Der deutsche Kameraausrüster Arri reagiert auf die anhaltende Krise der Filmindustrie mit drastischen Einschnitten.
Update, 23. November 2025:
Arri hat klargestellt, dass man sich nicht aus dem Lichtgeschäft zurückziehe, und uns folgendes Statement geschickt:
“ARRI zieht sich nicht aus dem Lichtgeschäft zurück. Wie viele Unternehmen der Filmbranche befindet sich ARRI in einem Transformationsprozess, um sich an nachhaltig veränderte Marktbedingungen anzupassen und gleichzeitig die eigenen Kernkompetenzen zu stärken. Licht bleibt ein zentraler Pfeiler unseres Geschäfts. In diesem Zusammenhang haben wir die strategische Entscheidung getroffen, Forschung, Entwicklung und das Produktmanagement unserer Lighting Business Unit am Hauptsitz in München zu bündeln. Bis Ende 2025 werden die Entwicklungs‑ und Produktionsstandorte in Stephanskirchen und Brannenburg planmäßig geschlossen.”
Ursprünglicher Artikel vom 20. November:
Das Münchner Unternehmen schließt bis Jahresende seine Beleuchtungswerke, Reparatur- und Vertriebszentren in Stephanskirchen und Brannenburg. Dadurch fallen 150 Arbeitsplätze weg, wie ein Sprecher mitteilte. 2022 hatte das Unternehmen rund 1.300 Mitarbeiter.
“Wie viele Unternehmen der Filmbranche durchläuft Arri eine bedeutende Transformation, um auf dauerhafte Veränderungen der Marktnachfrage zu reagieren und gleichzeitig die Kernstärken zu verstärken”, so ein Arri-Sprecher gegenüber Bloomberg. Etwa ein Drittel der betroffenen Mitarbeiter soll Stellen am Münchner Hauptsitz angeboten werden.
Der 1917 gegründete Konzern ist vor allem in Hollywood bekannt für seine hochwertigen Kameras. Doch die Beleuchtungssparte steht unter Druck: Günstige Alternativen, hauptsächlich aus China, unterbieten die traditionell teuren Arri-Produkte. Zudem ersetzen erschwingliche Prosumer-Geräte zunehmend kostspielige Profi-Ausrüstung.
Die Schließungen sind Teil einer zuvor angekündigten Umstrukturierung. Im August erwog Arri sogar einen vollständigen oder teilweisen Verkauf und beauftragte die Beratung AlixPartners mit der Verschlankung des Geschäfts. Auch andere Branchenunternehmen wie MBS Group strichen hunderte Stellen.
Während sich Arri (teilweise, siehe Update oben) aus der Beleuchtung zurückzieht, produziert das Unternehmen weiterhin High-End-Kinokameras wie die neue Alexa 35 Xtreme für rund 50.000 Euro. Zudem entwickelt Arri mit “Film Lab” Tools für die Postproduktion, um digitalen Videos einen analogen Look zu verleihen.
via: PetaPixel


Immer das selbe Lied – immer die selben Fehler gemacht! Egal wie gut die Arri Produkte sind – Abhängigkeit von Importen aus dem Reich der Mitte bieten sehr gute Gelegenheiten destruktiv den Vertrieb zu stören, sei es das nötige technische/elektronische Teile nur zögerlich geliefert werden oder das Subventionen den eigenen Handel stärken. Wehren wir uns fallen wir 50 Jahre zurück wenn China hart bleibt.
China hat sich in den letzten Jahrzehnten konsequent strategisch richtig gut aufgestellt, wir haben weil es bequem und besonders weil es „billig“ war unsere Gewinne eingesackt. Wer denkt schon nach solang die Kohle stimmt. Dazu kommt das z.B. niemand aus „Umweltgründen“ die giftige dreckige Verarbeitung der seltenen Erden im eigenen Land haben wollte – dabei hätten wir selbst die dazu nötigen Mineralien im Boden.
Arri ist für mich leider eines der vielen Opfer. Die Mitarbeiter können obwohl sie sich bestimmt „den Arsch für die Firma aufgerissen“ am wenigsten dafür.
Die waren Gründe für den Transformationsprozess würden mich interessieren.
Für heutige TV Unterhaltungsformate reichen zb. eine Nikon ZR und LED Dauerlicht von Rollei eben vollkommen aus 😉
Vielleicht ein wenig übertrieben, aber es geht sicher in die Richtung, dass die Kundschaft nicht bereit ist, für die letzten 3% Bild- oder Lichtqualität den 10fachen Preis zu bezahlen.
Schöne neue Welt. Einst waren wir froh, die analogen Zeiten hinter uns gelassen zu haben. Jetzt sind “Analoge Looks” Teil der digitalen Transformation. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln….
Es liegt in der Natur des Menschen? Wellenförmige Prioritäten… Literatur, Kunst, Bootsbau… plötzlich ist das wieder lebendig, was gestern tot geredet wurde. Vielleicht brauchen wir es zur Stimulation…