Canon Kameras

Canon-Kamera als Webcam nutzen: Hersteller schaltet neue Funktion frei

Per Update macht Canon die Kameras seiner EOS- und PowerShot-Serie als Webcam nutzbar. Hierfür müsst ihr nur eine neue Canon-Software installieren.

Vergebens sucht man aktuell nach Webcams, um Desktop-PCs oder ältere Notebooks für Videokonferenzen aufzurüsten. Canon wirkt dieser allgemeinen Webcam-Not nun mit einem interessanten Update entgegen. Auf der US-amerikanischen Canon-Homepage stellt das Unternehmen eine neue Software vor, mit der sich zahlreiche Kameras als Webcam nutzen lassen.

Neben einem USB-Kabel benötigt ihr nur eine von 25 Kameras. Laut Canon-Homepage sind folgende Modelle kompatibel:

Canon EOS-Modelle:

  • EOS-1D X Mark III
  • EOS-1D X Mark II
  • EOS 5DS R
  • EOS 5DS
  • EOS 5D Mark IV
  • EOS R
  • EOS 6D Mark II
  • EOS RP
  • EOS 7D Mark II
  • EOS 90D
  • EOS 80D
  • EOS 77D
  • EOS 800D
  • EOS 750D
  • EOS 2000D
  • EOS 1300D
  • EOS 250D
  • EOS 200D
  • EOS 4000D
  • EOS M6 Mark II
  • EOS M50
  • EOS M200
Canon Powershot-Modelle:

  • PowerShot G5X Mark II
  • PowerShot G7X Mark III
  • PowerShot SX70 HS

Die benötigte Software ist bislang nur in einer Beta-Version für Windows 10 verfügbar. Nutzt ihr macOS oder Linux, könnt ihr das Programm leider nicht installieren. Hier ladet ihr die „EOS Webcam Utilty Beta“ herunter:

» zum Download

Wärmeentwicklung kritisch?

Die neue Funktion ist durchaus interessant und wahrscheinlich werdet ihr die anderen Teilnehmer eurer Videokonferenz in puncto Videoqualität deutlich übertrumpfen. Canon Deutschland hat sich bislang noch nicht zur neuen Funktion geäußert. Falls ihr das Setup in den nächsten Tagen ausprobieren könnt, teilt uns in den Kommentaren gerne mit, ob es auch mit der deutschen Firmware funktioniert.

Fraglich ist jedoch, ob eure Canon-Kamera bei dauerhafter Nutzung nicht überhitzt. Zwar fällt zumindest die Wärme beim Schreiben auf das eingelegte Speichermedium weg, Sensor, Bildprozessor und weitere Komponenten müssen dennoch permanent arbeiten. Behaltet die Wärmeentwicklung also am besten ein bisschen im Blick, wenn es im Video-Chat ein bisschen länger dauert.

Quelle: Canon

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Benjamin Lucks

Benjamin Lucks

Freiberuflicher Journalist, der einige Jahre Berufserfahrung aus einer Technik-Redaktion mitbringt. Da er seit seiner Jugend fotografiert, ist Photografix für ihn die lang ersehnte Doppelbelichtung aus Berufs- und Privatleben.

27 Kommentare

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  • Das ist wirklich super, denn mein Monitor hat keine Kamera und da ich bis 8.Juni online Unterricht machen muss ist das ideal! Canon bewegt sich wieder, nach 4 Jahren Tiefschlaf!

  • Theoretisch vielleicht….

    Bessere Videoqualität wird nur erreicht wenn alle am Vorgang beteiligten Parameter optimal sind. Und das möchte ich bei uns in der BRD stark bezweifeln. Da kann man froh sein wenn überhaupt stabile Verbindungen zustande kommen, je nach dem wo sich die Beteiligten befinden.

    • Hallo Alfred,
      Internet sollte mittlerweile kein Problem mehr sein, die gesendeten Daten sind bedeutend kleiner als das, was normalerweise auf der Speicherkarte landet. Diese Setups werden heute viel im Streaming verwendet und der Unterschied in der Bildqualität ist deutlich sichtbar.

      • @ Fleischwolf

        Das Netz ist ziemlich überlastet, weil auch alle Firmen nur noch Videokonferenzen, Webinare etc. nutzen. Das wurde schon vor Wochen gemeldet. Deswegen haben damals auch Streamingdienste wie Netflix, Amazon etc. angekündigt, dass sie die Qualität drosseln, damit das Netz nicht noch mehr überlastet wird.
        Außerdem gibt es immer noch Orte in Deutschland, wo das Internet absolut miserabel ist.

