Mit der neuen Photo-Seite verlässt DaVinci Resolve das reine Videolager. Damit rückt Blackmagic in ein neues Marktsegment vor.
Blackmagic Design hat DaVinci Resolve 21 fertiggestellt. Die Schnitt- und Color-Grading-Software verlässt damit die öffentliche Beta und steht ab sofort als finale Version für alle bereit. Größte Neuerung ist die Photo-Seite, über die sich Fotos erstmals vollständig innerhalb von DaVinci Resolve bearbeiten lassen. Über die Funktionen im Detail haben wir bereits berichtet.
Was die Photo-Seite kann
Die Photo-Seite integriert die Bildbearbeitung direkt in den bestehenden Workflow und greift auf die Werkzeuge der Color-Seite zu. Primäre Farbkorrektur, Kurven, Qualifier, Power Windows und der Node-Editor stehen damit auch für Standbilder bereit. Bilder lassen sich verlustfrei in ihrer Originalauflösung zuschneiden, in Alben organisieren und per Shared Node mit einem einheitlichen Look versehen. Hinzu kommen Camera Controls zum Fernsteuern angebundener Sony- und Canon-Kameras sowie die KI-Suche IntelliSearch.
Weil die Software damit klassische Aufgaben von Adobes Programmen übernimmt, gilt sie vielen Beobachtern inzwischen als ernstzunehmende Alternative zu Lightroom und Photoshop. Eine Übersicht weiterer Optionen findet ihr in unserem Beitrag zu den Lightroom-Alternativen.
Gratis-Version und Studio für 305 Euro
DaVinci Resolve 21 erscheint wie gewohnt in zwei Ausführungen. Die Standardversion ist kostenlos, erfordert aber eine Registrierung, die leistungsfähigere Studio-Variante kostet einmalig 305 Euro. Ein laufendes Abonnement ist in beiden Fällen nicht zwingend notwendig. (Den Download der finalen Version habe ich bis jetzt aber nur auf der Support-Seite entdeckt.)
Studio schaltet zusätzliche KI-Funktionen frei, darunter die automatische Regionsverfolgung über die DaVinci Neural Engine, erweiterte HDR-Werkzeuge und weitere Resolve-FX-Filter. Den Download bietet Blackmagic für beide Versionen auf der eigenen Website an.
Vor dem Update ein Backup anlegen
Ein Hinweis für den Umstieg: Zwar bleibt die Projektbibliothek mit der Vorgängerversion 20.3.2 kompatibel, einzelne in Resolve 21 geöffnete oder angelegte Projekte lassen sich danach aber nicht mehr in 20.3.2 öffnen. Blackmagic empfiehlt deshalb, vor dem ersten Start sowohl die gesamte Bibliothek als auch einzelne Projekte zu sichern.
Bemerkenswert ist das Tempo: Von der Ankündigung im Vorfeld der NAB 2026 bis zur finalen Version vergingen nur rund sieben Wochen, einer der schnellsten Beta-Durchläufe in der Geschichte der Software. Ob sich das auf die Stabilität auswirkt, dürfte sich im Praxiseinsatz zeigen.
Habt ihr die neue Fotobearbeitung in DaVinci Resolve schon ausprobiert?
via: PetaPixel



Zitat: “Den Download der finalen Version habe ich bis jetzt aber nur auf der Support-Seite entdeckt.”
Hinweis: startet man die aktuelle Version, wird automatisch der Download der 0.21 Version angeboten
Resolve wird immer größer. Vor fünf Jahren lag der Download noch bei etwa 2 GB, heute sind es schon rund 10 GB. Generell sind sie extrem schnell in der Entwicklung. Da hat sich in den letzten Jahren wirklich sehr viel getan. Für Videos liebe ich DaVinci Resolve nach wie vor. Für mich gibt es dort nichts Besseres. Auch die DaVinci-Pulte mag ich sehr. Man kann damit intuitiv und schnell schneiden und bearbeiten. Umso mehr habe ich mich auf die Fotofunktionen gefreut und war am Ende leider ziemlich enttäuscht. Das hätte ich nicht erwartet. Ich arbeite mit Lightroom einfach deutlich lieber als mit Resolve. Obwohl ich Resolve in- und auswendig kenne, fühlt sich dieser Workflow für Fotos für mich einfach nicht richtig an. Was für mich aber noch schwerer wiegt, ist die RAW-Interpretation und Konvertierung. Die gesamte Engine dahinter trifft einfach nicht meinen Geschmack. Für mein Empfinden kommt die Bildqualität nicht an Lightroom heran. Da liegen für mich noch Welten dazwischen. Ich persönlich hatte mir deutlich mehr erhofft, gerade weil ich im Videobereich so unglaublich gerne mit Resolve arbeite. Ich liebe das Programm, aber mit Fotos werde ich dort einfach nicht warm. Deshalb glaube ich nicht, dass es für mich jemals… Weiterlesen »
Ja genau so ist es. Der Foto Teil ersetzt bei weitem kein Lightroom und co. Das muss man sich einfach bewusst machen. Sonst natürlich wie bisher Top in Sachen Video
Lightroom hat bei weitem die schlechteste „Interpretation“ von raws da es mit linearen anstatt 3d vektoring Scopes arbeitet was die Farben angeht. C1 ist da meilenweit voraus. Davinci macht in letzter Zeit einiges richtig. Schauen wir mal was die Zukunft bringt. Besser als das halsabschneiderabo ist es auf alle Fälle.
