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Test: Galaxy AI auf Samsungs teuerstem Smartphone braucht noch Zeit

Porträt-Studio

Zu guter Letzt gibt es noch die Funktion Porträt-Studio, jedenfalls wenn auf dem Bild ein Gesicht oder ein Haustier (Hund oder Katze) erkannt wird. Wobei sich die KI dabei manchmal selbst nicht ganz sicher ist: Als ich versuchte, das System mit einer Maske auszutricksen, wurde das Bild zunächst akzeptiert, nur um kurz darauf doch eine Fehlermeldung auszuspucken. Das passt gut zur holprigen Nutzungserfahrung aus dem Skizzenfeature und zeigt, wie unausgereift das gesamte System noch wirkt.

Lässt sich die Funktion dann tatsächlich mal anwenden, gewinnt man aber auch nicht viel, denn es stehen gerade einmal vier voreingestellte Stile zur Auswahl: Studio, 3D-Cartoon, Fischauge und Ölgemälde. Ein Freitextfeld lässt Samsung vermutlich aus Angst vor der notwendigen Moderation weg, weil sich mit einem Bild-Prompt und generativer KI eben auch eine Menge Unfug anstellen lässt. Wären die voreingestellten Stile wenigstens brauchbar, wäre das alles halb so schlimm.

Aber so reicht die Funktion nicht über einen müden Partytrick hinaus. Die generierten Bilder sehen nicht nur qualitativ unzeitgemäß aus, sie haben auch wenig bis nichts mit der fotografierten Person oder der Szene zu tun. Sehr schade, denn gerade hier läge ohne jede Zeichenkünste wohl der größte und niedrigschwelligste Spaßfaktor an künstlicher Intelligenz auf dem Smartphone.

Fazit

Ist das Galaxy Z Fold 7 ein sinnvolles Gerät für Fotografen? Aus meiner Sicht eher nicht. Das Dreifach-Kamerasetup macht prinzipiell keine schlechten Fotos, ruft aber angesichts des Preises keine fotografische Spitzenleistung ab. Samsung verbaut in seinem teuersten Smartphone schlicht nicht seine besten Kameras, und das merkt man. Dazu kommt, dass die Haptik des Geräts einen daran hindert, es wie eine echte Kamera zu behandeln. Auch als Begleitgerät, etwa um es kabellos mit einer Kompakt- oder Systemkamera zu verbinden und unterwegs auf dem großen, hellen HDR10+-Display zu bearbeiten, taugt es nur bedingt. Denn genau dort, wo die Bildschirmfläche ihren größten Vorteil ausspielen könnte, fehlt durch den gestrichenen S Pen die nötige Präzision.

Nichtsdestotrotz bekommt ihr mit dem Fold 7 unterm Strich ein ausgefallenes und technisch ausgereiftes Produkt, wahrscheinlich eines der besten Foldables, die aktuell am Markt erhältlich sind. Schon vor Weihnachten lag der Straßenpreis deutlich unter 1.400 Euro, und dank Samsungs solider Update-Garantie könnte sich ein Blick auf Schnäppchenangebote durchaus lohnen, wenn euch das Konzept grundsätzlich reizt.

Bei Galaxy AI fällt es mir schwerer, ein mildes Urteil zu fällen. Die generelle Anbindung an die Software ist durchaus gelungen, und auch die generative Bearbeitung mit dem Radierer kann beeindrucken, auch wenn die Ergebnisse ein unästhetisches Wasserzeichen tragen. Die Skizzen- und Porträt-Funktion haben allerdings noch erheblichen Überarbeitungsbedarf.

Letztlich ist es wahrscheinlich eine Preisfrage. Samsung bietet die Funktionen kostenlos an, jede Bearbeitung nutzt aber Rechenleistung auf Cloud-Servern, selbst für die simple Objektentfernung. KI-Modelle wie Googles Nana Banana Pro sind längst in der Lage, Bilder überzeugend in andere Stile zu übertragen und dabei den originalen Inhalt, Charaktere und Objekte beizubehalten. Samsung hat immerhin angekündigt, dass diese Features dauerhaft kostenlos bleiben.

Entsprechend stellt sich die Frage, ob Samsung hier mittelfristig ein qualitatives Upgrade spendiert oder ob es beim aktuellen Stand bleibt. Am sinnvollsten wäre es in meinen Augen, die lokalen KI-Fähigkeiten des Smartphones besser auszunutzen, denn genau darin werden die Chips von Generation zu Generation stärker. Bis dahin sollte man für ein produktiveres KI-Erlebnis auf Software von Google oder Drittanbietern setzen. Aber dafür ist Android ja zum Glück eine offene Plattform.

