Canon Objektive

Bestätigt: Canon arbeitet an RF 5,2mm f/2.8L Fisheye

Es war kein Schreibfehler! Canon arbeitet tatsächlich an einem RF 5,2mm f/2.8L Fisheye Objektiv, genauer gesagt einem “Dual Fisheye”.

Kein verfrühter Aprilscherz

Ein Canon RF 5,2mm f/2.8 L für Vollformatkameras – dabei kann es sich doch nur um einen Aprilscherz handeln, oder? Das mag der ein oder andere sicherlich gedacht haben, als er die ersten Gerüchte zu dem außergewöhnlichen neuen Objektiv gelesen hat. Und selbstverständlich kommt bei einer solchen Brennweite schnell der Verdacht auf, dass es an irgendeiner Stelle ein Missverständnis gab und sich beispielsweise ein simpler Schreibfehler eingeschlichen hat.

In diesem Fall scheint das allerdings nicht so gewesen zu sein. Nach dem ersten Hinweis auf das kommende Canon RF 5,2mm f/2.8 hat die japanische Webseite Nokishita nun nämlich nochmal einen weiteren Tweet veröffentlicht:

“Der Produktname des neuen Canon Objektivs wurde mit RF 5,2mm F2.8 L Dual Fisheye bestätigt.”

Quelle: Nokishita

Wer die Gerüchteküche regelmäßig verfolgt, der weiß, dass Nokishita zu den zuverlässigsten Quellen überhaupt gehört. Nach einer solchen Bestätigung kann man also zu 99 Prozent davon ausgehen, dass die Informationen zum Canon RF 5,2mm f/2.8 L korrekt sind und der Marktführer tatsächlich an diesem Objektiv arbeitet.

Dual-Fisheye für den VR-Bereich

Interessant ist, dass es sich hier nicht nur um ein “normales” Fisheye-Objektiv, sondern um ein sogenanntes “Dual Fisheye” handeln soll. Wie genau ein solches Objektiv aussehen wird wissen wir noch nicht, doch es gab in der Vergangenheit schon Canon Patente für eine Dual-Fisheye-Konstruktion. Diese sieht folgendermaßen aus:

Eingesetzt werden soll das Objektiv wohl im Bereich Virtual Reality, kurz VR. Das bestätigt Nokishita in einem dritten Tweet: “Es scheint, dass die Produktkategorie des Canon RF 5,2mm F2.8 L Dual Fisheye VR-Objektive sein wird.”

Zielgruppe werden hier also nicht normale Fotografen, sondern beispielsweise Unternehmen sein, die Inhalte im Bereich virtuelle Realität anbieten wollen. Könnte ein kluger Schachzug von Canon sein, da dieser Markt in den nächsten Jahren stark wachsen dürfte und das Objektiv zu einem extrem hohen Preis an Geschäftskunden verkauft werden kann.

via: Canonnews

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lichtbetrieb

Hallo Canon, wie wäre es mit 20mm / 24mm / 28mm F1.8?
Wenn Superlative, warum kein 70-135 f2.0; 105 f1.2 (geht das überhaupt?); 35mm f1.2

Aber gut, vielleicht gibt es auf der Welt jemanden der so ein Objektiv braucht….

joe

Die wissen, dass die Zeit herkömmlicher Kameras langsam
zu Ende geht und erschließen sich neue Geschäftsfelder.

Carsten Klatt

Zukunft hin, Zukunft her. Aktuell leben wir in der Gegenwart und da fehlt noch jede Menge an wichtigeren Objekten. Frage mich, wer sowas kaufen soll? Über die Preise will ich mal überhaupt nicht spekulieren…

Joachim

Da wird es viele geben. Kameras mit Objektiv sind einäugig. Um räumlich zu sehen braucht es 2 Objektive bzw. Augen. Ein Beispiel für VR finde ich beim Kloster Mustair. Da kann man richtig spazieren gehen.
Es ist eine andere Zielgruppe. Erinnert mich an eine Photokina als 3 D in aller Munde war. Das Problem ist, dass man 2 Bilder, ein wenig versetzt durch eine besondere Brille anschauen muss. Die von Fuji habe ich noch in meiner Sammlung.

