Die ETH Zürich geht mit einem Sensorchip gegen Deepfakes vor. Er signiert Bild- und Videodaten kryptografisch direkt bei der Aufnahme.
Forschende der ETH Zürich haben einen Sensorchip entwickelt, der Deepfakes nicht per Software erkennen, sondern auf Hardware-Ebene verhindern soll, dass manipulierte Inhalte als echt durchgehen. Der Chip erzeugt neben den eigentlichen Bilddaten eine digitale Signatur, die fest mit dem jeweiligen Sensor verknüpft ist. Die Signatur weist nach, dass die Daten tatsächlich von einer Kamera oder einem Aufnahmegerät stammen, wann sie aufgenommen wurden und dass keine Manipulationen vorgenommen wurden. Jede nachträgliche Veränderung macht die Signatur ungültig.
“Wenn Daten bereits bei ihrer Erstellung signiert werden, hinterlässt jede spätere Manipulation Spuren”, erklärt Fernando Cardes, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Biosystems Engineering. Wer die Daten fälschen wolle, müsste den Chip physisch angreifen. Der Aufwand sei so hoch, “dass die massenhafte Herstellung manipulierter Inhalte für Social-Media-Plattformen praktisch verunmöglicht wird.”

Öffentliches Register statt Plattform-Vertrauen
Die Signaturen sollen in einem öffentlichen, unveränderbaren Register gespeichert werden, etwa auf Blockchain-Basis. Plattformen oder Verifizierungstools könnten beim Upload automatisch prüfen, ob die Signatur einer Datei mit dem Register übereinstimmt.
“Damit spielt es kaum noch eine Rolle, ob eine an der Verarbeitung und Übertragung der Daten beteiligte Person oder Technologie vertrauenswürdig ist”, sagt Felix Franke, der den Chip an der ETH mitentwickelt hat und inzwischen Professor an der Universität Basel ist. “Das Vertrauen in digitale Inhalte schwindet. Wir wollten eine Technologie entwickeln, mit der die Menschen überprüfen können, ob etwas echt ist.”
Tiefer als bisherige Ansätze
Im Unterschied zu bestehenden Software-Lösungen setzt der ETH-Chip direkt an der Datenquelle an. Hersteller wie Sony, Canon, Adobe und Microsoft verfolgen mit dem offenen Standard C2PA (Coalition for Content Provenance and Authenticity) bisher einen eher softwarebasierten Ansatz. Er signiert Metadaten kryptografisch und dokumentiert Herkunft sowie Bearbeitungsschritte. Die Content Authenticity Initiative hatte Anfang des Jahres Bilanz gezogen und 2026 als Schlüsseljahr für die Verbreitung solcher digitalen Herkunftsnachweise bezeichnet. Wie instabil das Wasserzeichen jedoch noch immer ist, demonstrierte ein Nikon-Nutzer kurz davor.
Der ETH-Ansatz geht einen Schritt weiter: Die Signatur entsteht nicht auf Software-Ebene, sondern direkt im Sensor. Rohdaten und kryptografischer Nachweis sind damit untrennbar verknüpft. Zudem setzt die Lösung auf ein dezentrales Register, das unabhängig von einzelnen Unternehmen funktioniert. C2PA hat dagegen weiterhin mit praktischen Problemen zu kämpfen, etwa dem sogenannten Metadaten-Stripping: Viele Plattformen entfernen beim Upload automatisch die eingebetteten Herkunftsdaten.
Noch ein Prototyp
Die Idee für den Chip entstand bereits 2017 als Nebenprojekt am Bio Engineering Laboratory der ETH. Der jetzt vorgestellte Chip ist ein funktionierender Prototyp, der die technische Machbarkeit belegt. Für den kommerziellen Einsatz seien aber weitere Schritte nötig. Die Technologie lässt sich laut den Forschenden grundsätzlich in jede Art von Sensor oder Kamera integrieren.
Die Forschenden haben einen Patentantrag eingereicht. “Wir untersuchen derzeit, wie man den Aufwand für Kamera- und Sensorhersteller senken kann, wenn sie die neue Technologie in ihre Chips integrieren wollen”, sagt Cardes. Ob das wirklich irgendwann passiert, wird in meinen Augen wohl davon abhängen, wie gut sich der Ansatz mit dem aktuellen C2PA-Branchenstandard kombinieren lässt.
