Wer eine SSD oder eine schnelle Speicherkarte plant, sollte die Preise im Blick behalten – Besserung ist aber leider nicht in Sicht.
Die Preisspirale am Speichermarkt dreht sich weiter. Anfang Mai haben mit LaCie und OWC zwei bekannte Hersteller erneut die Preise für externe Festplatten, SSDs und Speicherkarten in den USA erhöht. LaCie schlägt zwischen 9 und 12 Prozent auf, bei OWC sind es im Schnitt rund sechs Prozent, einzelne SSD-Modelle verteuern sich aber um bis zu 30 Prozent.
LaCie zieht in den USA um bis zu 12 Prozent an
Aufgefallen ist die LaCie-Erhöhung Photorumors, dessen Autor wenige Tage nach einer Bestellung beim US-Händler B&H feststellte, dass dieselben Modelle spürbar teurer geworden sind. Die LaCie 4TB Rugged SSD Pro5 mit Thunderbolt 5 kostet jetzt 1.599 statt 1.429 US-Dollar, ein Plus von rund 12 Prozent. Die tragbare LaCie 5TB Rugged USB-C 3.2 Gen 1 stieg von 219,99 auf 239,99 US-Dollar und damit um etwa 9 Prozent.
LaCie gehört zum Festplattenhersteller Seagate und ist bei Fotografen und Videoeditoren vor allem für robuste mobile Festplatten und SSDs bekannt. Bei Amazon US sind viele populäre Modelle laut Photorumors derzeit nicht lieferbar, B&H habe dagegen noch ein breites Sortiment vorrätig.
OWC trifft es vor allem bei CFexpress und externen SSDs
Wenige Tage vor LaCie hatte OWC neue Preise mitgeteilt. Im Schnitt fallen die Anpassungen mit rund sechs Prozent gegenüber April moderat aus. Bei CFexpress-4.0-Karten und einzelnen externen SSDs sind die Sprünge aber deutlich größer. Die 480 GB OWC Atlas Pro CFexpress 4.0 Type A klettert um 14 Prozent auf 319,99 US-Dollar, die 2 TB Atlas Ultra CFexpress 4.0 Type B um ebenfalls 14 Prozent auf 1.249,99 US-Dollar.
Noch heftiger trifft es die tragbaren SSDs der Express-1M2-Reihe. Die 1-TB-Variante mit USB4 verteuert sich um 30 Prozent von 329,99 auf 429,99 US-Dollar, das 8-TB-Modell um 21 Prozent auf 2.099,99 US-Dollar. Auf dem japanischen Markt liegen die Aufschläge laut DC Watch teilweise sogar über 30 Prozent.
Auch SanDisk, Samsung und ProGrade haben schon erhöht
LaCie und OWC sind nur die jüngsten Marken in einer längeren Reihe. ProGrade Digital hat die Preise für CFexpress-, SDXC-, microSD-Karten und SSDs schon zum 1. Mai angepasst. SanDisk hatte laut Tom’s Hardware bereits im November 2025 die Kontraktpreise für Flash-Speicher um rund 50 Prozent angehoben.
Im Januar 2026 berichtete die Investmentbank Nomura, dass der Hersteller im ersten Quartal die Preise für hochkapazitative 3D-NAND-Bausteine für Enterprise-SSDs verdoppeln wolle. Parallel brachte SanDisk mit der 2 TB Extreme Pro UHS-II für rund 2.000 US-Dollar eine neue Premium-Speicherkarte ins Sortiment.
Auf Chip-Ebene fallen die Aufschläge ähnlich deutlich aus. Samsung hat seine SSD-Preise um mehr als zehn Prozent erhöht und für NAND Aufschläge von 20 bis 30 Prozent in den Raum gestellt. Kingston hat im April das gesamte SSD-Lineup um mindestens zehn Prozent verteuert und beziffert den NAND-Wafer-Anstieg seit Anfang 2025 auf 246 Prozent. Phison-CEO Khein-Seng Pua sagte in einer Telefonkonferenz, jeder NAND-Hersteller sei für 2026 ausverkauft.
KI-Boom als Treiber, Ende der Welle nicht in Sicht
OWC verweist gegenüber PetaPixel auf den Druck am NAND- und Flash-Markt. „OWC steht wie viele Technologieunternehmen unter diesem branchenweiten Druck. Wir versuchen, Kostensteigerungen so lange wie möglich aufzufangen, und wenn Anpassungen unumgänglich sind, halten wir sie gering, transparent und an fairer Preisgestaltung ausgerichtet”, heißt es vom Unternehmen.
Der Grund ist seit Monaten derselbe. Die KI-Branche kauft Hochleistungsspeicher und schnelle SSDs in solchen Mengen für ihre Rechenzentren auf, dass für Speicherkarten und Consumer-SSDs immer weniger NAND-Flash übrig bleibt. Marktforscher TrendForce erwartet für Q2 2026 weitere Aufschläge von 70 bis 75 Prozent bei NAND-Flash und 58 bis 63 Prozent bei konventionellem DRAM. Wie weit das gehen kann, zeigt der Schritt von Sony Japan, das Ende März die Bestellannahme für nahezu sein gesamtes Speicherkartensortiment ausgesetzt hat. Wie stark sich SD-Karten, CFexpress-Modelle und SSDs seit Jahresbeginn verteuert haben, hatten wir in einer (inzwischen etwas überholten) Marktauswertung zusammengefasst.
Beitragsbild: Michael Henry

