Leica Kameras

Zehnfacher Schätzpreis: Seltene Leica von 1938 bringt 312.000 Euro

Die Begeisterung für historische Kameras zeigt sich erneut bei einer großen Versteigerung. Manche Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen.

Bei der 48. Leitz Photographica Auction in der Leica Welt in Wetzlar haben am 13. Juni mehrere historische Leica-Kameras Höchstpreise erzielt. Teuerstes Los war die Leica MP-33 aus dem Jahr 1957 für 600.000 Euro inklusive Premium. Knapp dahinter folgte ein Leica Ig Prototyp mit der runden Seriennummer 750000 für 540.000 Euro.

Rarität für die Reportage-Fotografie

Die MP-33 zählt zu den seltensten Leica-Modellen. Von der “M Professional” entstanden nur 402 Exemplare, davon 141 in Schwarzlack. Entwickelt wurde sie für die Reportage-Fotografie, angeregt von US-Pressefotografen wie Alfred Eisenstaedt und David Douglas Duncan, die ihre M-Kameras mit dem schnellen Leicavit-Aufzug kombinieren wollten.

Das versteigerte Exemplar ging 1957 an einen Leica-Vertreter in Schweden und kam mit passendem Leicavit sowie einem Summicron 2/5 cm in Schwarzlack zur Auktion. Im Vorfeld war es auf bis zu 800.000 Euro taxiert worden.

Der Ig-Prototyp entstand Mitte der 1950er-Jahre als experimentelle Übergangsstufe der Schraubgewinde-Kameras und vereint Elemente der Modelle Ic, If und Ig. Auktionshaus-Geschäftsführer Alexander Sedlak wertet die Ergebnisse als Bestätigung, “dass die Begeisterung für historische Kameras und historisches Kamera-Zubehör ungebrochen hoch ist”.

Überraschung mit einem Vorkriegsmodell

Für das größte Aufsehen sorgte eine Leica IIIb black paint (oben im Bild) von 1938. Nur fünf Exemplare wurden laut Leica-Archiv in Schwarzlack gefertigt. Das versteigerte Stück erzielte mit 312.000 Euro fast das Zehnfache seines Schätzwerts von 32.000 bis 36.000 Euro.

Auch jüngere Modelle waren gefragt. Das Leica MP 10323 ‘Meister Edition Berlin’ von 2017 stieg von geschätzten 26.000 bis 30.000 Euro auf 132.000 Euro. Das auf 20 Stück limitierte Leica M6 Black Paint ‘Leitz Auction’ Set von 2023 kam von einem Ausgabepreis von 25.980 Euro auf 48.000 Euro

Charity-Los und nächste Termine

Als Charity-Los versteigerte das Auktionshaus einen Prototyp der Leica M10-P Safari ohne Premium für 16.000 Euro zugunsten von Licht ins Dunkel”. Die nächsten Versteigerungen folgen im Herbst: am 9. Oktober die Fotografie-Auktion “Perspectives” in Wien und am 28. November die 49. Leitz Photographica Auction in Wetzlar.

Bilder: LCC GmbH

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27 Kommentare
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WRDS

Andere historische Kameras werden einem nachgeworfen. Weshalb die Leicas zu solch absurden Preisen gehandelt werden, ist mir ein Rätsel.

H. Jürgens

Weil es die besten Kameras der Welt sind ! 😉

Peter Braczko

Die “besten Kameras der Welt” bewähren sich zur Zeit auf der Fußball-WM in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Da sind nicht nur sportliche Höchstleistungen gefragt, auch die Kameras (größtenteils von Nikon und Canon) müssen zeigen, was sie können. Leica dagegen? Das packt kein Profi an, der mit der Fotografie sein Geld verdienen muß. Aber auf einem Feld sind die alten Leica-Kameras tatsächlich Spitze, zu finden auf Auktionen und Fotobörsen, da, wo sich die Schräubchenzähler und Vitrinenbesitzer tummeln. Frage von einem Kunden an einen Leica-Händler: “Können Sie mir garantieren, dass in diese Leica M noch nie ein Film eingelegt wurde?” Immerhin: Mit der Hilfe von Minolta und Panasonic hatte und hat Leica auch Amateurkameras im Angebot…..

Markus B.

Naja, Nikon sieht man aktuell bei der WM auch immer weniger. Die meisten knipsen mit Canon und Sony. Woran das wohl liegt? Auf jeden Fall hat jeder, der sich eine alte Leica in den Schrank gelegt hat, alles richtig gemacht. Diese Preise wird für die aktuellen Boliden von Canon, Sony, Nikon in 10-20 Jahren niemand mehr zahlen…

Armin B.

