Das jüngste Heimkino-Gerät von Leica fällt deutlich kompakter aus als bisher. Es will Kinoabende auch in den Garten verlegen.
Leica erweitert sein Heimkino-Sortiment um einen tragbaren Mini-Projektor. Der Cine Compact 1 ist ein kompakter Laser-Beamer mit 4K-Darstellung, der ab dem 18. Juni 2026 für 1.645 Euro erhältlich sein soll. Hinter dem Gerät steht die Leica Smart Projection GmbH, eine Tochter der Leica Camera AG.

Lasertechnik und Summicron-Optik
Im Inneren arbeitet ein direkter Dreifach-RGB-Laser zusammen mit einem Summicron-Zoom-Objektiv mit asphärischen Linsen. Das Bild entsteht auf einem 0,47 Zoll großen Bildchip, einem sogenannten DMD aus Millionen winziger Kippspiegel, die das Laserlicht pixelweise zum fertigen Bild formen. Leica nennt eine Lichtleistung von bis zu 1.700 Lumen im Ultra Mode und eine Bilddiagonale von 60 bis 220 Zoll. Das Kontrastverhältnis liegt bei bis zu 1.500:1, den BT.2020-Farbraum deckt der Projektor zu über 100 Prozent ab.




Bei der Auflösung lohnt ein genauer Blick. Ein natives 4K-Raster besitzt dieser Chip nicht, er erzeugt die rund 8,3 Millionen Bildpunkte einer 4K-Auflösung stattdessen per Pixel-Shift, indem er das Bild sehr schnell mehrfach leicht versetzt projiziert. Das ist bei kompakten DLP-Projektoren Standard und steckt bereits in Leicas bisherigen Beamern, sollte bei der 4K-Angabe aber bekannt sein. Die hauseigene Bildoptimierung (LIO) sowie die HDR-Formate Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG runden die Bildverarbeitung ab.
Drehbarer Sockel und Gaming-Modus
Auffällig ist das integrierte 360-Grad-Rotationssystem, mit dem ihr das Bild auf Wand, Decke oder andere Flächen richten könnt. Autofokus, automatischer Zoom, Keystone-Korrektur und ein automatisches Screen Framing übernehmen die Ausrichtung selbstständig. Ein Standfuß ist optional erhältlich, für die Deckenmontage gibt es ein Stativgewinde.

Ungewöhnlich für einen Lifestyle-Projektor sind die Gaming-Werte. Leica nennt eine Latenz von unter 20 Millisekunden im Spielmodus sowie Bildraten von 4K mit 60 Hertz und 2K mit bis zu 240 Hertz. Hinzu kommt ein 3D-Modus per DLP Link mit Active-Shutter-Technik.
Anschlüsse, Klang und Software
Bei den Anschlüssen hält sich der Cine Compact 1 zurück. An Bord sind ein HDMI-2.1-Eingang mit eARC und ein USB-A-3.0-Port, dazu WiFi 6, Bluetooth 5.4, AirPlay und Screen Mirroring. Auf einen LAN-Port, einen optischen Ausgang und eine Kopfhörerbuchse verzichtet Leica. Der integrierte Stereo-Lautsprecher leistet 2 x 10 Watt und unterstützt Dolby Digital Plus sowie DTS Virtual:X. Als Betriebssystem dient VIDAA von Hisense, mit Direktwahltasten für Netflix, Prime, Disney und YouTube.

Mit Maßen von 209 x 226 x 193 Millimetern und rund 4,4 Kilogramm fällt der Cine Compact 1 deutlich kleiner und leichter aus als der Cine Play 1, den Leica 2024 für 3.500 Euro vorstellte.
Statt eines Kurzdistanz-Beamers für die feste Aufstellung zielt das neue Modell auf den mobilen Einsatz, inklusive Garten und Terrasse. Damit tritt Leica gegen eine Breite Palette drehbarer Mini-Projektoren von Anbietern wie Xgimi oder Anker Nebula an, die diese Bauform geprägt haben.