100carat

Canon positioniert sich offenbar mit Weitblick und fokussiert einen Zukunftsmarkt, der durch verschiedene technologische Innovationen in den kommenden Jahren mächtig und vor allem stetig wachsen wird.

Der Preis dürfte allerdings für Schluckauf sorgen.

Marcello

ich denke so um die 4k Euro

Joachim

Ich denker eher, dass der Preis des Objektivs moderat sein wird. Es ist ja im Prinzip praktisch wie ein Prismenfernrohr aufgebaut. Vorteil ist auch, dass es für “spiegellos” gebaut wird. Also schwierige Konstruktionen braucht man nicht. Will man das Teil dann für VR oder 3D Druck einsetzen bedarf es einer bestimmten Software. Die wird preislich nicht ohne sein. Die 4 K Euro im Paket scheinen schon möglich.

Alfred Proksch

Wie viele 3-D Versuchsballons ich in meinem Fotografen Dasein schon erlebt habe? So genau kann ich es nicht sagen. Alle sind mehr oder weniger am selben Problem gescheitert: Am Handling!!! Meine Erinnerung liegt bei einem View-Master Betrachtungsgerät und an einer View-Master Kamera (zwei Objektive) mit der Diafilme belichtet wurden.

Virtuelle Rundgänge haben damit wenig gemein und beschränken sich wie schon alle Versuche davor auf Vorrichtungen wie Brillen, Monitore oder ähnliches.

Wie bereits im Artikel erwähnt ist eine sehr schmale aber lukrative Zielgruppe ausgemacht worden die Bedarf in dieser Sparte haben.

100carat

Alfred, wenn dieses Objektiv für VR-Anwendungen gedacht ist – und darauf deutet alles hin, dann reden wir nicht über eine Nische, sondern über eine entstehende Industrie mit enormen Wachstumspotential – sowohl auf der Creator- wie auch auf der Anwendungsseite. Wie klein der Kundenkreis für dieses Objektiv ist, hängt neben seinem letztendlich geplanten Einsatzbereich vor allem vom Preis ab. Der ist derzeit sowohl bei CGI wie auch VFX-Anwendungen noch die größte Eintrittshürde. Aber auch diesbezüglich tut sich einiges.

Alfred Proksch

100carat, ich hoffe Deine Vision ist richtig. Wir könnten uns freuen das neue Geschäftsideen den Abwärtstrend stoppen und ich als Fotograf weiterhin Geräte für meine altmodischen Zwecke kaufen kann.

CGI ist allerdings für die herkömmliche Sachfotografie der endgültige Todesstoß! Was ja nicht schlecht sein muss weil neue „Bildschaffende“ ins Rampenlicht treten werden.

Weil ich von der „Umwälzung“ nicht mehr direkt und beruflich betroffen bin sehe ich mir den Vorgang seit einiger Zeit sogar mit großem Interesse von außen an.

Wo siehst Du große Ziele für Canon und die anderen Mitbewerber? Werden die CGI und VFX Anwender-Künstler davon leben können?

Liegt das Hindernis für den Durchbruch neuer Technologien am Preis oder an der praktischen Durchführbarkeit oder daran das der Kosten-Nutzen Faktor nicht stimmig ist?

100carat, da hast Du ein interessantes Thema angerissen das die digitale „Bilder-Video“ Betrachtung in ein anderes Licht setzen kann.

