Sony hat mit dem FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G sein erstes natives Fisheye-Zoomobjektiv für E-Mount vorgestellt. Es soll ab Ende September für 1.700 Euro erhältlich sein.
Das letzte Vollformat-Fisheye mit Sony-Logo war das 16mm f/2.8 für das gute alte A-Bajonett, das bis ins Jahr 2006 zurückreicht und auf einem Minolta-Design basierte. Satte 20 Jahre hat es also gedauert, bis Sony wieder ein eigenes Fisheye auf den Markt bringt.
Zwei Objektive in einem
Das Besondere am FE 8-14mm f/3.5 G ist sein Zoombereich, der zwei völlig unterschiedliche Fisheye-Looks in einem einzigen Objektiv vereint. Bei 8 mm entsteht ein zirkuläres Fisheye-Bild mit 180 Grad Bildwinkel, das als kreisförmiges Bild auf dem Vollformatsensor abgebildet wird. Wer den Look aus 90er-Jahre-Skatevideos kennt, weiß sofort, was gemeint ist.

Zoomt man auf 14 mm, füllt das Bild hingegen den gesamten Sensor aus. Der diagonale Bildwinkel beträgt dabei ebenfalls 180 Grad. Die Brennweiten dazwischen sind laut einem ersten Test von PetaPixel eher weniger brauchbar, da sie starke Vignettierung ohne den markanten Kreislook erzeugen. Am besten betrachtet man das Objektiv also als Zweibrennweiter mit 8 mm und 14 mm.
Praktisch gelöst hat Sony das per Zoom-Lock-Schalter am Objektiv. Dieser rastet bei 8 mm und 14 mm ein und verhindert, dass man versehentlich in den weniger nützlichen Mittelbereich rutscht.
Überraschend kompakt
Sony bezeichnet das FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G als das kompakteste Fisheye-Zoom seiner Klasse. Mit einem Gewicht von nur 314 Gramm und Abmessungen von 63,1 x 82,8 mm ist es tatsächlich bemerkenswert handlich. Zum Vergleich: Das Canon RF 7-14mm f/2.8-3.5 L Fisheye STM bringt 476 Gramm auf die Waage, ist allerdings am kurzen Ende auch etwas weitwinkliger und lichtstärker. Dank Innenzoom und Innenfokussierung ändert sich die Baulänge des Sony beim Zoomen nicht, was gerade auf Gimbals ein Vorteil ist.
Optischer Aufbau und Autofokus
16 Elemente in 13 Gruppen stecken im Objektiv, darunter drei asphärische Elemente, vier ED-Elemente und ein asphärisches ED-Element. Sony verspricht damit minimale chromatische Aberrationen über das gesamte Bildfeld. Die Naheinstellgrenze liegt bei 15 cm über den gesamten Zoombereich, der maximale Abbildungsmaßstab bei 0,22x im Telebereich.

Für den Autofokus sorgen zwei Linearmotoren, die in Kombination mit aktuellen Sony Kameras bis zu 120 fps Tracking unterstützen. PetaPixel bescheinigt dem AF in seinem Test eine “extrem schnelle” Reaktionszeit, selbst bei großen Fokussprüngen von Makro zu Unendlich. Das Focus Breathing soll laut Sony optisch minimiert sein.
Durchdachte Bedienung und wetterfestes Gehäuse
Trotz der kompakten Abmessungen hat Sony dem Objektiv eine umfangreiche Ausstattung spendiert. Neben dem bereits erwähnten Zoom-Lock-Schalter gibt es einen klickbaren (und entklickbaren) Blendenring, eine frei belegbare Taste sowie einen AF/MF/FH-Schalter. Die neue “FH”-Stellung steht für Focus Hold und arretiert den Fokus nach manueller Einstellung, was Sony gezielt für Astro- und VR-Aufnahmen empfiehlt.
Ein Einschubfilterhalter auf der Rückseite ist ebenfalls vorhanden. Die abnehmbare Gegenlichtblende hilft bei 14 mm gegen Streulicht, muss bei kürzeren Brennweiten aber entfernt werden, da sie sonst im Bild sichtbar wird. Staub- und Feuchtigkeitsschutz sowie eine Fluorbeschichtung auf der gewölbten Frontlinse runden das Paket ab.
Auch für VR und Spatial Content
Sony positioniert das Objektiv nicht nur als Foto- und Videowerkzeug, sondern hat auch VR-Anwendungen im Blick. In einer Dual-Konfiguration mit dem VENICE Extension System Mini lassen sich die optischen Achsen mit einem Abstand von etwa 64 mm positionieren, was dem durchschnittlichen Augenabstand des Menschen entspricht. So soll die Produktion von Spatial Content mit natürlicher Tiefenwirkung möglich sein. Mit drei Einheiten lässt sich laut Sony sogar 360-Grad-Material aufnehmen.

Preis und Verfügbarkeit
Das Sony FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G soll ab Ende September 2026 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.700 Euro erhältlich sein. Sony ordnet es in der G-Serie ein, nicht in der höherwertigen GM-Linie.
Und was ist mit den beiden Supertele-Festbrennweiten (400mm f/4.5 GM und 600mm f/6.3 GM), zu denen es in den letzten Tagen ebenfalls konkrete Hinweise gab? Die wurden bisher noch nicht vorgestellt. Da scheint noch eine zweite Präsentation in der Pipeline zu sein. Ungewöhnlich ist das nicht – bei der Präsentation des Sony 100-400mm f/5.6-8 vor einigen Wochen war das ganz ähnlich.


Mit einem Anschluss für richtige Kameras wäre das Teil sogar attraktiv.
Mit einem sinnvollen Inhalt wäre Ihr Beitrag nicht ganz so belanglos.
Endlich hört das Adaptieren des bewährten Canon 8–15 mm Fisheye an der Sony auf. Darauf wurde lange gewartet, damit es in der 360-Grad-Fotografie abgelöst werden kann. In der Panoramafotografie werden Fisheye-Objektive sehr gerne genutzt. Übrigens bietet hier der Mittelwert bei 12 mm im Hochformat das beste Verhältnis für wenige Aufnahmen bei 360 Grad, um die Sensorfläche optimal auszunutzen – das nennt man auch Slanted-Verfahren. Hierbei ist das Objektiv an einer speziellen Objektivschelle zum Parallaxenausgleich befestigt und die Kamera im Hochformat in eine zirka 30- 60 Grad-Stellung gekippt. Gezielte Schrägstellung der Kamera auf einem speziellen Nodalpunktadapter. Daher wäre hier eine Lock-Stellung auch sehr sinnvoll gewesen. Aus den generierten 360-Grad-Aufnahmen kann man wunderbar plane, entzerrte, zylindrische Panoramen herstellen. Nun fehlt nur noch ein 17-mm-Tilt-Shift-Objektiv von Sony – diese werden ebenfalls sehr gerne in der Panorama- und Landschaftsfotografie genutzt.
Sehr interessanter Beitrag/ Kommentar. Ich habe von dem Slanted Verfahren noch nie was gehört und habe die Technik mal aus Interesse gegoogelt. Was man doch alles machen kann in der Fotografie 🙂
1700,- Öcken wären mir dann doch ein bisschen viel für ein Fisheye, dass ich wohl nur gelegentlich verwenden würde (auch, wenn es sich hier um ein Zoom handelt). Für meine Zwecke finde ich da das 7Artisans AF 10mm f/2.5 deutlich ansprechender, nicht nur wegen des Preises, auch wegen der besseren Lichtstärke.
Endlich aufgewacht ?