Bildbearbeitung

Canva verzahnt Affinity mit Capture One und DaVinci Resolve

Affinity bekommt neue Schnittstellen zu bekannten Profi-Programmen. Eine neue KI-Anbindung soll wiederkehrende Arbeitsschritte automatisieren.

Canva hat auf der Canva Create 2026 zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Besonders praxisrelevant für Foto- und Videoschaffende ist eine der leiseren Meldungen: Capture One und DaVinci Resolve unterstützen ab sofort das native Affinity-Format .af. Damit könnt ihr Dateien aus der kostenlos verfügbaren Bildbearbeitung ohne Umweg über Zwischenformate in beide Anwendungen übernehmen.

Affinity als Bindeglied abseits von Adobe

Mit der direkten .af-Unterstützung rückt Affinity zum Schnittpunkt zwischen zwei Profi-Anwendungen, die bisher in getrennten Ökosystemen zuhause waren. Capture One deckt RAW-Entwicklung und Bildmanagement ab, DaVinci Resolve den Videoschnitt samt Color Grading und seit Version 21 auch eine vollwertige Fotobearbeitung.

Affinity ergänzt diese Kette um Pixel-, Vektor- und Layoutarbeit. Für euch ergibt sich daraus ein durchgängiger Workflow ohne Adobe-Abo. Besonders weit geht die Anbindung in DaVinci Resolve. Eingebundene .af-Dateien werden laut Affinity automatisch aktualisiert, sobald ihr sie in der Bildbearbeitung speichert. Ein erneuter Export oder Relink-Vorgang entfällt.

In Capture One gelten dagegen Einschränkungen. Die Funktion ist Teil von Version 16.7.7, setzt einen Mac mit Apple Silicon voraus und benötigt Affinity 3.2 oder neuer. Importierte .af-Dateien erscheinen als gerenderte, flache Bilder. Ebenen, Masken und Live-Filter bleiben dabei nicht erhalten. In Gegenrichtung exportiert Capture One in 8 oder 16 Bit. Über die Befehle Edit With und Open With reicht die Software zusätzlich Hilfslinien, Overlays und Masken als Alphakanäle an Affinity Photo weiter.

Neue Funktionen innerhalb von Affinity

Parallel baut Canva Affinity selbst weiter aus. Das Brand System überträgt Markenelemente wie Logos und Farben direkt in ein Canva Brand Kit. Ein KI-Connector zu dem Assistenten Claude soll wiederkehrende Aufgaben abnehmen. Ihr beschreibt einen Ablauf in Worten, Claude legt daraus ein Skript im Scripting-Panel ab, das sich für Stapelverarbeitung oder Druckvorbereitung nutzen lässt. Dazu kommt ein Canva AI Studio innerhalb von Affinity mit Funktionen wie generativem Erweitern, Freistellen und Upscaling, das allerdings einen kostenpflichtigen Canva-Plan voraussetzt.

Die bislang kostenpflichtige Animationssoftware Cavalry steht Nutzern mit Canva-Konto ab sofort ebenfalls kostenfrei zur Verfügung. Zu den übrigen Canva-Create-Neuerungen gehören ein Offline-Modus, die Lernplattform Learn Grid, ein überarbeiteter Print Shop sowie Canva AI 2.0 mit einem eigenen Foundation-Modell für editierbare Designs.

Die Stoßrichtung passt zu dem, was mir Duncan Clark, Canvas EMEA-Chef, im November 2025 im Interview bestätigte: Mit dem kostenfreien Affinity will das Unternehmen gezielt professionelle Kreative ansprechen, nicht nur Einsteiger. Das erste größere Feature-Update Anfang dieses Jahres mit hellem Interface und erweitertem RAW-Support setzte diesen Kurs fort, die nun vorgestellten Schnittstellen führen ihn weiter.

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Stefan Zimmermann

Sehr schön!

Sören K

Habe den Umstieg von Adobe CS zu Affinity 3 nicht bereut.

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