Fotografen müssen für Speichermedien deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hinter den Preisanstiegen steckt eine globale Krise.
Die aktuelle Speicherkrise auf dem globalen Halbleitermarkt macht sich auch bei Speichermedien für Fotografen bemerkbar. Wir haben die Preisentwicklung exemplarischer Produkte auf dem Vergleichsportal Geizhals ausgewertet. Das Ergebnis: SD-Karten, CFexpress-Karten und externe SSDs sind innerhalb der letzten sechs bis zwölf Monate teils drastisch teurer geworden. Wie stark der Anstieg ausfällt, unterscheidet sich je nach Produkt und Kategorie erheblich.
Am stärksten betroffen sind externe SSDs. Die LaCie Rugged SSD4 verzeichnet je nach Kapazität Anstiege von 71 Prozent (1 TB) bis hin zu 142 Prozent (4 TB). Die 4-TB-Variante kostet aktuell rund 1.120 Euro, ihr Tiefstpreis lag bei etwa 426 Euro. Die Samsung Portable SSD T9 ist mit 31 bis 42 Prozent Aufschlag moderater betroffen. Auch die ältere Samsung T7 zog an: Die 2-TB-Version stieg um 47 Prozent, die 4-TB-Variante um 45 Prozent.

Bei SD-Karten fällt auf, dass die schnelleren UHS-II-Modelle deutlich stärker betroffen sind als die langsameren UHS-I-Karten. Die SanDisk Extreme Pro SDXC mit 128 GB (R280) hat sich mit einem Anstieg von 97 Prozent nahezu verdoppelt. Auch die 256-GB- und 512-GB-Varianten der R280-Reihe liegen bei 85 bis 89 Prozent über ihrem Tiefstpreis. Die langsameren R200-Modelle kommen bei kleineren Kapazitäten auf 42 bis 85 Prozent Aufschlag, bei den größeren Varianten mit 1 TB und 2 TB hingegen auf moderatere 28 Prozent.

Bei CFexpress-Karten ist das Bild am uneinheitlichsten. Die Lexar Professional Silver (512 GB) stieg um 65 Prozent, die Lexar Gold (512 GB) um 30 Prozent. Die Sony Tough CEA-G Typ-A-Karten bilden dagegen eine Ausnahme: Je nach Kapazität bewegen sich die Preise zwischen minus 9 Prozent (160 GB) und plus 1 Prozent (320 GB und 960 GB). Auch die Sony Tough CEB-G Typ B mit 960 GB stieg nur um 4 Prozent. Sony-Karten scheinen damit bislang kaum von der Krise betroffen.

Hintergrund der Preisanstiege ist eine globale Verknappung von NAND-Flash-Speicher, der Grundkomponente aller Flash-basierten Medien. Seit Juli 2025 haben interne PCIe-SSDs im Schnitt um rund 80 Prozent zugelegt. Haupttreiber ist der KI-Boom: Rechenzentren für große Sprachmodelle und KI-Infrastruktur beanspruchen enorme Mengen an Speicherchips, was die Produktion für den Endkundenmarkt verknappt. Analysten rechnen allein im ersten Quartal 2026 mit NAND-Preissteigerungen von 55 bis 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Für Fotografen bedeutet das: Wer neue Speicherkarten oder externe Backup-Lösungen braucht, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen als noch vor knapp einem Jahr. Eine spürbare Entspannung der Preissituation wird frühestens gegen Ende 2026 erwartet, Branchenvertreter sprechen teils von einer Knappheit, die mehrere Jahre anhalten könnte. Wer akut Speicher benötigt, sollte auf jeden Fall Preise vergleichen, denn nicht alle Produkte sind gleich stark betroffen. Während UHS-II-SD-Karten und externe SSDs besonders unter der Krise leiden, zeigen sich Sony-CFexpress-Karten bislang erstaunlich preisstabil.


