Fujifilm hat einen Firmware-Fahrplan für die GFX Eterna 55 veröffentlicht. Bis Anfang 2027 soll unter anderem eine automatische Steuerung des elektronischen ND-Filters hinzukommen.
Firmware-Fahrplan bis Anfang 2027
Die GFX Eterna 55, Fujifilms erste dedizierte Cinema-Kamera mit IMAX-Zertifizierung, erhält in den kommenden Monaten mehrere Firmware-Updates. Version 1.10 ist ab sofort verfügbar und verbessert laut Fujifilm vor allem Stabilität und Bedienbarkeit, im Kern also ein Bugfix.
Version 1.20 soll noch in diesem Jahr folgen und bringt die Wiedergabe von MXF-Dateien direkt in der Kamera, eine Backup- und Restore-Funktion für Kameraeinstellungen über eine eigene App sowie zusätzliche anamorphotische Desqueeze-Optionen inklusive Open Gate 4K 4:3. Auch bei der SDI- und HDMI-Videolatenz will Fujifilm nachbessern.
Automatische ND-Blende als Kernfeature
Das interessanteste Update kommt mit Version 1.30 im Januar 2027 oder später. Neben zusätzlichen Voreinstellungen für die grobe Steuerung des elektronisch variablen ND-Filters (VND) bringt es eine automatische Anpassung der ND-Dichte, während Blende, Verschlusswinkel und ISO konstant bleiben.
In der Praxis lassen sich damit sogenannte Iris Pulls durchführen, also Blendenänderungen während der Aufnahme, ohne dass sich Belichtung oder Verschlusszeit verändern. Der Effekt ist visuell auffällig und bislang vor allem von einigen Sony-Kameras bekannt. Für die Filmschaffende unter euch, die bereits mit den GF-Cinema-Zooms wie dem GF 32-90mm T3.5 PZ OIS WR oder dem neueren GF 19-35mm T3.5 PZ OIS WR arbeiten, dürfte das eine der praxisrelevantesten Neuerungen sein.
Ergänzend bringt Version 1.30 LANC-Unterstützung sowie die Fernsteuerung von Objektiven der Duvo-Serie über das Multifunktionsrad an Kameragehäuse und Handgriff. Für die breite Masse an Fotografen bleibt das Update wenig relevant, für professionelle Videoproduktionen mit der Eterna 55 dagegen dürfte vor allem die automatische ND-Steuerung den Workflow spürbar vereinfachen.


Für mich ist das alles „Video-Zeugs“ von dem ich als Fotograf technisch recht wenig verstehe.
Der „Nutzen: In der Praxis lassen sich damit sogenannte Iris Pulls durchführen, also Blendenänderungen während der Aufnahme, ohne dass sich Belichtung oder Verschlusszeit verändern.“ lasst mich aufhorchen.
So eine ND Filter Funktion möchte ich sehr gerne in meinem GFX Fotoapparat nutzen können. Situation: Porträt oder Freistellung bei hellem Tageslicht. Trotz schnell wechselnden Lichtverhältnissen bleiben meine Kamera Einstellungen konstant und der Hintergrund ruhig sowie in der selben Luminanz, das fehlt bislang.
Wer einen elektronisch verstellbaren ND-Filter an all seinen Kameras nachrüsten möchte, kann sich den Benro NE1 einmal anschauen. Vom Grundprinzip her funktioniert er ähnlich wie der elektronische ND-Filter, der bei der Eterna 55 direkt in die Kamera eingebaut ist. Dadurch versteht man ganz gut, wie diese Technik arbeitet.
Ich war selbst kurz davor, den Benro zu kaufen. Für meine Fotografie hätte er allerdings keine wirkliche Erleichterung gebracht. Er regelt nur von ungefähr ND3 bis ND64. Für längere Belichtungszeiten in der Landschaftsfotografie müsste ich daher oft noch einen zusätzlichen festen ND-Filter davorsetzen.
Mein Packmaß wäre dadurch am Ende sogar größer. Und bis ich alles montiert, verbunden und eingestellt hätte, wäre ich mit meinem magnetischen Kase Filtersystem vermutlich längst fertig.
Für Film oder Timelapse ist die Technik aber schon ziemlich spannend. Es kommt eben darauf an, ob man überwiegend fotografiert oder filmt.
Hatte eigentlich eine Frage, konnte sie aber selbst klären!