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Kodak in Schwierigkeiten: “Erhebliche Zweifel”, ob Geschäftstätigkeit fortgesetzt werden kann

Der einstige Gigant der Fotobranche steckt (erneut) in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat “erhebliche Zweifel” an der eigenen Zukunft geäußert.

Der Gigant strauchelt erneut

Kodak wurde vor mehr als 130 Jahren gegründet und war insbesondere im 20. Jahrhundert einer der weltweit wichtigsten Hersteller für Fotoequipment. Im Markt der Digitalkameras konnte Kodak aber nie so wirklich Fuß fassen, das führte 2012 zur Insolvenz des Unternehmens. Kodak konnte im Anschluss zwar zurückkehren, hat sich dann aber vor allem auf digitalen Druck und die Herstellung von Chemikalien spezialisiert.

Fotoprodukte wie zum Beispiel Filme und Kompaktkameras mit dem Namen Kodak gibt es weiterhin, insbesondere in Asien sind Kodak Kompaktkameras aktuell auch äußert beliebt. Die Fotoprodukte werden jedoch zu großen Teilen von anderen Unternehmen und nicht von Eastman Kodak selbst vertrieben.

500 Millionen Dollar Schulden müssen zurückgezahlt werden

In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hat Kodak jetzt “erhebliche Zweifel” daran geäußert, ob die Geschäftstätigkeit in den kommenden Monaten aufrecht erhalten werden kann. Der Grund für die Zweifel sind Schulden in Höhe von 500 Millionen Dollar, die innerhalb der nächsten 12 Monate zurückgezahlt werden müssen. Das aktuelle Quartal schloss das Unternehmen aber mit einem Kassenbestand von nur 155 Millionen Dollar ab. Zudem wurde für das vergangenen Quartal ein Verlust in Höhe von 26 Millionen Dollar ausgewiesen.

In der Mitteilung an die SEC thematisiert Kodak auch Unsicherheiten, die mit den Zöllen von Donald Trump in Zusammenhang stehen. Im Jahr 2020 hatte Trump im Übrigen noch für einen massiven Anstieg der Kodak Aktie gesorgt, indem er dem Unternehmen einen Kredit über 765 Millionen Dollar für die Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe in Aussicht stellte.

Trotz der kritischen Situation zeigt sich Kodak optimistisch und sucht aktuell nach Möglichkeiten zur Schuldenbewätigung. Wir halten euch über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

via: DPReview

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christian

Das klingt schlecht. Nehmen wir an Kodak geht Pleite, dann bleibt dem analogen Farbfilmfreund noch Wolfen mit ihren technisch eher schäbigen Filmen (aber schönen Farben wie ich finde) und Harman-Ilford, die mit dem Phoenix aber noch in der Experimentalphase sind. Vielleicht würde dann Fujifilm wieder eigene Filme produzieren statt wie jetzt bei Kodak umgelabelte Gold Filme einzukaufen. Aber ich glaube nicht daran. Die Hipster werden auch nicht lange traurig sein wenn es ihren geliebten und überteuerten Kodak Portra mit den gelblichen Abwaschfarben nicht mehr gibt. Die finden sicher ein neues, teures Vintage Hobby oder begnügen sich mit englischen und tschechischen SW-Filmen von Harman-Ilford und Foma. Dann wäre noch Adox, aber die haben ja auch ständig mit Baustellen an den veralteten Produktionsmaschinen und Zuliefererkonkursen zu kämpfen. Vom Adox Mission Farbfilm hat man nach einer Serie auch nix mehr gehört. Es ist ein sinkendes Schiff.

Mirko

Wieso sollten die Hipster traurig sein, die Firma welche zB. den Porta produziert heißt, Kodak Alaris 😉 Kodak Alaris hat mit Kodak Eastman nichts am Hut bzw. ist ein eigenständiges Unternehmen. Und wie kommst Du darauf das Fuji keine Filme mehr herstellt, falls ich Dich richtig verstanden habe.

