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Der Mann, der seine Fotos verschenkt

Was treibt dazu an, seine Fotos kostenlos im Internet sogar zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung zu stellen? Das habe ich Urgestein Markus Spiske gefragt.

Deutschlands meistgesehener Fotograf?

Markus Spiske: Auch wenn euch der Name vielleicht nicht direkt etwas sagt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr seine Arbeit schon einmal gesehen habt – zumindest, wenn ihr im Internet surft. Mit mehr als 3 Milliarden Ansichten seiner Fotos direkt auf Unsplash (plus weiterer 1,4 Milliarden auf Pexels und verschiedenen anderen Seiten) und mehr als 17 Millionen Downloads oder Nutzungen ist er einer der reichweitenstärksten Künstler auf Unsplash und vielleicht sogar im gesamten Internet (man könnte sogar sagen: Er ist derzeit einer der meistgesehenen Fotografen Deutschlands). Von den mehr als 300.000 Personen, die ein Foto auf Unsplash hochgeladen haben, sitzt er gemessen an den Downloadzahlen auf Platz vier.

Bild: Markus Spiske

Ob Tageszeitung, Firmenwebseite oder persönlicher Blogeintrag, die vielseitigen Alltagsmotive seiner mehr als 4.000 hochgeladenen Bilder kommen in vielen Situationen zum Einsatz. Für 1.000 davon hat er mit FFCU.io sogar seine ganz eigene Stock-Datenbank ins Leben gerufen. Inzwischen lädt er nur noch dort seine Bilder in höchstmöglicher Auflösung hoch, bei allen andern Plattformen in der minimalen, um den technischen Anforderungen zu entsprechen.

Doch der hauptberufliche Webdesigner aus Oberfranken hat ein paar Prinzipien, die einen Gegenpol zum „Traveler-Influencerismus“ auf Instagram bilden: keine Flüge, keine überfüllten Hotspots, keine sozialen Medien. Dass das nicht nur leere Regeln sind, wird nach meinem Interview mit ihm klar. Markus treibt eine ganz bestimmte Ideologie, die er mir freundlicherweise ausführlich erklärt hat.


Warum hast du damit angefangen, Fotos kostenlos zur Verfügung zu stellen?

„Eine Überlegung war, dass es aus meiner Sicht absolut keinen Sinn macht, dass ich meine Fotos nur auf der Festplatte rumliegen lasse und sie nur ab und zu mal anschaue.

Ein noch wichtigerer Ansatz für mich ist allerdings die Tatsache, dass ich generell mehr für Kooperation statt Konkurrenz stehe. Ich kooperiere in dem Fall – häufig unterstützte ich auch andere Print- und Web-Projekte unentgeltlich – mit anderen Menschen in dem ich ihnen, anscheinend ganz gutes, Bildmaterial kostenlos zur Verfügung stelle, das ihnen hoffentlich hilft mit ihren Projekten weiter voranzukommen. Vor allem kleinere Geschäfte profitieren davon, die kein großes Budget dafür haben.

Ich finde das jetzige Wirtschaftssystem nicht optimal, weil es weder fair noch gerecht, geschweige denn langfristig nachhaltig ist. Im Gegenteil ist es für viele Menschen mittlerweile psychisch nur noch schwer auszuhalten.

Ich versuche das System zu unterwandern.

Deswegen versuche ich, soweit möglich, dieses System durch Boykott zu unterwandern. Ich bestelle nichts bei Amazon, nutze keinerlei Streaming-Abos, kein WhatsApp, Instagram, Facebook, Twitter, etc., fliege nicht, kaufe frische Lebensmittel auf dem lokalen Markt, bin überwiegend mit dem Rad unterwegs und, soweit möglich, meide ich Produkte von Großkonzernen, auch wenn es manchmal teurer ist, lokale Hersteller zu unterstützen. Natürlich geht das nicht immer zu 100 Prozent, aber es ist eben ein etwas anderer Pfad, den man damit beschreitet. Dazu gehört dann auch, dass ich Fotos verschenke.

Eins seiner bekanntesten Fotos hat mehr als 85 Millionen Ansichten und 800 Tausend Downloads. Es zeigt verschwommenen Code auf einem Bildschirm. Bild: Markus Spiske

Zähle ich alle Plattformen zusammen, auf denen man meine Fotos kostenlos downloaden kann, sind es mittlerweile wohl über 20 Millionen Downloads. Laut einer Studie wurden 95 Prozent der „Free for commercial use“-Fotos tatsächlich auch kommerziell verwendet. Das heißt, dass die klassischen Stockanbieter durch mich circa 18 Millionen Downloads weniger hatten, dementsprechend auch weniger Umsatz.

In Diskussionen kommt sehr oft die Frage auf, was anstatt „Kapitalismus“ besser wäre. Hierzu möchte ich nur einige alternative Denkansätze und Ideen weitergeben, um überhaupt einmal aus dem neoliberalen Frame etwas herauszukommen. Es gibt mehr als Kapitalismus und Kommunismus, auch wenn es vielen schwerfällt, das zu begreifen und zu akzeptieren. Ich denke andererseits aber auch, dass viele Menschen das mittlerweile auch in ihrem direkten Umfeld selbst erkennen, dass wir so zukunftsfähig nicht weiterwirtschaften können.“

Wie oft passiert es, dass du im Netz oder sonst im Leben auf deine Fotos stößt? Was war deine kurioseste Begegnung?

„Ich lese Zeit und Spiegel Online, die SZ am Samstag als Printausgabe. Dort finde ich sehr häufig Fotos von mir. In den Webausgaben sieht man jedenfalls generell häufiger Unsplash-Fotos als in den jeweiligen Printausgaben. Ansonsten checke ich ab und zu die Google-Bildsuche und schaue mir einige Seiten an, die meine Fotos wo und wie verwenden.

Kuriose Begegnungen der anderen Art war oft die Tatsache, dass irgendwelche Personen Fotos von mir (meist mit hohen Downloadzahlen) bei Microstock-Agenturen wie Shutterstock oder iStockphoto hochgeladen und damit Verkäufe erzielt haben.

Am Anfang hatte ich das noch verfolgt, aber leider ist es sinnlos, da keine Partei (weder Unsplash noch Microstocks) großes Interesse daran haben, das zu nachhaltig zu beheben. Bei Unsplash müsste man für jedes Foto ein eigenes Formular ausfüllen, was sehr zeitaufwendig und somit vollkommend unpraktikabel ist. Bei den Microstocks müsste man für jedes gefundene Bild das Original-RAW als Beweis hochladen. Ein Link zu meinem Unsplash-Portfolio ist nicht ausreichend, obwohl man dann sehen würde, dass unterschiedliche Microstock-Nutzer sich aus einen Portfolio bedient haben.

Meine Frage, warum nicht direkt beim Upload und während des Review-Prozesses im Hintergrund einfach eine simple Google-Bildabfrage für jedes Foto läuft, wurde bislang nicht beantwortet.

Ich könnte aufhören, Fotos zu teilen, aber mittlerweile ist es mir einfach egal.

Ich könnte aufhören, Fotos zu teilen, aber mittlerweile ist es mir einfach egal. Soll derjenige oder diejenige damit doch etwas Geld verdienen. Als alternativen Ansatz lade ich meine Fotos nur noch in der Mindestgröße hoch, sodass es bei den meisten Microstocks eh nicht angenommen wird, weil es von den Pixellängen/-breiten zu klein ist.“

Bist du zufrieden mit der Entwicklung von Unsplash mit Berücksichtigung des Kaufs durch Getty? Was glaubst du, hat das langfristig für einen Effekt?

„Es ist jeder Person zu gönnen, Profit aus dem eigenen Projekt zu generieren. Eine Monetarisierung – in welcher Form auch immer – wird wohl stattfinden müssen, um ein Reinvest zu erreichen. Was einen möglichen Effekt angeht, sehe ich das eher pragmatisch. Sollte sich Unsplash aus Sicht der Contributoren und Nutzer zu sehr in die falsche Richtung entwickeln, gründet sich aufgrund dieser Fehlstellung einfach eine neue Plattform – womöglich aus ehemaligen Contributoren/Nutzern und Unsplash gerät in Vergessenheit, wenn sie nicht vorher ein gewisses Monopol erreicht haben.“

Quelle: Screenshot

Könnt ihr Markus‘ Beweggründe nachvollziehen und wollt jetzt vielleicht sogar seinem Beispiel folgen? Über die Vor- und Nachteile, seine Fotos auf kostenlosen Stockfotodatenbanken hochzuladen, habe ich bereits eine Übersicht veröffentlicht:

Kostenlose Stockfoto-Webseiten: Fluch oder Segen?

Beitragsbild: Markus Spiske

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joe

Den Gedanken was es als Alternativen zu Kapitalismus und sozialistischer Planwirtschaft geben könnte, hatten schon sehr viele – auch ich. Allerdings gibt es bislang noch keine vernünftige, tragfähige Antwort hierzu. Der oben beschriebene Weg führt allerdings nirgendwohin ausser ins Chaos. Es ist wahrscheinlich die Wut, die auch mich gelegentlich überkommt, dass man selbst mit dem besten Verhalten nichts ändern kann, weil die Menschen als Gesamtheit einfach zu blöd und egoistisch sind. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an „Deepwater Horizon“, ein in über 1000m Tiefe liegendes Öl-Bohrloch im Golf von Mexiko. Wegen 4 Millionen $ Mehrkosten (bei einem Multi Milliarden $ Projekt), hat man ein zusätzliches Sicherheitsventil nicht angebracht. Dummerweise kam es zu einem Leck und einer Verseuchung ganzer Regionen, der Kurs der BP Aktie halbierte sich. Der Schaden wurde auf 30Mrd $ geschätzt, etwas geringer als der Jahresgewinn von BP. Ich sprach mit einem befreundeten Ökonomen und meinte, die Aktie ist ja total unterbewertet, allerdings fürchte ich, dass die Leute das Verhalten von BP bestrafen könnten und der Umsatz dramatisch einbrechen könnte. Er meinte nur, das wäre total unbegründet, weil Menschen tanken wollen und wenn zwei Tankstellen gegenüberliegen und der Preisunterschied ein Cent beträgt, tanken sie bei… Weiterlesen »

Leonhard

Es ist doch gar nicht die Frage, welches System ein Staat hat, weil immer ist nicht das System das Problem sondern am Ende sind es einfach immer die Bonzen und sonst gar nichts.

