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Canon EOS 6D Mark II: Erste Infos zur neuen Vollformatkamera

Im nächsten Jahr könnte Canon mit der EOS 6D Mark II eine neue Vollformatkamera vorstellen. Nun sind erste allgemeinere Informationen aufgetaucht.


Update: Der folgende Artikel ist nun schon einige Monate alt und in der Zwischenzeit gab es eine ganze Reihe von neuen Gerüchten zur 6D Mark II. Diese findet ihr im Newsticker Bereich unserer 6D Mark II Übersichtsseite.


Wir haben es in unserem Artikel „Warum Canon in einigen Bereichen schnellstmöglich nachlegen muss“ bereits angesprochen: Canon hinkt im Bereich der Vollformatkameras derzeit recht deutlich hinter Nikon hinterher. Die drei angebotenen Modelle EOS-1D X, EOS 5D Mark III und EOS 6D haben allesamt schon einige Jahre auf dem Buckel und so langsam aber sicher wird es Zeit für Nachfolger, auch wenn die genannten Kameras für viele Fotografen nach wie vor mehr als ausreichend sind. Doch so kann und darf man als Marktführer in der Welt der Technik, die nunmal einfach sehr schnelllebig ist, einfach nicht denken.

Erste Infos zur Canon EOS 6D Mark II

Während zuletzt bereits über neue Kameras mit Foveon-Sensoren gesprochen wurde, sind nun auch erste Informationen zur EOS 6D Mark II aufgetaucht. Diese Infos sind zwar noch nicht wirklich konkret, auch gibt es noch keine technischen Daten, über die wir berichten können, aber zumindest einmal scheint festzustehen, wo Canon die EOS 6D Mark II positionieren möchte – und diese möglichen Pläne überraschen uns etwas. Denn nach Informationen von Canonrumors könnte Canon die 6D Mark II eher im High-End-Bereich und nahe der 5D Mark III bzw. Mark IV positionieren. Das würde bedeuten, dass die Kamera besser aber natürlich auch teurer werden würde. Die 6D war 2012 zu einem Preis von 2.000 Euro auf den Markt gekommen, möglicherweise würde sich die 6D Mark II dann eher im Bereich von 2.500 Euro bewegen.

Interessante Entscheidung von Canon

Warum uns diese Nachricht überrascht? Ganz einfach: Eigentlich deutete in den letzten Monaten vieles darauf hin, dass sich der Markt immer mehr in Richtung Vollformat entwickeln würde. Vollformatkameras wurden günstiger, Sony hat mit der A7 und der A7r die ersten spiegellosen Vollformatkameras vorgestellt, Nikon pusht in diesem Bereich ebenfalls so richtig und Sony könnte Anfang 2015 eine wirklich günstige FF-Kamera auf den Markt bringen. Die 6D ist die „Vollformat-Kamera für den Einsteiger“ von Canon, also wäre es bei dieser Marktsituation eigentlich nur logisch gewesen, wenn die 6D Mark II günstiger und nicht teurer geworden wäre – 1.500 Euro wäre für viele vermutlich ein Traum gewesen und mit Sicherheit hätte sich eine solche Kamera richtig gut verkauft.

Doch damit würde Canon sich gewissermaßen auch selbst Konkurrenz machen, denn viele würden bei einem solchen Preis viel eher zur 6D Mark II mit größerem Sensor anstatt zur teureren 7D Mark II mit APS-C-Sensor greifen. Auch werfen teurere Kameras für ein Unternehmen natürlich immer mehr Gewinn ab als günstige Modelle – aus wirtschaftlicher Sicht wäre das also schon sinnvoll.

Was würdet ihr bevorzugen: Eine günstige 6D Mark II zum Preis von 1.500 Euro oder eine deutlich bessere 6D Mark II für schätzungsweise 2.500 Euro?

Quelle: Canonrumors

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

10 Kommentare

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  • Hallo Mark,

    bewusst oder unbewusst geschehen, hast du damit das Dilemma in dem sich Canon & Co. befinden absolut treffend dargestellt. Die Modelle kannibalisieren sich mittlerweile gegenseitig und bereits die Modellupgrades oder komplette neue Baureihen in so kurzen Zeiten vorzustellen, bringt weiterhin Druck ins eigene Segment.

    Sowas ähnliches kann man gut im Automobilhandel erkennen, wenn man z.B. die Volkswagenprodukte anschaut. OK, dort gibt es auch mehrere Marken intern, aber in der Gesamtbetrachtung möchte ich da nicht mit einem PKW-Verkäufer tauschen. Wie soll er denn die ganzen Vorzüge und Optionen dem Kunden vernünftig erklären.