        Deutschland ist berühmt für das schlechte Mobilfunknetz und Internet und steht da im Ranking mit anderen Ländern sehr weit hinten.
        Ich war vor ein paar Jahren in Island und wer Island kennt, weiß, dass außerhalb von den Städten alle 10-50Km mal ein Haus steht. Und selbst in einem Haus, dass alleine im Nirgendwo stand, war das Internet besser, als an manchen Orten in Deutschland. Ich habe mich damals auch mit einigen Isländern unterhalten und die meinten, dass ihre Regierung ziemlich viel in den Ausbau der Netze investiert haben und nur dadurch ist das möglich.
        In anderen Ländern wird auch bereits ziemlich viel behördlicher Kram online abgewickelt. Bei uns wird alles, was Ämter betrifft, immer noch per Brief oder persönliches Erscheinen abgewickelt 😀

      • @Tom

        Zur Zeit ist das alles natürlich schwieriger, aber Corona wird ja hoffentlich kein Dauerzustand sein. Zu normalen Zeiten ist es eigentlich kein Problem.

        Wir haben zugegebenermaßen ein sehr lückenhaftes Netz, aber die meisten Haushalte verfügen wohl über die nötigen 50Mbit/s (über 85%), wobei die ländlichen Gegenden die Verlierer sind. Im Vergleich ist es aber tatsächlich eine Schande, was wir da abliefern.

        Der Staat liebt seine Bürokratie, die können ihre Existenz halt am besten durch persönliche Gängelung und aufwändigen Schriftverkehr begründen. Mit dem Internet hat das wenig zu tun, sie wollen es nur nicht nutzen oder verstehen es einfach nicht.

      • Ich wohne privilegiert an einem der Bayrischen Seen. Trotzdem oder wahrscheinlich deswegen sitzen die Schwalben auf den letzten 200 Metern zum Haus auf dem Telefon Kabel. Will ich mit dem Smartphone telefonieren muss ich in den ersten Stock, noch besser auf den Dachboden oder den Balkon. So viel zum digitalen Fortschritt in der BRD. „Dabei habe ich gar keine Milchkanne!“

        Manchmal habe ich schon an ein Satelliten Telefon für 1.079,00 € gedacht, wenn die Gesprächskosten nicht so hoch wären hätte ich eines.

    • @Alfred: Es geht ja nicht um 4k. Die Qualität der eingebauten Cams ist halt meist nicht so dolle, da fällt es schnell auf, wenn man ein ordentliches Objektiv verwendet.
      Bei einem kurzen Test zur besten Homeoffice-Zeit haben meine Kollegen die Qualität unisono als sehr gut bezeichnet.

      • Dem kann ich komplett zustimmen – genau meine Erfahrung mit meiner m50. Verbindungsprobleme wegen der besseren Bildqualität hatte ich natürlich nicht. 🙂

    • Schon mal das Tool ausprobiert? Für eine bessere Videoqualität benötigt man ein besseres Objektiv und einen Sensor, der bei höheren ISOs rauschfreie Bilder macht, da die Lichtverhältnisse meist nicht optimal sind. Außerdem kann man zoomen. Auflösung, Datenreduktion und Übertragungsrate sind nebensächlich und wird durch die Software geregelt, nicht durch die Kamera. Das Hauptproblem sind die Kameras in den Notebooks. Deren Technik ist aus dem letzten „Jahrhundert“. Da ist jedes Handy besser.

  • Also kurz mal mit meiner EOS 70D getestet und das geht auch ganz gut.
    Bild ist super nur wenn man in seiner CaptureSoftware die Webcam Einstellungen aufrufen möchte geht die Canonkamera aus. d.h. alles wie Weißabgleich usw. bitte direkt in der Kamera einstellung und auch nicht versuchen die Webcamera Auflösung zuändern. Falls Kamera aus geht einfach kurz ein und ausschalten dann läuft es wieder.

    Ob dies wegen Wärme dann für den Dauerbetrieb geeignet ist müsste man dann halt schaun.
    (kann ich halt noch nichts zu sagen, da ich das jetzt ganz frisch teste. z.Z. ca. 20 min läuft sie ohne auszusteigen.)

  • Vielleicht liege ich ja jetzt daneben, aber geht das nicht mit jeder Kamera? Zumindest von Sony weiß ich, dass es problemlos mit allen E-Mount Kameras funktioniert, Hitzeprobleme gibt es auch nach Stunden nicht.

      • Wollte es auch erst nicht glauben, ist aber tatsächlich so:) Liegt wohl daran, dass das Material nicht in der Kamera aufgezeichnet, sondern nur übertragen wird.