Das glaubst Du doch selbst nicht. Die unnötig teuersten? Ja auf jeden Fall. Deswegen verkaufen Canon, Nikon und Sony sooo “wenig” Kameras, weil alle anderen, die keine Leica haben, zu doof sind zum knipsen? Tut mir leid, aber da kann ich Dir leider nicht folgen. Entscheidend ist nicht das Teil, welches Du in der Hand hältst, sondern der Typ hinter der Kamera. Und nur weil etwas künstlich hochgelobt wird, ist es nicht das Beste. Erinnert mich ein bisschen an Kunstkritiker und Bilder wo ein Pferd rüber lief.

H. Jürgens

Achtung! Das war als Scherz gemeint! Die besten Kameras kommen von Sony ☝️

Peter Braczko

Beides ist wichtig: Eine Top-Kamera und die Frau oder der Mann, die oder der damit perfekt umgehen kann. Das können sich hier die Leica-Märchenerzähler nicht vorstellen, aber die Fotografinnen und Fotografen, die in den USA, Kanada und Mexiko intensiv im Foto-Einsatz sind, stehen unter Extrem-Stress. Da darf keine Kamera ausfallen, falls doch Unerwartetes passiert, haben Nikon und Canon jeweils professionelle Reparatur- und Ausleihstationen in der Nähe der Stadien eingerichtet. Kann sich hier ein Leica-Provinzamateur nicht vorstellen, aber so ein abgegebener Ball, der nicht Richtung Tor fliegt, sondern die Fotografenmeute trifft, hat reichlich Power. Da hatte ich bisher Glück, zwei kaputte Brillen und ein Nikkor 1.4/85 mm (jeweils Volltreffer beim Sport), das hielt sich noch in Grenzen…..

Patrick > Original Gangsta Dawg

Es gibt nicht zufällig ein Video davon, wie dir der Ball ins Gesicht donnert, oder doch? 🧐

Steffen Schöwel

Dafür ist die M wie ich sie habe auch garnicht gemacht !

Peter Braczko

Können wir uns auf “die teuersten Kameras der Welt” einigen – nicht gerade ein Qualitätsbeweis!

H. Jürgens

😁wie du meinst

Steffen Schöwel

Da muss ich Dir wohl recht geben . Zwinker . I Love Leica M11 weil sie so schön klein handlich ist und mich jeden Tag begleitet, dabei immer 2 Objektive dabei. Manchmal auch das Visoflex dabei, aber dann muss ich schon meine Billingham mitnehmen und dann wird es schon wieder sehr DSLM lastig 🙁

joe

Weil Leica alles richtig macht, ein Pionier in der Kameraindustrie war und sie einfach schön sind. Seid doch froh, dass wenigstens etwas aus Made in Germany noch einen wert hat!
Ach ja und weil die Leute die sich so etwas zulegen schlicht und einfach mehr als genug Geld übrig haben.

J.Friedrich

👍

Helmut

Ja Leica hat einen Ruf, der gezielt gepflegt wird.

Umso weniger verstehe ich, das eventuell ein chinesischer Investor übernehmen soll. Das würde für mein Empfinden die Marke zerstören…

H. Jürgens

Stimmt, aber die Marke wurde schon durch Panasonic „zerstört“.

WRDS

Ohne Panasonic wäre Leica schon lange weg.

joe

Stimmt!

Peter Braczko

Korrekt! Nicht nur Panasonic ist aktuell dabei, Minolta und Fuji halfen ebenfalls mit bei der Lieferung von Kameras und Objektiven…

H. Jürgens

Das ist auch wahr.

Steffen Schöwel

Leica hatte es eine ganze Zeit verschlafen zu digitalisieren ! Ich besitze jetzt die 11 und die M6 mittlerweile steht die 11 mehr im Tresor als die 6 ! Die Fotografie ist immer im Wandel und alle DSLM sind besser wie Leica ! Dafür sind die Flaschen dahinter deutlich mehr geworden

Mirko

…die Frage sollte eher lauten, welche Unternehmen sind überhaupt noch in deutscher Hand 😉

joe

In welcher Hand sie sind ist egal, wichtig ist die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten und auländische Investoren ins Land zu locken

Mirko

…und da fangen die Probleme schon an, Investoren ins Land zu locken 😉

Rolf Carl

Aldi z.B. 😁

joe

Aldi wurde nicht gelockt, die sind gekommen, weil Migros und COOP sich viel zu sicher fühlten und dachten, wir machen die Preise so wie es uns gefällt. Und der Witz bei der Sache, trotz günstigerer Preise mit vielen Schweizer Artikeln, bezahlt Aldi höhere Löhne als Migros.

Rolf Carl

Ja, ich weiss, mein Kommentar war aber zu Mirkos Frage weiter oben, ob es überhaupt noch Unternehmen in deutscher Hand gibt. Aldi ist sogar urdeutsch, würde ich jetzt mal behaupten.

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