Auf der CP+ 2026 bestätigte Samyang, dass man auf offizielle Lizenzen von Canon und Nikon wartet. Klingt im ersten Moment vielversprechend, wir sind dennoch skeptisch.
Auf der diesjährigen CP+ in Yokohama sorgte Samyang mit gleich vier ambitionierten Objektivprototypen für Aufsehen: ein 20-50mm f/2.0, ein 28-85mm f/2.0-2.8, ein 200mm f/1.8 und ein 300mm f/4. Dazu kommt das in Kürze erwartete AF 60-180mm f/2.8, das im Übrigen nicht nur für Sony E-Mount, sondern auch für L-Mount erscheinen wird. Außerdem hat der Hersteller auch ein neues AF 35mm f/1.8 P FE gezeigt.
Im Gespräch mit dem französischen Magazin Phototrend äußerte sich Samyang auch zur Frage, die viele Canon- und Nikon-Fotografen umtreibt: Wann kommen Samyang-Objektive mit Autofokus für spiegellose Vollformatkameras mit Canon RF- und Nikon Z-Mount? Die Antwort des Herstellers klingt zunächst nach Aufbruchstimmung: Man warte auf offizielle Lizenzen der beiden japanischen Kamerahersteller.
Besonders interessant dabei: Das aktuelle AF 24-60mm f/2.8 sei von der Konstruktion her bereits so ausgelegt, dass es dank eines kürzeren Auflagemaßes technisch problemlos auf den Canon RF-Mount adaptiert werden könnte. Die Hardware wäre also bereit.
Nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht
Wer diese Zeilen liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass eine Lizenzvereinbarung für Vollformatobjektive unter Umständen zum Greifen nahe ist. Die Weichen sind gestellt, man “warte” nur noch auf die Freigabe. Und tatsächlich hat sich in den letzten zwei Jahren auch etwas bewegt. Canon hat im April 2024 erstmals den RF-Mount für Sigma und Tamron geöffnet – allerdings ausschließlich für APS-C-Objektive. Auch Samyang hat Ende 2024 das erste offiziell genehmigte RF-S-Objektiv vorgestellt. Auf der Nikon-Seite produziert Tamron seit einiger Zeit offiziell lizenzierte Z-Mount-Objektive, auch Sigma hat die Freigabe für den Vertrieb einiger APS-C-Objektive für Nikon Z erhalten.
Auf der anderen Seite existieren der RF-Mount und der Z-Mount aber schon seit fast acht Jahren. Samyang wartet vermutlich also schon eine ganze Weile. Und weder Canon noch Nikon haben kürzlich ein öffentliches Signal gesendet, dass zeitnah weitere Dritthersteller wie Samyang eine Lizenz für die Produktion von Vollformatobjektiven mit Autofokus erhalten könnten. Im Gegenteil, nach Canon verschärft inzwischen auch Nikon seine Gangart gegenüber nicht-lizenzierten Herstellern wie Viltrox.
Realistisch betrachtet: Samyang-Objektive mit Autofokus für Canon RF (Vollformat) und Nikon Z sind derzeit nicht absehbar. Samyangs Aussage auf der CP+ 2026 ist weniger eine Ankündigung als ein Statusbericht – und dieser Status lautet: Warteschleife, ohne erkennbares Ende.


Kann man sehen wie man will! Das nun auch Nikon „schärfer” reagiert ist verständlich. Nikon liegt mit 14-15% Marktanteil auf dem dritten Platz. Dementsprechend wichtig sind die „eigenen“ Objektive für den Umsatz. Samyang möchte sich nicht mit teuren Anklagen auseinandersetzen. Lizenzanfragen sind intelligenter, selbst wenn sich der Vorgang hinziehen sollte.
Das L-Bajonett ist mit Viltrox und Sigma gut besetzt, dort ist sich die L-Allianz einig wer was an wen intern liefert und so profitieren alle beteiligten Partner voneinander. Samyangs Geschäftsleitung hat zu lange zugesehen, jetzt ist es fünf vor zwölf, die Zeit wird knapp!