    • Ich habe ein Webcamsetup mit Sony. Dazu braucht es aber einen Video-Grabber, auch Capture-Device genannt, damit der Rechner das Videosignal verarbeiten kann. Mit der a6400 und a6600 habe ich auch mit 4k bisher keinerlei Hitzeprobleme gehabt. Die kann ich mit angeschlossener Stromquelle so endlos laufen lassen (hab mal vergessen sie auszuschalten). Das die neuen Kameras lange durchhalten wurde ja schon eingehend getestet. Liegt sichersten aber vielleicht auch daran, dass hier lediglich das Signal abgefangen wird, welches man auch im Viewfinder oder auf dem Backscreen sieht und die Kamera selbst nicht aufzeichnet. Was übrigens ein nettes Feature ist, dass man nämlich die Kamera als Webcam nutzen kann und sie gleichzeitig aufzeichnen lassen kann.

  • Ich habe es mit der M6 II ausprobiert. Kurz: es geht. Allerdings (noch?) ohne Ton.
    Es gibt diverse Berichte, dass es auch mit älteren Kameras mehr oder weniger gut funktioniert (5D II, 7D etc.). Die Software scheint nicht kameraspezifisch zu sein.
    Aber: es ist eine Betasoftware, es gibt einige Fallstricke (selbst erlebt bzw. in der CanonUsercommunity beschrieben):
    – Nach der Installation muss der Rechner neu gestartet werden
    – EOS Utility muss komplett aus sein (-> Taskmanager!)
    – anscheinend ist ein geeignetes USB-Kabel notwendig
    – der USB-Anschluss muss genug Leistung bieten („powered…“) – also ggf. nicht am Hub anschließen
    – inkompatibel zu mancher Webchat-Software (z.B. Skype-App für Win 10?)
    – es gibt keine Akkuanzeige
    – es wird niemand eine Garantie dafür übernehmen, falls die Cam überhitzt
    – in einem Fall hatte ich eine Err 70-Anzeige. Dies habe ich auch im CanonUSA-Userforum gelesen.
    Grundsätzliches Problem bei der Verwendung von DSLR oder DSLM: der konstruktionsbedingte Abstand der Kamera zum Bildschirm ist größer als bei Webcams / eingebauten Cams. Für Gesprächspartner sieht es so aus, dass man an ihnen vorbeischaut.

  • Hallo, ich versuche gerade händeringend die EOS Webcam Utility ans Laufen zu bringen, bisher ohne Erfolg. Ich probiere es mit eine EOS R, einer EOS RP und eine EOS 5D Mk IV. Die Firmwares sind auf dem Neuesten Stand. Als Windows Rechner habe ich ein Wacom Mobile Studio Pro (neueste Version) und schließe die beiden Rs per USB-C direkt und die 5D Mk IV über einen USB-C Adapter an. Mein favorisiertes Meeting Tool, GoTo Meeting und GoTo Training, erkennen die Utility, die Kamera kann aber nicht „initialisiert“ werden. Auch erhalte ich die Meldung, dass meine Webcam schon benutzt wird und ich doch bitte alle anderen Anwendungen, die auf die Kamera zugreifen beenden soll – es laufen aber keine anderen Anwendungen. Skype erkennt die Kameras erst gar nicht. Ob das nun an der auf den amerikanischen Markt beschränkten Version der Utility liegt lässt sich aus meiner Sicht nicht sagen. Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht? Grüße

  • Hallo zusammen, habe es mit der EOS 4000d versucht. Das geht leider nicht. Es gibt auch keine Firmware dafür. Oder hat jemand es geschafft und kann helfen. Danke im voraus. Magische Grüße.

  • EOS 1300D funktioniert bei mir ebenfalls nicht (Webcam Utility für Rebel T6).
    Der Treiber steht in Skype und in der Windows Kamera App nicht zur Auswahl.
    Firmware 1.1.1 also aktuell
    Schade, dass Funktionen vor Publikation nicht verifiziert werden.

    • Edit:
      Deinstallation der Skype-App und Installation der .exe von der Skype-Homepage schaffte Abhilfe. Funktioniert damit auch mit meiner 1300D (Rebel T6).

  • Grundsätzlich eine sensationelle Idee – die an meiner nagelneuen Canon EOS RP leider nicht funktioniert. Die Kamera selbst wird unter Windows 10 Pro zwar problemlos erkannt nach Einstecken des USB-Kabels (EOS Utility) zur Datenübertragung, jedoch nicht als Webcam – weder bei Skype, noch bei MS Teams etc.; auch die hauseigene Microsoft App ‚Kamera‘ meldet brav: Keine Kamera gefunden‘. Sehr schade. vielleicht hat jemand eine Idee?

  • Ich nutze die 700D als webcam via Obs mit Eos Utility aber die Kamera schaltet sich nach einer bestimmten zeit einfach automatisch aus obwohl ich es im menü ausgestellt habe weiß jemand wie ich das ausschalten kann?

    mfg