Wenn Leute mit ihrem Geld rechnen müssen, dann kann man denen ja nicht vorwerfen, wenn sie versuchen, möglichst wenig von dem raren Gut Geld für eine Sache auszugeben, ich ziehe den Hut (hatte nie einen) vor jeder alleinerziehenden Mutter, die durch gutes Rechnen ihren Kindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch noch mal was ermöglicht.

Genau wie diese komischen Forderungen in Berlin, man solle wegen der Inflation nun Lohnzurückhaltung üben!
Eigenartige Idee, so was, viele Menschen leben von ihrer Hände Arbeit und wenn alles teurer wird, dann müssen die eben mehr Geld haben.

joe

Die Armen sind nicht per se besser als die Reichen und umgekehrt. Das Gros der Steuern bezahlen die letzten 30%, alles darunter zahlt weniger oder keine Steuern und wird dazu über Kindergeld und sonstige Sozialleistungen alimentiert. Wer z.B. in D 3’000.-€ verdient und zwei Kinder hat bezahlt letztlich Null Steuern, da die bezahlte Steuersumme in etwa dem Kindergeld entspricht. Wer in Deutschland 5 oder mehr Kinder hat braucht eigentlich gar nicht mehr arbeiten gehen. Und Geiz ist nicht geil, weil der Verkaufspreis irgendwie mit dem Lohn verknüpft ist, Würden wir z.B. für unsere Kleider nur 50.-Cent mehr bezahlen und würden davon 10.-Cent an die Arbeiterinnen gehen, könnten die von ihrem Gehalt leben – aber Geiz ist ja geil! Das mit der Lohnzurückhaltung ist die erste vernünftige Idee aus Berlin. Das was wir haben ist importierte (und selbst verschuldete) Inflation für Güter die wir dringend benötigen also Energie in Form von Öl oder Gas. Da Energiekosten je nach Produktion zwischen 20 und 60% an den Kosten ausmachen würde eine Lohnerhöhung die Inflation noch weiter anheizen, dann müssten wir die Löhne wieder erhöhen und wären in einem Teufelskreis aus dem wir nicht herauskommen. Was ist die Lösung? Tatsächlich Lohnzurückhaltung und Reduktion des… Weiterlesen »

Leonhard

Das Gros der Steuern zahlen eher 25%, die oberen 5% zahlen gemessen an den verdienten Geldern eher gar nichts, also in Prozent gesehen. Würden wir für unsere Kleider 50 Cent mehr bezahlen, dann gingen die in den Gewinn der Firmen, die Näherin hätte da rein gar nichts davon, Gewinn ist eben auch geil. Statt Lohnzurückhaltung würde ich eher dem Staat Zurückhaltung beim Vergeuden von Steuergeldern anraten, da käme mehr dabei heraus. Wir haben hier einen sogenannten Unternehmer, dem habe ich den Spitznamen „Buschmann“ verpasst. Schon als Kind war der Kerl so schweinedumm, dass er sich hinter einem Busch versteckte, weil er nicht in der Schule von den anderen Schülern verarscht werden wollte (hat mir seine Mutter erzählt). Sein Vater hat diesem Spezialisten eine Gelddruckmaschine vererbt, dummerweise hat er sich so viel von seiner stinkfaulen Verwandtschaft in die Bude geholt, dass die Druckmaschine einfach zu langsam druckt. Ende 2019 war der eigentlich de facto am Ende, dann hat der liebe Vater Staat mit der Gieskanne Hilfen ausgegossen, in den Laden alleine dieser Kreatur wurden über eine Mio versenkt. Klar wird die Geldmenge zu groß, wenn man Subventionen reinpumpt bis der Arzt kommt, die Zeche haben am Ende die Kurzarbeiter gezahlt, aber… Weiterlesen »

Marcel

So sieht‘s aus.

Mathias

Völlig richtig.

Übrigens gibt es einen Teil im US amerikanischen Steuerrecht, denn würde ich (als einziger Teil des US Rechts) sofort hier übernehmen – alle Staatsbürger mit Sitz im Ausland müssen eine Steuererklärung als Deltarechnung Wohnsitz zu Heimatland abgeben – und in der Regel damit nachzahlen (Stichwort Steuerflüchtling).

Natürlich könnte man das verweigern, aber dann bitte die Staatsbürgerschaft abgeben.

Übrigens ist es auch an der Zeit, dass wir alle mal unseren Sprachgebrauch üben.

Fange mal bei dem Wort „Geringverdiener“ an. Da gibt es sehr viele, aber in der Regel beziehen diese sehr hohe Einkommen. Ich kenne viele, die ein sehr niedriges Einkommen beziehen / bekommen. Aber die verdienen in der Regel viel mehr…

Rawbert

Aber du hältst deine Anteile. Naja… Wenn immer nur die anderen sich ändern sollen – und wenn’s s dann einer mal macht, auch wieder nicht recht.

Marcel

Exakt meine Denkweise. Leider ist der Mensch als Kollektiv dumm wie 10 Meter Feldweg. Das gepaart mit Egoismus und Verständnislosigkeit anderen gegenüber führt leider zu der Welt in der wir leben. Ich finde den Denkansatz von Markus allerdings ganz cool und werde das auch mal machen. Habe schon oft Bilder von Pixabay verwendet und finde das Konzept cool. Hab eh Haufen Bilder die sonst ungenutzt auf der Platte gammeln.

Rüdiger

Scheint ein Idealist zu sein. Per se nicht schlecht, dumm, wenn er anderen damit ihre Verdienstmöglichkeiten nimmt. Aber da wird sein Beitrag alleine nichts dran ändern.

Und demnächst werden die Agenturen diese Art Bilder nach Nutzerwunsch mit KI generieren lassen. Das wird die Stock-Foto Branche zuerst treffen.

Dagegen spricht natürlich, dass sein Rekordfoto ein Foto(!) von einem Bildschirm mit dem Matrix-Screensaver ist. Das konnte man schon vor 20 Jahren generieren 😉

Jürgen W

„Bei den Microstocks müsste man für jedes gefundene Bild das Original-RAW als Beweis hochladen.“ Ja, du brauchst minutenlang, um ein Bild zu verschlagworten, in die richtigen Rubriken einzusortieren, sie wollen das Original in perfekter Qualität, vor zehn Jahren akzeptierten sie noch keine Bilder, die man mit einer Sony gemacht hatte – die Microstock-Agenturen haben tausend Sonderwünsche, und zahlen dann einen Dollar pro Bild. Mir wollte eine bekannte Agentur einmal sechs oder sieben Bilder aus Haiti abkaufen, zum Preis von je sechzig oder siebzig Dollar. Nicht die Nutzung wollten sie, sondern die Bildrechte, zu so einem lachhaften Kurs. Dafür sollte ich von jeder Person auf dem Foto ein Model Release einreichen und die Bilder sollten in RAW sein. Sowas kann man nur akeptieren, wenn man gehirnamputiert ist. Ein Bekannter von mir schlägt „das System“ ebenfalls mit eigenen Waffen. Er hat seit Jahren immer eine Billigknipse dabei, wenn er seine Hündin Gassi führt, und knipst dann wirklich jeden Scheiß, lädt dann zweihundert Bilder hoch, hat inzwischen wohl schon zigtausende von Bildern, und sagte mir, dass in der Tat ab und zu irgendein Chinese ein Bild kaufe, so dass er allein aufgrund der gigantischen Menge ein paar hundert Euro pro Jahr damit „verdiene“,… Weiterlesen »

joe

Das System kann man nur schlagen, wenn man eine Art Fotografenvereinigung gründet, über die die Agenturen die Bilder beziehen können. Wenn alle mitziehen und nur noch über diese Vereinigung verkaufen, können sie den Preis beeinflussen. Als Einzelmaske hast du keine Chance, selbst wenn du ein Topfotograf bist.
Ich kenne übrigens Niemanden der damit Geld verdient von dem man halbwegs leben könnte.

Matthias

Magnum

Matthias

…mittlerweile ist es ihm einfach egal…
Genau da liegt das Problem. Die Amateure freuen sich, wenn eins ihrer Fotos mal veröffentlicht wird (selbstredend ohne Bezahlung) und sind noch proud about. Wahrscheinlich freuen sie sich genauso, wenn sie nicht zum Mindestlohn arbeiten, sondern einfach ohne Bezahlung in den Firmen aufschlagen, um dann eventuell auf der Website eine lobende Erwähnung zu bekommen…

Matthias

…finde übrigens auch das Selbstporträt sehr bezeichnend: man achte auf die Kamera in Kombi mit der selbst gestrickten Mütze aus Wolle des lokalen Schafzüchters der Nachbarschaft…:-))

Ulrich

Ein Amateur, der Bilder verschenkt, die vermutlich nicht gut genug sind um verkauft zu werden. Er hat doch noch einen anderen Job, warum macht er den nicht auch kostenlos ?

Chris Weiher

Ich finde den Ansatz gut. Vielleicht auch, weil ich es genauso mache 🙂
Meine Bilder finden plötzlich Beachtung und werden veröffentlicht. Das wäre nie passiert, wenn ich sie für Geld angeboten hätte.

Leonhard

Zu dieser Idee kann man sehr geteilter Meinung sein, habe ja hier letztendlich das gleiche Problem mit meinem Eheweib, einer Bilderverschenkerin vor dem Herrn.

Wenn man sich hier bei uns die Werbung vor Ort betrachtet, dann sind grob geschätzt 50% der Aufnahmen von meiner Holden, alle für lau.

Hierzu haben wir uns auch Gedanken gemacht und kamen zu folgender Übereinkunft: Da wir hier vor Ort eigentlich gar keinen Profifotografen mehr haben macht meine Frau all die Bilder für lau, bei denen sie mit Sicherheit keinem Profi einen Auftrag weg nimmt, den der hätte eventuell haben wollen.

Also in allen Bereichen, wo so oder so niemand einen Profi bezahlen würde Feuer frei, in den anderen Bereichen läßt sie die Finger weg.

Den Kommentar von Ulrich möchte ich so nicht stehen lassen! Nicht gut genug für Profi?
Klar, ein Profi sollte besser sein als ein Hobbyist, nur eben sollte, ob dies in jedem Fall so ist ist eine ganz andere Frage.

