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Canon: Patent nährt Hoffnung auf RF-Nachfolger des legendären EF 180mm Makro

Ein neues Canon-Patent deutet darauf hin, dass der Hersteller an deutlich kompakteren Makroobjektiven mit längerer Brennweite arbeitet.

Weniger bewegte Linsengruppen sollen Bauform verkürzen

Es zeichnet sich schon länger ab, dass Canon an einem speziellen Makroobjektiv arbeitet. Das japanische Patent 2026-144200 liefert nun konkretere Hinweise. Es zeigt einen Fünf-Gruppen-Aufbau, bei dem nur zwei der Gruppen für die Fokussierung bewegt werden. Die vordere, mittlere und hintere Gruppe bleiben fest.

Da Makroobjektive bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 fokussieren müssen, ist der nötige Verstellweg normalerweise groß, was lange Bauformen zur Folge hat. Mit dem neuen Ansatz will Canon offenbar genau das ändern.

Konkret zeigt das Patent vier Rechenbeispiele mit Brennweiten zwischen rund 88 und 175 Millimetern. Das längste Beispiel kommt bei einer Lichtstärke von f/3.6 auf eine Baulänge von rund 189 Millimetern. Gegenüber 186 Millimetern beim aktuellen EF 180mm f/3.5L Macro USM wäre das zunächst kein dramatischer Unterschied, dafür dürfte aber deutlich Gewicht eingespart werden. Die drei kürzeren Beispiele im Bereich um 90 bis 130 Millimeter ergäben als eigenständiges Produkt wenig Sinn, schließlich deckt das bereits erhältliche RF 100mm f/2.8L Makro IS USM diesen Bereich ab.

Kandidat für ein RF 200mm f/4L Makro

Am wahrscheinlichsten gilt daher die längere Brennweite als Basis für ein künftiges RF-Makroobjektiv, möglicherweise in Form eines RF 200mm f/4L IS. Wie bei Patenten üblich, ist damit allerdings noch keine Garantie verbunden, dass ein solches Objektiv tatsächlich auf den Markt kommt oder wann.

Unter einigen Makrofotografen gilt das alte EF 180mm f/3.5L Macro USM trotz seines mittlerweile hohen Alters weiterhin als gefragtes Objektiv, ein offizieller RF-Nachfolger mit modernem Autofokus und Bildstabilisator könnte entsprechend auf Nachfrage treffen.

Wer nicht auf Canon warten möchte, kann inzwischen zumindest auf eine Alternative eines Drittanbieters zurückgreifen: Laowa bietet sein 180mm f/4.5 1.5× Ultra Macro APO auch für den RF-Mount an. Anders als die Versionen für Sony E, Nikon Z, Fujifilm X und Canon EF verfügt die RF-Ausführung allerdings nur über einen manuellen Fokus.

Würdet ihr euch über ein RF-Makroobjektiv jenseits der 100mm-Brennweite freuen, oder deckt das RF 100mm f/2.8L Makro IS USM euren Bedarf bereits ausreichend ab?

via Canonrumors

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Alfred Proksch

Weitwinkel für Nahaufnahmen: RF 1,8/35 mm Macro IS STM, LAOWA 25mm f/2.8 2,5-5X Ultra-Makro EF, der Spezialist LAOWA 15mm f/4 Macro 1:1 Shift – Canon EF. Weil die sind perspektivisch interessant.

Ansonsten besitzen Makro Objektive mit längeren Brennweiten zwei gravierende Vorteile. Erstens ist der Abstand zum Objekt größer (Fluchtdistanz). Man hat mehr Platz für die Beleuchtung sowie zweitens kann trotz Abblendung schön freigestellt werden.

Villiger Alfred

Ich würde mich freuen, ein RF180mm f/2,8 oder f/3,5 mit modernem Autofokus und Bildstabilisator frühen.

Eberhard Fillies

Wenn es so gut, oder besser ist, als das Vorbild, wäre dies wunderbar. Es war eines der besten Objektive, aus meiner Sicht. Dann fehlt nur noch das 200mm 1.8 L 🤣

Manfred

Konkrete Frage, Konkrete Antwort: Nein, ich würde mich nicht freuen über ein Makro jenseits der 100mm. Ich würde mich über ein 1:1 Makro in der Preisklasse vom Rf 85mm f2.0 STM freuen.😊

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Das Canon EF 100mm F2.8 L IS macro trifft gebraucht genau auf diese Preisklasse zu. Ich habe es mir für den Urlaub zugelegt mit einem echten Schnäppchenpreis und es ist echt in einem Topzustand. Der AF ist auch sehr zügig und der Bildstabi funktioniert wunderbar.

