Leica • Inspiration & Praxis

Leica kürt die besten Dokumentarserien des Jahres

Leica hat die Gewinner seines wichtigsten Fotopreises gekürt. Erstmals wurde dabei auch eine Förderung speziell für Fotografinnen vergeben.

Der russische Fotograf Damir Faizulin gewinnt mit seiner Serie “Preserving Nature as Preserving Ourselves” den 46. Leica Oskar Barnack Award (LOBA). Den Newcomer Award erhält die US-Amerikanerin Laila AnnMarie Stevens, den erstmals vergebenen LOBA Women Grant die Italienerin Valentina Sinis.

Bergdörfer in Dagestan und ein Familienhaus in North Carolina

Faizulin fotografierte in den Bergen Dagestans im Nordkaukasus. Seine Bilder zeigen, wie Tourismus, moderne Architektur und der Verfall gewachsener Strukturen das Verhältnis zwischen den Bewohnern und ihrer Umwelt verändern. Gleichzeitig halten sie die Schönheit der Region fest. Karin Rehn-Kaufmann, Art Director der Leica Galerien International und Leiterin des LOBA, sagt, die Serie mache “auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie eng das Wohlergehen der Menschheit mit dem Zustand unserer natürlichen Umwelt verbunden ist”.

Stevens porträtiert in ihrer Schwarzweißserie “Clayton Sisterhood Project” ihre beiden Schwestern und vier Nichten. Die Frauen zogen aus Queens in New York in ein gemeinsames Haus in Clayton, North Carolina. Die Fotografin beschäftigt sich mit queeren Verwandtschaftsbeziehungen und dem Zusammenhalt schwarzer Frauen über mehrere Generationen.

Graciela Iturbide in der Hall of Fame

Die mexikanische Fotografin Graciela Iturbide erhält den Leica Hall of Fame Award für ihr Lebenswerk. Ihr Motiv “Na’ Lupe Pan” aus der Serie “Juchitán”, 1986 in Oaxaca aufgenommen, ist das Leica Picture of the Year 2026 und wird limitiert über die Leica Galerien verkauft. Die Leica Galerie Wetzlar zeigt bis Januar 2027 mehr als 50 Fotografien aus fünf ihrer Serien.

Bild: Graciela Iturbide/Leica Picture of the Year

Iturbide ist das 15. Mitglied der seit 2011 bestehenden Hall of Fame und nach Herlinde Koelbl im Jahr 2024 erst die zweite Frau in diesem Kreis. Im vergangenen Jahr nahm Leica kein neues Mitglied auf, das Picture of the Year 2025 stammte von Joel Meyerowitz, der seit 2016 zur Hall of Fame gehört.

Förderung für ein Langzeitprojekt im Irak

Der LOBA Women Grant, den Leica im vergangenen November angekündigt hatte, zeichnet keine fertige Serie aus. Er finanziert die Fortsetzung eines Projekts. Sinis arbeitet mit “The Last Butterflies” seit längerem im irakischen Kurdistan und porträtiert kurdische Frauen, die sich dem bewaffneten Widerstand angeschlossen haben.

Im neuen Kapitel will sie zeigen, wie der Kampf die Bindung an Familie und Heimat verändert. Die Ergebnisse stellt Leica 2027 gemeinsam mit dem nächsten LOBA vor.

Preisgelder und Ausstellung im Ernst Leitz Museum

Der Hauptpreis ist mit 40.000 Euro und Leica-Ausrüstung im Wert von 10.000 Euro dotiert. Newcomer Award und Women Grant bringen jeweils 10.000 Euro und eine Leica Q3, Sinis bekommt zusätzlich fachliche Begleitung.

Die fünfköpfige Jury wählte aus mehr als 400 Einreichungen, die über 130 Fachleute aus rund 50 Ländern vorgeschlagen hatten. Für den Newcomer Award arbeitete Leica mit 28 Hochschulen und Institutionen aus 18 Ländern zusammen. Im Vorjahr hatten Alejandro Cegarra und Serghei Duve die beiden Preise gewonnen.

Alle Serien der Shortlist sind bis zum 18. Februar 2027 im Ernst Leitz Museum in Wetzlar zu sehen. Danach wandert die Ausstellung in weitere Leica Galerien und auf Fotofestivals.

Beitragsbild: the blowup

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1 Kommentar
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Alfred Proksch

Wer kümmert sich um die Ergebnisse der Fotografen? Leica! Die Förderung von Fotografinnen sehe ich positiv, denn eine andere Sichtweise auf die reale Welt ist bereichernd.

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