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Canon EOS 5D Mark IV: Dual-Pixel-RAWs wohl große Enttäuschung

Schlechte Nachrichten für alle, die sich auf die neuen Dual-Pixel-RAWs der Canon EOS 5D Mark IV gefreut haben. Die neue Technologie wird wohl in der Praxis relativ nutzlos sein.

Canon EOS 5D Mark IV: Gute Kamera ohne Innovationen

Wer sich von der Canon EOS 5D Mark IV irgendwelche großen und bahnbrechenden Innovationen erhofft hat, der wird nach der offiziellen Präsentation der Kamera vermutlich ziemlich enttäuscht gewesen sein. Denn auch wenn Canon im Vergleich zur alten Mark III unzählige Komponenten verbessert und auf den aktuellen Stand gebracht hat – als wirklich innovativ kann man die neue DSLR nicht bezeichnen. Was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass es eine schlechte Kamera ist.

Doch da gibt es eine Ausnahme. Eine neue und innovative Funktion, die viele neugierig gemacht hat: Die Dual-Pixel-RAWs. Dank dieser neuen Technologie soll es möglich sein, den Schärfepunkt eines Bildes im Nachhinein leicht zu verschieben. Wie genau das funktioniert, haben wir bereits in diesem Artikel erklärt.

Dual-Pixel-RAWs im Test

Klingt eigentlich interessant. Und vor allem für Porträt- und Hochzeitsfotografen könnten diese Dual-Pixel-RAWs ziemlich interessant sein – so sah es zumindest auf dem Papier aus. DPReview hat nun aber in der Praxis getestet, welche Verbesserungen mit dieser neuen Technologie denn möglich sind. Und die Ergebnisse werden viele vermutlich enttäuschen.

Es war klar, dass man den Fokus nicht im großen Stil verschieben können wird. Doch zumindest kleine Verschiebungen um ein oder zwei Zentimeter hatten sich einige vermutlich erhofft. Der Test von DPReview hat nun aber ergeben, dass es bereits sehr schwierig ist, den Fokus von den Wimpern auf die Iris zu verschieben. Außerdem hat das Verschieben des Schärfepunkt den Effekt, dass das Bild insgesamt etwas weicher wird – was in der Regel sicherlich nicht der gewünschte Effekt ist. Im Grunde wird der Vorteil, dass man den Fokus auf den perfekten Punkt lenkt, gleich wieder zunichte gemacht.

Möglicherweise kann hier aus Software-Sicht noch ein wenig nachgebessert werden. Insgesamt muss man sich aber darauf einstellen, dass die neue Technologie der Dual-Pixel-RAWs für die meisten Fotografen wohl relativ nutzlos sein wird. Auch weil man seinen Workflow entsprechend anpassen müsste und die Dateien deutlich größer sind. Schade.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

8 Kommentare

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  • Ja, da hast du Recht Mark, die Tests zum DualPixelRAW zeigen nicht wirklich was spannendes, was man gebrauchen kann. Vielleicht hilft es ja mal bei einer Makro-Aufnahme,…aber sonst?
    Trotzdem muss man sich die Frage stellen, was soll eigentlich so ein Fotoapparat noch alles können?
    Wir sprechen hier doch von einem Fotoapparat, oder? 🙂
    Man soll die Schärfe im Nachhinein korrigieren. Man soll die Belichtung im Nachhinein korrigieren können.
    Mir fehlt da noch die automatische Beautyretusche, automatisches Dodge and Burn.
    Ich frag mich, was haben die Fotografen eigentlich zu Analogzeiten gemacht?

  • Ich fotografiere beruflich, ich filme beruflich, benutze dafür zwei unterschiedliche professionelle Geräte weil mir der „Umbau“ einer DSLR zum Videogerät zu lästig ist und weil sonst die Kamera zum zwischendurch Bilder machen blockiert ist.

    Für den privaten Gebrauch mag die Vielseitigkeit ein Vorteil sein, ich möchte lieber einen NUR Fotoapparat oder eine NUR Videokamera, denn so bezahle zwei mal dafür das ich aus dem Film ein Foto generiere und dafür das ich mit dem Fotoapparat filmen kann.

    Meine Enttäuschung über die neue Mark-4 ist riesig seit ich mir die Bilddaten aus dem Netz gesucht habe. Der geforderte Preis ist bei einer innovativen Investition nicht so wichtig, wohl aber die gebrachte Leistung. Da scheint mal wieder ein Flop auf den Markt zu kommen. „Muss nicht haben.“

  • Hat Canon das selber nicht ausprobiert? Das Feature macht Bilder unscharf. Das ist schon blamabel. Zum Glück brauche ich es nicht.

  • Benutzt denn keiner mehr Ps? Wenn ich das gewünschte Auge scharf bekomme und der Rest wird matschig, dann maskiere ich das scharfe Auge einfach aus und lege es auf das insgesamt scharfe Ursprungsbild. Der wesentliche Punkt ist doch, dass ich den Fokus verschieben kann und so genau das scharf bekomme, was vorher unscharf war. Man kann auch alles schlecht reden.