Thyl Engelhardt

Kodak Alaris ist eigenständig, aber abhängig, da sie ihre Produkte, eben Filme, aus Kodak-Fabriken beziehen. Ich finde es übrigens bezeichnend, dass sich ganz viele Leute freuten, dass Kodak wieder einen Ektachrome auflegte, und wie dann nach einigen Tests eigentlich niemand mehr über diesen Film sprach.

Mirko

Stimmt so auch nicht ganz 😉

„Kodak Professional, eine Produktgruppe von Kodak Moments, einem Geschäftsbereich von Kodak Alaris, ist der weltweit führende Anbieter von Filmprodukten für Distributoren, Einzelhändler, professionelle Fotografen und alltägliche Fotografen.

Kodak Alaris ist ein Unternehmen in Privatbesitz, das 2013 als Ableger der Eastman Kodak Company gegründet wurde. Kodak Alaris lizenziert zwar die Marke Kodak von der Eastman Kodak Company, ist aber ein völlig unabhängiges Unternehmen.“

Thyl Engelhardt

sehe da jetzt keinen Widerspruch zu meiner Aussage. Auch da steht nicht, dass Kodak Alaris Fabriken zur Herstellung von Filmen betreibt.

Carsten Klatt

Es ist wie es ist. Kodak hat die erste Digitalkamera erfunden, die aber nicht marktfähig gemacht, um die eigene Filmproduktion nicht zu kannibalisieren. Kaum auszudenken, wenn Kodak mit der Marktmacht der 70er Jahre die Digitalkamera zum Massenprodukt weiterentwickelt hätte? So dauerte es noch zwei Jahrzehnte bis plötzlich andere die Digitaltechnik dominierten, aber man produzierte munter weiter Filme. Der Zug ist für Kodak abgefahren! Musikkassetten, Filme oder Kofferradios gehören in das Museum.

Martin Berding

Die Sensoren waren in den 80ern noch gar nicht soweit. Es gab noch nicht mal Herstellungsmethoden für halbwegs brauchbare Sensoren Das wussten sie bei Kodak auch und auch dass der Film allen elektronischen Verfahren haushoch überlegen war und noch lange bleiben wird. Kodak hatte auch nicht das Knowhow, einen brauchbaren Sensor zu entwickeln. Digitalbilder waren damals noch Spielerei, darum hatte Kodak keine Sorge um das Filmgeschäft.

Carsten Klatt

Die Technik steckte in den Kinderschuhen, die Auflösung war jenseits von gut und böse und Sensoren in heutiger Form gab es noch nicht. Einzig der Ansatz war vielversprechend und visionär. Kodak ging es damals wirtschaftlich prächtig, so das eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes -in welcher Form auch immer- finanziell möglich gewesen wäre. Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre…

Martin Berding

Kodak hatte die erste Digitale Mitte der 70er entwickelt, beim Verkauf hätte sie über 20000 Dollar gekostet. Es wurden auch Ende der 90er oder Anfang der 2000er Nikons mit Kodak Sensorik ausgerüstet, alles das war horrend teuer. Selbst Leica hatte Kodak Bildsensoren. Damals war die Auflösung sch***e, Kodak hatte auf absehbare Zeit digital nicht als ernste Konkurrenz zum Film gesehen. Erst 2010 konnten die ersten Sensoren dem KB Film in punkto Auflösung Paroli bieten, in Sachen Dynamik erst Jahre später. Sensoren sind neben der nachgeschalteten Bildverarbeitung der Dreh- und Angelpunkt und auch das teuerste Teil der Kamera. Nicht umsonst greifen alle auf wenige Sensorhersteller zurück, eigene Entwicklungen sind zu teuer. Mit dem jähen aus des Films hatte Kodak nicht gerechnet. Heute sind die Analogfotografen eher ein kleiner Kreis, solange Filme noch verfügbar sind.

Gabi

Sorry, aber wer um alles in der Welt braucht Farbfilme?

Peter Braczko

Anfang der Sechziger Jahre: Eine Topkamera (Nikon F) mit dem besten Kleinbildobjektiv dieser Ära (Nikkor 2.5/105 mm), das in Verbindung mit einem Kodachrome-Diafilm – SUPER! Im Schwarzweiss-Bereich konkurrierte Kodak mit dem legendären Tri-X gegen die SW-Filme von Ilford – ich fand beide Filmangebote gut, probierte bei einem Besuch in der DDR den ORWO NP 27, auch nicht schlecht, aber die West-Filme waren besser! Und DIGITAL? Hätte mir das zwanzig Jahre früher gewünscht!