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Thorsten

Ich bin nach wie vor mit meinem Samsung S24 hoch zufrieden, mehr will ich gar nicht.
Die Kamera mit den 3 Objektiven ist gut, wenn ich mehr will, nehme ich meine Fotoausrüstung.
Das werde ich wohl so lange behalten, bis es keine Updates mehr gibt und neue Apps die ich installieren möchte, nicht mehr laufen.
Mein Vorgänger- Sony Smartphone hatte ich 8 Jahre, oder war es noch länger?
Für den Preis des neuen Handys kaufe ich mir lieber ein tolles Objektiv, für meine richtigen Kameras.

Stefan Zimmermann

Ist das eigentlich immer noch so, dass es bei den Faltphones so eine spezielle Schutzfolie gibt, die sich nach 1–2 Jahren ablöst und die man nicht selbst entfernen oder neu aufbringen darf? Während der Garantiezeit macht Samsung das, glaube ich, einmal kostenlos. Danach hat man aber ständig Folgekosten. Sie weisen auch darauf hin, dass es zu Komplikationen kommen kann und dann sogar das flexible Display ersetzt werden muss. Das ist man dann schnell nochmals 1000€ los. Innerhalb der Garantie ist das kein Problem – aber danach? Da steht man doch gefühlt immer mit einem Bein im Defekt drin. Ich hätte da keinen Bock drauf. Solche Alltagsgegenstände müssen einfach funktionieren, egal ob zuhause, in der Wüste oder bei –30 °C im hohen Norden. Das Ding muss robust und zuverlässig sein. Von daher würde ich mir so ein Foldable aktuell nicht kaufen. Ich finde die Kombination aus einem echten 15″-Tablet und einem normalen Smartphone viel geschickter, robuster und günstiger. Und seien wir ehrlich: Aufgeklappt ist es immer noch kein echtes Tablet. Und ein 15″-OLED Display in einem echten Tablet macht gerade für Fotografen viel mehr Spaß, und diese dicken Balken wegen des komischen Formfaktors der Foldable stören mich zusätzlich. Ich habe keine… Weiterlesen »

Thorsten

Zustimmung! Danke für die Info

Rene Stämpfli

Vor ein paar Tagen hatte ich mein altes Samsung S2 in einer Schublade gefunden. Der Akku war etwas aufgebläht. Ein neuer ist tatsächlich noch erhältlich. Kostet CHF 12.00. Suche noch das Ladegerät. Dann läuft das alte Ding hoffentlich wieder mit meiner alten LINUX installation von damals. Nix Android. Nix Ueberwachung. Hat einen gewissen sentimentalen Wert aus meiner Hacker Zeit.

Vitalik

Ich selbst bin absoluter HighEnd Smartphone Nutzer.
Für mich heißt es alle 2-3 Jahren das Beste Smartphone was der Markt zu bieten hat (1. Stelle immer Kamera Hardware Leistung).

Bis heute hat mich die Fold Smartphones überzeugt,

Es ist eben absolute Niche.

Auch aus der Sicht eines Fotografen,
ergibt die Seiten Verhältnisse keinen Vorteil.
Da greife ich lieber, gleich zum Tabs bzw Notebooks.

Alfred Proksch

Mit den geschriebenen gedruckten Kommentaren/Meinungen zur Smartphone Fotografie ließen sich die Zentralalpen nachbauen. Meine Gattin benutzt mit großer Freude die Foto/Videofunktionen ihres Smartphones.

Es geht dabei NICHT darum wie GUT oder weniger gut die Bildergebnisse sind, das ist kein Thema für sie, ihr Anliegen sind die Vorteile der sofortigen Verfügbarkeit sowie das problemlose „teilen“ mit den ihr nahe stehenden Menschen.

Von der Erzgewinnung bis zum fertigen SP waren die Umweltschäden enorm. Der weitere System bedingte Energieaufwand damit Dateien in einer Cloud vor sich hin gammeln oder die 10 Sende/Empfangsmasten pro 10.000 Einwohner sind „Kollateralschäden“, da kann man halt nichts machen will man die Vorteile täglich nutzen. Bitte meine Äußerung NICHT als Kritik oder Meckerei sehen es sind nur gerne übersehenen Nebensächlichkeiten.

Sehe ich mir die gezeigten Bilder an und was sich mit Hilfe von ausgefeilter automatisierter Bildbearbeitung machen lässt erklärt sich der Erfolg von Smartphones von selbst.

Persönlich wegen den aufgeklebt wirkenden Fotomodulen einen Aufstand machen? Geschäftlich nützliche Bilder oder Videos sollen sie liefern das reicht mir – egal wer der Hersteller ist.

licht+perspektive

“Sehe ich mir die gezeigten Bilder an und was sich mit Hilfe von ausgefeilter automatisierter Bildbearbeitung machen lässt erklärt sich der Erfolg von Smartphones von selbst”

Vorausgesetzt, dass die Hardware (und Bildgestaltung) dann auch noch mit Sachkunde bedient wurden; sind die Ergebnisse in der Tat erstaunlich!

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