Kameras

Marktanteile: Welcher Hersteller hat 2016 die meisten Kameras verkauft?

Welcher Hersteller hat 2016 wie viele Kameras verkauft? Werfen wir nochmal einen Blick zurück und schauen uns die Verteilung der Marktanteile an.

Kameraindustrie: Talfahrt mit kleinen Lichtblicken

Der Kameraindustrie geht es schlecht, das dürfte inzwischen bei den meisten angekommen sein. Im Jahr 2017 rechnet man mit einem erneuten Rückgang der Absatzzahlen um etwa 10 Prozent, im Dezember 2016 gab es aber zumindest einen kleinen Lichtblick. In diesem Monat konnten nämlich erstmals seit einiger Zeit die Zahlen des Vorjahres überboten werden.

Ok, die Verkaufszahlen von Kameras sehen insgesamt also nicht wirklich gut aus, doch welcher Hersteller hält aktuell eigentlich welche Marktanteile? Antwort auf diese Frage geben uns – zumindest teilweise – die BCN Camera Rankings des Jahres 2016. Teilweise deshalb, weil sich die BCN Daten lediglich auf den japanischen Markt beziehen. Doch da Japan für die verschiedenen Hersteller ein extrem wichtiges Land ist, lohnt es sich in jedem Fall, einen Blick auf die Zahlen zu werfen.

Die Marktanteile von 2016 im Überblick

Beginnen wir mit den Spiegelreflexkameras. Hier gibt es keine Überraschungen, Canon ist nach wie vor der Marktführer, im Jahr 2016 konnte der Abstand zu Nikon (Platz 2) sogar noch weiter vergrößert werden. Das hat man sicherlich unter anderem der Canon EOS 5D Mark IV zu verdanken. Auf Platz 3 folgt Ricoh Imaging, sprich Pentax.

Wesentlich interessanter wird es da schon, wenn man sich die Marktanteile im Bereich der spiegellosen Systemkameras anschaut. Hier hält wie schon im letzten Jahr Olympus den ersten Platz, was einige möglicherweise überraschen wird. Auf Platz 2 folgt Canon mit einem Marktanteil von 18,5 Prozent. Hier konnte sich Canon im Vergleich zum Vorjahr also deutlich steigern.

Sony hingegen verliert seit 2014 stetig Marktanteile. Im vorletzten Jahr lag Sony noch auf Platz 2 mit 24,8 Prozent, 2016 ging es weiter bergab und es stehen schlussendlich nur noch 17,9 Prozent zu Buche.

Meine persönlichen ganz spontanen Gedanken zu diesen Zahlen:

  • Erstaunlich, dass Sony seit 2014 kontinuierlich Marktanteile verliert.
  • Canon scheint irgendetwas richtig zu machen, außerdem scheint sich die Marke Canon nach wie vor sehr gut zu verkaufen.
  • Interessant, dass Fujifilm und Panasonic so weit hinter Olympus liegen.
  • Nikon muss langsam aus dem Winterschlaf erwachen…

Wie ordnet ihr diese Zahlen ein? Wie gesagt, sie gelten nur für den japanischen Markt, in anderen Ländern sieht die Verteilung sicherlich etwas anders aus.

Quelle: BCN | via: Mirrorlessrumors

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

11 Kommentare

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  • Echt verwunderlich mit Fuji. Bei uns gehen fast nur noch Fuji Kameras über den Ladentisch. Canon und Nikon ist komplett raus. Da gibt es nicht einmal mehr nachfragen. Hinzu kommen noch die ganzen Umsteiger von Nikon und Canon Vollformat, die auf Fuji X-T2 umsteigen. Aber da sieht man das es wahrscheinlich von Region zu Region sehr unterschiedlich ist.

    • Ich bin auch auf die XT-2 umgestiegen und sehr glücklich damit. In welcher Region deutschlands liegt ihr Geschäft ? Insgesamt scheint Fuji noch ein Außenseiter zu sein aber unter Fotografen und Enthusiasten ist Fujifilm mehr als nur beliebt. Ich finde es erstaunlich, dass sich die XT-2 auf dem Markt auch gegen die Vollformat alpha 7 ii behaupten kann, obwohl der Preis recht ähnlich ist.

    • Am Samstag war ich in Venedig zum Karneval.Da sind viele Leute mit ein oder mehrere Fotoaparate rumgelaufen.
      I am Sorry,mit einer Fuji habe ich keinen gesehen,Überwiegend Canon Nikon+Sony.Am nächsten Montag,werde ich mal schauen,mit was für Cameras die Leute in Köln haben,beim Rosenmontag.