J.Friedrich

Wie immer: der Einzige der wirklich umsetzt! Andere Scheinriesen dozieren hier von Oben herab und bezeichnen die nicht vermögende Mehrheit ihres Geburtslandes als selbstbezogen und dumm, um diese im gleichen Atemzug brutalst möglich abzuzocken und schwadronieren dabei auch noch über ihr Steuerflüchtlingsleben über den sieben Bergen beim C-hauvinistischen H-aufen der vereinigten Kantons-Zwerge auf Kosten der Anderen. Sorry, mancher hier ist einfach nur zum K….! Leonhard: finde das wirklich richtig gut, wie ihr das macht! Hut ab! Mach´s gut!

Leonhard

Stopp, mein Lieber!

Du wirst doch hier nicht den Abflug machen wollen?

Menschen sind alle selbstbezogen, nennt sich Selbsterhaltungstrieb, ergo kommt dies von Mutter Natur, soll sich jeder bei der beschweren.

Mit wem soll denn nun einer wie ich in Zukunft stänkern? Dies wäre ja seelische Grausamkeit.

Ich lese immer nur was ich will, da muss man die Spezialbrille aufsetzen, also ärgere Dich nicht und mach es einfach wie ich es mache.

joe

Danke!!! Vielen Dank!!! Neid braucht es hier nicht!!!

Carsten Klatt

Schön naiv, die Welt werden solche Aktionen wohl kaum verändern. Aber auch das gehört zur Freiheit unseres Systems. Warum also nicht?

Rawbert

Warum? Er zeigt nur, dass es geht. Einer muss immer anfangen. Das hat mit Naivität rein gar nichts zu tun. Naiv ist, so zu tun, als wenn alles in Ordnung wäre.

Anja

So sehe ich das auch. Ist es normal nur weil alle es tun? Ist er naiv nur weil es nicht alle tun? Toller Typ.

Carsten Klatt

Ist wie die Grünen. Atomausstieg sofort, Kohleausstieg sofort, Energiewende sofort. Habe keine Lust mehr auf sofort, finde den Fehler…

Knuth_Hansen

wie kommst du auf: Atomausstieg sofort, Kohleausstieg sofort, Energiewende sofort ?
den Atomausstieg der Grünen hat die CDU damals kassiert, um in dann ein paar Jahre später wieder zu vollziehen. Dabei mussten dann auch noch happige Entschädigungen gezahlt werden. Die von den Grünen geplant Energiewende habe Sie in 16 Jahren komplett in den Sand gesetzt, und von Gas und Russland will ich garnicht reden.

Carsten Klatt

Braver Grüner, stimmt aber so nicht! Um den Foto Bezug wieder herzustellen, viele werden sich bald keine Kamera mehr leisten können.

Rawbert

Ja, dann fotografieren sie eben mit der Kamera, die sie schon haben. Die Fotos werden deshalb kaum schlechter. Übrigens ist es genau dieser Punkt: haben, haben haben. Das wird so nicht weiter gehen. Dazu muss man kein Grüner sein, um das zu erkennen, sondern einfach mal bis drei zählen.

Rawbert

Natürlich stimmt das.

Rawbert

Hä?

Carsten Klatt

Hä? Schau mal auf Deine Energierechnung im nächsten Frühjahr!

Conny

Du bist mir aber ein Schlaumeier,

lies mal nochmals nach was Du geschrieben hast und dann die korrekte Antwort die Dir Knuth_Hansen darauf geschrieben hat. V

Vielleicht geht Dir dann ein Licht auf!

Was die Energierechnung angeht, welche Regierung hat uns wann durch NordStream I/II in die Abhängigkeit ohne Plan B zu dem Gas aus Russland eingebrockt.

Und übrigens, der aktuelle Strompreis ist auf dem Europäischen Energiebörse so hoch wie noch nie !

Frag Dich mal wie das gerade Zustande kommt!

Ich kanns es Dir sagen:
Die allzu prächtigen gerade von der EU als umweltfreundliche Energie tituliert und über alle Zweifel erhabenen KKW’s in Frankreich sind die Hälfte wegen marodem Zustand abgeschaltet und der Rest läuft auf Minimalbetrieb weil durch Hitze und Wassermangel die Kühlleistung fehlt.

Und es dauert wahrscheinlich nicht mehr lange da werden die Fische in der Flüssen gegart mit dem Bauch nach oben rumschwimmen.

Witzigerweise kauft Frankreich den notwendigen Strom aus Deutschland und zwar Solarstrom!!!

Frankreichs Atomkraftwerke: Probleme wegen Hitze | Telepolis (heise.de)

Und jetzt bin ich auf Deine Antwort gespannt!

Leonhard

Ja, ja, nur, liebe Conny, die Fehler sehe ich wo ganz anders! Hätte man damals von der bankrotten UDSSR die weit vorangeschrittenen Forschungen in Bezug auf Kernfusion gekauft und das ganze schöne Geld hier in die Forschung gesteckt, da wäre die Frage heute eine ganz andere, eher in die Richtung „wohin mit dem ganzen Strom“ Hätte man die schönen, vielen Windräder, bei denen alle klagen in die Nord- und Ostsee gebaut, an Land daraus Wasserstoff erzeugt und die in der Schublade gelandete Verflüssigungstechnik, welche daraus gefahrlosen Sprit gemacht hätte genutzt, dann bräuchte heute kein Mensch Elektroautos, man könnte die Verbrenner fahren, nur eben erheblich klimaneutraler. Wieso sollten auch in Frankreich die KKW´s nicht marode sein, der ganze Staat dort ist marode, wieso sollten da gerade die Dinger eine Ausnahme machen. Der Kardinalfehler, der liegt für mich aber wo ganz anders, nennt sich Privatisierung! Alles, was die Menschen zum täglichen Leben brauchen, dies gehört nicht privatisiert, es gehört in die öffentliche Hand. Genau wie das Amenmärchen der renditebringenden DB, die haben zwar als Staatsbetrieb Miese gemacht, so viel ist wahr, nur, die haben noch erheblich mehr in die Netze investiert als sie angeblich Miese machten, da kann man gut Gewinne schreiben,… Weiterlesen »

Mathias

Leonhard – wir könnten ein absolutes Dreamteam sein….ich fühle die Macht mit dir.

Schon wieder 100 von 10 möglichen Punkten – perfekt beschrieben!

Conny

Bis auf die Kernfusion, da überschätzt Du die Russen, bin aber in den anderen Punkten bei Dir!

Der Ausbau der erneuerbaren Energien wurde leider, von der gleichen Regierung die das Gasproblem eingefädelt hat ausgebremst, ein Herr Altmaier und Co. waren da federführend.

Und auch korrekt:
Gas, Wasser, Sch.., Öffentliche Verkehrsmittel, Energie, Gesundheit, Internet usw. gehören nicht privatisiert, den das soll nur funktionieren und keinen Gewinne erwirtschaften die dann an Aktionäre ausgeben wird.

Rawbert

Würd ich so auch unterschreiben.

Leonhard

Du Conny, mir geht es nicht um die oder die Regierung, also nicht die Frage, wer gerade im Dilletantenstadl die Hauptrollen spielt, nur ob die irgendwann mal aus den Fehlern der Anderen lernen können, dies ist für mich die Frage bei der Sache.

Jetzt machen wir Elektroauto, dazu schöne Wärmepumpen, die Narrenkapelle spielt einen Tusch, aber keine Sau fragt mal, wie dies die Sauerkrautleitungen in unseren Städten überhaupt transportieren sollen.

Was haben Sony-Fotografen und Aussenminister gemeinsam?

Ganz einfach, die lieben beide leichtes Gepäck! Der eine eine leichte Kamera, der andere, wenn überhaupt, ein kleines Aktenköfferchen! Wieso dieses kleine Aktenköfferchen reicht ist schnell erklärt: Da paßt nicht mal ein Akter rein, wozu auch, den müssen die Diplomaten ja hinterher schleppen, und für die Entscheidungsspielräume, die die meisten Aussenminister haben, da ist selbst dieser kleine Koffer noch viel zu groß. Deswegen braucht mir auch keine/r erzählen, was er mit denen alles diskutiert, kann man machen, kommt aber rein gar nichts dabei raus, wenn es nicht schon vorher fixiert wurde.

Thomas Müller

Also es war die Rot/Grüne-Regierung unter Gerhard Schröder, die mit NordStream I das Abhängigkeitsdrama begann. War das die Antwort, die Du wolltest?

Rawbert

Und daran sind auch die Grünen Schuld? Schön vereinfachen, mit simplen Feindbildern lebt’s sich besser…

Mathias

Unabhängig der konkreten Herleitung und auf die aktuelle Situation in Summe :

Nein, es sind nicht pauschal DIE Grünen, aber konkret die, die in Regierungsverantwortung sind – die Ja. Genau die machen es mit Blick auf ein sehr kritische Sicht, ohne deinen Begriff zu gebrauchen leider sehr sehr leicht….

Rawbert

Ohne Argumente kommt man trotzdem weiter? Zieht nicht, jedenfalls bei mir.

Mathias

Einfach auf NachDenkenseiten.de gehen und dort tonnenweise seriös recherchierte Artikel lesen.
Dann gerne sachliche Diskussion zum Thema.

Rawbert

Sachliche Diskussion heißt doch nicht X ist Schuld, schau bei Y.

Mathias

Da hast du natürlich völlig recht.

ich denke allerdings, es wird hier wirklich zu weit führen. Der Verweis auf die Seiten bringt dich meinen Ansichten zum erheblichen Teil näher. Ob dann Zustimmung deinerseits weiß ich natürlich nicht.

Aber das würde dann sehr tief und weit gehen und eben hier den Rahmen sprengen.

Ich freue mich auf viele weiter Diskussion mit Dir (und allen anderen) zu den vielen Themen, die noch kommen.

Hoffentlich nicht nur zu den spiegellosen Technologie, da hab ich als Pentax Fotograf nicht viele Beiträge bei zu steuern.

