Objektive

K|Lens One: Vielversprechendes Objektiv vorerst eingestampft

Nach der Aufnahme unter anderem noch Fokus und Tiefenschärfe anpassen zu können, hätte die kreativen Möglichkeiten deutlich erweitert. Hätte.

Mehr als 200.000 Euro eingesammelt

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich hier im Blog über das K|Lens One berichtet. Für das „weltweit erste Lichtfeldobjektiv“ für alle Arten von Vollformatkameras ging im November eine Crowdfunding-Kampagne an den Start. Obwohl die deutschen Initiatoren rund das Dreifache der geforderten 75.000 Euro einsammeln konnten, gibt es jetzt eine überraschende Wendung bezüglich des Projektes: Es ist nämlich vorerst für beendet erklärt worden.

Darüber informiert das verantwortliche Saarbrücker Unternehmen, das aus dem Max-Planck-Institut für Informatik entstanden ist, im erst dritten Update auf ihrer Kickstarter-Seite. „Wir haben unsere finanziellen Annahmen bezüglich der Produktpreise und Produktionskosten sorgfältig überprüft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir derzeit, auch angesichts der Finanzierung unseres Start-ups, die Produktion und Lieferung nicht garantieren können. Wir haben daher beschlossen, die Kampagne heute abzubrechen“, heißt es in der (übersetzten) Meldung vom 28. Januar 2022.

Der ausschlaggebende Punkt für diese Entscheidung sei nicht die Finanzierungssumme, sondern ein anderes, nicht näher beschriebenes Problem in der Finanzstruktur gewesen. Bis zuletzt habe man versucht, dieses Problem zu lösen, was den späten Rückzieher erklären soll.

K|Lens One: Neustart angekündigt

Man äußert sich „sehr enttäuscht“, dass man sich nun von fünf Jahren extrem harter Arbeit trennen müsse. Einerseits tue es ihnen leid, dass sie die Erwartungen der Community nicht haben erfüllen können, andererseits wolle man auch das liefern können, was man versprochen habe. Dies könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren. Doch es gibt noch einen Hoffnungsschimmer. Der letzte Satz lautet: „Wir werden hart daran arbeiten, in naher Zukunft einen Relaunch durchzuführen.

Obwohl die Finanzierung des Projekts erfolgreich gewesen ist und damit eigentlich die Zahlungsmittel der Unterstützer hätten belastet werden sollen, führt das vorzeitige Abbrechen der Kampagne im Verständnis von K|Lens dazu, dass dies nicht passieren soll. Man wolle das Risiko nicht auf die Community abwälzen.

via: photoscala

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Alex

Das Teil war von Anfang an ein Rohrkrepierer.

ayreon

Es klingt für mich danach, dass der anvisierte Verkaufspreis immer noch nicht kostendeckend war oder dass sie technische Probleme damit sehr indirekt aktuell nicht lösen konnten.
Also der Preis war schon krass und dann dazu die sehr hohen Blendenzahlen, das klang für mich nicht vielversprechend. Wäre da eine Art Fokusstacking und eine SW Lösung dazu nicht sinnvoller und deutlich kostengünstiger?

Joachim

Schade. Vielleicht nimmt sich mal ein „Großer“ der Sache an. Lichtfeld ist schon was Innovatives.

Rüdiger

Ich frage mich, ob Canon mit seinem Quadpixel Sensor hier schon ein paar Features abdecken kann.

Dual Pixel RAW erlaubt ja schon ein paar minimale Korrekturen in der Richtung. Vielleicht ist der „Schielwinkel“ der Mikrolinsen aber auch zu klein.

joe

Weniger als ein Prozent aller Startups sind erfolgreich und weniger als ein Promille halten sich langfristig am Markt. Daher lohnen sich solche Investitionen in den seltensten Fällen. In diesem Fall war es aber von Anfang an offensichtlich, dass sie nicht „liefern“ können.

Klaus

Das wird in Zukunft die KI in einem Smartphones erledigen. Für 200 Gramm Gewicht und 500 Euro.