Der Stockfoto-Anbieter Getty Images steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Gläubiger verzichten auf Geld, frisches Kapital kommt von der Gründerfamilie.
Getty Images baut seine Finanzen um und verlässt danach die Börse. Die Bildagentur gehört künftig vollständig der Familie Getty und Koch Equity Development, einer Investmentfirma des US-Konzerns Koch. Aktien von Getty kann dann niemand mehr frei kaufen.
Frisches Geld und weniger Schulden
Wie Getty am Montag laut Reuters mitteilte, wollen die Familie und Koch umgerechnet bis zu 460 Millionen Euro in das Unternehmen stecken. Gleichzeitig fallen Anleihen über rund 235 Millionen Euro weg, darauf haben sich die Inhaber mit Getty geeinigt. Kreditgeber, deren Darlehen mit Sicherheiten hinterlegt sind, verlangen künftig weniger Zinsen und geben Getty mehr Zeit für die Rückzahlung.
Für den Umbau nutzt Getty bei einzelnen US-Gesellschaften ein Verfahren nach US-Insolvenzrecht, das sogenannte Chapter 11. Damit kann sich ein Unternehmen unter Aufsicht eines Gerichts neu aufstellen, ohne den Betrieb einzustellen. Weil sich Getty mit den wichtigsten Geldgebern schon vorab geeinigt hat, soll das schnell gehen. Bis Jahresende will Getty fertig sein.
Im Januar 2025 hatten Getty und Shutterstock angekündigt, sich zu einem Unternehmen zusammenzuschließen. Im Sommer 2026 geriet der Deal ins Wanken, weil die britische Wettbewerbsbehörde verlangte, dass Shutterstock seine redaktionelle Sparte mit Nachrichten- und Promifotos verkauft. Getty lehnte das ab und stieg aus der Fusion aus.