100carat

Alfred, der Bereich CGI und VFX ist in einem großen Umbruch begriffen. Gerade in den letzten 24, ja sechs Monaten hat es dort fast schon revolutionär zu nennende Änderungen gegeben. Änderungen, die nun auch einzelnen Kreativen ermöglichen, mit einem noch kalkulierbaren Investment in eines der, wenn nicht dem spannendsten Wachstumsfeld der Kreativwirtschaft einzusteigen. Natürlich sprechen wir immer noch von einem nötigen fünfstelligen Startkapital, um vernünftig arbeiten zu können, aber eben nicht mehr von Hunderttausenden oder gar Millionensummen. Letztere bleiben auf wenige Set-ups beschränkt. Mit den neuen Werkzeugen und Technologien eröffnen sich dem einzelnen Kreativen Möglichkeiten, von denen wir noch vor wenigen Jahren nur träumen durften. Ich jedenfalls wäre mit diesen neuen Möglichkeiten gerne 30 Jahre jünger. Zu Deinen drei übrigen Fragen: Wenn Canon und die übrigen Mitbewerber clever sind, schauen sie sich diese Industrie und den aus den neuen Technologien entstehenden Hardware-Bedarf noch genauer als bisher an. Bislang sind dort einige Newcomer präsent, nicht aber die etablierten Kamerahersteller. Ja, CGI und VFX-Künstler werden davon leben können, sofern sie Qualität bieten, ein Gefühl für sich eröffenenden Anwendungsfelder mitbringen und Aufträge mit Fantasie, Können und einem Bewußtsein für die Anforderungen ihrer Auftraggeber mitbringen. Sie werden in jedem Fall besser davon leben können,… Weiterlesen »

Joachim

Einfach gedacht. Das Objektiv (eigentlich 2) zeichnet 2 Bilder auf den Sensor. Bei VF wären das Bildkreise von ca. 17,9 mm. Daraus kann man sich dann die effektive Sensorgröße je Bild ausrechnen. Aber was macht man dann damit. VR wäre dann richtig räumlich sehen. Oder aus den Größen im Bild, der effektiven benutzten Sensorgröße und der Brennweite lassen sich per Software die räumlichen Abstände errechnen. Damit könnte man sich 3 D Plastiken erstellen. Hatte hier im Kunsthaus NRW vor kurzer Zeit ein mit Photoshop bearbeitetes Bild gesehen, wo versucht wird eine Reliequie von der Seite zu zeigen. Das Bild ist aber nur 2 dimensional. Mit einem 3 D Drucker ließe sich so etwas z.B. realistisch darstellen. Das 2,8/5,2 schlägt wohl m.M.n. eine Brücke weg von den ambitionierten Amateuren/innen zu einer industriellen Seite.
Ich lasse mich mal überraschen.

Rüdiger

Dieses Objektiv mit einer 8K fähigen Videokamera und zwei Mikrofonen ersetzt Augen und Ohren. Verbaut in einen Roboter oder eine Drohne mit Echtzeitkoppelung an einen VR-Helm gibt es endlose Einsatzmöglichkeiten.
Für klassische Hobbyfotografie wohl eher uninteressant.

Red and Gold

Canon hat sich wohl aufgegeben

Marcello

naja, Canon war und ist schon immer innovativ gewesen. Ich sehe eine gute Chance für die Linse.

joe

Canon muss sich breiter aufstellen – sollten die anderen Hersteller übrigens auch machen, allen voran Nikon – denn der klassische Kameramarkt wird in den nächsten 10Jahren zu einem Nischenmarkt schrumpfen, in dem sich kaum noch Geld verdienen lässt. Veränderungen, Innovationen muss man rechtzeitig angehen bzw. bringen, und zwar solange man noch Geld verdient. Was passiert, wenn man das nicht rechtzeitig macht sieht man z.B. an Nikon. Die sind mit Gedeih und Verderb auf den Erfolg ihrer Kameras angewiesen, fahren seit Jahren Verluste ein und kämpfen ums Überleben. Hoffen wir, dass die Z9 eine Kracher wird!

