Bei der 48. Leitz-Auktion versammelt sich Leica-Geschichte aus sieben Jahrzehnten. Eines der Top-Lose wird im hohen sechsstelligen Bereich erwartet.
Das Auktionshaus Leitz Photographica Auction versteigert am 13. Juni 2026 in Wetzlar die nächste Ausgabe seiner renommierten Kamera-Auktion. Mit dabei sind unter anderem eine schwarz lackierte Leica MP von 1957, eine chromfarbene MP aus dem Besitz des Pressefotografen Tazio Secchiaroli sowie eine olivgrüne Leica M3 aus dem letzten Bundeswehr-Batch. Den Spitzenplatz nimmt die schwarze MP mit der Seriennummer MP-33 ein, die zwischen 700.000 und 800.000 Euro erzielen soll.
Schwarze MP-33 als teuerstes Lot
Die Leica MP wurde 1956 auf der Photokina in Köln vorgestellt. Sie war ursprünglich für US-amerikanische Pressefotografen gedacht, die den schnellen Filmtransport des Leicavit mit dem M-Sucher kombinieren wollten. Die MP ist die einzige Leica der Serienproduktion mit einem eigenen, vom regulären Werksnummernsystem getrennten Zählwerk. Insgesamt entstanden 402 Exemplare, von denen nur 141 schwarz lackiert wurden.

Das Exemplar MP-33 wurde am 29. Juli 1957 an den Händler Brandt in Schweden ausgeliefert. Es kommt zusammen mit einem ebenfalls schwarz lackierten Leicavit sowie einem schwarz lackierten Summicron 2/5cm in Messingfassung, das nur einen Tag später an denselben Händler ging. Der Startpreis liegt bei 400.000 Euro.
Provenienz aus der Welt der Paparazzi
Ein zweites MP-Exemplar, die chromfarbene MP-368, kommt mit einer Provenienz, die über die reine Seriennummer hinausgeht. Sie wurde am 16. Januar 1958 ausgeliefert und ist als persönliche Kamera von Tazio Secchiaroli dokumentiert. Der römische Fotograf gehörte zu den ersten Paparazzi überhaupt. Seine Schnappschüsse von Filmstars in der Via Veneto inspirierten die Figur “Paparazzo” in Federico Fellinis “La Dolce Vita” von 1960.

Mitversteigert wird ein Exemplar des Buchs “The Original Paparazzo” mit einer handschriftlichen Widmung Secchiarolis, in der die Seriennummer der Kamera ausdrücklich genannt wird. Beigelegt ist außerdem ein Summicron 2/5cm in starrer Bauweise. Das Auktionshaus schätzt das Gesamtensemble auf 100.000 bis 120.000 Euro.
Olive M3 aus letztem Bundeswehr-Batch
Aus militärischer Provenienz stammt eine Leica M3 in Olivlackierung. Sie ist Teil eines Schluss-Batches von 38 Kameras aus dem Jahr 1968 mit den Seriennummern 1206962 bis 1206999. Das angebotene Exemplar trägt die Gravur “Bundeswehreigentum” und das kleinere 1/4-Zoll-Stativgewinde, das später für die Leica M4 übernommen wurde. Das originale “L”-Siegel von Leitz Wetzlar ist erhalten. Beigelegt ist ein zeitgenössisches Elmar 2.8/50mm. Die Schätzung liegt zwischen 120.000 und 140.000 Euro.

Weitere Highlights und Charity-Lot
Im Katalog stehen darüber hinaus ein Leica-Ig-Prototyp Nr. 750000 (400.000 bis 500.000 Euro), ein Leica Gun Rifle aus E. Leitz New York (200.000 bis 240.000 Euro) und ein Lumière Cinématographe (100.000 bis 120.000 Euro). Als Charity-Lot kommt ein Prototyp der digitalen Leica M10-P Safari mit der Seriennummer 5325890 zum Aufruf. Der Erlös fließt in einen Spendenzweck, die Schätzung liegt bei 8.000 bis 10.000 Euro.





Wie sich die Schätzpreise zur tatsächlichen Zuschlagshöhe verhalten, zeigt sich erst am Auktionstag. Bei der 47. Auflage erzielte eine Leica von Papst Franziskus 6,5 Millionen Euro für wohltätige Zwecke. Im Juni 2025 brachte ein Prototyp der Leica I 7,2 Millionen Euro ein und wurde damit zur zweitteuersten Kamera aller Zeiten. Im November 2024 hatte ein M-Prototyp 2,04 Millionen Euro erzielt.


WOAH!!! Ich liebe diesen abgenutzten Look der MP-33. Ich finde, das sollte Leica zukünftig auch für neue Kameras als optionales Finish anbieten. Fender macht das mit den Relic Gitarren in seinem Custom Shop ja auch recht erfolgreich.
@Peter: Wäre diese olivgrüne M3 nicht der perfekte Ersatz für deine moosgrüne Nikon Zf? Und mit Ersatz meine ich Upgrade.
…ich dachte sobald ein Kratzer vorhanden ist sind die Kameras wertlos Naja früher trugen auch “Kampfschwimmer Einheiten” Uhren von bekannten Herstellern und heutzutage hat man Angst das die Lünette zerkratzt …ja ja die Zeiten ändern sich 😂
Ein einzelner Kratzer ist tatsächlich nicht verkaufsfördernd. Sieht die Kamera jedoch so aus, als hätte Sebastião Salgado damit schon erfolgreich einen Eisbärenangriff abgewehrt, wird es für mich langsam interessant! 😀