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Canon EOS 6D Mark II: Stört der schlechte Dynamikumfang in der Praxis?

Inwiefern wird der schwache Dynamikumfang der Canon EOS 6D Mark II in der Praxis relevant? Dieser Frage ist Jared Polin nachgegangen.

Canon EOS 6D Mark II Dynamikumfang

Der schwache Dynamikumfang ist nach wie vor das Thema Nummer 1, wenn es um die neue Canon EOS 6D Mark II geht. Inzwischen haben verschiedene Testberichte von großen Magazinen bestätigt, dass der Dynamikumfang der neuen Vollformatkamera nicht wirklich zu überzeugen weiß und ungefähr auf einem Niveau mit der viereinhalb Jahre alten Vorgängerin liegt. In den niedrigen ISO-Bereichen fällt die 6D Mark II sogar hinter Kameras wie die Canon EOS 80D zurück – wie zum Beispiel auch diese Grafik von Photonstophotos zeigt:

Blau: Canon 6D Mark II
Schwarz: Canon 80D
Grün: Nikon D750

Wie relevant sind die Zahlen in der Praxis?

Okay, der Dynamikumfang der Canon EOS 6D Mark II ist also nicht wirklich spektakulär. Doch wie relevant sind diese „Laborwerte“ überhaupt in der Praxis?

Dieser Frage ist Jared Polin in einem aktuellen Video nachgegangen. Er hat die 6D Mark II bereits ausprobiert und betont zunächst einmal, dass die Canon EOS 80D nur in den wirklich niedrigen ISO-Bereichen um ISO 100 den größeren Dynamikumfang liefert. In den höheren ISO-Bereichen liegt die Canon EOS 6D Mark II vorne, wie man auch der Grafik oben entnehmen kann.

Im Grunde sollte man sich vor dem Kauf der Canon EOS 6D Mark II nur eine Frage stellen: Reicht der Dynamikumfang für meine Zwecke aus? Sicherlich gibt es auch Fotografen, die mit Canons Politik und den eher enttäuschenden technischen Neuerungen der letzten Jahre nicht mehr zufrieden sind und deshalb aus Prinzip einen Bogen um die 6D Mark II machen. Doch wen diese Hintergründe nicht interessieren, der sollte wie gesagt nur schauen, ob der Dynamikumfang für die eigenen Zwecke ausreicht oder nicht.

Polin zeigt in seinem Video dabei einige Beispielbilder, die er auf die Schnelle in Lightroom bearbeitet und schaut, was sich aus den RAW-Dateien herausholen lässt. Die Frage, ob der Dynamikumfang nun in der Praxis ein Problem ist oder nicht, beantwortet er nicht direkt. Er gibt die Frage vielmehr an euch alle weiter und betont, dass jeder selbst entscheiden soll. Dafür stellt er auch einige RAW-Dateien zum Download bereit.

Hier das komplette Video:

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

12 Kommentare

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  • Meiner Meinung nach ist die 6D Mark II hauptsächlich für Landschaftsfotografen gedacht gewesen. Daher wäre für diese Clientel ein guter Dynamikumfang in den niederen ISO Bereichen wichtiger als in den hohen ISO Bereichen. Ebenso wie die Möglichkeit die Schatten aufzuhellen ohne erhebliches Rauschen und Banding hinzuzufügen. Auch in diesem Bereich können die Canon Sensoren eben nicht mit denen BSI-Sensoren von Sony mithalten. Die Kamera ist meiner Meinung nach keine richtige Weiterentwicklung sondern nur das Hinzufügen von Pixeln und Schwenkdisplay. Einzige Ausnahme der AF. Zweiter Kartenslot und 4K wurde nicht eingebaut.

    Da eben viele Canon User sehr hohe Erwartungen hatten sind nun viele enttäuscht das Canon in punkto Sensor „alte Technik“ verbaut die seit ein paar Jahren nicht an die der Konkurrenz ran kommt. Und das obwohl Canon in der Sensor-Technik offenbar schon weiter ist. Der Sensor der 5D Mark IV hat ja bessere Dynamikwerte. Man könnte nun als Canon-Kunde zur teureren 5D Mark IV greifen, die hat aber wiederum kein schwenkbares Display und ist bei Reihenaufnahmen relativ langsam. Geht man also noch ein Stufe höher auf die 1Dx Mark II dann kann man zwar schnelle Action fotografieren aber in einer geringeren Auflösung. Auch hier kein Schwenkdisplay. Im Endeffekt bedient Canon mit Ihrer Kamerapolitik hauptsächlich Fotografen die sich in einem Gebiet spezialisiert haben, Tier-Action, Sport, Studio und Hochzeit/Event, aber weniger den Allrounder der in verschiedenen Bereichen aktiv ist. Bleibt zu hoffen dass in Kürze (vielleicht innerhalb 2 Jahren) eine spiegellose Canon vergleichbar mit der Sony A9 heraus kommt, bevor sich die Kundschaft abwendet. Inzwischen kann man ja die Canon Objektive auch an anderen Kameragehäuse gut adaptieren 😉