Mirko

Rawbert, hieß es bei den Grünen in den 80igern noch „BRD raus aus NATO“ so heißt es Heute „JA zu schweren Waffen“ Im Mai führte die INSA eine Befragung durch „sind sie dafür das Deutschland schwere Waffen an die Ukraine liefert“ bemerkenswert waren die Auswertungen nach „Parteizugehörigkeit“ so waren es bei den GRÜNEN immerhin 58% die diese Frage mit JA beantwortet haben. Keine andere Partei kam auf so ein „top“ Ergebnis und das ausgerechnet bei einer Partei die sonst nur von Peace, Love and Harmony rum labert. Dann die gute Frau Roth, da spricht sie von schützenwertes Kulturgut, Nation, Vaterliebe usw. aber nicht in Berlin sondern in Odessa, in der Heimat sagt sie lieber „Deutschland Du mieses Stück scheiße“ „Hambacher Forst“ da waren die Grünen natürlich mit an der vordersten Front dabei (gut für die Werbung) NUR wo die Rodung beschlossen wurde da saßen die Grünen mit in der Landesregierung und haben das Projekt mit abgesegnet, also scheinheiliger geht es schon garnicht mehr. Vielleicht tut es Deutschland mal gut wenn in den Supermärkten die Regale leer sind, dann fällt den grünen Stadtmenschen eventuell mal auf das Ideologie nicht satt macht und Strom nicht nur aus der Steckdose kommt. Natürlich hoffen… Weiterlesen »

Rawbert

Mirko, ich bin nicht bei den Grünen, es ist eine Partei wie jede andere auch, samt Scheinheiligkeiten und auch Dreck am Stecken. Das soll deine angeführten Punkte nicht entschuldigen, für mich sind sie aber in der Summe vernachlässigbar. FDP und CDU wollten alle auch schwere Waffen. Fr. Roth ist immer schrill, aber nicht die Grünen. So ist es nunmal in der Parteiendemokratie, du musst halt den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Und im Föderalismus kann auf Landesebene auch mal anders als auf Bundesebene entschieden werden, auch bei Parteien. Das alles ist aber mMn besser, als wenn 4 Füchse und 2 Hasen darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt.

Mirko

Rawbert, leider finde ich für mich bei den Grünen nicht einmal den kleinsten gemeinsamem Nenner

Rawbert

Aber hoffentlich bei irgendeiner anderen Partei. Idioten gibt’s in jeder!

Mirko

…in (fast) jeder anderen Partei die nicht „rot-grün“ ist

Matthias

…gibt es eigentlich auch Debatten dieser Art, wenn ein neues Fahrstuhl-Modell angekündigt wird?

Rawbert

Klar, wenn’s von Schindler ist.

Matthias

:-))

Rolf Carl

Wieso nicht von Otis, ist wenigstens neutral.

Mirko

weil Otis Ami ist ?

Rolf Carl

Gut, Schindler ist ja auch neutral, da ein Schweizer Unternehmen. Aber eben, mitten in der EU.

Mirko

und nicht in China fertigen lässt ?

Mirko

naiv…

Mirko

Servus Matthias, natürlich gibt es diese und ich kann Dir sagen „der Kunde bekommt das was er bezahlt“ und ich persönlich würde mir keine Wohnung in den oberen Etagen kaufen. Simple Bauteile haben mittlerweile Lieferzeiten von + 3 Monaten und falls es wirklich zu „Blackouts“ kommen sollte dann hoffentlich nicht wenn ich Bereitschaft habe 😉

Matthias

…es gab ja früher mal Treppenhäuser. Natürlich nicht ganz so bequem wie ein Aufzug. Hält aber fit, wenn man in der 6. Etage wohnt. Und die Sache mit den Lieferzeiten schlägt ja in alle Bereiche des täglichen Lebens durch, ähnlich wie im Winter bei leichtem Schneefall das Verkehrschaos ausbricht. Aber zumindest bietet Dir Dein Job eine gewisse Sicherheit. Sei froh, dass Du Deinen Lebensunterhalt nicht hauptberuflich mit Fotos verdienen musst…:-))

Mirko

Matthias, da hast Du wohl recht das mein Job eine gewisse Sicherheit mit sich bringt aber es macht langsam auch keinen Spaß mehr. Wenn so ein gestresster Paketbote im Aufzug stecken bleibt geht es für ihn um „bare Münze“ nur leider vergessen das die meisten „Besteller“ wenn diese ihre Einkäufe bei Gorilla und Co ordern. Die RADLER bekommen keine 35€ die Stunde ( sondern liefern für die grünen Hipster zum 0815 Tarif) und einer meiner letzten Einsätze war unter Polizeischutz wegen so einen verrückten Lieferanten

Rawbert

Aha, nur die grünen Hipster bestellen bei Gorilla und Co. Mirko, du bist echt verblendet.

Leonhard

Also ich hatte auch mal so ein traumatisches Erlebnis in einem Aufzug, wollte in den 6ten Stock.

Kurz vor dem Erreichen der Etage 5 bemerkte ich einen, der keine Miete gezahlt hatte und dachte so bei mir: Den könnte ich doch eigentlich hier lassen, man soll ja auch die Nachfahrer ein wenig erfreuen. Ergo, ich kam, sah und furzte, rumms blieb das blöde Ding stecken und ich durfte die gesamten Aromen alleine aufriechen, was meine Gesichtsfarbe etwas veränderte. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ich dann befreit, bis ich dem Zupfgeigenhansel von der Feuerwehr glaubhaft machen konnte, dass ich keine Rauchgasvergiftung hatte, man man, immer diese festgefahrenen Diagnosen solcher Leute, man fast es nicht.

Da ich diesen Disput der Herren nun gelesen habe überlege ich mir jetzt: Waren an meinem Elend vielleicht auch die Grünen schuld, man weiß ja nie.

Matthias

…meinst Du den Versuch, eine Biogasanlage zu installieren?

Nicolas

Wovon lebt der gute Mann?

Rawbert

„hauptberufliche Webdesigner“, so steht es im Artikel.

Rolf Carl

Ist doch praktisch, da kann er gleich seine eigenen Fotos gratis hochladen.

Matthias

…wie einige hier ja bestimmt wissen, gehören Webdesigner zur Gruppe der absoluten Spitzenverdiener, weil es nur so wenige davon gibt. Dieses quasi Alleinstellungsmerkmal teilen sie mit Fotografen und Autofahrern. Da kann man ruhig mal was verschenken und es bleibt immer noch genug Geld übrig, um seine Brötchen bezahlen zu können…:-))

Rawbert

Mag sein, gibt aber auch gut verdienende Angestellte usw., wobei gut hier meint, dass der beschriebene Lebensstil damit möglich wäre. Dann kann er eben Fotos verschenken.

Leonhard

Wie sagte mein Opa immer so richtig: „Es ist nicht wichtig, wieviel Du einnimmst, es ist wichtig wieviel Du ausgibst!“

Ita Dornsten

Hallo Markus
Finde es ganz toll, was du machst, denkst, wie du handelst und wie du alles schenkst oder frei stellst.
Lass sie reden die Leute. Zu meckern haben sie immer etwas. Dir ein Trost: Es gibt weitere viele Leute, die ähnlich handeln wie du. Nicht so umfangreich, haben noch nicht viel, was sie verschenken können, aber der Weg ist der richtige. Lass dich nicht beirren. Mir ist es gleich, was sie jetzt von mir denken werden, wenn sie das lesen.
Kopf hoch und dir alles Gute.

lichtbetrieb

Ich finde das nachvollziehbar. Meine Fotografenkarriere begann im Ehrenamt. Ich habe 3 Jahre mehr oder weniger auf Spesen fotografiert neben dem Studium bis ich bei der Pressestelle an meiner TU eine Freelancer Stelle bekommen habe. Danach habe ich eine 86 Stunden Stelle bekommen am Institut (das war Maximum) und war nur für Fotos und Videos zuständig 🙂
Das Konzept Fotos zu teilen, gefällt mir. Ich habe auch einen Pixabay Account wo ich ab und zu Fotos für lau hochlade. Meine Auftraggeber erhalten immer die vollen Nutzungsrechte für ihre Fotos.

Übrigens kam meine Motivation „professionell“ zu fotografieren von einem überheblichen und arroganten Kollegen, dem ich eigentlich nur in die Schranken weisen wollte. Wie das Schicksal manchmal so spielt.

joe

Also ich finde das nicht gut. Es ist der falsche Weg. Man muss das unrechtmäßige Foto verwenden unterbinden/sanktionieren. Das zerstört die Einnahmequelle von Menschen die davon leben. Das ist übrigens das Problem in Entwicklungsländern. Wir, die EU verschenken oder verkaufen zu sehr niedrigen Preisen die überschüssigen Lebensmittel, das zerstört die vielen Kleinbauern und die Länder werden von Jahr zu Jahr abhängiger und da wundern sich die Leute über die Flüchtlingsströme. Hilfe zur Selbsthilfe und nicht Brosamen verteilen ist der bessere Weg.

Rawbert

Open source Software zerstört doch auch nicht kommerzielle Programme.

Berlinus

Open Source zerstört keine kommerziellen Programme, weil nicht jeder programmieren kann. Mit etwas Glück kann jeder ansprechende Fotos machen, die Masse schlägt den kommerziellen Fotografen. Joes Replik dass man überschüssige Lebensmittel in Entwicklungsländer schickt weil mans kann, ist diesem System nicht unähnlich nur mit schwerwiegenderen Folgen. Wenn Einheimische ihre Produkte nicht mehr verkaufen können, werden sie keine mehr herstellen. Damit geht aber auch viel Wissen über spzialisierte Produktionsprozesse verloren.

joe

Danke, Du hast Gott sei Dank verstanden was ich meinte!

Rawbert

Benutzen kann sie aber jeder. Also kein Argument.

Matthias

Mal ein kleiner Denkanstoß:
auch fotografieren ist ein Produktionsprozess. Und leider geht diese Fähigkeit so langsam verloren, weil viele einfach glauben, dass es reicht, bei einer teuren Kamera den Auslöser zu betätigen…

Conny

Zitat: „…Open Source zerstört keine kommerziellen Programme, weil nicht jeder programmieren kann…“

Naja, die Aussage ist so irgendwie völliger quatsch!

Allein in die Projekte wie Linux, Android und vor allem etliches was Richtung Programmiertools, Compiler, SW-Designtools geht und noch viel mehr, ist heute OpenSource wo die fähigsten SW-Entwickler der Welt und die namhaftestetn IT Unternehmen (Microsoft, Google, Apple, IBM, Intel, AMD …) wo diese SW-Entwickler angestellt sind mitarbeiten.

Nur mal so zur Info ohne OpenSorce gebe es heute kein SmartPhone, kein IPAD, kein Android, kein IOS und die darauf laufenden App’s und Programme und eigentlich fast alles was heute so im Internet möglich ist nicht!

Auch diese Plattform hat Ihre OpenSource Bestandteile!

joe

Rawbert, sorry, aber der Vergleich hinkt nicht nur, der hat ein Holzbein! Nicht böse gemeint!

