OM System erweitert die Tough TG-7 um ein neues Industrie-Set, das speziell für die Arbeit am Mikroskop konzipiert wurde.
Adapterlösung für Stereomikroskope und HDMI-Vorschau
Im Zentrum steht das TG-7 Industry NY TGV Super Kit mit Mikroskop-Adapter. Damit lässt sich die Kamera direkt an ein binokulares Stereomikroskop montieren, um Nahaufnahmen als digitale Bilder festzuhalten. Praktisch ist auch die Ausgabe per HDMI, denn so könnt ihr das Bild auf einem externen Monitor anzeigen lassen. Die Kamera lässt sich per OM App (OI.Share) oder Funk-Fernbedienung auslösen, ohne das Mikroskop zu berühren. Das ist besonders hilfreich bei hohen Vergrößerungen, um Verwacklungen zu vermeiden.


Bekannte TG-7-Basis mit speziellen Mikroskop-Funktionen
Technisch basiert die Industrievariante auf der bekannten TG-7, einer robusten 12-Megapixel-Kompaktkamera, die im September 2023 vorgestellt wurde. Sie nutzt einen 1/2,3-Zoll-Sensor sowie ein fest verbautes Zoom mit umgerechnet 25 bis 100 Millimetern und Lichtstärke f/2 bis f/4.9. Darüber hinaus unterstützt die TG-7 4K-Video und High-Speed-Modi, was sich zum Beispiel für Bewegungsabläufe unter dem Mikroskop bei Mikromechanik, Flüssigkeiten oder Mikroorganismen anbietet.
Für den Industrieeinsatz bekommt ihr ein anderes Moduswahlrad mit Direktzugriffen, etwa C1 für Focus Stacking. Damit könnt ihr für Makro- und Industrieaufnahmen ohne Mikroskop mit der Kamera Serien mit verschiedenen Fokusebenen aufnehmen und zu durchgängig scharfen Bildern verrechnen. Immerhin wird eine Naheinstellgrenze von einem Zentimeter mit 7-facher Vergrößerung angegeben. Am Mikroskop selbst ist diese Focus-Stacking-Funktion im Kit allerdings deaktiviert. Solltet ihr euch für die Makrofotografie generell interessieren, findet ihr hier eine Artikelserie dazu.

Zusätzlich gibt es noch mit C2 den Mikroskop-Adapter-Modus, der die Kamera Parameter auf den Einsatz am Stereomikroskop optimiert, also Bildfeld, Belichtung und Bedienung. Ebenfalls wertvoll für den Industrieeinsatz ist der Industriemodus, der das System für industrielle Dokumentationspflichten mit Datumstempel, Unterstützung schreibgeschützter Medien als Manipulationsschutz und spezielle Anzeige- und Dokumentationsmodi attraktiv macht.
Das Kit soll im März 2026 starten und kostet in den USA 1.699,99 US-Dollar. Wieviel ihr hierzulande auf dem Tisch legen müsst, ist uns noch nicht bekannt. Parallel kündigt OM System einen U-OC Ultra C-Mount für Evident-Mikroskope an, der ebenfalls im März 2026 für 219,99 US Dollar erscheinen soll.
Systemlösung versus Eigenbau
Der Preis positioniert sich klar als professionelles Werkzeug und nicht als Hobbylösung. Natürlich ließe sich argumentieren, dass sich mit einem Mikroskop-Kamera-Adapter und einer Systemkamera oder sogar einem Smartphone oft eine deutlich günstigere und zugleich flexiblere Lösung realisieren lässt, die unter Umständen auch eine höhere Bildqualität ermöglicht. In der Praxis erfordern solche Konfigurationen jedoch meist erheblichen Anpassungs- und Montageaufwand und bringen im industriellen Umfeld nicht selten funktionale und ergonomische Einschränkungen mit sich.
Gerade im professionellen Einsatz spielen Aspekte eine wichtige Rolle, die über die reine Bildqualität hinausgehen. Funktionen wie ein integrierter Datumstempel, die Unterstützung schreibgeschützter oder schreiblimitierter Speichermedien zum Manipulationsschutz sowie spezielle Dokumentationsmodi wie der CALS-kompatible Construction Mode sind gezielt auf Qualitätssicherung, Nachvollziehbarkeit und Compliance ausgelegt. Eine klassische Systemkamera bietet derartige, workfloworientierte Funktionen in dieser Form typischerweise nicht ab Werk und müsste entsprechend ergänzt oder organisatorisch abgefangen werden.
Wäre eine robuste Mikroskop-Kamera für eure Werkstatt, euer Labor oder euer Setup interessant? Habt ihr bereits anderweitig Erfahrung mit der Mikroskop-Fotografie gemacht?
via: PetaPixel


Vor gut einem Jahr suchte ich für Arduino und alle anfallenden Bastelarbeiten ein günstiges Mikroskop. Für Lötarbeiten. Ich hatte nicht viel erwartet, als ich mir das Bresser Digitales Mikroskop DST-1028, für 136,00 Euro, kaufte. Doch weit gefehlt. Offiziell gibt es zu dem Mikroskop die MicroCamLabII Light Software. Auf der Homepage gibt es die Vollversion zum Download, die funktioniert überraschender Weise auch. Dann kauft ich mir noch ein Glasmikrometer b.z.w. ein Kalibrierobjektträger. So kann man mit der Software sogar Entfernungen und Abstände messen. Links und rechts vom Mikroskop noch eine kleine Video-LED Leuchte. Ich bin begeistert. Das Mikroskop ist aus Metall, ich montiere die Bodenplatte immer um 180° verdreht.
Ein “Walking Way MC UV-Filter 37MM Slim Ultraviolett Schutzfilter” für 9 Euro schützt die Linse jetzt vor Lötdämpfen.
Ich glaube die OM-System Lösung für 1.699,99 US-Dollar wird es gegen die Konkurenz aus China schwer haben.
Da gibt es für kleines Geld bessere Lösungen, vorallem aus einem Guss.
1.699 US-Dollar, heißt in Deutschland mindestens 8.000 Euro.