Gut das bei mir als Bildermacher genügend Speicherkarten sowie externe Speicher vorrätig sind. Die Videoleute hingegen sind in den Hintern gekniffen weil deren Bedarf um ein vielfaches höher sein dürfte. Neugierig bin ich auf die Preisentwicklung bei den Cloud passierten Systemen.
Aufregen? Warum? Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis dürfte weiter verbreitet sein als man denkt. Der hat doch tatsächlich in seiner Büro Schreibtischschublade zwei Hände voll benutzte SD Karten liegen. Er ist zu faul um seine Kurzvideos oder Fotos systematisch auf dem Rechner zu hinterlegen. Auf welcher der vielen Karten was drauf ist kann er nicht sagen. Deswegen kauft er immer wieder neue SD Karten, weil das für ihn am einfachsten und am bequemsten ist.
„Eine spürbare Entspannung der Preissituation wird frühestens gegen Ende 2026 erwartet, Branchenvertreter sprechen teils von einer Knappheit, die mehrere Jahre anhalten könnte.“ Hobbyisten trifft diese Entwicklung hart. Je nach Unternehmen kann der Speicherpreis die Kosten nach oben treiben, ist zwar ärgerlich aber nicht wirklich bedrohlich, weil global gültig.
Von „hinten“ gedacht – wie viel Speicherplatz würde global frei bleiben wenn jedes in eine Cloud geladene Smartphone Video 10 Euro kosten würde?
Manchmal tendiere ich “bisserl” wie Dein Freund, aber fange mich spätestens nach der zweiten “nicht identifizierbaren” Karte wieder. Ich habe rd. 20 Sony Toughs u Sabrents mit 64/128 300/299 u 280/250 – da steht die nächste Zeit nix an … 😉
I ❤️ KI …. mein Hunger nach KI ist unerschöpflich 🤤 Die letzten SD Karten kaufte ich mit Einzug der 100RF 📷
Irgendwie kommt man weltweit nicht mehr so richtig mit den Marktgesetzten klar. Nachfrage und Angebot bzw. umgekehrt scheinen nicht mehr zu funktionieren. Man weiß doch schon viele Jahre, dass Chips, Grafikkarten, Speicher und andere elektronische Komponenten in Zeiten von KI und Bitcoin in Massen gebraucht werden. Vielleicht ist das ja auch Absicht. Mit der Verknappung kann man die Menschen so schön abschröpfen ohne dass man viel produzieren muss.
So einfach ist das eben nicht. Nach dem Crypto-Crash und nachdem 2020 alle ihr Home-Office aufgerüstet hatten, sind die Preise bis 2025 drastisch gesunken. Es gab ein Überangebot, Firmen wie Samsung und SK Hynix hatten da extrem kleine Margen, teils sogar mit Verlust verkauft.
In so einem Umfeld investieren die dann keine Milliarden in zusätzliche Fabriken.
Dass KI-Firmen jeden Preis bezahlen und Komponenten vom Markt kaufen, die sie gar nicht nutzen können (in den USA fehlt z.B. oft Strom für die Rechenzentren), nur damit sie die Konkurrenz nicht hat…
Solltest Du das vor 4-5 Jahren exakt so gewusst haben, solltest Du eine Beratungsgesellschaft gründen und wirst Milliardär.
Sagen wir, vor drei Jahren hätte man es sehen müssen, zumindest wenn man den Anspruch gehabt hätte, ein guter Analyst zu sein. Ich vermute, dass man es auch wusste aber aus diversen, teils von dir genannten Gründen, nicht konsequent darauf reagierte. Im Moment investiert wahrscheinlich auch keiner mehr gern.
Ich wollte zu den Amazon Frühlingsdeals ansatzweise ein Schnäppchen bei einer SD Karte machen.
Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht.
Zudem sind viele Karten vergriffen.
KI sei Dank.
Letztes Jahr habe ich knapp die Hälfte für eine SD Karte gezahlt.
Also wenn sich meinereiner im Bereich Foto so die gesamten Preise betrachtet kommt mir irgendwie der Gedanke, da könnten die Speicherkarten wohl noch unser kleinstes Problem sein.
Im Gegensatz zu einem Rollenfilm kann man die, wie meinereiner mal gehört hat, sogar mehrere Male voll fotografieren, da relativiert sich der Preis dann wieder.
Über die bevorstehende Speicherkrise wurde im Herbst/Frühwinter auf einschlägigen Kanälen ausführlich berichtet. Im Februar/März solle sich die Situation verschärfen, da dann viele Lieferverträge auslaufen, hieß es.
Ich hab mir vier cf-Express Type II Karten, zwei schnelle externe SSDs und die RTX 5070 ti zugelegt, die ich aus steuerlichen Gründen eigentlich erst dieses Jahr kaufen wollte.
Das war eine gute Entscheidung.
Ich habe mich bereits vor einem Jahr mit allem zusammen 8TB eingedeckt, sollte also die nächsten 2 bis 3 Monate noch reichen 😉