Ich glaube, mein ursprünglicher Beitrag wurde etwas missverstanden. Ich habe nicht über Herstellerfarben oder die Color Science eines RAW-Konverters gesprochen, sondern über die RAW-Engine und die Verarbeitung der Sensordaten. Deshalb überrascht mich die Antwort etwas. Auf meine Kritik an der RAW-Konvertierung folgt im Wesentlichen ein Farbargument. Dabei sind das für mich zwei unterschiedliche Themen. Farben interessieren mich in diesem Zusammenhang nur begrenzt. Ich arbeite mit eigenen Profilen und entwickle meine Bilder ohnehin individuell. Deshalb ist für mich nicht entscheidend, ob ein Bild direkt nach dem Import besonders gefällig aussieht. Mich interessieren andere Dinge: • Qualität des Demosaicings • Detailerhalt auf Pixelebene • Mikrokontraste • Rauschcharakteristik • Tonwertübergänge • Artefaktbildung durch Schärfung und Entrauschung • Wie stark die Software bereits beim Import in die Rohdaten eingreift Deshalb kann ich mit Aussagen wie „schlechteste Interpretation“ oder „meilenweit voraus“ wenig anfangen. Das sind sehr große Behauptungen, die man technisch erst einmal belegen müsste. Auch den Zusammenhang zwischen RAW-Interpretation und „3D-Vektoring-Scopes“ verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Scopes sind Analysewerkzeuge. Sie entwickeln keine RAW-Dateien und sagen zunächst nichts über Demosaicing, Detailrekonstruktion oder die Qualität einer RAW-Engine aus. RAW-Dateien enthalten zunächst weder fertige Farben noch ein fertiges Bild. Jeder Konverter muss die Sensordaten erst interpretieren. Das… Weiterlesen »
Zur Zeit bearbeite ich meine Bilder mit Camera Raw und Photoshop.Die Bildverwaltung läuft getrennt.
Die Entwicklung der Raw`s empfinde ich schneller und besser als mit Camera Raw. Die Darstellung der Details und das Color Management sind Klasse. Allerdings: Die Einstellung des richtigen Farbraums war verwirrend und es dauerte lange bis die entwickelten Bilder in Photoshop so wie in Davinci Resolve aussahen. Jetzt habe ich den Dreh raus. ProPhoto RGB für Tiffs ist nicht machbar, nur Adobe RGB, was für mich ein kleiner Wermutstropfen für die Archivierung ist. Die kostenlose Version interpoliert die RAW Files gnadenos auf unter 8Mio Pixel runter. Insofern braucht man die Bezahlversion. Auch nur in der Bezahlversion ist die Ki Schärfung, die wirklich klasse ist, ebnfalls sind die Maskierungen in dieser Version noch einmal besser. Effekte und Luts sind super. Davincy Resolve wäre zusammen mit Affinity eine billigere Alternative für Adobe, die ich schon lange suche. Nächstes Jahr läuft mein Adobe Abo aus, dann werde ich umsteigen.
Es geht Blackmagic glaube ich im Wesentlichen nur darum, dass man nun nicht zwingend mehr ein externes Bildbearbeitungsprogramm braucht, wenn man Fotos in seine Filme integrieren möchte. Das Wechseln der Programme kann nervig werden. Ich glaube nicht, das Blackmagic unbedingt ein Konkurrenzprogramm zu den etablierten Fotobearbeitungsprogrammen entwickeln wollte, sondern eben nur um eine Straffung des Workflows. Man ist ja auch nicht gezwungen, sich von seinen liebgewonnenen Programmen und Arbeitsweisen zu verabschieden.