Aus meiner Sicht würde es da für Canon (noch!) wenig Sinn machen ein solches RF Objektiv rauszubringen, da der Markt durch EF in der L Variante bedient wird.

Manfred

Danke für deine Gedanken. Im Makrobereich bin ich mit dem EF- Anschluß von 35mm bis 180mm gut aufgestellt. Was ich vermutlich kaufen würde, wäre ein 1:1 Makro im Bereich 60-80mm und ca. 400g, würde auch gut zu APS-C passen, das ich auch parallel nutze.

Rolf Carl

Da wird man auch bei EF fündig, und zwar das legendäre Sigma Makro 2.8/70 mm, das gab es auch für Canon, und ist eines der besten Makros, das es je gab. Und zwar nicht nur für Makroaufnahmen. Beispiel gefälltg?

https://www.rolfcarlnaturfotografie.ch/wasser?pgid=kseqdynv-0fd0a3e1-07d6-4538-af28-3f7d6979c0da

Das Foto habe ich mit einer APS-C Kamera gemacht (ist ein VF-Makro). Natürlich ist es auch ein super Linse für klassische Makroaufnahmen mit sehr schonem Bokeh.

Manfred

Danke für deinen Beitrag. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich von 35mm bis 180mm bei Makro gut aufgestellt, dazu zählt auch das Sigma EX 70mm. Es fehlt bei Canon RF einfach ein leichtes und günstiges 1:1 Makro unterhalb von 100mm. Bis das kommt,werde ich weiterhin mit meinen Sigmas und Tokina (35mm Makro) fotografieren. 🤗

Rolf Carl

Wie ich sehe, bist du wirklich sehr gut aufgestellt! Ich musste mich auch bei Sigma eindecken, weil ich bei Nikon nicht fündig wurde. Die wollen irgendwie einfach nichts Schlaues bringen. 🤔

Radioreinhard

Wie wärs mit einem 1000er Spoegellinsen-Objektiv?

Manfred

Habe ich schon…!

100carat

Ein RF 200mm f4.0 L Macro als modernes Pendant des EF 180 f/3,5 Macro USM wäre hoch willkommen. Das 180er war eines, wenn nicht das schärfste Objektiv seiner Zeit am Markt und nicht nur für Makrofotografen ein Traum. Ich hoffe schon seit Jahren auf eine neue Konstruktion mit 200mm, überragender Schärfe, exzellenter Korrektion und einem Abbildungsmaßstab von 2:1.

Die im Patent dargestellte Konstruktion könnte einen solchen Abbildungsmaßstab mit entsprechender Korrektion zumindest grundsätzlich gewährleisten. Das lässt die Hoffnung auf ein solches Objektiv aufleben. Erfüllt es die Erwartungen einer überragenden Abbildungsqualität, stünde es ganz oben auf der Anschaffungsliste.

Wenn Canon dann noch den Ring zur Änderung der sphärischen Aberration mit einer sinnvollen Funktion belegt, wird dieses Objektiv bei Spezialisten mit Sicherheit große Freude auslösen – zumindest sofern sich die Preisgestaltung im noch akzeptablen Rahmen bewegt.

Rolf Carl

Hallo 100carat, das EF 3.5/180 war sicher sehr gut, aber nicht vergessen sollte man auch das sehr gute Sigma 2.8/180 EX Makro mit optischen Stabilisator, den das Canon nicht hatte. Die Sigmas EX zeichnen sich ausserdem durch sehr schöne Bokehs aus, so auch das 180, vergleichbar mit dem 150er, das ich selber habe.

Ich weiss auch nicht, wieso sich die Herstelle so schwer tun, endlich mal längere Makros zu bringen. Aber ich denke, ein 180er oder 200er sollte mindestens f3.5 aufweisen (besser noch 2.8), vor allem wenn der Massstab noch grösser als 1:1 ist, denn die Offenblende lässt sich beim Massstab 1:1 nicht aufrechterhalten, bei einem f4 wären es dann vermutlich bestenfalls nur noch etwa f5. Allerdings ist meine Feststellung, dass die alten Makros auch an modernsten Kameras noch ausgezeichnet performen.