Carsten Klatt

Da irrst Du Dich. Die ORWO-Dia- und Farbfilme waren grottig. Die SW-Filme NP 15 und NP 22 waren jedoch mit das Beste auf dem Markt. Ausgerechnet der von Dir verwendete NP 27 taugte nicht viel.

Mirko

Die endgültige Umbenennung von AGFA in ORWO erfolgte doch erst Mitte der Sechziger Jahre 🤔

Carsten Klatt

Das war kein Thema meiner Antwort???

Mirko

es ging nur darum das die ORWO Farbfilme (auch noch später) AGFA sehr ähnlich waren. Der erste Mehrschichtenfarbfilm der Welt entstand in Wolfen und nicht in den USA. Letztendlich war die Antwort an P.B. gerichtet, sorry

Carsten Klatt

Der UT18alt wurde ca. bis Anfang der 80er Jahre in der DDR hergestellt. Das war im Grunde genommen der ursprüngliche Agfa-Diafilm. Für dessen Rezeptur brauchte man aber Chemikalien, die man im Westen für teure Valuta einkaufen musste. Dann ersann man sich, diese Stoffe zu ersetzen und es wurde ein neuer UT18 und UT21 eingeführt. Diese konnten weder im E-6 Verfahren entwickelt werden, noch kamen sie nicht einmal mehr annähernd an die Qualität der alten AGFA-Filme heran. Schlussendlich war es der Startschuss für den qualitativen Niedergang der Marke ORWO.

Mirko

Da hast Du recht aber es war nicht nur der Startschuss zum Niedergang der Firma ORWO, 1989 war allgemein Schluss in der DDR

100carat

Und doch war die Voigtländer Bessamatic samt ihrer drei anfangs erhältlichen Objektiv als Gesamtpaket die von der Bildqualtität bessere Wahl (bei der Zuverlässigkeit hatte die F1 die Nase vorn, nicht aufgrund der Verarbeitungsqualität, die auch bei der Bessamatic fantastisch war, sondern eher wegen der Selenzelle der Bessamatic). Gerade die Voigtländer Objektive setzten Anfang der 60er Jahre Maßstäbe in Sachen Bildqualität. Nur verstand es Voigtländer nie, auch nur ansatzweise so gutes Marketing zu betreiben wie Nikon. Selbst das Zoomar, als weltweit erstes Zoomobjektiv eine Sensation, hätten andere Unternehmen mit ganz anderem Werbegetöse auf den Markt gebracht.

Allerdings machte Voigtländer bei der Konstruktion der Bessamatic einen unverständlichen Fehler: Sie wählten eine viel zu kleinen Durchmesser des Zentralverschlusses, der damit nicht für lichtstarke Objektive geeignet war wie sie etwa Nikon für die F1 bald folgen ließ.

Unabhängig davon: Das Nikkor 2,5/105mm war wirklich ein sehr gutes Objektiv.

chris XX

Hallo,
die F1 war eine Canon und keine Nikon. Auf die F von Nikon folgte die F2.

100carat

Da hast Du vollkommen Recht. Das war ein Tippfehler meinerseits nach langem Arbeitstag bei 35 °C – wirklich nicht meine Temperatur.

Sowohl die Canon F1 (1970) wie die Nikon F2 (1971) waren ausgezeichnete Kameras, die sich nichts schenkten. Zu Zeitpunkt ihres Erscheinen hatte Voigtländer leider den Anschluß bereits verloren … was allerdings die Qualität der Bessamatic und des Voigtländer Objektiv-Sortiments der 60er Jahre nicht schmälert. Ich durfte sie mir später, als ich zehn Jahre alt wr, von meinem Vater immer mal wieder ausleihen und war immer wieder beeindruckt von der Bildqualität des Systems und der exquisiten Verarbeitung der Kamera und Objektive.