Rawbert

Nee, sehe ich komplett anders. Wenn hier ein Vergleich hinkt, dann deiner. Fotos und Lebensmittel in die Dritte Welt zu vergleichen, ich bin ein wenig fassungslos. Das hat auch nichts mit verstehen zu tun, meine kognitiven Ressourcen reichen dafür allemal. Schon mal was von cc-by Lizenzen gehört? Was machen die kaputt? Auch die Replik von berlinus: fotografieren kann jeder? Na dann ist es erst Recht keine Erwerbsgrundlage. Völlig daneben…

joe

Rawbert, ich stimme ja in vielem mit Dir überein, aber hier haben wir komplett unterschiedliche Ansichten. Jeder kann tun und lassen was er will, aber mMn ist diese Reaktion dieses Fotografen genau das Falsche. Er schadet allen, die damit Geld verdienen müssen. Wenn Du das anders siehst ist das ok, aber die Situation in Entwicklungsländern zeigt, was auf einem Markt passiert wenn man so handelt.

Rawbert

Joe, das ist doch wirklich monokausal. Die Situation in den Entwicklungsländern hat viele Ursachen, von denen die Lieferung (verdorbener) Lebensmittel aus Europa nur eine ist. Da fallen mir spontan 10 andere Ursachen ein, die ich viel dramatischer finde.
Zum Thema: Wem genau schadet er, den Agenturen doch vorrangig. Musiker, die ihr Album kostenlos ins Netz stellen und um freiwillige Spenden werben (z.B. Radiohead), schaden vorrangig Plattenlabels. FOSS-Entwickler (Darktable, RawTherapee) schaden großen Software-Konzernen, wie Adobe. Wer meint, für eventuelle Mehrleistung Geld ausgeben zu müssen, kann das weiterhin tun, kann weiterhin für tolle Fotos bezahlen.

Matthias

…naja! Musiker, die um freiwillige Spenden werben, verdienen sich wahrscheinlich dumm und dämlich. Erkenne den Fehler….

Leonhard

Sollte da überhaupt ein Fehler sein könnte es sich eigentlich nur um einen Systemfehler handeln. Menschen in unterschiedlichen Berufen verdienen eben unterschiedlich, war immer so, ist so und wird auch so bleiben.

Rawbert

Geht natürlich nur, wenn man schon ein gewisses Standing hat, wie eben Radiohead. Die haben damit jedenfalls mehr eingenommen, als mit Knebelvertrag beim Majorlabel.

Leonhard

Schalte mich hier mal kurz in die Diskussion ein, um einmal einen kleinen Denkfehler aufzuzeigen, der den Dir gemachten Holzbeinfehler zum Doppelholzbein eines Herrn Kritikers werden läßt. Wo liegt zwischen den Bildern und den Lebensmitteln der brutale Unterschied? Ganz einfach: Bei den Bildern: „Jeder hat das Recht auf Eigentum“. Die Bilder sind das Eigentum dieses Fotografen, entweder könnte er, wie einer unserer Starhochzeitsfotografen, die Bilder für bis zu 6.000 € pro Auftrag verkaufen, er kann sie aber auch, weil eben sein Eigentum, auch verschenken, kann jeder davon halten was er will, ändert nichts am Eigentum. Bei den Lebensmitteln für Afrika: Hier greift ja das perverse Subventionssystem der EU und ihrer Mitgliedstaaten, über riesige Summen (zum größten Teil an Großkonzerne) wird über Institutionen eine Marktverzerrung herbei geführt, teilweise als Ausgleichszahlungen, weil man die Rechte der „Bauern“ gewaltig einschränkt. Lebensmittel verursachen, im Gegensatz zu Bildern emense Lagerkosten, also, wohin mit dem subventionierten Dreck, den kein Schwein braucht? Genau, nach Afrika, die haben ja Hunger, weil ihre Bauern mit den Subventionsempfängern nicht mithalten können. Es geht also nicht um Eigentum, es geht um politische Schiebereien, da liegt der Hase im Pfeffer. Und Du hast recht, alleine Fangquoten für Fisch vor den Küsten Afrikas… Weiterlesen »

Mathias

Hallo Leonhard und absolut richtig. Ein großer Teil des Problems – wir profitieren davon, es ist bequem, die Auswirkung weit weg – und die Ursache und Wirkung so drastisch, dass sie einfach keine glauben will. Aus meiner Sicht ist die Handlungsweise von Markus gut. Ob einzelne Fotografen da Schaden nehmen? Aus meiner Sicht unwahrscheinlich, aber möglich. Aber welche Handlungen sind heute Nebenwirkungsfrei? Wichtiger ist doch, dass wir aus der Spirale rauskommen – „Ich alleine kann doch eh nichts tun, also tu ich nichts“ und damit den Missständen in Form krimineller Energie beim Geld drucken in dieser Welt, auch wie von dir beschrieben, Tür und Tor öffnen. Und die Diskussion hier zeigt, sie kommt nur in Gang, wenn Einzelne anfangen, deutlich über das Normal hinaus zu agieren! Und ja – auch ich tue noch viel zu wenig!!! Und nochmal ein kurze Einlassung von oben hier wiederholt: Es gibt übrigens einen Teil im US amerikanischen Steuerrecht, denn würde ich (als einziger Teil des US Rechts) sofort hier übernehmen – alle Staatsbürger mit Sitz im Ausland müssen eine Steuererklärung als Deltarechnung Wohnsitz zu Heimatland abgeben – und in der Regel damit nachzahlen (Stichwort Steuerflüchtling). Natürlich könnte man das verweigern, aber dann bitte die… Weiterlesen »

Leonhard

Ja, Du hast vollkommen recht, ausserdem gilt der Spruch „viel hilft viel“ eben nicht immer, so ist die Doppelmoral auch keineswegs doppelt so gut als die Moral, nur so als Beispiel. Wenn ich an einer Umweltsauerei verdiene, dann brauche ich mich nicht aufzuregen, wenn andere mit der gleichen Schweinerei mit dem Faktor 1.000 oder 10.000 verdienen. Konsequenzen kann ich nur fordern, wenn ich selber konsequent bin. Es ist ja billig, wenn hier der Eine oder Andere immer auf meine Leute schimpft, aber, wo bleibt dann die konsequente Handlung solcher Leute. Sagen wir, Du stehst am Flughafen, wärst einer dieser Schimpfer, fragst den neben Dir stehenden Piloten, wo denn der Rohstoff für diesen Flug (wird Dir sicherlich keiner sagen können) herkommt und der antwortet Dir „eben genau von diesem Staat“. Was machen dann die meisten Leute, kommt dann „zurück nach Hause, Urlaub auf Balkonia“? Aber zu 99% sicherlich nicht, dann kommt wieder „also ich unterstütze DIE ja nicht, aber was will ich jetzt machen, ist doch gebucht!“ Ich frage mich auch, was da Staaten eigentlich böses machen, was alle anderen Staaten nicht auch machen, macht die Sache auch im Einzelfall nicht besser, aber wir sollten mal aufhören, mit Verlogenheit Moralwissenschaften betreiben… Weiterlesen »

Mathias

Sehr gut – Doppelmoral und Konsequenz fängt bei jedem selber an. Und man kann anfangen, auch wenn immer nicht mehr gehen wird, ein Anfang ist ein Anfang…

Ist bei dem aktiven Nutzen von Steuerschlupflöchern, ein paar Kilometer mehr für die Entfernungspauschal hier oder komplexe Konstrukte zur rechnerischen Vermeidung von Gewinnen dort (eben je nach den finanziellen Möglichkeiten und nur, weil es möglich ist, ist es nicht richtig und so gewollt, damit aber kein Unterschied) das Gleiche: Es ist eine Frage von Moral und Anstand und nicht ein Frage „machen ja alle so“! es fängt eben im Kleinen an.
Deine Beispiele analog. Und wenn ich mich auf die Straße klebe als Umweltprotest, dann darf ich aber nicht eine Woche später in den Urlaub fliegen!

Nun ja, wir werden die Welt nicht retten – aber vielleicht schon allein durch solche Diskussion einen kleinen Beitrag leisten – ich geh mich jetzt rasieren und hoffe, ich kann noch in den Spiegel schauen.

Ist das eigentlich der ein Fotoblog? 🙂

Leonhard

Es geht ja hier um die Frage, ob einer seine Bilder verschenken darf oder nicht, genau dies ist ja die Basis für solche Betrachtungen.

Und ja, der J.F. soll mal aufhören zu motzen und seinen Allerwertesten wieder hier rein bewegen, auch für Diskussionssuppe braucht es Würze, sollte er mal drüber nachdenken.

Mathias

Aber den J. Friedrich kann ich trotzdem nicht ersetzen – der fehlt hier….

joe

Der Denkfehler: dies gilt nur für Privatpersonen, Firmen können ihre Gewinne zum Beispiel in Irland Holland oder Luxemburg zwischenlagern! In den USA hat man noch in den 60er Jahren auf hohe Einkommen hohe Steuern bezahlt, das hat sich bis in die 80er Jahre stark verändert. Stichwort Ronald Reagan und wurde unter Trump noch extremer. Ergebnis: marode Infrastruktur, Vergrößerung der Einkommensschere zwischen arm und sehr reich.

Mathias

Kein Denkfehler – ich meine konkret Privatpersonen. Für ich gehören staatsbürgerliche Rechte und Pflichten immer auf eine Ebene – auch nach der Wahl eines Wohnsitzes (besonders im steuerbegünstigten) Ausland.
Denn auch bei Privatpersonen – auch dort wird getrickst, bis der Arzt kommt – je mehr Geld, je mehr Möglichkeiten…und weil es nicht konkret im Gesetz als verboten verankert ist, man nicht alles beschreiben kann, fühlt man sich nicht mal schlecht dabei….ist ja schließlich formal legal.
Sparen auf Kosten anderer und Steuerbetrug als Wettkampfform – und die Sieger bekommen recht…

Bei Firmen – tja, Lobbyismus vom Feinsten….auch hier heiligt der Zweck in Form des Gewinns jegliche Mittel. Das hast du völlig korrekt beschrieben.

Leonhard

Denkfehler eigentlich nicht, aber man kann unter einem einzigen Gesetz eben nicht alle möglichen Fälle erfassen.

