Bildbearbeitung

Adobe: Diese Funktion zeigt euch, ob der Autofokus schuld an der Unschärfe war

Das Update auf Camera Raw 18.4.1 gibt es schon seit Mitte Juli, doch eine Funktion ist nach wie vor spannend: eine Anzeige des Autofokus-Punkts direkt im Raw-Bild.

Rotes Rechteck zeigt den gewählten AF-Punkt

Die neue Funktion blendet ein rotes Rechteck über den vom Autofokus gewählten Punkt oder Bereich zum Zeitpunkt der Aufnahme ein. Aktivieren lässt sie sich per Rechtsklick auf das Bild oder über die Tastenkombination [Strg]/[Cmd]+[Alt]+[Umschalt]+[O]. Eure Bearbeitungen oder die Metadaten der Datei bleiben davon unberührt, es handelt sich um eine reine Anzeige-Überlagerung.

Praktisch ist das vor allem beim schnellen Sichten großer Serien, etwa bei Sport-, Wildlife- oder Event-Fotografie. Statt bei jedem unscharfen Bild zu rätseln, ob die Kamera danebenfokussiert hat oder ihr selbst den AF-Punkt falsch gesetzt habt, seht ihr sofort, wohin die Kamera tatsächlich fokussiert hat. Das hilft auch dabei, eigene AF-Einstellungen zu überprüfen, etwa wenn die Kamera bei unruhigen Hintergründen wiederholt das falsche Motiv aufgreift.

Wichtig zu wissen: Camera Raw berechnet den Punkt nicht nachträglich aus dem Bild, sondern liest ihn direkt aus den MakerNotes aus, einem herstellerspezifischen Bereich der EXIF-Daten, in dem die Kamera den gewählten AF-Punkt zum Aufnahmezeitpunkt abspeichert. Es handelt sich also um die reale Angabe der Kamera, nicht um eine Schätzung anhand von Kontrast oder Schärfe im Bild.

Zu beachten bleibt trotzdem, dass der markierte Punkt zwar anzeigt, wohin die Kamera fokussiert hat, nicht aber zwingend, wo im fertigen Bild die größte Schärfe liegt.

Aktuell wird die Funktion nur bei RAW-Dateien von Canon, Nikon und Sony unterstützt – mit dem Zusatz, dass die passenden Metadaten in der Datei vorhanden sein müssen. Fujifilm-RAF-Dateien werden derzeit gar nicht unterstützt, ebenso wenig Olympus/OM-System-, Leica- oder Panasonic-RAWs. Hier bleibt euch nur der Umweg über das Kamera-Display oder die jeweilige Hersteller-Software.

Weitere Neuerungen in Camera Raw 18.4.1

Die Anzeige der Autofokus-Punkte kommt nicht allein: Mit Generatives Erweitern lässt sich die Bildfläche jetzt auch direkt in Camera Raw erweitern und die neuen Bereiche passend zum Rest des Bildes auffüllen. Dazu kommt ein neuer Vollbild-Präsentationsmodus, mit dem ihr Bilder in Ruhe durchblättern könnt, per Pfeiltasten navigiert und Hintergrundfarbe sowie Layout per Rechtsklick anpasst. Ergänzt wird das Update um Unterstützung für weitere Objektive.

Wichtig für alle, die überwiegend mit Lightroom Classic statt Photoshop arbeiten: Die Fokuspunkt-Anzeige gehört bislang zu Camera Raw beziehungsweise Photoshop, nicht zum Develop-Modul von Lightroom Classic. Wenn ihr ein Bild aus Lightroom Classic zur Bearbeitung öffnet, müsst ihr die Datei aktuell direkt in Photoshop beziehungsweise über die zuletzt geöffneten Dateien ansteuern, damit die Anzeige funktioniert.

Wie Adobe mit KI-Technik zur Bildverbesserung insgesamt plant, haben wir kürzlich in unserem Artikel zur Übernahme von Topaz Labs beschrieben. Und wenn ihr nach praxisnahen Verbesserungen speziell für Lightroom Classic sucht, findet ihr im Update auf Version 15.4 mit automatischer Duplikaterkennung und plattformübergreifendem Keyword-Sync weitere hilfreiche Neuerungen aus den vergangenen Wochen.

via DPReview

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5 Kommentare
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Rolf Carl

Ganz schön langsam, Adobe, das kann das Gratis-Programm von Nikon schon seit ich es kenne.

Jürgen K.

CP1 seit Jahren….

Rolf Carl

Habe mir fast gedacht, dass Adobe bei den letzten ist, aber so ein Geschrei darum machen, passt irgendwie auch.

Markus S.

Kann ich auf der Kamera (zumindest Nikon) auch sehen auf dem Display.

Aber interessant, nur an der Stelle ist es dann schon zu spät, obs der AF war oder ich ist dann an sich egal, unscharf bleibt unscharf.

Stefan Zimmermann

Das gibt es als Lightroom-Plugin schon seit Langem. Ist ganz nett, aber die angezeigten AF-Punkte sagen eben nur einen kleinen Teil über ein Foto aus. Ein Bild kann trotz korrektem Fokus verwackelt sein oder das Motiv hat sich bei der gewählten Verschlusszeit bewegt. Umgekehrt können Fotos mit einem vermeintlichen Fehlfokus oder bewusst gesetzter Unschärfe gerade dadurch interessant wirken. Deshalb helfen die AF-Punkte zwar bei der Analyse, sind aber kein Maß dafür, ob ein Foto gut oder schlecht ist.

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