Peter Braczko

…wenn schon eine Korrektur, dann bitte richtig: Die härteste Konkurrentin der Nikon F2 war die Canon F-1 (der Bindestrich gehörte in allen Prospekt- und Buchbeschreibungen dieser Kamera dazu)!

Peter Braczko

Darf ich widersprechen?! Wir veranstalten jedes Jahr in der Stadthalle Gladbeck die größte Fotobörse in Nordrhein-Westfalen, nebenbei auch eine der größten in Deutschland. Nur Tische aufstellen und Händler anwerben, die dort ihre Kameras und Objektive zum Verkauf mitbringen, das erwies sich bei uns (dem Nikon-Club) als fotografisch zu einseitig. Wir wollten die Besucher animieren, bei dem Besuch mehr zu erleben, dementsprechend sollte ein Rahmenprogramm dabei sein. Gegenüber anderen Veranstaltungen dieser Art kostete das viel Geld und verursachte immer einen hohen, organisatorischen Aufwand. Wir hatten vier Hauptschwerpunkte: Die Fotobörse, eine Aktionsschau (Sport, Tanz, Aktfotografie) für die aktiven Fotografinnen und Fotografen, die ihre Kamera mitbrachten, dazu Beamer-/Bilderschauen im Stadthallenkino auf großer Leinwand. Wichtig war uns auch eine Vitrinenschau über eine der vielen Kameramarken der Weltproduktion: Wir zeigten die technischen Entwicklungen von Minox, Agfa, 50 Jahre Nikon SP, Pentacon/Praktica, Minolta, Konica, Daguerretypien, Mini- und Geheimkameras, 30 Jahre Nikon F2, Olympus, Zeiss-Ikon, Bilora, Exakta, Elvis Presley und die Fotografie, die Geschichte der zweiäugigen Mittelformatkameras von Agfa über Rollei bis Zeiss, Zenza Bronica, Halbformatkameras, natürlich auch “100 Jahre Nikon” und im letzten Jahr “die Geschichte von Voigtländer”. Dazu kaufte ich mir einen China-Adapter, damit ich für die Voigtländer-Beamerschau im Kinosaal auch zeigen konnte, was die… Weiterlesen »

100carat

Zunächst einmal mein Kompliment, wie rührig offenbar der Nikon-Club aus Gladbeck ist. Veranstaltungen, wie die Beschriebene, locken nicht nur Freunde der Fotografie, sondern immer auch einige Neugierige an, die nach einer interessanten Veranstaltung am Wochenende suchen. Von derartigen Events kann es gar nicht genug geben, wenn sie mit Herzblut und einer gewissen Expertise umgesetzt werden. Zu Deinen übrigen Ausführungen. Welches Werkzeug die jeweils beste Wahl ist, wird stets durch den gewünschten Einsatzzweck bestimmt. Deshalb stimme ich Dir unumwunden zu, dass in den 60er Jahren eine Nikon F das bessere Reporterwerkzeug war. Das habe ich auch nie in Abrede gestellt. Nur las sich Dein Beitrag vom 13. August einmal mehr wie eine zu enthusiastische Lobpreisung von Nikon-Produkte. Beschränken wir die Betrachtung auf die ersten Objektive zur Voigtländer Bessamatic, war dieses System in Sachen erzielbare Bildqualität Nikon mindestens ebenbürtig, zieht man die drei vergleichbaren Objektive jeweils heran in der Breite sogar besser. Wohlgemerkt, ich rede nur von der Bildqualität. Das heißt nicht, dass die Voigtländer beim Reportereinsatz mit der Nikon konkurrieren konnte. Zumal bei Zeitungsfotografen ohnehin nicht die höchste technische Qualität der Fotos oberstes Kriterium ist. Nikon war stets ein wichtiger Kamerahersteller, der immer wieder sehr gute Kameras im Sortiment führte. Ich… Weiterlesen »

Peter Braczko

Bitte was?? Ihr Zitat: “Zumal bei Zeitungsfotografen ohnehin nicht die höchste Qualität der Fotos oberstes Kriterium ist.” Bisher wollte ich Sie ja noch ernst nehmen, aber so geht es nicht. Gerade auch wegen der sehr guten, optischen Qualität (das betrifft auch Minolta, Asahi Pentax, Konica oder Canon) hatten die Japaner auf dem Weltmarkt große Erfolge. Warum ließ sich beispielsweise Leitz/Leica im Objektivbereich von Minolta beliefern?