Auf die Idee, mal eine eigene konkurrenzfähige DSLM zu entwickeln, sind die Chinesen wohl nicht gekommen – noch nicht könnte man denken. Aber eine DSLR oder DSLM zu entwickeln ist eine andere Hausnummer – dafür wird vielleicht noch ein wenig freiwilliger oder unfreiwilliger Technologietransfer benötigt 😉
Ja, ich weiß, Samyang ist kein Chinese 😉
…hätte nichts dagegen wenn zB Vitrox eine alte M10 umlabeln dürfte, gab es ja schon mal von Zenit 📷
Eine DSLM, von einem chinesischen Hersteller, würde ich am ehesten von DJI erwarten. DJI hätte wohl noch am ehesten das Know How und auch die technischen und finanziellen Möglichkeiten dazu. Schließlich ist die Firma Weltmarktführer, als Produzent von Drohnen für Video- und Fotografie. Eine Vollformatkamera für Drohnen Video- und Fotografie hat DJI auch schon entwickelt, die Zenmuse X9‑8K Air (für die Inspire 3 Drohne). Viltrox produziert ja bisher nur Kamerazubehör (Objektive, Adapter, Kamera-Monitore, usw.). Das größte Problem, bei einer chinesischen Kamera wäre aber vermutlich der Objektiv-Mount. Ein ganz neues Bajonett zu entwickeln, würde vermutlich wenig Sinn ergeben, weil es dann erstmal an Objektiven mangeln würde. Canon, Sony und Nikon werden mit Sicherheit Patente auf ihre Mounts haben, die vermutlich einzige, sinnvolle Möglichkeit, für einen neuen Kamerahersteller, wäre da sicherlich, der L-Allianz beizutreten (wobei DJI, ebenso wie Viltrox, ja schon L-Allianz Mitglied ist). Und da wäre dann die Frage, ob die derzeit kameraproduzierenden L-Allianz Mitglieder (Leica, Panasonic, Sigma für DSLM und DJI für Drohnenkameras) einen weiteren DSLM Hersteller zulassen würden. Wobei Leica und Sigma mit ihren Kameras sicherlich andere “Nischen” ansprechen, als die “Nischen”, die ein neuer, chinesischer DSLM-Hersteller sicherlich erstmal versuchen würde anzusprechen. Für Panasonic könnte solch ein chinesischer Hersteller… Weiterlesen »
Ich zum Beispiel kaufe mir keine Nikon- oder Canon-Kamera, weil es für deren Bajonette kein leichtes (ca. 500g) Standardzoom mit mindestens 24mm im Weitwinkel und f/2.8 gibt (wie z. B. das Panasonic 24-60, das Samyang 24-60, das Sony 24-50, das Tamron 20-40 usw.). Die Lösungen, die bei 28mm starten, sind mir auf Reisen leider einfach nicht weitwinklig genug. Mit denen bin ich ständig am Objektiv wechseln und die klassischen 24-70er-Klopper sind mir zu schwer und zu teuer. Also macht Nikon dadurch in meinem Fall Umsatzverlust – weil ich deren Kameras ansonsten sehr interessant finde. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, dem das so geht. Die Frage bleibt, was sich mehr rechnet – mehr Kameras verkaufen oder eventuell mehr Objektive; obwohl es nicht unbedingt gesichert ist, dass Nikon deutlich weniger Objektive verkaufen würde, wenn sie Dritthersteller zulassen – Profis setzen ohnehin meist wegen dem Service auf “Original”-Hardware und Hobbyisten wie ich würden dann eventuell erst wegen der Dritthersteller ins System einsteigen und zusätzlich zum Dritthersteller-Objektiv vielleicht auch Nikon-Objektive wie das 40mm f/2 usw. kaufen, die sie sonst nicht gekauft hätten, weil sie gar keine Nikon-Kamera gekauft hätten. Selbiges habe ich z. B. bei Sony gemacht –… Weiterlesen »
Ernsthaft? Sind dir 490g für eine RF 28-70/2.8 oder 445g für ein RF 16-28/2.8 tatsächlich zu schwer? Dann habe ich tatsächlich ernsthafte bedenken, was deine körperliche Fitness betrifft. Nicht falsch verstehen, ich verstehe jeden der etwas anderes als Canon kauft, aber die Begründung ist an den Haaren herbeigezogen! Übrigens, wo kriegst du ein 45mm (eigentlich 47mm) mit Blende 1.2 mit 346g und für 469.-€
Bitte genauer lesen – das 28-70 ist mir nicht weitwinklig genug – das 24-70 zu schwer/teuer. Bei der Antwort frage ich mich, hast du überhaupt mehr als den ersten Halbsatz gelesen? PS das 45mm ist zwar f/1.2, aber die Bildqualität ist halt auch nicht sonderlich gut. Ich kaufe mir lieber ein gutes f/1.8, das auch bei Offenblende bis an die Ränder scharf ist.