      • Mit Betonung auf „eigentlich“. Die 5DsR ist für Landschaftsfotografen nur eingeschränkt nutzbar. Sobald man über Blende 11 geht gibt es recht schnell Beugungsunschärfe. Der Sensor hat wie auch die 6D gegenüber den Sony Sensoren die gleichen Schwächen, Dynamik und Banding beim Aufhellen der Schatten.

      • Die 5dsr hat aber auch nur 12.4 Blenden Dynamikumfang im Gegensatz zu den 13.9 Blenden einer A7rII. Und das fällt bei Landschaft mehr ins Gewicht als die 8mp Unterschied. Vom Rauschverhalten brauchen wir erst gar nicht zu sprechen….

    • also Landschaft besser mit großen Sensoren und hoher Auflösung, also weder Canon, noch Sony – aber FujifilmGFX oder Pentax 645Z – zumindest mit Sony Sensor.

      Canon’s Wille, seit langer Zeit, ist doch, alle Fotofans sollen gefälligst mehrere Kameras kaufen.
      Und das haben sie sich aber mit dem bekloppten preis der 5DIV selbst zerschossen.
      Und auch eine 6DII dürfte mit den alten Sensorleistungen maximal 1500 Einstandpreis kosten.
      Die Preise für DSLR steigen eben schneller als die Leistungen.

    • Ich hab für eine lange Zeit der Halbleiterindustrie zugearbeitet und hab tatsächlich in allen Prozessen Mäuschen spielen dürfen, auch in der Qualität/Qualifikation, auch wenn es da nur um Logik und Leistungshalbleiter, um Speicher und mikromechanische aber eben keine optischen Sensoren ging. Ich weiß trotzdem ‚ungefähr‘, was es schwierig macht einen Wafer zu prozessieren, Last, Logik, Sensorik und Speicher gemeinsam auf einem Chip unterzubringen und die Defektdichte auslegungs- und prozessseitig niedrig zu halten, auch wenn ich kein Physiker oder Spezialist für ein bestimmtes Verfahren bin. Aber ich kenne die Schliff- und Schnittbilder verschiedener zu Tode gestresster und/oder minderwertiger Chips unter dem (Elektronen)mikroskop. Man kann aber auch zerstörungsfrei prüfen und etwa von den Leistungen, also der Rauschbasis/DR und den – gemessen an den Sensorpixeln – erzielbaren Linien/Details der 6D ungefähr auf die Prozessqualität und -kosten der entspr. Sensorlinie schließen. Das ist nicht nur so dahergesagt und hier wird es für 2000€ bierernst, wenn ihr mich fragt.

      Ursprünglich bin ich Informatiker und war schon als Jugendlicher von der rasanten Entwicklung im Bereich der Computerhard- und Software überwältigt. Aber was haben die Marketinghuren, was hat das BWLergeschmeiß und die ganzen hündisch markenergebenen Youtubeunpacker, genau wie einige Jpg-Only-Testredaktionen mit ihrem gefährlichen Halbwissen und ihrer subjektiven Verblendung im Kamerasegment da bloß für ein ideologisches und fast schon religiös wahnhaft zu nennendes Schlachtfeld hinterlassen, alles auf Kosten der Würde und zu Lasten der Geldbeutel der technikaffinen und einigermaßen reflektierten Kunden (besonders derer, die eben gerne da zuschlagen, wo die Steigung der Preis-Leistungskurve am attraktivsten ist, also im besseren Crop- oder Einsteiger FF-Segment)?

