Wie gut schlägt sich Samsungs teuerstes Smartphone als Kamera – und was taugen die aktuellen KI-Funktionen von Galaxy AI? Ich habe für euch den Test gemacht.
Als Techblogger verfolge ich die Entwicklung von Foldables seit Jahren mit großem Interesse, allerdings immer nur aus der Ferne. Die Gelegenheit, eines zu testen, hat sich einfach nie ergeben. Und aus eigener Tasche wollte ich keines kaufen, dafür war mir das Experiment schlicht zu teuer.
Dabei hat sich das Konzept des auffaltbaren Hybriden aus Smartphone und Tablet über die Jahre enorm weiterentwickelt. Die Displays sind flexibler geworden, die Wärmeverteilung hat sich verbessert und die Scharniere sind deutlich stabiler als noch vor wenigen Generationen. Samsung hatte reichlich Zeit, die Technik zu verfeinern. Trotzdem bleibt ein Foldable ein Luxusgerät. Auch nach meinem Test bin ich überzeugt: Wirklich “brauchen” tut das niemand. Erst recht nicht aus fotografischer Perspektive. Im Gegenteil, man macht sogar Abstriche, wie ich später noch zeigen werde. Und das bei einer UVP von 2.099 Euro.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als Samsung mir anbot, das Galaxy Z Fold 7 über den Jahreswechsel auszuprobieren. Mit etwas Verspätung teile ich euch jetzt meine Eindrücke aus dieser kurzen Testphase.

Verarbeitung & Ergonomie
Einen persönlichen Vergleich mit den Vorgängern aus der Fold-Reihe kann ich leider nicht ziehen. Die Datenblätter zeigen allerdings deutlich, wie sehr sich das Gerät weiterentwickelt hat. Das Galaxy Z Fold 7 ist sowohl im aufgefalteten als auch im geschlossenen Zustand dünner und leichter geworden. Zusammengeklappt misst es 158,4 × 72,6 × 8,9 mm bei 215 Gramm. Damit liegt es erstaunlich nah am Galaxy S25 Ultra (162,8 × 77,6 × 8,2 mm, 218 g), dem (noch) aktuellen Flaggschiff ohne Faltmechanismus.
Das Fold 7 ist sogar etwas leichter und schmaler, lediglich knapp einen Millimeter dicker. Aufgefaltet misst es gerade einmal 4,2 mm in der Tiefe. Allein das finde ich technisch beeindruckend, wenn man bedenkt, dass hier ein 6,5-Zoll-Display auf der Außenseite und ein 8 Zoll großes Display auf der Innenseite verbaut sind.

Das schlankere Design hat allerdings einen Preis: Samsung hat den Digitizer gestrichen, das Fold 7 unterstützt also keinen S Pen mehr. Das ist ziemlich bitter, denn gerade für Fotografen wäre der Stift ein echtes Argument für das große Display gewesen. Regler in Lightroom präzise justieren, Masken anlegen, mit dem Pinsel arbeiten, all das geht mit einem Stift deutlich feiner als mit dem Finger. Aber auch beim Zeichnen in Galaxy AI, wofür Samsung mir das Gerät eigentlich in die Hand gedrückt hat, fehlt die Stiftunterstützung schmerzlich. Was als eines der Hauptargumente für das Foldable gedacht war, wird so durch die Hardware selbst ausgebremst.
Wenn man das Gerät in der Hand hält, behandelt man es unweigerlich vorsichtig. In meinem Fall lag das sicherlich nicht nur daran, dass es ein geliehenes Testexemplar war. Auch wenn das Fold 7 in meinem Test einen robusten Eindruck hinterlassen hat und ich keine Kratzer erkennen konnte, behandelt man so ein Telefon einfach nicht wie ein Arbeitsgerät. Ein Wort zur Ergonomie: Ich habe ziemlich große Hände, und trotzdem hatte ich im geschlossenen Zustand Schwierigkeiten, Elemente am oberen Bildschirmrand zu erreichen. Wer kleinere Hände hat, dürfte hier erst recht an Grenzen stoßen. Aufgeklappt hält man das Fold 7 am besten mit einer Hand und tippt mit der anderen. Durch das moderate Gewicht ermüdet das zum Glück nicht so schnell, wie man vermuten könnte.