Ok, dann halt das 24-105/4.0-7.1 mit 395g zu je nachdem 300.- bis 380.-€! Ja genau, das RF 45/1.2 ist zu schlecht!!! Wer kann das beurteilen? Der, der eines hat, also ich! Es ist hervorragend, für den Zweck, für den es gemacht wurde. Fotografie bei Schwachlicht, Konzerte etc., Portraits und auch für gewisse Landschaftsfotografie. Natürlich ist es bei einem Preis von 469.-€ nicht ganz so gut wie das RF 50/1.2 für in der Schweiz 1’988.-CHF oder das RF 50/1.4 für 1’284.-CHF, und es ist – meiner Meinung nach – besser als das RF 50/1.8 für 177.-CHF, das ich nach 6 Monaten wieder verkauft habe. Das RF45/1.2 ist an den Rändern scharf, wenn man genügend abblendet, aber wer will bei Portraits einen scharfen Rand? Und vor allem bei Schwachlichtaufnahmen ist niedrigere ISO wichtiger, als ein kleines bisschen mehr Schärfe am Rand. Übrigens, alle 1.2 Objektive sind bei Offenblende am Rand nicht so scharf wie in der Mitte, weder bei Canon, noch bei Sony oder Nikon! Generell sind bei allen Objektiven bei Offenblende (auch bei 1.8) die Ränder weniger scharf als die Mitte. Wie gesagt, Du darfst fotografieren womit du willst, weil alle Kamera Marken sehr gut sind, ist es somit total irrelevant… Weiterlesen »
Bitte genau lesen – ich habe auch Blende f/2.8 geschrieben. Das RF 24-105 f/4-7.1 hat erstens definitiv nicht f/2.8 und ich hatte das Objektiv eine Zeit lang und die Bildränder bei 24mm waren leider wirklich eine volle Katastrophe, selbst an “nur” 30 MP der EOS R und auf Vollbildansicht ohne Vergrößerung. Ich habe bzgl. des RF 45mm auch nur davon gesprochen, dass ich persönlich andere Objektive eher kaufen würde, weil mir Bildqualität wichtiger als Blendenzahl ist. Das RF 35/1.8 hatte ich z. B. auch und das wäre definitiv eher meine Wahl – ein tolles Objektiv. Ich fotografiere kaum Porträts, aber dafür auch gerne mit offener Blende Landschaften mit unscharfen “Störelementen” im Vordergrund – hier ist Randschärfe wichtig. Und ja, jedes Objektiv hat einen relativen Randabfall, aber der ist eben nicht überall so hoch wie beim RF 45/1.2. Die Messwerte bei opticallimits belegen, dass selbst abgeblendet auf f/2 das RF 45/1.2 weniger Randschärfe als das RF 50/1.8 bei Offenblende hat. Das mag je nach Anwendung egal sein, aber ich für meinen Teil würde mir dann sogar wenn überhaupt das 50/1.8 holen.