Finanziert wurde die Arbeit vom Schweizerischen Nationalfonds und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation im Rahmen der SwissChips-Initiative.
via: PetaPixel | Beitragsbild: Caroline Arndt Foppa/ETH Zürich


Was freut es mich wenn so entscheidende Innovationen durch staatliche Förderungen z.B. Patentanmeldungen ermöglichen. Die Schweizer haben es kapiert!
Bei uns sehen sie den Antragssteller an als ob dieser „Aussätzig“ wäre. Davon das die Anträge sehr sehr langsam bearbeitet werden spreche ich erst gar nicht. Bis ein Bescheid fertig ist sind die letzten Gletscher geschmolzen. Es interessiert den Staat einen feuchten Dreck das dadurch Gewinn bringende Innovationen an ausländische Interessenten verkauft werden.
Mein Arzt sagt ich soll mich nicht aufregen! Hilft Baldrian wirklich?
… Hilft Baldrian wirklich?
Ja, aber nur als Bestandteil eines Cocktail-Getränks. 😉
Lieber Alfred, Dein Rundumschlag gegen die deutsche Förderlandschaft und Patentanmeldungsbearbeitungen ist unberechtigt. In Deutschland existieren beispielsweise durch die DFG und weitere Einrichtungen umfangreiche Fördermöglichkeiten, die sogar teilweise die Einreichung von Patentanmeldungen als Fördervoraussetzungen vorsehen. Glaube mir, in der Schweiz dauern Patentprüfungen im Schnitt kaum weniger lang als in Deutschland, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Schweiz gar nicht auf Patentfähigkeit sondern nur auf formale Aspekte Patentanmeldungen prüft. Mit anderen Worten, bekommst Du in der Schweiz ein Schweizer Patent erteilt, hast Du keine Ahnung, ob das Patent im Streitfall auch der dann nachgeholten Patentfähigkeitsprüfung stand hält. Möchte man ein in der Schweiz wirksames und tatsächlich geprüftes Patent erhalten, muss man den Umweg über das Europäische Patentamt gehen und eine europäische Patentanmeldung einreichen, die unter anderem Wirkung für die Schweiz, aber auch für Deutschland hat.
Wieso hört und liest man davon dann so gut wie gar nichts? Wieso gehen vom Staat subventionierte Forschungsergebnisse ungehindert ins Ausland? Mag ja sein das es diese Möglichkeiten gibt, wie oft werden sie genutzt? Wer ist denn „würdig“ gefördert zu werden, wer entscheidet das endgültig?
Alles Fragen die nach Antworten rufen.
Wer https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BMWi/entwicklung-digitaler-technologien.html oder https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html aufruft hat einen langen beschwerlichen Weg vor sich.
Wieso man davon nichts hört und liest? Ganz einfach, weil das in Gremien entschieden wird, die ihre Ergebnisse nicht in der Bild-Zeitung veröffentlichen. Wer sich dafür interessiert, kann die Förderprogramme aber ohne Probleme finden. Beispielsweise DFG:
https://www.dfg.de/de/foerderung/foerdermoeglichkeiten/programme
oder auch bei der KfW:
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Innovation/F%C3%B6rderprodukte/index-2.html
Auch die einzelnen Bundesländer haben Förderprogramme oder auch die EU.
Universitäre Einrichtungen und andere Forschungsinstitute werden auf Antrag umfangreich, sogar sehr umfangreich, durch die DFG und andere Einrichtungen gefördert. Das war schon zu meiner Studentenzeit so und ist heute noch umfangreicher. Ich habe Mandanten, die stellen regelmässig solche Anträge, beispielsweise auch bei der KfW. Die Anträge werden zügig bearbeitet und das Geld fliesst bei einem positiven Bescheid auch problemlos. Natürlich muss man die Förderwürdigkeit begründen und dazu entsprechende Unterlagen einreichen. Ich sehe das von Dir geschilderte Problem aufgrund eigener jahrelanger Erfahrungen überhaupt nicht.
Die Schweizer sind das, was die die Deutschen früher waren, nur mit der Sprache hapert’s…