      Mit Optik, also dem Glas kenne ich mich persönlich nur theoretisch aus, da zahl ich heute noch Lehrgeld auf dem Boden einiger sehr weicher Linsen. Die Zeiss- oder G-Master Linsen, die ich persönlich auspropiert und raw-prozessiert habe, die kann ich an einer Hand abzählen. Da entwickelt sich das Auge und den Sachverstand erst mit den Jahren, da braucht es – genau wie es bei der Computerhardware eine herausfordernde Software braucht – auch erstmal die richtige Sensorware. Auch hier hatten sich unsere Testredaktionen, Forenblöden und Unpacker wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Da wurden zuerst die einfachsten optischen Physik-Grundkurskenntnisse und Modelle von Abbe bis Rayleigh einfach weggewischt, nur um den Marketing- und BWL-Amöben und den korrespondierenden FF-Statuswichsern schön zum Mund zu reden. Sogar der erste 24 MP FF-Sensor wurde auf dem Boden seiner angeblich eh nicht zu nutzenden (schon ein 1,7/50mm Rokkor aus den 70igern hätte gereicht, das Potential zu erkennen) viel zu vielen Sensorpixel genauso zerrissen, wie das Cropformat per se. Wie der definiert winkelauflösende, aber wechselweise von Aberration oder Beugung verschmierte, Projektionstahl einer Optik mit den Sensorpixeln und dem Bildprozessor wechselwirkt, das zu durchdringen, kann man von Unpackern und den Überschärfungshalo-Noisereduction-Jpg-Only – Auswerten nicht verlangen, sicher. Was man aber verlangen könnte, wäre eine gewissen Demut im Augenschein der eigenen Ahnungslosigkeit.

      Als dann Toshiba, Sony und Samsung, vor allem aber zuletzt Fuji (ohne ein konservatives Bayer-Pattern) aufbrachen, der >20MP FF-Sensorklasse im Crop-Segment den Kampf anzusagen und die kleinen Sensoren abgesehen vom SNR (logisch, auf dem Boden einer höheren Packungsdichte) mit speziell für den APS-C Bildkreis gerechneten Optiken endlich zum 35mm Sensor aufschließen konnten, da wurde es dort nicht etwa still. Jetzt war auf einmal die Fotografie > ISO 800 so schwergewichtig und überbewertet. Dann kam im 35mm Segment eine 5Ds, eine D800er Serie und die A7r* daher. Unerhört! Wieder kamen die selben Argumente von wegen – das kann man gar nicht auflösen etc. pp, aber entgegen dem eigenen physikalischen ‚Wissen‘ lassen sich damit, nicht nur am Siemensstern gemessen, sondern auch in der Landschaft Dinge auflösen, für die man ja eigentlich Mittelformat gebraucht hätte. Seltsam, wo doch sogar ein 24 MP FF-Sensor schon als Overkill verschrien war. Nachdem das Pixelwettrüsten nun zu Gunsten vieler Pixel entschieden ist (von der A7s mal abgesehen), kam dann der Dynamikumfang ins Bewusstsein der Kunden, der Kommentarspalten und der Foren. Unsere Hochzeitsexperten und Jpg-Knipser sind hier aber wohl aus dem Rennen, denn die brauchen das nicht. Was aber der Dynamikumfang uva. ISO-Invarianz für die raw-affinen Selbstentwickler und JPG-Engine Verweigerer an Evolutionsprung wirklich bedeutet haben, was also für Sonikon schon seit Jahren Gang und Gäbe ist – das setzt sich als Erkenntnis in der Breite (Canon) erst seit der neuen 5er, der 80iger und vor allem Dank DPreviews ISO-Invarianz Messungen langsam durch. Früher zu chemischen Zeiten hätten wir das Ganze Brillanz genannt. Evolutionär heißt das nichts anderes, als dass pappige Folienverlaufsfilter und wirklich lästige Belichtungsreihen endlich der Vergangenheit angehören könnten, könnten! Egal ob ich mich in geschlossenen Räumen architektonisch freuen kann, die ausdifferenzierten Schattenecken und die nicht ausfransenden Fenster auf einem gemeinsamen Raw unterbringen zu können, ob ich in umwaldeten, schattigen Bachtälern, ob der den Boden erreichenden – viel zu hellen – Sonnenspots, keine Sorgen mehr haben muss, ob ich bei einer nächtlichen Stadtlandschaft nicht mehr an ausfransenden, beleuchteten Baudenkmälern frustrieren muss oder ob ich einfach sorgenfrei im Gegenlicht und dem Himmel arbeiten kann, es ist Fortschritt und unbedingt sinnvoll. Dynamikumfang (= Noisefloor) ist eine unerhört bedeutende Größe, für mich gleichbedeutend mit Details und noch vor low-Iso-Stabilität das Wichtigste.