Also, das sehe ich ein wenig anders, habe auch Dritthersteller Objektive für meine Nikon Z 8 von meinen älteren Nikon Kameras, aber man merkt einfach das, wenn man sich mal ein S Line Nikon Objektiv leistet, wie viel Mehrwert auch technologisch in dem Objektiv steckt. Ist ja auch nachzuvollziehen, denn diese Firmen stecken auch sehr viel Geld in die Entwicklung neuer Objektive und Technologie. Ja, den Schönheitspreis haben Nikonobjektive noch nie wirklich verdient, auch schwerer sind sie oft als ihre Konkurrenten, aber sie sind einfach robust, zuverlässig und Nikon bringt immer wieder erstaunliche optische Leistungen hin mit ihren Objektiven. Nicht umsonst hatte schon in der Vergangenheit Nikon oft die innovativsten Objektive zu ihrer Zeit entworfen. Nikon ist nicht für diejenigen, die immer das neuste und Beste haben wollen, Nikon produziert für die Kunden, die damit arbeiten und Geld verdienen müssen, und das ist auch ihre Firmenphilosophie. Sonst wäre Nikon schon längst nicht mehr auf dem Markt.
Wie ich geschrieben habe – Profis kaufen so oder so Nikon. (“Nikon produziert für die Kunden, die damit arbeiten und Geld verdienen müssen”). Ich hingegen muss nicht mein Geld damit verdienen und brauche auch nicht das letzte Quäntchen Zuverlässigkeit – daher ist es doch gut, wenn es auch für Leute wie mich Optionen gibt.
Absolut, finde ich auch gut, wenn es viele Alternativen gibt, war mit Sigma Objektiven immer sehr zufrieden. Tamron habe ich bisher noch nie ausprobiert, habe aber schon gutes darüber gehört und gelesen. Hatte mal sogar ein Samyang, ein manuelles Weitwinkelobjektiv, das hat mir nicht so gefallen wie ich es mir vorgestellt hatte. Sollte von mir keine Werbung von Nikon sein, wollte eben nur meine Erfahrung schildern, das die Hauseigenen Objektive sich am Ende doch lohnen, ich warte dann immer eine sehr lange Zeit, bis der Preis fällt und es für mich bezahlbar ist. So mache ich es auch bei Smartphones und andren elektronischen Produkten, wer immer das neuste Kauft, hat erstens die frühen Kinderkrankheiten oft noch beim neuen Produkt, und zahlt zudem einfach eine völlig für mich überteuerten Preis. Wer warten kann, ist im Vorteil. Dann kann man sich auch echte Profi Linsen dann leisten, sogar als Hobbyfotograf. Mir hat mal vor Jahren ein Modefotograf gesagt, Kameras kommen und gehen, eine gute, feine Linse aber ist all das Geld wert.
…aber angeblich das letzte Quäntchen an Randschärfe bei Offenblende…😉😉😉
Das ist jetzt vollkommen unseriös und m. M. n. auch nicht lustig. Dritthersteller bauen durchaus Objektive, die in der Schärfe auf dem Niveau der OEMs sind, wenn nicht sogar darüber.
… vorallem im günstigen Preissegment. Samyangs Festbrennweiten der Tiny-Serie (AF 24mm F1.8, 35mm F1.8, 45mm F1.8 und 75mm F1.8) sind z. B. extrem gut – zugegebenermaßen leiden bei Samyang manche Objektive unter Qualitätsschwankungen. Und immerhin liegt eine Streulichtblende dabei 😉
Nimm das doch nicht so ernst!
Also, ich hab festgestellt, das selbst neuere Sigma EF-Objektive in sache Schärfe älteren Canon L-EF-Objektiven hinterher hinken. Sigma sind gut, aber Canon sind besser. Ich weiss ja nicht mit welchem Camera-System du photographierst; bei anderen Herstellern kann das natürlich anders sein.
Samyang wartet auf die Freigabe vom R-Mount und es könnte noch etwas dauern?
Kein Problem!
Meinereiner wartet nicht auf Samyang, was deren Wartezeit für meinereiner wenig interessant erscheinen lässt.