DJI Kameras

Osmo Pocket 4P: DJI lässt die Katze aus dem Sack

Wochenlang hat DJI Europa warten lassen. Jetzt steht der Termin für die neue Dual-Kamera fest.

DJI hat den deutschen Marktstart der Osmo Pocket 4P datiert. Auf der deutschen Herstellerseite läuft ein Countdown auf den 30. Juli 2026 um 14 Uhr, dazu gibt es eine Benachrichtigungsfunktion und den Slogan “Mehr sehen. Mehr erzählen.”. Damit schließt DJI eine Lücke, die seit dem offiziellen Launch Ende Juni offen war. Üblicherweise beginnen bei DJI am Tag der Vorstellung auch die Vorbestellungen über den Hersteller-Shop und Partner-Händler.

Marktstart in Etappen

Ungewöhnlich ist vor allem der Weg dorthin. Vorgestellt hat DJI die Kamera bereits am 14. Mai in Cannes, allerdings ohne Preis und ohne Datum. Der offizielle Launch folgte erst am 29. Juni in China, danach kamen Japan, Indonesien und Vietnam dazu.

Europa folgt nun mit gut vier Wochen Abstand, die USA bleiben außen vor. Einen amerikanischen Marktstart hat DJI bis heute nicht angekündigt und begründet das auch nicht.

Der Hintergrund dürfte in Washington liegen. Seit Dezember 2025 stehen ausländische Drohnen und kritische Bauteile auf der Covered List der US-Regulierungsbehörde FCC, einer Liste von Produkten, die als Sicherheitsrisiko gelten. Neue Modelle bekommen damit keine Zulassung mehr und dürfen in den USA weder importiert noch verkauft werden. DJI hat dagegen im Februar Klage eingereicht und bezifferte, dass 2026 bis zu 25 geplante Produktstarts betroffen sein könnten, Drohnen wie Kameras.

Technisch ist die 4P DJIs erste Pocket-Kamera mit zwei Objektiven. Die Weitwinkelkamera bleibt beim 1-Zoll-Sensor mit 20 mm Kleinbildäquivalent und f/2.0, filmt bis 4K mit 240 fps und soll dank LOFIC-Technik 17 Blendenstufen Dynamikumfang erreichen. Dazu kommt das neue Farbprofil 10-Bit D-Log 2. Die einlinsige Osmo Pocket 4 kommt auf 14 Blendenstufen.

Spannender ist das zweite Objektiv mit 60 mm und f/1.8, das dreifach optisch zoomt. Die große Blende täuscht allerdings, denn DJI gibt die Schärfentiefe selbst mit einem Äquivalent von f/6.3 an. Freistellung wie bei einer Systemkamera solltet ihr also nicht erwarten.

In China kostet das Standard-Kit 3.799 Yuan (ca. 495 Euro), das Vlog Kit 4.299 Yuan (ca. 560 Euro). Die Osmo Pocket 4 startete hierzulande mit 499 Euro für die Standard Combo und 619 Euro für die Creator Combo. Ein deutscher Händler listete die 4P zuletzt für 599 Euro.

Die direkte Konkurrenz kommt von der Insta360 Luna Ultra, die mit Leica-Optik und 8K antritt, dafür aber nur 14 Blendenstufen Dynamikumfang angibt. Sie kam dem großen Konkurrenten mit dem Konzept einer Gimbalkamera mit Doppelobjektiv zuvor, jedenfalls auf dem europäischen Markt

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