Marktgeschehen

Nach über 100 Jahren: Arri wechselt den Besitzer

Der Münchner Kamerahersteller Arri hat einen neuen Eigentümer. Der Unternehmer Thomas Riedel übernimmt das Traditionsunternehmen.

Thomas Riedel, Gründer und Alleineigentümer der Riedel-Gruppe, hat den Münchner Kamera- und Lichthersteller Arri übernommen. Riedel setzte sich laut Arri in einem internationalen Bieterverfahren durch. Es ist die bislang größte Übernahme in der Geschichte des Wuppertaler Unternehmers.

Die Riedel-Gruppe ist auf Audio-, Video- und Dateninfrastruktur für Broadcast, Live-Events und Sportproduktionen spezialisiert. Mit der Übernahme entsteht eine strategische Verbindung, die von der Kameraoptik bis zur Distribution reicht. Arris Ökosystem aus Kamera-, Licht- und Systemtechnik ergänze das bestehende Portfolio der Riedel-Gruppe und eröffne beiden Seiten neue Marktchancen, so die Unternehmen.

Beide wollen vor allem im Bereich Live-Entertainment und Sport gemeinsam integrierte Lösungen entwickeln. Als erstes gemeinsames Projekt soll Arri-Kameratechnik beim Eurovision Song Contest zum Einsatz kommen, bei dem Riedel als Technologiepartner fungiert und NEP die Produktion verantwortet.

Arri wurde 1917 gegründet und war seitdem durchgehend in Familienbesitz. Das Unternehmen gilt als globaler Maßstab in der professionellen Filmtechnik und wurde 20 Mal mit wissenschaftlich-technischen Oscars ausgezeichnet. “Diese Erfolgsgeschichte wird nun fortgesetzt und bleibt in deutschem Besitz”, sagte Dr. Walter Stahl, Geschäftsführer von Arri und Mitglied der Gründerfamilie. Das bestehende Management führt das Unternehmen weiter, der Hauptsitz bleibt in München, der Betrieb eigenständig.

Übernahme nach Restrukturierung und strategischer Neuausrichtung

“Mein unternehmerischer Weg ist seit Jahren eng mit Arri verbunden”, sagte Thomas Riedel. “Ich habe großen Respekt vor dieser außergewöhnlichen Marke, ihren herausragenden Produkten und dem starken Team. Gleichzeitig sehe ich enormes Potenzial und bin zuversichtlich, dass wir Arri gemeinsam langfristig stabil und zukunftsfähig aufstellen können.”

Geschäftsführer David Bermbach betonte, Riedel bringe hochgradig komplementäre Technologien und umfassende Expertise in der Live-Produktion mit. Das stärke Arris strategische Ausrichtung als “Trusted Technology Leader for the Next Generation of Media & Entertainment”.

Vor der Übernahme hatte Arri einen tiefgreifenden Umbau eingeleitet. Ende 2025 schloss das Unternehmen im Zuge einer Restrukturierung Standorte und baute 150 Stellen ab. Zuvor war ein möglicher Teil- oder Komplettverkauf erwogen und die Beratung AlixPartners mit der Verschlankung des Geschäfts beauftragt worden. Zuletzt hatte Arri mit der Smartphone-Kooperation mit Honor und einem stärkeren Fokus auf KI und Cloud-Lösungen neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit Riedel als Eigentümer könnte sich dieser Kurs nun beschleunigen.

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Uneternal

Nachdem Nikon sich RED Digital Cinema geangelt hat, wäre das eine Chance für Canon gewesen, die sie leider verpasst haben. Die Arri Alexa ist ja quasi DER Gold-Standard bei Cinema Kameras, welche oft für ihre cinematischen Farben gelobt wird.

Rene Stämpfli

ARRI ist bei Riedel wesentlich besser aufgehoben als bei Canon. ARRI braucht Canon nicht um zu wachsen.

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