Auch wenn sich das Fold 7 zugeklappt größte Mühe gibt, sich wie aus einem Guss anzufühlen, und das Scharnier sich nur schwerfällig, fast schon widerwillig öffnen lässt, merkt man doch, dass man ein zweigeteiltes Smartphone in der Hand hält. Es ist ein subtiles Gefühl, keine echte Schwäche, aber der Unterschied zu einem klassischen Barren-Smartphone bleibt spürbar.
Beim Fotografieren habe ich das Smartphone eigentlich nie aufgeklappt, auch wenn der große Bildschirm eine deutlich bessere Vorschau bieten würde. Ein unerwarteter Vorteil des Faltdesigns: Man kann das Telefon theoretisch als improvisiertes Stativ nutzen. In der Praxis wird das allerdings etwas fummelig, weil man das Gerät genau im richtigen Winkel halten muss. Klappt man es zu weit auf, springt die Oberfläche auf den großen Innenbildschirm um.
Eines der größten Mankos am Äußeren ist in meinen Augen die hervorstehende Kameraeinheit. Einerseits sorgt sie dafür, dass das Telefon ohne Hülle nicht gerade auf dem Tisch liegen kann. Andererseits sammelt sie Staub, der sich nur schwer entfernen lässt. Und zumindest bei mir hatte sie noch einen weiteren unschönen Nebeneffekt: Jedes Mal, wenn ich das Telefon aus der Hosentasche gezogen habe, bin ich unwillkürlich mit den Fingern über die Linsen gefahren und habe sie eingefettet.

Kameras & Expert RAW
Ich werde nicht müde zu kritisieren, dass Samsung ausgerechnet bei seinem teuersten Smartphone nicht seine besten Kameras verbaut. Während man im S26 Ultra für weniger Geld ein Quad-Setup aus 200-MP-Hauptkamera, 50-MP-Ultraweitwinkel, 50-MP-Periskoptelefoto und 10-MP-Telekamera bekommt, also insgesamt mehr Megapixel und mehr Sensorfläche, muss sich das Fold 7 mit drei Kameras begnügen: der gleichen 200-MP-Hauptkamera, einem 10-MP-Telefoto mit 3-fach-Zoom und einem 12-MP-Ultraweitwinkel. Immerhin bedeutet das gegenüber dem Vorjahresmodell ein solides Upgrade, aber auf dem Niveau eines 2.000-Euro-Geräts erwartet man eigentlich mehr.
| Galaxy Z Fold 7 | Galaxy S26 Ultra | |
|---|---|---|
| Hauptkamera | 200 MP, 1/1,3 Zoll, 24mm, f/1.7 | 200 MP, 1/1,3 Zoll, 24mm, f/1.4 |
| Ultraweitwinkel | 12 MP, 1/2,55 Zoll, 13mm, f/2.2, | 50 MP, 1/2,5 Zoll, f/1.9 |
| Tele (3x) | 10 MP, 1/3,94 Zoll, 67mm, f/2.4 | 10 MP, 1/3,94 Zoll, 67mm, f/2.4 |
| Tele (5x) | – | 50 MP, 1/2,52 Zoll, 111mm, f/2.8 |
So sehr ich mich auch angestrengt habe, mit dem Fold 7 ernsthaft zu fotografieren: Übers Knipsen bin ich irgendwie nicht hinausgekommen. Wer allerdings Dokumentationen des Alltäglichen erwartet und keine echten Kunstwerke: Das Trio macht trotz eher mittelklassiger Hardware eine erstaunlich gute Figur. Beeindruckt haben mich dabei vor allem die Low-Light-Ergebnisse aus dem Handgelenk sowie die generell stimmige Farbästhetik über alle drei Kameras hinweg. Eine solche Konsistenz sucht man bei günstigeren Smartphones oft vergeblich.













