Die Content Authenticity Initiative zieht Bilanz und sieht 2026 als entscheidendes Jahr für digitale Herkunftsnachweise – doch es gibt immer noch Gründe, skeptisch zu bleiben.
Die Content Authenticity Initiative (CAI) hat zum Jahreswechsel Bilanz gezogen und 2026 als Schlüsseljahr für digitale Herkunftsnachweise ausgerufen. Nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit an offenen Standards für Medientransparenz zählt die Initiative mittlerweile über 6.000 Mitglieder weltweit, 2025 ist unter anderem Panasonic zu vielen anderen Kameraherstellern dazugestoßen.
Andy Parsons, Senior Director der CAI, blickt auf die Anfänge zurück: “Die CAI begann als kleine Gruppe von Mitarbeitern, die eine einfache Frage stellten: Wie können Menschen verstehen, was Medien sind und wie sie erstellt wurden?” Das Wachstum sei nicht durch Hype oder Regulierung entstanden, sondern “weil das Problem, das wir lösen wollten, real, allgegenwärtig und weltweit geteilt ist.”
Erste Geräte im Massenmarkt
Im vergangenen Jahr erreichten Content Credentials erstmals den Massenmarkt. Das Google Pixel 10 unterstützt den C2PA-Standard ab Werk, ebenso Sonys professionelle Videokamera PXW-Z300. Beide Geräte versehen Aufnahmen direkt bei der Entstehung mit Herkunftsdaten, die sich durch Bearbeitungsschritte hindurch verfolgen lassen.
Parsons betont die Bedeutung: “Transparenz funktioniert nur, wenn sie dort präsent ist, wo Inhalte tatsächlich erstellt, geteilt und erlebt werden.” Das neue C2PA Conformance Program soll sicherstellen, dass verschiedene Implementierungen des Standards einheitlich funktionieren.
Daneben wurde auch die CAWG-Spezifikation in Version 1.2 veröffentlicht. CAWG steht für Creator Assertions Working Group, eine Arbeitsgruppe, die den C2PA-Standard um spezifische Funktionen für Urheber erweitert. Die neue Version berücksichtigt praktische Anforderungen aus dem Alltag von Fotografen, Journalisten, Filmemachern und KI-Entwicklern.
Große Hürden aber bleiben
Trotz des Optimismus gibt es berechtigte Einwände. Kritiker weisen darauf hin, dass Content Credentials zwar Herkunft und Bearbeitung dokumentieren, aber nichts über den Wahrheitsgehalt von Inhalten aussagen. Datenschutzbedenken wegen umfangreicher Metadaten bestehen ebenso wie Zweifel an der Manipulationssicherheit, denn Provenance-Daten lassen sich leicht entfernen oder fälschen.
Ein praktisches Problem bleibt das Metadaten-Stripping: Viele Plattformen entfernen beim Upload automatisch Metadaten, was die Wirksamkeit erheblich einschränkt (das könnt ihr selbst nachprüfen, indem ihr ein Foto etwa per WhatsApp verschickt, wieder herunterladet und dann bei verify.contentauthenticity.org hochladet). Die tatsächliche Verbreitung von C2PA-Inhalten bleibt bislang trotz wichtiger Partnerschaften wie der mit Cloudflare gering. Forschungen zeigen zudem, dass binäre KI-Labels sowohl Misstrauen gegenüber echten Inhalten verstärken als auch übermäßiges Vertrauen in gelabelte Inhalte erzeugen können.
Parsons bleibt dennoch zuversichtlich: “Die Standards stabilisieren sich. Open-Source-Implementierungen reifen heran. Interoperable Systeme sind jetzt in der realen Welt in Produktion.” Die Vision formuliert er ambitioniert: “Wir bauen eine Zukunft, in der das Verstehen von Medien – was sie sind, wie sie gemacht wurden und von wem – zu einem grundlegenden Teil der digitalen Kompetenz wird.”
