich von jemandem anderen fotografieren lassen will? Also mal ganz ehrlich Canon, macht ihr jetzt einen auf Nikon und bringt Dinge die die Welt nicht braucht?

Uneternal

Tja Joe, wie du selbst schonmal gesagt hast: “Also Canon kann rausbringen was sie wollen, es ist immer falsch.”

Mal davon abgesehn werden mehr als genug Kameras geklaut. Letztens noch eine Nachricht gesehn auf Petapixel, wo einem Fotografen in London in einer Kneipe der komplette Rucksack gestolen wurde, den er einfach nur ein paar Minuten unbeaufsichtigt in der Ecke hatte. Einem anderen wurde sie während dem Filmen geklaut oder aus dem Auto. Nicht jeder hat das Ding immer umhängen.

Markus S.

Rucksack klauen ist aber dann schon was “Anderes”. Wenn man jetzt nicht explizit sehen kann das es sich um Kamera Equipment handelt, dann klauen die halt den Rucksack und schauen dann erst mal nach was drin ist.

Das Zeug ist dann weg, egal ob es gesichert ist oder nicht per PIN oder sonst was.

joe

Genau das ist das Problem, der Dieb weiss nicht was drinsteckt und weiss auch nicht ob die Kamera gesichert ist, dieses mal ist – mMn – Kritik berechtigt. Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Heiko

Vielleicht lassen sich damit Einstellungen verschiedener Benutzer abrufen…oder so ?

joe

Also als Option ok, ansonsten Quark

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