Uneternal

Anscheinend haben die spiegellosen Kameras ein neues Rennen über extreme Objektive losgetreten. Nikon hat vor kurzem erst ihr lichtstärkstes Objektiv 56mm f/0.95 veröffentlicht, Canon hat das lichtstärkste Normal-Zoom 28-70 f/2. Und jetzt schicken sie noch das weitwinkligste Kleinbildobjektiv hinterher, das jemals produziert wurde (den Rekord hielt bisher Nikon mit 6mm). Ich bin gespannt obs auch einen Neuaufguss der 50mm f/0.95 Dream Lens geben wird.

joe

Also das 56/0.95 hat Matt Granger, durch und durch Nikonianer, getestet und mit den 50mm/1.2 bzw 1.8 verglichen und sein Urteil ist, wenn man zwischen den Zeilen liest – vernichtend! Letztlich, bis auf ganz ganz wenige Situationen, unbrauchbar (im Vergleich zu den beiden anderen Objektiven).
http://www.youtube.com/watch?v=KJutfzwJqig Dieses Objektiv ist flüssiger als Wasser, überflüssig, diese Energie, Zeit und Geld hätten sie lieber in neue Teles gesteckt, so wie Canon!
Zu schwer, schwierig manuell scharf zu stellen und viel zu teuer. Im Ergebnis somit letztlich schlechter (Bildqualität) als die beiden anderen Objektive.

moss

Hier ist der Link zum Video über das Objektiv:

https://www.youtube.com/watch?v=OJAr7SbVGBg

100carat

Nachdem Canon inzwischen selbst ein Video zu dem Objektiv als Appetizer veröffentlicht hat, dürfte die Markteinführung in nicht allzu weiter Ferne liegen.

Soviel scheint schon jetzt festzustehen: mit diesem Objektiv gelingt Canon eine echte Innovation.

Was bei Canon beeindruckt, ist, dass sie das RF-System genauso konsequent und konkurrenzlos ausbauen, wie dies schon beim EF-Mount der Fall war. Zwar ist das Angebot an Originalobjektiven bei Sony augenblicklich noch größer. Aber es scheint nur eine Frage der Zeit, wann sich dies ändern wird. Was das Angebot von Canon einzigartig macht, ist, dass sie sich den Luxus leisten, nicht nur Standardlinsen, die jeder Hersteller im Angebot hat, anzubieten. Solche Objektive wie das RF 5,2mm f/2.8L, aber auch die geplanten TS-Objektive schaffen praxisrelevante Alleinstellungsmerkmale unter den Systemherstellern.

Marcello

gemäss Gordon Laing soll sie um die 2100 Dollar kosten. Aber nur einsetzbar mit der R5 und einem Firmwareupdate

100carat

Das wäre ein überraschend niedriger Preis für ein derartiges Spezialobjektiv – erst recht bei diesem Hersteller. Bleibt abzuwarten, wie es um die Qualität bestellt ist..

Marcello

gibt auf Youtube schon Videos vom Ojektiv im Einsatz

Leonhard

Gratulation an Canon, sehr guter und weitsichtiger Ansatz!
Wollte im Artikel über den angeblichen GS bei Olympus eigentlich genau dies zum Ausdruck bringen, nämlich dass die Kameratechnik mittlerweile so weit fortgeschritten ist, dass uns die Hersteller mit den technischen Neuerungen alleine nicht mehr das Geld aus der Tasche ziehen können, welches sie am Ende des Tages für ihre Umsatzziele brauchen.
Die 2.100 € kann ich mir sehr gut vorstellen, das Objektiv soll wohl eine Art Appetithäppchen werden, weitere Optiken und eine R5S werden folgen, dann eher nicht mehr im Sparfuchsbereich. Wahrscheinlich wird die neue Kamera dann mit um die 70MP gebaut werden, was ja dann mal um die 2 X 35MP bedeuten würde.

joe

Die R5S hat wohl eher 90 oder gar 100MP, zumindest ist das die einhellige Meinung von “Insidern”.