      Nun wird Kunde aber nicht nur bei Canon auf dem Boden immer lächerlicherer Preise und stagnierender oder absichtlich zurückgehaltener Entwicklungen frustriert. Nicht nur mit der 6D, sondern auch der D7500/D500 oder der nun zu erwartenden Alpha 77 III sieht man nicht nur keinen Fortschritt mehr, man sieht darüber auch eine nicht hinnehmbare Teuerung. Damit ist alles, was die Ideologie der sog. Wirtschafts’wissen’schaften (und wer der den geraden Charakter von Technikern/Naturwissenschaftlern mag, würde sich mit Marketing- Wirtschafts- oder Juraleuten und deren Religion überhaupt gemein machen wollen) immer von Angebot und Nachfrage oder Marktmechanik gepredigt haben, einfach Schall und Rauch und wir müssen uns der Kognitionsforschung zuwenden, damit wir überhaupt verstehen können, warum wir uns so gerne verarschen und blenden lassen und das auch noch dankbar und schwanzwedelnd! Das gilt auch für die Politik! Warum wählen wir immer wieder, was uns verarmt, entrechtet, überwacht, in Kriegen oder Kapitalsyntheseprozessen vernutzt und das auch noch freiwillig. Why don’t we change? Warum haben wir Angst vor dem Aufbruch in die Mündigkeit. Weil das Arbeit bedeutet? Weil es keine Alternativen gibt? Weil ein Systemwechsel, ein Aufbrechen des Status Quo nicht nur so beschwerlich sondern eh utopisch erscheint? Weil die narzisstische Kränkung, doch nur ein BWLer- und Marketingbitch- Opfer gewesen zu sein, so unerhört weh tun kann? Wie konnte es ein paar – wahrscheinlich us-amerikanischen – Marketing Thinktanks gelingen, in einer vollends aufgeklärten Welt, nach den frühbürgerlichen Naturrechtslehrern und bürgerlichen Philosophen, nach den Schrecken von Faschismus und Unterdrückung solche Marken wie Apple oder Canon zu dergestaltigen Marktdiktatoren aufzublasen? Bei Canon kann ich es ja zumindest im Profisegment verstehen. Bis zur 5D MkII (eingeschlossen) und auf dem Boden der vorhandenen Linsen, hatte der Hersteller bis dahin wirkliche 9″ Nägel eingehauen, so wie das heute nun ganz augenscheinlich nur noch Sony tut. Aber wieso sind wir ambitionierten Hobbyshooter nicht inert gegen solche, mehr als augenscheinlichen Verarschungen, wie bislang jedes iPhone oder jetzt eben die 6D MkII/D7500. Das Marketing sagt uns was cool und gut ist und wer am lautesten und längsten und meisten schreit, hat eh Recht – wenn sie nur oft wiederholt wird, dann wird auch eine Lüge zur Wahrheit – und wir identifizieren und dann ganz ohne Stolz, Integrität oder Reflexivität. Aber mit so einer Ergebenheit landet man doch irgendwann in Stalingrad oder in Muttis Eurokratur!

      Ist es vielleicht nur eine Art Sucht. Eine Art unerträglicher Leere, wenn ich nicht ständig was Neues kaufen kann? Sind wir Konsumerismus Schnullerbabies geworden. In den Achtzigern hat ein Fernseher, ein Fahrrad oder ein Telefon doch auch Jahrzehnte gehalten. Ist es so frustrierend, dass man besser seine D7200, seine Alpha77 II oder seine 6D Mk I nochmal ein paar Jahre weiter benutzen können wird, weil entweder die Geschwindigkeit der Technikentwicklung unserem Suchtdruck nicht mehr standhält oder weil der Dealer uns den Stoff absichtlich verstreckt? Das sind doch Fragen, die es schon wert wären gestellt zu werden, nicht?

      • Ich stimme dem Gesagten zwar inhaltlich voll zu (Habe hier im Forum immer ähnlich argumentiert.) Aber die eingeforderte Demut hätte auch diesem Kommentar gut zu Gesicht gestanden.