Ob sich der offene Standard gegen die praktischen Hürden durchsetzen kann, wird sich zeigen. Die CAI setzt auf langfristige Zusammenarbeit und hofft, dass Transparenz bei digitalen Medien zur Selbstverständlichkeit wird.


Wird nicht viel bringen – solange Medien/Nachrichten/Agenturen/Sender in Hand anderer Interessengruppen sind. Sozusagen „Greenwashing“ auf Nachrichtenebene betrieben wird. Das technisch nachrüsten trotzdem sinnvoll ist steht außer Frage. Alle Möglichkeiten bessere „Kontrollen“ durchzuführen ausnutzen, schlechter ist einfach, besser ist sehr mühsam.
Alfred, ich war gestern im Winterkatastrophen Deutschland unterwegs. Alle Fotos wurden mit dem EiPhone gemacht und ich befand mich in Lebensgefahr! Willst Du etwa sagen das ich lüge 😂
https://ibb.co/tw86bVhX
Servus Mirko
Diese gefährlichen Pelztiere in freier Natur, dazu noch das weiße, rutschige Zeug !!!
Da gibt es doch das Verursacher-Prinzip – ich habe es nicht hingeschmissen, also bin ich nicht zuständig! Ein Hausmeisterdienst hat gegen Bezahlung unsere lange Einfahrt geräumt, der Verursacher hat keine Adresse – wahrscheinlich bleibe ich deswegen auf den Kosten sitzen!
Viel Spaß Wünsche ich dir!
Am besten können Menschen meistens verstehen, wenn sie in ihrer Landessprache angesprochen werden.
Gruß Peter Wagner
? Worauf beziehst du dich?
Hallo Chris XX,
auf die Content Credentials in der Überschrift und auf die Content Authenticity Initiative (CAI)des Artikels. Da muss ich bei ersterem das Wörterbuch aufschlagen oder im Internet suchen, was das meint.Beim 2. Begriff kann ich das noch raten. Das läuft bei mir ähnlich, wenn ich den Begriff Content Creator höre da kommt bei mir der Verdacht auf das könnte Denglisch sein soll imponieren ist aber unverständlich und oft falsch siehe false friends wie public viewing.
Die Engländer würden sich bedanken, wenn sie mit fremdländischen Fachbegriffen zugetextet werden würden.
Gruß
Peter Wagner
Da sind halt einige besonders Schlaue “on the wood way”…😉
Hallo Peter, danke für dein Feedback, aber das sind nun mal Eigennamen. Und schau, gleich im ersten Satz gibt es eine Übersetzung für die ominösen “Content Credentials”: digitale Herkunftsnachweise.
Letzteres digitale Herkunftsnachweise wäre dann eine deutlich zu verstehende Ausdrucksweise.
Ja, da haben wir es als Schweizer wesentlich einfacher. Wir sind uns an die Mehrsprachigkeit bereits von Geburt an gewont, dass es mehrere Sprachen gibt. Beginnt bereits mit Schweizerdeutsch und Deutsch.
Hallo Herr Stämpli,
ich begann als Kind mit saarländisch, zu hochdeutsch, zu Latein, was allerdings in der Schule keiner sprechen konnte, zu französich, englisch und Italienisch und ein wenig spanisch.
Allerdings spreche ich zu Hause meist deutsch. Halte trotzdem nicht viel von Denglisch.
Wie ich das sehe kommt dieses Imponiergefasel meist aus der Werbung ich sag nur “Growing Tomorrow” Motto der Biofach was wächst da wann? was? wem? und warum? einfach unnötig unverständlich aber “in”
Ich finde es toll dass man in der Schweiz Chancen hat viele Sprachen zu lernen. Es wird dann hoffentlich komplett in die Sprachen gewechselt und kein Franitdenglisch gesprochen.
Ich finde andere Sprachen und Kulturen spannend möchte aber trotzdem nicht mit Sprachmüll zugetextet werden.
Gruß
Peter Wagner