Kameras • Smartphones & Apps

Die kuriosesten Kameraprodukte der IFA 2026

Ein Staubsaugerhersteller zeigt Konzeptkameras auf einem Gimbal und ein Outdoor-Handy bekommt eine abnehmbare Actioncam.

Kameras spielten auf der IFA 2026 in Berlin nur eine Nebenrolle. Die zwei ungewöhnlichsten Bildgeräte der Messe stammten deshalb auch nicht von einem Kamerahersteller, sondern von einem Spezialisten für Haushaltsroboter und von einem Anbieter robuster Smartphones. Ich war selbst vor Ort, erfahre jetzt aber erst aus den Nachrichten von ihnen.

Dreame zeigt vier Gimbal-Konzepte mit einem Sensor, den es nicht gibt

Dreame stellte am Messestand vier Konzeptkameras auf, bei denen das eigentliche Kameramodul auf einem motorisierten Gimbal sitzt. Beworben wird das erste Modell mit einem Zoom mit variabler Blende bis f/1.4 und einem 100-Megapixel-Sensor im Micro-Four-Thirds-Format. In dieser Größe gibt es bislang nur den Quad-Bayer-Sensor, den DJI seit 2025 in der Mavic 4 Pro verbaut, in einer Wechselobjektivkamera ist eine solche Auflösung nicht verfügbar. Aufzeichnen soll die Kamera 6K-HDR-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde.

Daneben zeigte Dreame drei Varianten einer Gimbal Cinema Camera. Die Version mit drei Kameras kombiniert ein Ultraweitwinkel mit einem 200-Megapixel-Tele und soll umgerechnet aufs Kleinbild 16 bis 800 mm abdecken. Preise und Termine nennt Dreame nicht, es handelt sich ausdrücklich um Studien.

43Rumors ordnet den Auftritt in einen größeren Trend ein, denn chinesische Hersteller wie Songdian, Xiaomi und Insta360 greifen für ihre Geräte zunehmend zu Four-Thirds-Sensoren. Die momentan allseits beliebten Pocket-Kameras mit länglichem Gehäuse und Gimbal-Kamera obenauf von DJI und Insta360 setzen bislang aber eher auf kleinere Sensoren. Umso spannender finde ich daher das Dreame-Modell, das mit einem Systemkamera-ähnlichen Body daherkommt und deren Roboter-Arm kompakt zusammengefaltet werden kann.

RugOne steckt eine Actioncam ans Outdoor-Handy

Konkreter wird es beim Xsnap 7 Pro der Ulefone-Marke RugOne. Angekündigt hatte Ulefone das Gerät schon im Februar, zur IFA folgten die Details zu Ausstattung und Marktstart. An dem nach IP68 und IP69 geschützten Smartphone hängt magnetisch ein 39 Gramm leichtes Actioncam-Modul, das bis fünf Meter Wassertiefe ohne Gehäuse auskommt und sich an Helm oder Rad befestigen lässt.

Technisch bleibt das Modul bescheiden. Der Typ-1/2,7-Sensor liefert maximal 2.560 x 1.440 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde und einem Bildwinkel von 133 Grad, RAW gibt es nicht. Abgenommen läuft das Modul rund 40 Minuten, speichert auf 64 GB und lädt am Telefon wieder auf.

Das Smartphone selbst bietet ein 6,67 Zoll großes AMOLED mit 120 Hz, einen Dimensity 8400, 512 GB Speicher, einen 9.000-mAh-Akku und Android 16. Vorbestellen könnt ihr das Gerät über Kickstarter für knapp 800 Euro, im Handel soll das Gerät laut PetaPixel ab Oktober 1.099,99 Euro kosten.

Klassische Fototechnik war auf der IFA dünn gesät. Thypoch war unter anderem vertreten, deren Voyager 24-50mm f/2.8 hatten wir bereits ausprobiert. Bei Sigma konnte ich endlich einmal die kantige BF in die Hand nehmen, allerdings mit leerem Akku. Groß aufgefahren sind stattdessen Insta360, dessen Drohnenmarke Antigravity und DJI, dazu Lizenznehmer wie Kodak und AgfaPhoto, außerdem Zubehörmarken wie Joby, Ulanzi und Falcam, deren Zusammengehörigkeit mir erst auf der Messe bewusst wurde.

Angefasst habe ich außerdem die Lexar Muse, die laut Hersteller dünnste portable SSD. Sie misst an der dicksten Stelle 3,8 mm, läuft magnetisch am iPhone und wiegt so wenig, dass man sie in der Hand kaum spürt. Einen Preisbereich konnte ich aus einem Unternehmensvertreter am Stand leider nicht herauskitzeln – lachend hat er auf die ohnehin hohen Speicherkosten verwiesen.

guest
0 Kommentare
älteste
neueste

Photografix Newsletter

In unserem kuratierten Newsletter informieren wir dich regelmäßig über die wichtigsten News und Gerüchte aus der Welt der Fotografie.

Wir senden keinen Spam und teilen niemals deine E-Mail-Adresse.
Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.