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Ich bin nach wie vor mit meinem Samsung S24 hoch zufrieden, mehr will ich gar nicht.
Die Kamera mit den 3 Objektiven ist gut, wenn ich mehr will, nehme ich meine Fotoausrüstung.
Das werde ich wohl so lange behalten, bis es keine Updates mehr gibt und neue Apps die ich installieren möchte, nicht mehr laufen.
Mein Vorgänger- Sony Smartphone hatte ich 8 Jahre, oder war es noch länger?
Für den Preis des neuen Handys kaufe ich mir lieber ein tolles Objektiv, für meine richtigen Kameras.
Ist das eigentlich immer noch so, dass es bei den Faltphones so eine spezielle Schutzfolie gibt, die sich nach 1–2 Jahren ablöst und die man nicht selbst entfernen oder neu aufbringen darf? Während der Garantiezeit macht Samsung das, glaube ich, einmal kostenlos. Danach hat man aber ständig Folgekosten. Sie weisen auch darauf hin, dass es zu Komplikationen kommen kann und dann sogar das flexible Display ersetzt werden muss. Das ist man dann schnell nochmals 1000€ los. Innerhalb der Garantie ist das kein Problem – aber danach? Da steht man doch gefühlt immer mit einem Bein im Defekt drin. Ich hätte da keinen Bock drauf. Solche Alltagsgegenstände müssen einfach funktionieren, egal ob zuhause, in der Wüste oder bei –30 °C im hohen Norden. Das Ding muss robust und zuverlässig sein. Von daher würde ich mir so ein Foldable aktuell nicht kaufen. Ich finde die Kombination aus einem echten 15″-Tablet und einem normalen Smartphone viel geschickter, robuster und günstiger. Und seien wir ehrlich: Aufgeklappt ist es immer noch kein echtes Tablet. Und ein 15″-OLED Display in einem echten Tablet macht gerade für Fotografen viel mehr Spaß, und diese dicken Balken wegen des komischen Formfaktors der Foldable stören mich zusätzlich. Ich habe keine… Weiterlesen »
Zustimmung! Danke für die Info
Vor ein paar Tagen hatte ich mein altes Samsung S2 in einer Schublade gefunden. Der Akku war etwas aufgebläht. Ein neuer ist tatsächlich noch erhältlich. Kostet CHF 12.00. Suche noch das Ladegerät. Dann läuft das alte Ding hoffentlich wieder mit meiner alten LINUX installation von damals. Nix Android. Nix Ueberwachung. Hat einen gewissen sentimentalen Wert aus meiner Hacker Zeit.
Ich selbst bin absoluter HighEnd Smartphone Nutzer.
Für mich heißt es alle 2-3 Jahren das Beste Smartphone was der Markt zu bieten hat (1. Stelle immer Kamera Hardware Leistung).
Bis heute hat mich die Fold Smartphones überzeugt,
Es ist eben absolute Niche.
Auch aus der Sicht eines Fotografen,
ergibt die Seiten Verhältnisse keinen Vorteil.
Da greife ich lieber, gleich zum Tabs bzw Notebooks.
Mit den geschriebenen gedruckten Kommentaren/Meinungen zur Smartphone Fotografie ließen sich die Zentralalpen nachbauen. Meine Gattin benutzt mit großer Freude die Foto/Videofunktionen ihres Smartphones.
Es geht dabei NICHT darum wie GUT oder weniger gut die Bildergebnisse sind, das ist kein Thema für sie, ihr Anliegen sind die Vorteile der sofortigen Verfügbarkeit sowie das problemlose „teilen“ mit den ihr nahe stehenden Menschen.
Von der Erzgewinnung bis zum fertigen SP waren die Umweltschäden enorm. Der weitere System bedingte Energieaufwand damit Dateien in einer Cloud vor sich hin gammeln oder die 10 Sende/Empfangsmasten pro 10.000 Einwohner sind „Kollateralschäden“, da kann man halt nichts machen will man die Vorteile täglich nutzen. Bitte meine Äußerung NICHT als Kritik oder Meckerei sehen es sind nur gerne übersehenen Nebensächlichkeiten.
Sehe ich mir die gezeigten Bilder an und was sich mit Hilfe von ausgefeilter automatisierter Bildbearbeitung machen lässt erklärt sich der Erfolg von Smartphones von selbst.
Persönlich wegen den aufgeklebt wirkenden Fotomodulen einen Aufstand machen? Geschäftlich nützliche Bilder oder Videos sollen sie liefern das reicht mir – egal wer der Hersteller ist.
“Sehe ich mir die gezeigten Bilder an und was sich mit Hilfe von ausgefeilter automatisierter Bildbearbeitung machen lässt erklärt sich der Erfolg von Smartphones von selbst”
Vorausgesetzt, dass die Hardware (und Bildgestaltung) dann auch noch mit Sachkunde bedient wurden; sind die Ergebnisse in der Tat erstaunlich!