Diese seltsame Behauptung würde ich an Ihrer Stelle korrigieren, denn gerade durch den Zeitungsdruck gingen viele Feinheiten verloren – und deshalb war die Wiedergabe-Qualität der Fotos extrem wichtig! Bei Gelegenheit suche ich noch einmal das umständliche Voigtländer Super-Dynarex heraus und vergleiche es mit einem Zweihunderter-Nikkor aus dieser Zeit. Im Verlauf der Vorbereitungen für die Fotobörse hatte ich die Möglichkeit, das Voigtländer-Zoom mit Kamera zu testen – interessantes Objektiv, aber optisch wirklich nicht gut! Hab`zur Zeit viel zu tun, aber vielleicht schaffe ich den Vergleich Ende nächster Woche.

100carat

Es steht Dir völlig frei, wen Du ernst nimmst oder nicht. Sei mir deshalb ebenso wenig böse, wenn ich zwar Dein Engagement im Gladbecker Fotoclub zu schätzen weiß, ich aber Deine bislang gesehenen Arbeiten allerdings genauso gut einordnen kann. Sie bestätigen im Prinzip eindrücklich meine getroffene Aussage bezüglich der Gesamtqualität eines Fotos, und dazu zählen für mich eben nicht nur die Bildschärfe, die ich voraussetze, sondern Bildaufbau, Lichtstimmung, kreative Umsetzung des Themas, überraschende Perspektiven, etc. Bei meiner Aussage bezog ich mich, und dies hätte ich trotz der Kürze der Zeit hervorheben sollen, primär auf lokale Tageszeitungen. Bei Magazinen oder bundesweiten Zeitungen legen wir je nach Titel weitaus höhere Maßstäbe sowohl an die Fotografen wie an die Gesamtqualität der Fotos an. Lokale Tageszeitungen: Abgesehen vom überregionalen Politik- und Sportteil, wo die guten Aufnahmen in der Regel von Agenturfotografen bezogen werden, handelt es sich bei den übrigen Aufnahmen zumeist um mehr oder weniger gute Stockfotos (bei Evergreen-Themen), abermals Agenturmaterial oder solche von lokalen, für die jeweilige Tageszeitung direkt arbeiten Fotografen. Letztere gehören in den seltensten Fällen zu den Meistern ihres Faches, was bei vielen Themen auch nicht nötig ist. Nur etwas mehr Kreativität würde ich mir bei der fotografischen Umsetzung mancher Themen… Weiterlesen »

Peter Braczko

Da versteckt sich ein süddeutscher Provinzamateur hinter “100carat” und bewertet überheblich die Arbeit von Tageszeitungsprofis, denn so der Anonyme, der zu feige ist, seinen Klarnamen zu nennen: “Tageszeitungsfotografen gehören in den seltensten Fällen zu den Meistern ihres Fachs”. Dann folgen noch Bemerkungen wie “Gladbecker Dorfclub!” Ich beende jetzt jeden weiteren Meinungsaustausch, das ist deutlich unter meinem Niveau – und suche Bilder heraus für die nächste Photografix-Lesergalerie.

Rolf Carl

Peter B., nochmals, du irrst dich komplett, 100carat spielt in der Champions League, er ist Profi durch und durch, einer der besten, und schon sein Leben lang bei internationalen Medien tätig. Nichts Amateur und auch nicht lokal, sondern international topp. Ich bin mir sicher, wenn du seinen Leistungsausweis kennen würdest, wärst du nachher ziemlich kleinlaut. Ich würde also seine Aussagen an deiner Stelle sehr ernst nehmen.

Rolf Carl

Peter B., ich denke, du solltest 100carat sogar sehr ernst nehmen. Ich bin mir sicher, dass er der mit Abstand beste und erfolgreichste Fotograf und Filmer ist, der in diesem Forum ja geschrieben hat. Er hat mir vor einiger Zeit hier geschrieben, was er alles gemacht hat, und das ist international auf absolutem Topp-Niveau! Wenn hier jemand die Bezeichnung Experte verdient, dann ist es 100carat.