In diesem US-amerikanischen Steuergesetz geht es ja um Inhaber einer US-Staatsangehörigkeit, greift natürlich nicht bei juristischen Personen, da diese ja keine Staatsangehörigkeit im eigentlichen Sinne haben.

Haben wir eine 100% Tochter eines US-Konzerns, dann müßte die Mutter auch die Gewinne, die sie einstecken würde versteuern, aber eben nur, wenn dann überhaupt Gewinne ausgeschüttet werden, trifft zumindest in Europa aber auch auf Privatpersonen zu, wenn eine Firma keine Gewinne ausschüttet, dann gibt es eben auch keine ausländischen Einkünfte, was die Firma vor Ort an Gewinnen macht hat der Anteilseigner ja nicht bekommen, auch wenn er dadurch reicher wurde, eben über den Firmenwert.

Wie war es denn bei Schröder? Erst machen die selber Gesetze, dann nutzen Leute diese Gesetze und dann stellt sich dieser Herr hin und spricht von „Vaterlandslosen Gesellen“. Kann man ja heute nur noch drüber lachen, jedenfalls wenn man nicht kotzen muss!

Mathias

Inhaltlich eigentlich nichts hinzuzufügen.

Trotzdem als Ergänzung – solange wir nicht wieder zu mehr Anstand und Respekt und zu Ehrlichkeit kommen, solange der Gewinn über allem steht und kriminelle Energie belohnt wird, solange jeder (unabhängig vom Verdienst!!!) die Chance auf sagen wir mal halb legale Zugewinnmöglichkeiten (Entfernungspauschale, Schiffsfonds….) ergreift mit der Begründung „Machen ja alle so“, solange die Nutzung günstigerer Steuersätze im Ausland und damit die Reduzierung der staatsbürgerlichen Pflichten nicht einhergeht mit einer Reduzierung der staatsbürgerlichen Rechte (ich meine die Vettels dieser Welt) – solange wird sich nichts ändern und werden wir den sozialen Frieden nicht erhalten können.

Leonhard

Ich ergänze dann noch einmal, nur zur Komplettierung: Unser Staat wirft Geld mit vollen Händen aus dem Fenster, nur, wenn es um die ganz wichtigen Dinge geht, dann hat man plötzlich eine unverantwortliche Sparsamkeit, wenn man „Berater“ braucht. Dort greift man dann zur Beurteilung sehr wichtiger Dinge für das Allgemeinwesen auf Ratgeber zurück, die, wie jeder genau weiß, auf den Gehaltslisten der üblichen Verdächtigen stehen. Dort kommen dann die genialen Ideen, welche die legalen Streiche von morgen sind. Leider in allen Bereichen so! Zum Teil auch reiner Dummheit geschuldet, habe das Märchen hier glaube ich schon mal erzählt: Es war einmal ein Hinterbänkler, der mußte, damit man sieht, dass er noch lebt, eine Rede zu einem Thema halten, wovon er rein gar keine Ahnung hatte (was auf so ziemlich alle Themen zugetroffen hätte). Am Tag davor immer noch keine Rede, da fragte er einen Mithinterbänkler, was er wohl machen könnte. Die Antwort brachte die Erlösung: „Mensch, da draussen, da sitzt doch der nette, junge Herr Professor, der kennt sich da aus wie sonst kaum einer, der schreibt Dir sicher was!“ Die Rede löste Begeisterung aus, insbesondere bei dem Konzern, wo der nette Herr Professor im erweiterten Vorstand saß, ich haue… Weiterlesen »

Mathias

Dieser Beitrag – 100 Punkte von 10 möglichen!!!

joe

Leonhard es ist schon etwas komplexer und komplizierter, aber hier ist der falsche Ort dieses Thema weiter zu diskutieren. Zurück zum Fotografen. Der Mann hat nicht aus Trotz und Wut gehandelt, sondern wohlüberlegt und es ist sinnvoll und hilfreich was er tut! Damit schliesse ich – für mich – dieses Kapitel und Friede, Freude und Eierkuchen mögen einziehen!

Rawbert

Ganz deiner Meinung!

joe

Rawbert, beenden wir diese Diskussion, es führt zu nichts. Du hast Recht, der Typ hat richtig gehandelt und meine Vergleiche sind an den Haaren herbeigezogen. Und alles ist wunderbar.

Rawbert

Friede sei mit dir!

lichtbetrieb

Wer unrechtmäßig ein Foto verwendet gehört definitiv sanktioniert. Das ist ein Nogo. Für mich ist das Teilen von cc freien Bildern vor allem ein Marketingthema um Relevanz für meine Seite und Namen zu generieren. Und wenn jemanden Existenz von Stillleben aus der Region, bzw. Nahaufnahmen alles rund ums Thema Hochzeit ist, dann ist sowieso grundlegend was schiefgelaufen.

Ich sympathisiere deswegen mit der Idee, weil diese besch*** Stockseiten Agenturen Verbrecher sind. Selbst ohne gratis Stockseiten lassen sie gute Fotografen am langen Arm verhungern. Wieviel man für ein Foto erhält ist bei den meisten gestaffelt, d.h. Um ordentlich was vom Kuchen abzubekommen, muss man unrealistisch viele Downloads generieren. Kaum einer kann jemals davon leben. Ohnehin Ist i.d.R. nur noch das persönliche Bild etwas wert. Also wenn es für einen bestimmten Zweck in Auftrag gegeben würde. Daher sind wir eigentlich Dienstleister, die für den Aufwand bezahlt werden. Das sollte der Staat mal anpassen. (Keine Handwerkskammerpflicht, Dienstverträge usw. )

Andreas

Ich denke, man sollte es nicht pauschalisieren, wenn etwas geändert werden soll, man das „System“ blöd findet sollte man sich auch an der Änderung beteiligen, mit den ganzen Creative Commons Lizenzen kann man gut arbeiten. Verschenken an solvente Konzerne finde ich blöd weil es ja nur zu deren Umsatzmaximierung beiträgt. Vereine und Non-Profit-Organisationen zu unterstützen finde ich gut und richtig und wichtig!

Alfred Proksch

Um beim verschenken von Bildern zu bleiben: Seit Einführung von digitalen Bilddatenbanken, besonders aber seit der Benutzung von Bild erzeugendenden Sensoren innerhalb der Fotografie haben sich die erzielbaren Honorare gegen NULL entwickelt. Berücksichtigt man das jedes Jahr mehr als die unvorstellbare Anzahl von EINER BILLION Bilder und Videos in die Cloud gestellt werden dann wird der letzte erkennen das das einzelne Superbild nur einen Scheißdreck an materiellen Wert haben kann. Soweit so klar und in keiner Form beeinflussbar. Mein Gott was habe ich vor 10-15 Jahren alles unternommen um den bereits absehbaren Veränderungen etwas entgegen zu setzen. Genutzt hat es NIX !!! Persönliche Konsequenzen aus diesem Dilemma habe ich schon vor Jahren aus der Tatsache gezogen das trotz einem Auftrags Plus am Jahresende weniger Gewinn übrig geblieben ist. Nach sorgfältiger Analyse (Foto Abteilung Bilanz) und meinen anderen Geschäftsfeldern war schnell klar das dieses Gewerk keine kommerzielle Zukunft hat. Firma abgemeldet und fertig. Weil mir Bilder machen Spaß macht benutze ich jetzt das Studio rein privat und zum Vergnügen. Es macht keinen Sinn sich mit politischen „Systemvergleichen“ zu beschäftigen weil wir alle egal wo wir leben nach Anerkennung streben. So sind wir als Menschen programmiert. Was erstrebenswert ist und was nicht… Weiterlesen »

Matthias

Alfred,
da gibt es eigentlich wenig hinzuzufügen.
Also meine Unterschrift hast Du…

Mathias

Hallo Alfred – siehts die das Dilemma so dramatisch pauschal über die gesamte Branche?

Überall dort, wo es persönlich wird (Hochzeiten etc…) nutzen mir die Datenbanken wenig.

Im persönlichen Umfeld habe ich die letzten Monate einen regelrechten Auftragsboom erlebt in Richtung Hochzeiten, Events, Fotoshootings etc…wie ist denn da deine Erfahrung?

Sport hatten wir ja schon oft das Risiko, dass das einzelne Bild aus dem Videostream die größte Gefahr darstellt.

Bei dir im Studio – gibt es da hauptsächlich im Produktfotografie?

Alfred Proksch

Das Problem ist nicht die Auftragslage auch nicht die Bildqualität sondern besonders bei Hochzeiten (Zeitaufwendig in jeder Hinsicht – An/Abreise) sondern der durchsetzbare Stundensatz. Sowie ein angemeldetes Gewerk den Auftrag übernimmt gibt es eine ROTE Linie die nicht unterschritten werden darf. Was „Onkel“ Heinz mit seinem professionellem Equipment in seiner Freizeit macht ist uninteressant.

Die einzigen übrig gebliebenen nicht durch KI ersetzbaren fotografischen Sparten sind Events aller Art und die nicht vom Sportfernsehen abgedeckten eher regionalen Sportereignisse. Die „Fotokunst“ hätte ich fast vergessen.

Leonhard

Dies Problem hat man aber in vielen Berufen, den deutschen Reiseleiter hat es ja in der Masse nie gegeben, die Konkurrenz von „Onkel Heinz“, der ortskundigen Fettleber war da einfach zu groß. Wenn „Onkel“ Heinz abends vollgesoffen war und einen Hunni gemacht hatte wars gut für ihn, davon kann kein Selbstständiger Krankenkasse und und und bezahlen.

Große Probleme sehe ich auch weniger in diesem Einzelfall hier, aber wenn man „Wettbewerbe“ bei den üblichen Verdächtigen macht und Massen Mensch Bilder schicken, deren Verwendung dann in der Hand der Gewinneraussucher liegen, dann wird es schon haarig!

Das größte Problem sehe ich aber in unserem Lieblingsthema, der neuen Technik!
Bei der R3 gibt es diesen wunderbaren „fokusier wohin Du guckst Modus, mein Eheweib liebt den, mir ist der Unfug zu blöde und auch zu langsam, aber, wenn die Technik es immer mehr jedem Zupfgeigenhansel ermöglicht, akzeptabelle Bilder zu machen (mehr will die Masse ja gar nicht), dann wird es immer schwerer für gelernte Fotografen, sich gegen diese Armee zu wehren.