  • Es könnte bei Sony daran liegen, dass die Sony Kameras immer teurer werden! Das Gehalt in Deutschland dagegen nicht mal Ansatzweise in dem Maße steigt. Höchste Steuern und Abgaben das Geld regelrecht auffressen!
    Die Sony a7s1 kostet immer noch soviel wie zu dem Zeitpunkt als die Veröffentlicht wurde. Die a7s2 hat schon so gut wie kein Laden in Deutschland mehr eingekauft..
    Zumal die Preisdifferenz für die a7s2 viel größer ist, als der Mehrwert.

  • Ich habe jetzt meine dritte Fuji-Kamera, X-E1, X-T1, X-T2, erst seit der X-T2 ist der AF brauchbar, die Farben aber immer noch nicht für alle Motive geeignet und insgesamt ist die Kamera für die Preisklasse eher weniger schnell.
    Festbrennweiten, Bedienung, Suchergröße und etwas geringeres Bildrauschen stechen positiv hervor.
    Sony produziert aus meiner Sicht zu viel Spielzeug, grausames Handling, häufiger unbefriedigende Objektive.
    Olympus macht in der teuren E-M1II seine Schwächen wett und holt das beste aus dem kleinen Sensor raus, bis 1600 ISO ist sie fast eine Konkurrenz zur Nikon D500, AF-Schwächen bleiben jedoch.
    Panasonic muss sich beweisen mit der GH5, Marketing und Sortiment sind einfach schwach – das sie technisch in vielen Punkten allen anderen spiegelfreien Kameras voraus sind, wird oft nicht bemerkt.
    Canon kommt langsam auf Touren, M5 und M6 sind ansprechend, wenn auch technisch noch 1-2 Generationen hinter her, hier bleibt die Forderung nach lichtstarken Festbrennweiten, die aber Canon offensichtlich nicht erfüllen will.
    In der Summe sehe ich Nikon D5 – D500 führend,
    bei den Kameras ohne Spiegel ist es die Olympus E-M1II und für die Filmer wird es die GH5 von Panasonic.

    Aber der Normalo kauft was er kennt, Canon. Sony ist teuer, klar das die so auf keinen dritten Platz kommen.
    Fuji wirkt auf viele Normalos auch abschreckend, die Bedienung animiert zum Nachdenken.
    Wenn ich sehe wie viele X-T2 schon wieder kurz gebraucht, zum Verkauf angeboten werden und wie wenige von Canon, Nikon, Pentax, Olympus – das gibt auch zu denken.
    Canon- und Olympus-Käufer scheinen mir zufriedener als alle anderen.
    Und Berufsfotografen haben weiterhin Canon oder Nikon dabei – das wird so leicht keiner ändern, Robustheit, Akku, Sucher, Objektivauswahl, Wirtschaftlichkeit, Service und Technik sind hier eine ganz eigene Welt.
    Daran ändert auch eine Sony Alpha 99II nichts und eine X-T2, Alpha 6500, G81 und wie sie alle heißen, erst recht nichts.
    Technisch verliert Canon gerade deutlich gegen Nikon, selbst bei einigen Objektiven, das gab es so schon lange nicht mehr – aber Canon-Fotografen warten einfach ab und machen mit Erfahrung kleine Schwächen wett.
    Der entscheidende Grund zum Wechseln sind aus meiner Sicht immer die Objektive und da sehe ich Nikkor und Fujinon als sehr verlockend.

  • Für mein Empfinden:
    Fuji wollte ich – und es wurde leider gleich zum Rohrkrepierer. Offenbarte schlechte Verarbeitungsqualität und Handling schon bei der XT1. Das war’s. Blieb bei meiner x100s. Obwohl die Optik Eigenarten hat, haben die Bilder und die Kamera Charme.
    Olympus ist auch meine Nr.1 bei Spiegellosen. Hab noch eine E-M5, mit der ich sehr zufrieden bin und arbeite fast ausschliesslich manuell mit ihr. Auch stehen tolle Optiken zur verfügung. Olympus neigt aber zur Unübersichtlichkeit bei der Menüführung. Da ist Panasonic besser, die es mehr mit der Miniaturisierung haben oder mehr die Filmfraktion ansprechen.
    Hatte seit der 350/30D einiges an Canon. Bin ich irgendwie nie wirklich warm mit geworden. Zuletzt wieder zu Nikon DX/FX wie aus meinen analogen Nikon-Zeiten und war prompt wieder „zu Hause“. Einzig nervt mich dort das Auslösegeräusch. Das hat Canon besser drauf.
    Sony ganz nett. Stellt ja auch Sensoren (u.a. für Nikon) her. Ebenso wie neuerdings aber bei vielen anderen (u.a.Pentax) steck dort inzwischen viel zu viel Technik mit Schaltkreisen drin. Störanfälligkeit steigt und Reparaturen könnten teuer werden. Ausserdem funktioniert eine Sony erst richtig gut mit elend teuren Carl Zeiss – Optiken. Da kann ich mir gleich ‚ne Leica holen :-))
    Unterm Strich wünsche ich Nikon eine bessere Zukunft. Einfach Fotografieren macht schon mit den günstigsten Teilen spass. Lieber was in die Optiken stecken. Und da haben Nikon und Canon einiges gutes auch schon für den kleinen Geldbeutel zu bieten.