Noch etwas zum Druck: Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob Fotos auf billiges, holzhaltiges Zeitungspapier oder edle gestrichene Papiere in Magazinen gedruckt werden. Nur bei letzteren kommen die Fotos richtig zur Geltung. Deshalb genügt bei einer Zeitung auch eine mindere Fotoqualität.

Uneternal

Schade um die Filme, nicht schade um den ganzen Hardwareschrott, der unter dem Namen Kodak produziert wird.
Kodak sollte sich auf die Bestseller konzentrieren, zuviele Experimente enden meistens im Chaos.

Thyl Engelhardt

Erinnere mich noch, wie ich auf der Photokina, ich glaube 2016, auf Kodakfilme gestoßen bin. Es war ein winzig kleiner, unscheinbarer Messestand von irgendeiner Firma, und in der Ecke waren zwei (?) Regalbretter mit einigen Kodak-Filmen. Das war alles, was von der ruhmreichen Kodak mit einer ganzen Ausstellungshalle übriggeblieben war. Es war zum Heulen.

Kodak kommt aber vermutlich weiter unter Druck, da auch das Kinogeschäft wegbrechen dürfte, vor allem mit dem neuen Arri-Sensor für die Alexa 35, der 19 Blendenstufen Dynamikumfang schafft. Im Bereich Kino zählt letztlich das Ergebnis.

Und ich erinnere mich auch noch, wie ich nach umfangreichen Recherchen einen Kodak-Fotodrucker anschaffte. Die Ausdrucke waren gut, aber er ging zweimal (einmal in der Garantiezeit, einmal knapp außerhalb) kaputt. Mit so einer Produktqualität muss man sich nicht wundern, wenn man kaputt geht.

Peter Braczko

Da hab` ich andere Erinnerungen an die Kodak-Präsentationen in Köln: Eine gigantische Messehalle, ein Erlebnis, sie zu besuchen, riesige Schwarzweiss- und Farbfotos von sehr guten Fotografinnen und Fotografen, also keine Langweiler-Bilder! Für Pressevertreter gab es eine “Extra-Bedienung”. Kodak zeigte übrigens eine der ersten digitalen-Spiegelreflexkameras (auf Nikon-Basis) den Besuchern, damals sehr fortschrittlich – und an das Abendprogramm kann ich mich noch gut erinnern, viele interessante Gespräche mit anderen Profis.
Übrigens, wer sich über die Kodak-Geschichte informieren möchte, am 22. März 2026 zeigt die “Fotobörse Gladbeck” die kameratechnische Entwicklung der Kodak-Kameras in Zusammenarbeit mit dem “Süddeutschen Fotomuseum.” Kodak brachte auch sehr gute Fotobücher heraus, veranstaltete weltweite Fotowettbewerbe und unterstützte das internationale Fototreffen in Arlés (Südfrankreich). Sehr schade, dass die Fotosparte bald ihrem Ende entgegen geht….

Frank

Soviel zur Vergangenheit. In der Gegenwart kam dann nicht mehr viel von Kodak. Seit dem Insolvenzverfahren in 2012 hatte sich das Unternehmen zwar gesund geschrumpft, aber jetzt fehlte das Geld für die Investitionen in digitale Kameras. Diese Entwicklung weg von der analogen, hin zur digitalen Fotografie hatte Kodak nämlich total verschlafen.
Nun können wir die 133-jährige Geschichte des einstigen Fotoriesen nur noch im Museum anschauen. Aber im Museum gibt es noch andere Traditionsunternehmen, die das gleiche Los mit Kodak teilen mußten.

Für uns, die Kodak ein nicht unwesentlicher Teil unseres fotografischen Lebens war ein Thema mit vielen Erinnerungen. Wenn wir denn einst nicht mehr von dieser Welt sind bleiben nur noch die aufgeschriebenen Erinnerungen zurück, die dann vermutlich niemanden mehr interessieren.