Matthias

…aber während Onkel Heinz noch seinen Akku wechselt oder auf den Zwischenspeicher wartet, um das nächste Foto machen zu können, weil er wieder mal einen Boost zum falschen Zeitpunkt rausgelassen hat, ist die Szene gelaufen. Man kann das anschließend natürlich wortreich erklären, hat aber trotzdem kein Foto vorzuweisen. Erkennst Du den Unterschied? Okay, einige sogenannte Profis haben auch diese Probleme…

Leonhard

Die Probleme haben alle, jedenfalls wenn sie keinen Plan haben: Mir hat mal ein Pfaffe erzählt, da hat ein Profi eine Taufe fotografiert. Als der Taufakt vollzogen war kam diese Schnarchnase und fragte, ob der Pfarrer die Taufe noch mal machen könnte, er hätte Probleme mit dem Akku gehabt. Aber auch Hobbyisten haben mit Problemen zu kämpfen, teilweise weil die Modelle kein Hirn haben, uns ist folgendes passiert: Ich konnte nicht fotografieren, weil ich den Täufling mit dem langen Taufkleid über dieses komische Taufbecken halten musste, ergo meine Frau für die Bilder. Die knipste. knipste und knipste und hatte auch, hätte ich bei ihr auch nicht anders erwartet, alles im Kasten. Zuhause angekommen kam dann der kritische Kommentar: „Wieso hast Du auf allen Bildern so verbissen geschaut?“ Meine Antwort darauf: „Damit ich nicht vor Lachen losbrüllen mußte!“ Da mein Eheweib ja nun nichts versteht aber dies reichlich gab ich ihr den Tip, sie solle sich mal den Schnuller des Burschen genauer betrachten. Meine nie nicht verpeilte Tochter hatte dem Mann einen wunderschönen „halt die Schnautze Sauger eingeführt“, selbigen mit einem ganz herrlichen Piratenkopf aufgedruckt und wenn wir ein Video gemacht hätten (was wir nie tun), dann hätte man dieses als… Weiterlesen »

Matthias

Eher nicht! Aber wenn ich irgendwie persönlich involviert bin, komme ich gar nicht auf den Gedanken, eine Kamera mitzunehmen. Das gilt übrigens auch für Sonnenuntergänge am Meer…

Mathias

Das ist wirklich schade, da ein tolles kreatives Handwerk so langsam ausstirbt.
Das positive wiederum, dass die neuen Möglichkeiten einer Vielzahl an Menschen die Möglichkeit gibt, in eine neue Welt einzutauchen, die zu analogen Zeiten so nie möglich gewesen wäre.

Aber du hast es schon richtig beschrieben – manche Züge sind nicht aufzuhalten. Aufpassen, dass man nicht direkt davor steht, wenn er losfährt oder mit Volldampf auf einen zu rast und nach Möglichkeit auf einen aufspringen, der das Ziel „persönliche Chance“ hat.

Fall Du mal in deinem nun privaten Studio über Kurse und Workshops (zu einem für dich angemessenen Stundensatz) nachdenkst, hast du hier eine verbindliche Blindreservierung!

Hoffe, ich darf auch mit einer oldfashion DSLR anreisen… 🙂

Matthias

…es geht ja gar nicht um Datenbanken. Die waren immer schon der letzte Ausweg. Es geht nur darum, dass der Wert eines guten Fotos nicht mehr bezahlt wird. Wie Alfred schon sagte, gibt es eine rote Linie, die man nicht unterschreiten sollte, weil man sonst nämlich Geld mitbringen muss. Die Kostensituation stellt sich natürlich anders dar, wenn man es im Nebenerwerb betreibt…

Mathias

Sehr gut und richtig!

Matthias

…nur mal zur Erinnerung:
Photografix befasst sich mit News, Gerüchten, Kaufberatung, Deals, Inspiration und Praxis. Inhaltlich angesiedelt rund um den Themenbereich Fotografie. Irgendwie sehe ich da in den Kommentaren keinen Zusammenhang mehr. Geschweige denn zum Inhalt von Jonathan`s Artikel. Für die Politfachleute hier gibt es doch bestimmt andere Seiten, auf denen man sich moderiert auskotzen kann.
Also mich hat gestern eine Wespe gestochen…:-))

Mathias

Dem ist nichts hinzuzufügen – sorry für die politischen Einlassungen.

Matthias

…kann man ja machen. Mark und Jonathan sind da in der Regel sehr geduldig. Irgendwie entgleitet es aber schnell :-))

Leonhard

Also solche Diskussionen kommen eben bei gewissen Themen in Gang und entwickeln dann eine gewisse Eigendynamik! Gerade jetzt im Sommerloch sehe ich darin noch nichts wirklich böses, klar, irgend wann muss die Redaktion mal die Reisleine ziehen, was man aber auch gerne der Redaktion überlassen darf.

„Da verschenkt einer seine Bilder!“

Ja und, letztendlich für den Kameragesamtmarkt in etwa so relevant wie wenn einer seine Lebensgefährtin vermietet oder sich einer von einer Wespe stechen läßt.

Was uns zum Beispiel rein gar nichts angeht ist die Tatsache, was für eine Wollmütze der Mann auf dem Foto trägt oder nicht, seine Art, sich zu kleiden und die Mütze möchte er ja nicht verschenken.

Aber Gedanken zu seinen Beweggründen kann man ja mal äußern, sonst hätte man ja das ganze Interview weg lassen können und in diesem Gespräch kamen ja seine Sicht auf Dinge zum Ausdruck, welche dann in den Grundzügen von einigen so geteilt wurden, von anderen wieder nicht, was zu deren Darstellung führte, Gegenrede, erneute Gegenrede und und und …….

Da ich ein mitfühlendes Herz bin noch eine Frage: Gehts der Wespe gut?

Matthias

Der Wespe geht es gut, denn ich habe ihr das Leben geschenkt. Wobei wir wieder beim Thema des Artikels wären. Also schenken:-))

Rawbert

Genau, und dich zwingt auch niemand, deine Aufmerksamkeit den Kommentaren zu schenken, die nichts mit Fotografie zu tun haben…
Aber du hast schon Recht, es ufert oftmals aus, bin ich nicht ganz unbeteiligt.
P.s. Verwirrend, ein Matthias und ein Mathias.

Matthias

:-)) hat aber nichts mit der neuen Rechtschreibung zu tun. Es gibt da noch weitere Alternativen. Und inhaltlich gibt es zwar Schnittpunkte aber wir sind da nicht gleichgeschaltet…

Alfred Proksch

Wenn ich so über Bilder „verschenken“ reflektiere fallen mir sofort meine Bildrechte ein. Die Frage ist immer ob es sich lohnt dieses Recht einzuklagen, besonders wenn der Rechtsverletzer außerhalb der EU sitzt. Riesen Konzerne betreiben sogenannte Bildagenturen die Fotos für 1 Dollar mit allen Rechten verkaufen der Fotograf bekommt hingegen nur einige Cent. Rechenaufgabe: Wie oft muss ein Bild verkauft werden damit ein monatliches Einkommen von brutto 5.000,- Euro erwirtschaftet wird? Oder wie viele Einzelbilder muss der Fotograf in die Bildagentur einstellen um 5.000,- Euro brutto zu erwirtschaften? Den Kampf um gerechten Umgang mit geistigem Eigentum oder zustehenden Rechten haben wir mit der Einführung diverser globalisierter Verkaufsportale schon lange verloren. Nicht das mich jemand falsch verseht: Ohne digitale Technik wäre es echt scheiße! Was mich stört ist das weltweit gültige Internet Regelungen NICHT erreichbar sind. Dadurch sind Türen und Tore für jegliche Art von Missbrauch geöffnet. Die Durchsetzung von bei uns geltenden Rechten durch die Justiz ist nicht gegeben. Was soll ich davon halten? Für mich hat der Fotograf der seine Bilder verschenkt einen verständlichen Schritt gemacht indem er sich nicht mehr um Bilder von gestern kümmert (nichts ist uninteressanter als die Zeitung von gestern) und deswegen entspannter aktuelle Fotos… Weiterlesen »

Leonhard

Lieber Alfred, leider haben wir dieses Problem ja nicht nur bei den Fotografen, weltweit haben wir eine gewaltige Schieflage, was die Bewertung von Arbeit betrifft. Wir verkaufen gerade Schwiegermutter ihr klein Häuschen. Die unterschiedlichen „Gewerke“ rechnen dann ihre Leistung ab, Rechnungen, da brennen einem die Augen, ausser dem netten Entrümpler, der machte ein Angebot, da dachte ich so bei mir: „Wenn Du rechnen kannst bin ich Karl Gustav Adolf von Schweden!“ Am ersten Tag wurde er auch ein wenig sauer, angeblich hatte er nicht verstanden, dass da Dinge an verschiedene Orte im gleichen Ort gebracht werden sollten. Da ich nun meine Pappenheimer kenne habe ich mir den Mann (die schufen wirklich wie die Brunnenputzer) mal auf die Seite genommen und ihm erklärt, er soll sich mit seinem Angebot doch bitte den A….. auswischen, nach beendigung der Arbeit soll er zusammenrechnen, was er haben muss und mir dann die Rechung stellen, den Betrag hätte er am selben Tag noch auf dem Konto. Leider machen sich viele Leute weltweit heute einen Sport daraus, den Sesselfurzern jeden gewünschten Betrag anzuweisen, wenn sich aber eine solche Truppe quält wie ein Hund, dann meinen einige, man müsse genau dort sparen, nur weil der mit spitzem… Weiterlesen »

joe

Leonhard, genauso macht man das! Das ist halt „alte Schule“. Ich habe Zwei Wohnungen und ein Haus gebaut. Ich hatte nie ein Problem mit Handwerkern im Gegensatz zu vielen anderen die vor Gericht landen. Ich bin täglich auf die Baustelle, habe geschaut ob es so gemacht wird wie auf dem Plan und wenn mal etwas schief lief war höchstens ein halber Tag verloren. Beim Dachausbau waren es z.B. weit über 30°, da habe ich jedem Arbeiter 100.-CHF in die Hand gedrückt und gesagt Hitzezuschlag. Bei dem, der den Dielenboden verlegt hat (arbeitete auf Akkord) habe ich gesagt ich gebe ihm 500.-CHF extra, aber ich will es perfekt. Genauso beim Bad als der Marmor verlegt wurde, lieber absolut perfekt und die Leute dafür entlohnen als jeden Cent zu sparen und am Schluss vor Gericht landen. Oder für den Ausbau habe ich zwei Angebote eingeholt, das war eine aufwendige Sache, daran sassen die mindestens zwei Tage, dann habe ich dem, den ich nicht genommen habe 1’500.-CHF überwiesen. Die Handwerker sind wirklich dankbar dafür und machen von sich aus dann einiges mehr und besser als sie müssten. Alles eine Frage des Respekts vor der Leistung anderer. Wer viel und gut arbeitet soll auch… Weiterlesen »

Leonhard

Ich habe als Besitzloser noch nie was gebaut, war auch gut so, man kann es eh niemals irgend jemandem recht machen.

