Eine kleine deutsche Software-Schmiede für Filmlooks landet bei Apple. Final Cut Pro könnte zum Beispiel davon profitieren.
Apple hat im Januar 2026 das deutsche Ein-Personen-Unternehmen Patchflyer von Jonathan Ochmann übernommen. Ochmann ist der Entwickler der webbasierten Color-Grading-Software Color.io, die er Ende 2025 abgeschaltet hatte. Genau dieser Schritt war die Folge des Apple-Wechsels. Öffentlich wurde der Deal jetzt durch eine Pflichtmeldung an die EU-Kommission.
Deutscher Entwickler mit eigener Color Engine
Hinter Color.io steckte mit der Patchflyer GmbH ein einziger Kopf aus Deutschland. Die Software richtete sich an Fotografen und Filmemacher und war für ihren zugänglichen Aufbau bekannt. Sie nutzte eine eigene Color Engine und eigene Farbmodelle, dazu kam eine umfangreiche Sammlung an Filmsimulationen und LUTs. Vor Color.io hatte Ochmann bereits die VisionColor-LUTs entwickelt, die in der Indie-Filmszene weit verbreitet sind.
Das Aus für den Online-Dienst kündigte Ochmann im November 2025 an. Auf der Abschiedsseite machte er deutlich, dass die Abschaltung nicht an fehlendem Erfolg lag. “Mir wurde die Gelegenheit geboten, an der Seite eines Unternehmens zu arbeiten, dessen Produkte mich geprägt und inspiriert haben, und an kreativen Werkzeugen in einem Umfang, den ich allein nie erreichen könnte”, schrieb er.
Zum Jahreswechsel ging Color.io nach Angaben von Macrumors mit über 200.000 Nutzern offline. Pro-Anwender bekamen eine Legacy-Desktop-App für macOS, Windows, Linux und als Web-App, die sie auch nach der Abschaltung weiter verwenden können. Projekte ließen sich nicht migrieren, nur Presets und exportierte Bilder oder LUTs.
Übernahme passt zu Apples Creator Studio
Die Übernahme reiht sich in eine ganze Serie ein. Im März kaufte Apple den Final-Cut-Pro-Spezialisten MotionVFX, Anfang 2025 die Bildbearbeitung Pixelmator. Beide gehören zum Creator Studio, einem Abo-Bündel aus Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage, das Apple als Gegenentwurf zu Adobes Creative Cloud positioniert. Color.io passt thematisch genau in diese Linie.
Anders als Color.io war Pixelmator beim Kauf eine laufende App, die Apple zunächst unverändert weiterlaufen ließ. Direkt nach Abschluss der Übernahme im Februar 2025 änderte sich an den Apps zunächst nichts. Erst Monate später kam mit Version 3.7 die erste größere Aktualisierung, die Apple Intelligence in Pixelmator Pro brachte. Parallel wanderten einzelne Funktionen weiter. KI-Werkzeuge aus Pixelmator wie automatischer Zuschnitt und Hochskalierung tauchten unter Creator Studio in Keynote, Pages und Numbers auf, also in Apps, die mit dem ursprünglichen Kauf nichts zu tun hatten.
Rückkehr von Color.io eher nicht zu erwarten
Bei Color.io liegt der Fall klarer. Der Dienst wurde im Zuge der Übernahme bewusst abgeschaltet, lange bevor sie öffentlich war. Apple hat also kein laufendes Produkt gekauft, das es weiterbetreiben könnte, sondern Technologie und Entwickler. Wer eine App fortführen will, schaltet sie nicht vorher ab.
Realistischer ist deshalb, dass einzelne Color.io-Funktionen wie die Filmemulation in Final Cut Pro oder Pixelmator Pro einfließen oder langfristig vielleicht sogar in die Foto- und Kamera-Apps von iPhone und iPad wandern. Die Fans vertraute Color.io-Oberfläche dürfte dagegen nicht zurückkommen. Bleiben wird allein die Legacy-Desktop-App.


Ich hatte mir Samstag mal Dune 2 im TV reingezogen und war beeindruckt von der Gestaltung des Films (alte Objektive, Infrarot, Farben, Bokeh etc.) Nun hat Kolari einen neuen Filter rausgehauen der mich anspricht aber leider nicht gerade günstig ist. Man kann aber auch vor dem Rechner, Tablet oder Smartphone sitzen, einfach etwas antippen ….und fertig ist der Kodak 64 Look und sich dann auf die Schulter klopfen 👍
https://kolarivision.com/product/ultraviolet-bandpass-clip-in-filter-for-fujifilm-x-mount-magnetic/
Wenn das Budget grenzenlos ist, man keine Kompromisse eingehen muss und die Leute wirklich etwas können und abliefern, dann ist das großes Hollywood. Leider wird das immer seltener, aber es gibt noch diese Highlights.
Ich habe es in Dolby Vision auf einem großen kalibrierten OLED TV gesehen und über Dolby Atmos gehört. Den Sound fand ich fast noch beeindruckender. So druckvoll und gleichzeitig so klar – das wäre früher undenkbar gewesen. Da wird Dolby Atmos wirklich extrem gut ausgereizt bei diesem Film. Nichts dröhnt, und trotzdem ist alles unglaublich kraftvoll und glasklar. Glaube ich muss mir es mal die Tage wieder anschauen…
Ich kenne leider den ersten Teil nicht und bin deswegen von der Handlung quer eingestiegen. Bin eigentlich auf den Film aufmerksam geworden durch einen Artikel im Bereich der Infrarotfotografie. War äußerst interessant wie sich das “Filmteam” ein Set alter sowjetischer Objektive so umbauen ließ damit sie an einer modernen Arri Kamera passen. Da ziehe ich meinen Hut und schaue die dt. Erfolgsserie “Alarm für Skoda 11” 😂