      • Danke für die Rückmeldung. Auch wenn das kotzig Provozierende eher Stilmittel als Selbstverständnis ist, schreibe ich mich wirklich gerne in Rage 😉

        Man regt sich ja auch immer nur an eigenen Spiegelbildern auf, die Psychologen nennen es ‚Projektion‘ und so hab ich mich tatsächlich im Kampf gegen ein äußeres Monster – der Canon Sekte und ihrem Hype – dem eigenen ausgeliefert erlebt und tue es noch heute. Ich hoffe daran reifen und wachsen zu können!

        Danke!

  • Man kann alles SCHÖN oder SCHLECHT reden!!!

    In der Kamerasoftware aller Hersteller wird schon geschönt und getrickst wie mit den Abgas Werten in der Automobil Industrie.

    Beruflich nutze ich Mittel- und Vollformat, je nach dem was aus den Bildern werden soll. Wenn es rein nach dem Dynamikumfang ginge führt kein weg an den Mittelformat Sensoren vorbei, einfach weil schon die pure Physik mehr hergibt. Die 14 Blenden Dynamikumfang, gepaart mit der hervorragenden Farbtiefe ergeben fast schon plastische Bildergebnisse, nicht vergleichbar mit den Aufnahmen im Vollformat.

    Es ist aber nicht so das Vollformat wirklich schlecht ist. Sony bietet zum Beispiel für jeden Anwendungszweck einen speziellen Vollformat Sensor an. Canon macht das auch, was ist daran verwerflich? Für die ganz normalen Aufnahmen im privaten Umfeld werden die wenigsten Anwender die Unterschiede zwischen den einzelnen Sensortypen wahrnehmen.

    Wenn bei den Testverfahren alle Sensorhersteller mit dem selben Referenz Objektiv und in RAW vermessen würden könnte man klarere Aussagen machen. Wenigstens wüsste man wer seine Kamera interne Verarbeitungssoftware am besten im Griff hat.

    Das große Desaster beginnt nach dem das RAW Bild auf dem Rechner gespeichert wurde. Die wenigsten privaten Anwender benutzen ein durchgängig kalibriertes System. Der Monitor sollte den Ansprüchen der Bildverarbeitung genügen. Vom Hintergrundwissen für eine gute „Entwicklung“ der Rohdaten einmal abgesehen, entsteht hier das eigentliche Bild.

    Wer mit einem Vollformat Boliden ausschließlich jpg. Bildchen macht braucht die Kamera gar nicht weil er mehr als 50% der möglichen Bildinformation bereits bei der Aufnahme unwiederbringlich weggeschmissen hat. Das sind dann aber die Anwender die sich über zu wenig Dynamikumfang aufregen.

    Entschuldigt den langen Beitrag, ich finde das muss auch mal erwähnt werden.

  • Wer mal recherchiert hat, wie die Dynamik-„Messung“ hier zustande kam, wird nicht ernsthaft diese journalistisch verwerten sondern auf echte Tests warten.

    Aus eigener Erfahrung kann ich den Ausführungen von Jared nur zustimmen.

    Insbesondere bei ISO 100 habe ich mehr Möglichkeiten als an der 6D (Lichter runter Schatten rauf), was den „Testergebnissen“ widerspricht. Der sog. Magentastich, der dem Sensor zugerechnet wurde, stellt sich mittlerweile als Problem in Adobe-RAW heraus. Das Problem gab es auch schon einmal bei der 70D und wurde dann von Adobe behoben.

    Etwas mehr eigene journalistische Recherchen und bessere Quellenanalytik helfen vielleicht ein objektiveres Bild zu schaffen. Genau das sollte guter Journalismus tun.

    • Die von dir angesprochenen „echten Tests“ sind bereits da (TCSTV, Trustedreviews, Techradar usw.). Alle haben die 6D Mark II in freier Wildbahn ausführlich getestet und sind der Meinung, dass der Dynamikumfang der 6D Mark II nicht wirklich zu überzeugen weiß. Der eine findet ihn etwas besser als der andere, aber insgesamt ist niemand so wirklich begeistert. Das ist das objektive Bild!

      Doch wenn man selbst mit dem Dynamikumfang zufrieden ist, wie es bei dir der Fall ist, ist doch alles wunderbar – genau so wie im Artikel und von Jared Polin angesprochen 🙂 Aber bitte nicht bessere Recherchen und bessere Analyse der Quellen fordern, nur weil deine subjektive Meinung nicht der objektiven Meinung entspricht.

      Liebe Grüße
      Mark