Meine kleinen Männer haben jetzt ein Haus gekauft, Ölheizung, Wasser über Wärmepumpe, Kaminofen im Wohnzimmer, 270qm Wohnfläche.

Habe ich meinen Nebelkrähen am Telefon erzählt, die Antwort war dann: „Wieso kaufst Du so eine Hundehütte?“

Trotz Besitzlosigkeit waren mein Eheweib und ich immer glücklich, das Töpfchen hat sein Deckelchen gefunden, wir wollten immer nur haben, was wir brauchten, was wir uns hätten leisten können war uns immer vollkommen egal, wofür es aber schon viel Kritik von den lieben Kindlein gab, aber wen kratzt es?

joe

Ich konnte mir nie Miete vorstellen, aber jeder hat andere Bedürfnisse.

Rolf Carl

Hat aber Verteile. Bei meiner Eigentumswohnung musste ich mich um alles selber kümmern, was manchmal echt mühsam war. Kürzlich ging bei meiner Mietwohnung die Lüftung kaputt. Telefon an die Vermieterin und den Monteur empfangen, damit wars erledigt.

Beim Bau meiner Eigentumswohnung war ich nach dem ersten Fehler übrigens auch jeden Abend auf der Baustelle und konnte einige Fehler gleich verhindern: Falsch verlegte Platten im Badezimmer, Nische beim Chemineeofen und noch einige andere. Ich würde es wieder so machen, spart Ärger und Frust.

Alfred Proksch

Servus Leonhard

Was braucht der Mensch? Wenn man es herunterbricht – ein Dach über dem Kopf – genug zum Essen – einen Partner mit dem er sich versteht !!

Alles andere sind Annehmlichkeiten oder wenn es noch mehr sein soll nennt sich das Ding Luxus.

Leider haben Intelligenz und Bildung nichts miteinander zu tun. Geltungsdrang und Macht sind neben der Kohle die treibenden Kräfte.

joe

Leider haben Intelligenz und Bildung nichts miteinander zu tun… Leider!

Leonhard

Intelligenz; lassen wir dieses Thema, bei Bildung ist leider auch Einbildung eine Bildung und wer sich auf seine Bildung viel einbildet, leidet meist unter Einbildung, habe ich jedenfalls immer wieder feststellen müssen. Luxus ist für mich der Sieg über die Eitelkeiten, wer sich zum Sklaven seines Besitzes macht, der hat schon verloren, ich will leben wie ich will, nicht wie mir mein Besitz mir dies vorschreibt, sonst macht man sich zum Diener seines Mammon. Meine Sicht zur Bildung ist folgende: Wenn einer einen Titel (oder zwei) hat, aber in seinem Fachbereich eigentlich nie oder nur kurz gearbeitet hat, dann darf er diese Titel auch nicht führen (sieht Thomas als Jurist anders), denn es sind Leistungsauszeichnungen dieses Fachgebietes und sonst rein gar nichts. Gehts um mein Fachgebiet, versuche ich zumindest die Schnautze zu halten, ob es immer gelingt ist eine Frage, die ich selber nicht beantworten kann. Leider geht mir aber hin und wieder auch der Gaul durch, wenn dann Weisheiten anderer Disziplinen hier auftauchen, auf die Harvard-Dozenten schon 25 Jahre Rente bekommen, aber egal, ich haue jetzt hier endgültig ab, also aus diesem Artikel. Eins noch, lieber Alfred, bleib wie Du bist und mache beim Fotografieren genau Dein Ding, denn… Weiterlesen »

Rolf Carl

Hallo Leonhard,

noch ein kleiner Gedanke zur Bildung. Wer eine höhere Ausbildung absolviert, hat auch eine bessere Allgemeinbildung, denn es wird ja nicht nur der Fachbereich geschult. Letzterer ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i, oder die Kernkompetenz, wenn dir das besser gefällt. Der Vorteil einer höheren Ausbildung ist auch, dass man die Fähigkeit erlangt, sich schneller in andere Gebiete einarbeiten zu können. Dabei spielt auch die Intelligenz eine Rolle, und natürlich vor allem die Motivation, denn ohne die geht gar nichts.

Leonhard

Lieber Rolf,

nur genau hier macht man in der Ausbildung seit Jahren Rückschritte, zwangsläufig, da das Wissen eben immer mehr wird muss eine Spezialisierung stattfinden und der allgemeine Teil tritt in den Hintergrund.

Motivation, also Antrieb kommt auch von Trieb, womit wir uns klar werden müssen, jeder Mensch kommt auch bereits mit einer Grundmotivation auf die Welt, klar, kann man fördern, aber nur soweit, wie der Einzelne dann motivierbar ist.

Hochintelligenter und Vollidiot, wäre eine einfache Sache, wenn es hier um eine Gerade ginge, handelt sich aber eher um eine Kreislinie, was zur Folge hat, dass da die Mengenlehre zum Tragen kommt, die Schnittmenge hochintelligenter Vollidioten darf man nicht unterschätzen.

Du hast mir mal irgendwann geschrieben, ich solle bei einem Knaben eine Fähigkeit fördern, habe dazu nicht geantwortet, aber, da es ich bei dieser „Gabe“ um ein Merkmal des frühkindlichen Autismus (Kanner Syndrom) handelt habe ich es lieber gelassen und andere Fördermodelle gewählt.

Rolf Carl

Ist mir jetzt nicht ganz klar, was du mit dem letzten Abschnitt meinst. So habe ich das sicher nicht gesagt, denn das sagt rein gar nichts aus. Generell ist es aber so, dass es sinnvoller ist, die Stärken zu stärken als die Schwächen übermässig zu fördern. Förderung funktioniert auch bei autistischen Kindern und Jugendlichen, fast immer ist dabei aber die Unterstützung von geschulten Päd-/Agogen von Vorteil.

Leonhard

Nein, so hast Du es nicht gesagt, aber ich wollte die Sache nicht erneut schreiben, geht um kleine Verwandschaft. Der Pursche kriegt jede Unterstützung, die er bekommen kann, dafür hat man ja einen Opa. Sehr stark vereinfacht wollte ich auch nur ausdrücken, ein Gehirn ist einem Notebook sehr ähnlich: Rechts sitzt die CPU, die ist für die schnellen Berechnungen der Software verantwortlich, links die GPU, die für Spiele, Grafik (oder emotionales) verantwortlich ist. Die Beschränkung liegt in der maximal bereitstellbaren Energie, die sich auf CPU und GPU verteilen. Auch wenn man alles volle Kanne einbaut muss man die Stromleistung senken, was die Leistung senkt. Je nach dem, wie das Notebook gebaut ist kann man dann besser „naturwissenschaftliches“ oder „künstlerisches“ damit machen, auch hier gibt es die eierlegende Wollmilchsau nicht. Dies war nun die Antwort auf Deine „unterschiedlichen Gebiete“, ja und nein, eben wegen der Hauptleistung, die so ein Ding hat, insgesondere im Bereich der Techniker findet man sehr viele, bei denen kriegt man gewisse geisteswissenschaftliche Sachverhalte aber auch gar nicht in die Birne, genau wie man einem Geisteswissenschaftler manchmal nicht erklären kann, dass es bei einem Gewinde eine Auf- und Zurichtung gibt. Eine mitfühlende Seele ist was wunderbares, die kann… Weiterlesen »

Rolf Carl

Muss dich leider enttäuschen, Leonhard, ich habe zuerst ein Technikum absolviert und später noch im Pädagogischen Bereich studiert. Das eine schliesst das andere nicht aus. Zwischendurch habe ich zudem noch eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen. Wer heutzutage nur einen Abschluss macht und sich dann auf den Lorbeeren ausruht, wird es ziemlich sicher nicht weit bringen. Das Lernen selber will schliesslich auch gelernt sein, und der grosse Vorteil von Leuten, die immer am Lernen sind, ist eben, dass sie sich enorm schnell in neue Gebiete einarbeiten können. Wer sich heute nicht das ganze Leben lang weiterbildet, egal in welchen Bereichen, verliert über kurz oder lang den Anschluss.

Übrigens sind Computer immer noch ziemlich blöd, sie haben einfach das bessere Gedächtnis. Emotionen? Fehlanzeige, die wissen noch in 50 Jahren nicht, was das ist. Wissen verknüpfen? Vergiss es. Da haben auch autistische Personen noch das grössere Potential.

Leonhard

Du sprichst jetzt von einer Person, ich rede hingegen von der Regel, von der natürlich der eine oder andere abweicht, da es in Bezug auf den Einzelnen kaum anwendbare Regeln gibt. Die Theorie vom „emotionslosen Autisten“ ist eh ein längst widerlegtes Amenmärchen, die Art, wie Menschen ihre Emotionen zum Ausdruck bringen und die Unfähigkeit der Anderen, dies dann zuordnen zu können ist hier viel eher das Problem. Genau wie es eben bei der Embryogenese fatal sein kann, wenn Hirnwachstum zu langsam, aber auch zu schnell passiert, beides nicht gut. Lebenslanges lernen ist nicht mal so sehr wegen dem Ball wichtig, den z.B. ich schon seit etwa 10 Jahren nicht mehr spiele, aber trotzdem muss man sich mit etwas neuem beschäftigen. So meinte man ja auch sehr lange Zeit, im Hirn würde bei alten Menschen nichts mehr nachwachsen, was der Zahn der Zeit zerstört, vollkommen falsche Annahme, beim gesunden Menschen bleibt alles wachstumsmäßig im grünen Bereich, aber, wenn Opa auf der Bank sitzt, sein Pfeifchen raucht und Gott einen guten Mann sein läßt, dann fehlt das Muskeltraining für die rosa Zellen, da liegt der Hase im Pfeffer, quasi Verblödung über Nichtbenutzung. Computer sind weder blöd noch klug, es sind elektronische Geräte,… Weiterlesen »

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