    Canon sollte eher das Produktportfolio verkleinern, sich mehr um DSLM-Systeme kümmern und ggf. sogar die Einbindung der eigenen Objektive forcieren. Die sind ja nun nicht wirklich schlecht und ggf. können die FF-Objektive an DSLM-Systeme sehr gute Ergebnisse bringen durch den evtl. kleineren Sensor. Hätte Canon die EOS-M besser entwickelt, hätte ich mich mit Sicherheit dafür entschieden. Aber so …

    Ich bleibe weiterhin meiner kleinen und durchaus auch nicht perfekten Fuji X-T1 treu und freue mich immer wieder über die tolle jpg-Engine und die einfach schönen Bilder die sie produziert. Als früherer Nutzer der EOS 50D denke ich gerade nicht einmal mehr an das EOS-Schätzchen, sondern begleite geduldig die Erscheinungen der weiteren X-Mount-Objektive. Besonders das neue Telezoom 50-140mm hat es mir schwer angetan. Leider auch kein Schnäppchen. ;-(

    Canon muss nur aufpassen, denn wenn wirklich die falschen Weichen gestellt werden, kann auch ein Riese ins Wanken geraten. Siehe KODAK, AGFA, Quelle, Schlecker, … … waren alle mal Markführer. ;-(

  • Es ist für mich nicht die Frage ob Canon eine Kamera für 1500 oder 2500 Euro vorstellt, sondern wann sehe(n) ich/wir endlich eine Innovation für die das Geld Zeitgemäß angemessen ist?
    Alles was da kommen wird 6D2,5d4 oder 2DX wird ,nur‘ eine Modelpflege mit Kleinen Updates sein. Ich gebe auch mehrere Hundert Euro mehr aus, aber nicht für ein 2-3 Jahre alten hochgetunten Sensor!
    Da müssen schon größere Unterschiede zu sehen sein, als 2 Serienbilder mehr, 1 ISO Sufe mehr oder bisschen mehr Schärfe in eine 100% Detailansicht eines Vollbildes in der höchstmöglichen Auflösung!

    Ich meine auch, dass Canon zu viele Kameras im Programm hat, die sich nur Minimal Unterscheiden. Canon hat die Chance verpasst, die ganzen Model Reihen Einzustellen und wie Sony 3-4 Vollformat Kameras anzubieten (bei Canon die A1- A3), die für versch. Bedürfnisse Experten sind:
    High Megapixel
    Lowlight+ wenig Megapixel
    Standard Megapixel (22-28 MP)
    evt. eine mit Faveon Sensor
    alle mit Video Features wie a7s

    Canon ruht sich auf den Lorbeeren der vergangenen Jahre aus und sieht tatenlos zu wie einige, mittlerweile verärgerte Nutzer, die Marke wechseln!

  • Ich würde mir eher eine möglichst günstige Vollformatkamera ohne Schnickschnack wünschen, die langsames aber professionelles Arbeiten bei bester Qualität ermöglicht – egal, wie diese dann heißt. Im Moment wird für meinen Geschmack zu viel consumerfreundliche Technik in die 6D reingestopft (Video, Live-View, GPS, W-LAN, schnelle Bildfolge, Silent-Mode, ISO 1.000.000.000), und die dadurch notwenige Differenzierung der Produktreihen geschieht künstlich, indem beispielsweise die Bedienelemente so popelig gestaltet werden, so dass man damit nicht auf Dauer arbeiten mag. Ich würde mir wünschen, dass quasi ein bezahlbarer Ersatz für die alte 5D Mk. II mit den nötigsten Verbesserungen erscheint – langsam, solide, gute Haptik, schnelle Blitzsynchronzeit, aber kein Video, Spitzen-AF, GPS oder anderer Schnickschnack. Es gibt doch sicher genügend Leute die z. B. gerne Studioportrait oder Landschaft machen. Die 6D ist dafür zu wenig (Bedienelemente, 1/180 s), die 5D Mk. III zu viel.

    Viel spannender wäre allerdings, wenn Canon alle 20 Jahre mal jemanden über die Bedienung nachdenken lassen würde. Ein Minimum an Konfigurierbarkeit wäre toll, das kostet doch nahezu nichts. Diese völlige Fixierung auf die Vermeidung von Bedienfehlern durch ständiges Sperren aller Kontrollen sollte sich etwa bitte abstellen lassen. Und so Kleinigkeiten wie die fehlende Möglichkeit, bei gespeicherter Belichtung den Kontrast zwischen eingestellter und gemessener Belichtung zu sehen (wie es selbstverständlich in M möglich ist) lässt mich daran zweifeln, ob sich überhaupt jemals eine an der Entwicklung beteiligte Person mal mit Fotografie beschäftigt hat.

  • Zitat RBQ: „Es gibt doch sicher genügend Leute die z. B. gerne Studioportrait oder Landschaft machen. Die 6D ist dafür zu wenig (Bedienelemente, 1/180 s) …“

    Gerade für Portraitaufnahmen im Studio oder in der Landschaftsfotografie braucht man keine wirklich kurzen Blitzsynchonzeiten. Landschaften wird man vermutlich weniger blitzen und im Studio friert die Abbrenndauer des Blitzes das Motiv ein. Und einmal korrekt eingestellt muss gerade im Studio oder bei Landschaften auch nicht mehr lange umständlich an der Kamera herumgefummelt werden.

    Von daher muss man sich auch darüber Gedanken machen, ob man ein gewünschtes Feature (z.B. kürzere Blitzsynchronzeit), am Ende auch wirklich sinnvoll bei seiner eigenen Arbeit einsetzt (was eben bei Landschaftsfotografie und Portraitaufnahmen im Studio nicht der Fall wäre).