  • was ich kaum glauben kann ist dass Canon alleine mit dem wirklich rudimentären Aps-C M-System mehr Kameras verkauft als Sony, das sowohl Vollformat- wie auch APS-C-Format anbietet.

    • kaum zu glauben – aber logisch –
      viele haben noch eine Canon im Schrank aus den letzten 30 Jahren – da liegt ein Kauf der gleichen Marke sehr nahe.
      Und bei Sony – jetzt mal abgesehen, dass mit jeder Sony-Kamera tolle Fotos entstehen können – wird der Einstieg doch extrem teuer, mit 2-3 guten Objektiven sind da schnell 8000 – 10.000€ weg,
      denn richtig interessant wird doch Sony erst mit der 7RII – alle anderen Kameras finde ich nur eingeschränkt vergnüglich, außerdem kann ich dann auch bei Canon bleiben.
      Die Masse der Kameras mit Bajonett geht zu preisen um 1000€ mit Objektiv in den Versand oder aus dem Laden, da hat Sony letztlich kaum etwas interessantes zu bieten.

  • Ja Sony ist teuer. Ich bin ja leider bei Sony hängen geblieben mit meiner Sony A7 II und der A6000 … als Hobbysportfotograf schiele ich aber zur Nikon D500. Gerade auch weil die Objektivkosten bei Sony so hoch sind und man keine Alternativen wie Tamron oder Sigma hat.

    Und bei Sportfotografie hilft auch kein Adapter. Was ich so an den spiegellosen Systemen mag ist der EVF … das Bild sieht man schon so, wie es mal wird.

    Das Canon soweit oben steht @ Spiegellosen Systemkameras ist mir auch ein Rätsel. Soviel uninformierte Leute kann es doch nicht geben (was der Bauer nicht kennt … )

  • Ich habe mir die Olympus OM-D E-M Mark II geholt und meine alte E-M1 verkauft, vorher hatte ich eine Canon 60D. Bei der Mark II wurde ja einiges verbessert wie der AF, Prozessor, Kreuzsensoren, die Menüanordnung, Akkulaufzeit…
    Gerade für die Tierfotografie ist die alte E-M1 einfach zu langsam und der kontinuierliche AF lässt zu wünschen übrig und dann das Menü. Aber trotzdem hatte auch diese Kamera schon einige Features, wo man bei anderen sicher vergebens danach sucht (z.B. Focus Stacking integriert).
    Die Mark II ist deutlich schneller, selbst bei alter FT Linsen. Der kontinuierliche Fokus ist verbessert, braucht etwas Übung aber man erhält nicht 90% Ausschuss (Unschärfe) wie mit der E-M1, jedenfalls ging es mir so.
    Nach DSLR schaue ich überhaupt nicht mehr und habe den Umstieg auch nicht bereut.
    Canon und Nikon bauen schon Top Kameras, aber mir ging es um das Gewicht.
    Über Sony hatte ich mich auch informiert (Alpha 7II) aber eben die Objektivpreise haben mich als Hobbyfotograf doch abgeschreckt. Das Olympus vorn liegt erstaunt mich und Canon auf Rang 2, hätte ich nicht gedacht. Da hätte ich doch eher an Fuji oder Panasonic gedacht. Aber in Japan ticken die Uhren wahrscheinlich anders.

  • Die Zahlen haben alle mehrere Haken.
    1. Die Quellen (zb CIPA) werden von den Herstellern finanziert. Die Zahlen sind daher nicht objektiv.
    2. Stückzahl ist nicht gleich Umsatz. Bei den obigen Marktanteilen handelt es sich wie so oft um Stückzahlen. So erklärt sich z.B. der Rückgang von Sony bei steigenden Umsätzen.
    3. Japan ist kein repräsentativer Markt. Die Japaner sind sehr eigen.