Peter Braczko

Sehr guter Kommentar, ich verbinde mit Kodak nur sehr gute Erinnerungen, schätzte auch die Rollfilme, die ich gerne in die Wechselkassetten meiner Zenza-Bronica-Kameras einlegte – aber das ist vorbei. Das Leben (und damit auch die industrielle Produktion) bedeuten Veränderung. Einige photokina-Besucherinnen und -Besucher zeigten sich auf der Messe von der Darbietung eines Anbieters schockiert, der komplett auf “Digital” umstieg. Seine fotogenen “Messegirls” trugen Röcke und Oberteile aus zusammengesetzten Filmdosen, damit sollte klar gezeigt werden: ANALOG ist aus und vorbei!

Mirko

…hast aber schon gemerkt das @Thyl Engelhardt von der Photokina 2016 sprach und somit nicht die Photokina 1994 meinte 😁

Frank

Wie schnell doch die Zeit im Nikonuniversum vergeht… 🤭

Mirko

…das wird wohl an der Zusammenarbeit mit der NASA liegen 👽

Thyl Engelhardt

das war halt früher. Das war immer toll. Aber 2016 aber 2018 war das alles weg, bis auf ein Regalbrett in einer Ecke. Ich glaube sogar, das war nicht mal Kodak, die hatten gar keinen Stand mehr.

Thyl Engelhardt

Ergänzung: hab es grad nachgesehen, weil ich damals ein Photo in Facebook eingestellt habe. 26.9.2016.Und es war nur ein Regalbrett.

Nepomuk Hirrlinger

Nun, es sind ja gerade beim Kino noch genug analoge Arris am Start. Das Ergebnis zählt im Kino und das heißt eben auch bewußt analog zu filmen, bspw. bei „Der Brutalist“.

Nepomuk Hirrlinger

Es wäre sehr schade um die Filme… besonders um die Vision Filme.

Hier eine Buchempfehlung:
https://www.fotointern.ch/archiv/2018/06/02/buchtipp-colorama-die-groessten-farbdias-der-welt/

K. W.

Na ja, Kodak, Pan Am, Minolta, Grundig, Nixdorf, AEG und und und. Alles hat seine Zeit. Es ist schade und fühlt sich irgendwie merkwürdig an. Aber auch inzu sehen wie sich die Welt verändert.

Martin Berding

Ganz unschuldig sind wir Kunden ja nicht. Statt Geräte von Samsung hätten das ja auch welche von Grundig sein können. Auch die Hifi-Linien waren wirklich gut. Nur ist das immer das gleiche Lied. Firmen schlafen, gehen Weiterentwicklungen aus dem Weg. Wie sagte Max Grundig noch auf der IFA 1981? Sch**ß Japaner. Eigentlich hätte er sagen müssen “Was ihr könnt, können wir schon lange” und dann liefern. Sie konnten es, hatten aber wenig Mut und zuviel Fehlentscheidung. Es wiederholt sich jetzt in der Autoindustrie.

Mirko

Es wiederholt sich jetzt in der Autoindustrie.”
Kommt auf die Sichtweise an 😉 Es waren die Spitzen der dt. Autobauer die meinten “Elektro über alles” und jetzt heulen sie rum, die Japaner haben ziemlich früh auf das EU Verbrenner Verbot geschissen. Und die Chinesen können beides liefern und auch noch ohne “Softwareprobleme”

Gabi

Würde mich einmal interessieren, wie groß der Wasserkopf ist. Wenn 500 Leute eine Million im Jahr “verdienen”, die aber leider keinen Mehrwert bieten, außer im Weg rumzustehen …

Rolf Carl

Gleich gross wie bei den anderen, nur ist dort kein Wasser drin.

Marc

Die Kodakinsolvenz 2012 fiel ja mit einem anderen Foto-Ereignis zusammen: Facebook kaufte eine Foto-App auf, deren Name dem einer Kodak-Kamera aus den 1960ern ähnelte. Die App war Instagram und die Kamera war die Kodak Instamatic. Facebook zahlte für Instagram angeblich eine Milliarde Dollar. (Okay, der Kauf war drei Monate nach der Insolvenz.)

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