  • @Ralf: Eh ja, die Beispiele habe ich an denkbar ungünstiger Stelle in meinem Kommentar platziert. Mein Punkt bleibt, dass ich mir eher ein günstigeres, solides Werkzeug für alles wünsche, das keinen schnellen AF und schnelle Bildfolgezeiten benötigt, als eine Consumerkamera mit Top-Sensor.

  • Nikon hat mit D750 gezeigt,dass man für unter 2000 Euro perfekte Kamera
    bauen kann.Leider läuft Canon immer mit alter Technik hinterher.
    Canon Bodys kosten meistens mehr wie Nikon und bieten nicht
    die Erwartungen,die man immer gewünscht hat.
    Schade für Canon Fans.Die müssen immer noch auf eine (Traumkamera) wie
    Nikon D750 warten.

  • Ich vermute, dass man die Features einbaut, die Kunden gerne haben wollen. Einer von denen bin zum Beispiel ich: Ich hatte mal eine 7D und habe die mit auf Reisen genommen. Unterwegs habe ich dann die Kamera mittels Camera Connection Kit an mein iPad angeschlossen und erste Entsorgungsentscheidungen getroffen.
    Zu Hause habe ich dann in Aperture Geodaten manuell hinzugefügt. Da Aperture die dann nur in seiner eigenen DB speichert und nicht ins EXIF schreibt, musste ich das Schreiben in die EXIFs Aperture noch als Aufgabe geben. Das dauert schon so seine Zeit und ich konnte nichts anderes mit Aperture zur gleichen Zeit machen.

    Mittlerweile ist es so, dass ich das iPad ersatzlos ausgeflottet und mir eine 6D gekauft habe. Ich starte mit meiner 6D einen WLAN Access Point und verbinde mich mit meinem iPhone 5S mit der Kamera. Klar, das Display ist kleiner als das eines iPads, für ein erstes Entscheiden reicht es aber. Zu Hause füge ich dann in Aperture keine Geodaten mehr manuell hinzu – das hat die 6D längst schon automatisch gemacht.
    Auch wenn es nur ein Hobby ist, spare ich dann Dank der Features der 6D Zeit und bin mit noch schlankerem Gepäck unterwegs. Mein iPhone habe ich ohnehin dabei.

    Ich halte die 6D übrigens für äußerst geschickt positioniert. Sie ist finanziell deutlich „günstiger“ als eine 5D MIII. Gleichzeitig glauben aber viele, dass man ab einem gewissen Punkt ausschließlich mit einem Vollformatsensor besser werden kann. Vollformat = der letzte Schliff, das scheinen einige zu glauben.

    Diese Leute wären wohl nicht bereit, eine ungefähr gleichgroße Menge Geld für eine 7D II auszugeben. Die hat ja lediglich einen gleich großen APS-C Sensor („den gleichen“…) und ein paar Features, die man eh nicht benötigen würde. Solche Leute würden dann bei ihrer 650D bleiben. Aber eine 6D, die hat ja Vollformat und dafür wird dann Geld ausgegeben. Der Preis ist so gesetzt, dass Leute gerade eben so noch gewillt sind, dafür Geld auszugeben und vermutlich auch noch Geld in neue Objektive investieren.

    Für mich ist die 6D, habe sie jetzt rund 17 Monate, ein zuverlässiges Gerät. Es zwingt mich ja auch niemand, alle Features zu nutzen. Das habe ich auch vorher weder bei 400D oder der 7D getan. Alle Features kenne ich gar nicht und ich würde wohl auch gar nicht alle sofort verstehen. Eine große Anzahl an Features sind ja auch kein Hindernis für ein handwerklich ordentlich gemachtes Bild.

    Wenn man sich die Bildqualität der 6D anschaut, ist es ja auch ein faires Preis-/Leistungsverhältnis. Was ich mir bei einem Nachfolger der 6D wünschen würde, wäre ein insgesamt potenterer Autofokus. Der zentrale AF-Punt ist grandios, das war es dann aber auch schon.

    Für einen besseren AF war und wäre ich aber nicht bereit, anstelle einer 6D eine 5D MIII zu kaufen. Zumindest bei mir hat sich damit die Segmentierung von Canon gelohnt.

  • Hallo,
    ich habe mir vor 5 Jahren eine 5D Mark II gegönnt und bin immer noch zufrieden damit. Dafür habe ich 1700 Euro bezahlt, was für einen Semiprofi schon eine stange Geld ist. Der nächste Schritt wäre natürlich einer, der Vorteile mit sich bringt und das wäre Preis-Leistung Verhältnis, bißchen mehr Auflösung und besserer Autofocus. Sollte die 6D MK II diese drei wichtige Punkte nicht erfüllen, d.h. Preis über 2000, Autofocus schlechter als bei 5D MK III und weniger als 24 MPixel werde ich zu einer gebrauchten 5D MK III greifen und Canon mit der Marktpolitik keinen Cent verdienen lassen.