100carat

Grüß Dich, Rolf. Wie Du weißt, schätze ich Sigma sehr. Das Sigma 2.8/180 EX Makro war sehr gut, es kam aber 16 Jahre nach dem Canon-Makro auf den Markt. Mit diesem Objektiv hatte Canon 1996 einen neuen Maßstab in Sachen Schärfe und Bildfehlerkorrektur gesetzt – nicht nur im eigenen Objektivsortiment, sondern markenübergreifend. Der Unterschied in der Abbildungsqualität war deutlich sichtbar. Natürlich schickten sich die Wettbewerber an, Objektive mit einer vergleichbar guten Bildqualität anzubieten … das dies nicht ganz so einfach war, beweist, wie lange Sigma für eine entsprechende Produktantwort brauchte. Das 150er von Sigma hatte bzgl. der Qualität eine sehr hohe Serienstreuung. Da musstest Du Glück haben, ein gutes zu erwischen. Diesbezüglich hat Sigma sich deutlich verbessert. Die gute Nachricht: Heute liegen die besten Makro-Objektive sehr nah beieinanderliegen und unterscheiden sich eher in der AF-Performance und anderen Details (Bedienungselemente, Sonnenblende, etc.). Zu Deiner “Frage”: Längere Makros stellen die Hersteller vor verschiedene Herausforderungen. Dass Hersteller sich heute mit Makroobjektiven jenseits der 100mm schwertun hat physikalische, technische und wirtschaftliche Gründe. Sprich, es liegt nicht am Können. Vielmehr müssen die Hersteller bei diesen Spezialobjektiven einen großen Kompromiss aus Gewicht, Preis und Marktpotenzial eingehen bzw. den für den Kunden besten Kompromiss finden. Die physikalische… Weiterlesen »

Rolf Carl

Besten Dank, 100carat, ausführlicher könnte man eine Frage nicht mehr beantworten! Dass das Canon-Makro schon so lange vor dem Sigma kam, habe ich nicht gewusst, das wertet ersteres natürlich erheblich auf. Sigma hat ja auch erst mit den EX-Objektiven so richtig Fahrt aufgenommen betreffend Bildqualität. Mit meinem 150er bin ich sehr zufrieden, da habe ich wohl ein gutes Exemplar erwischt. Ich habe es aber auch mit einer schwarzen Schweizer Servicekarte gekauft, die lebenslänglichen Service einmal pro Jahr und kostenlosen Ersatz von Verschleissteilen beinhaltet. Den nutze ich regelmässig und deshalb ist das Makro immer noch in einem topp Zustand. Es performt auch an der Z8 ausgezeichnet. Der AF ist zwar etwas langsam, aber bei Makroaufnahmen finde ich das nicht so extrem störend. Dein Einwand bestreffend Gewicht bei lichtstarken und längeren Makros stimmt natürlich auch, das war letztlich der Grund, wieso ich mich für das 150er und nicht für das 180er entschieden habe. Wenn ich mehr brauche, nehme ich einfach einen 1.4-fach TK, z.B. bei Schmetterlingen oder Libellen. Dass Stabilisatoren im Makrobereich nicht so wirkungsvoll sind, ist mir bekannt. Das trifft auch auf lange Telebrennweiten zu, da ist der IBIS an der Kamera auch weniger wirkungsvoll als der Stabi am Tele, weil… Weiterlesen »

Thorsten

Neben der Landschaftsfotografie, war die Insektenfotografie schon immer mein Lieblings- Fotogebiet. Ein 200er Makro vermisse ich bei spiegellosen Systemen, zu Spiegelreflexzeiten hatte jeder Hersteller, bis auf Olympus ein langbrennweitiges Makro im Programm, das beste langbrennweitige Makro das ich je besaß: Das Pentax 4/200 SMC-A, es wird heute gebraucht, zu horrenden Preisen gehandelt. Wichtig bei scheuen Insekten ist der Arbeitsabstand, Stichwort Fluchtdistanz. Dann sind innenfokussierte Makros klar im Nachteil, denn bei größeren Abbildungsmaßstäben wird nicht der Auszug verlängert, sondern bei gleichem Auszug, die Brennweite reduziert, was den Arbeitsabstand deutlich verringert. Wenn Canon nun ein langbrennweitiges Makro, mit Innenfokussierung und besonders kompakter Bauweise ankündigt, ist davon auszugehen das die Brennweitenverkürzung besonders groß sein wird, schlecht für Insektenfotografen. Bestes Beispiel, ist mein 2.8/100 Lumix- Makro, ein tolles Objektiv und für ein 100er Makro verblüffend klein, aber mit starker Brennweitenverkürzung bei größeren Abbildungsmaßstäben. Der Arbeitsabstand bei 1:1 ist geringer, als bei meinem Sigma 2.8/70 Makro, das meines Sigma 2.8/105 Makro ist deutlich größer, aber das 105er Sigma hat einen deutlich größeren Arbeitsabstand und einen langsamen AF. So hat jede Konstruktion ihre Vor- und Nachteile. Für Insektenfotos mit großer Fluchtdistanz nutze ich adaptiert ein 2.8/150 Irix, sowie ein älteres Nikkor 4/200 Macro. Für scheue Libellen… Weiterlesen »

Andreas

Danke für die Beschreibung dieses mir neuen Phänomens!
Man kommt sich ja etwas minderbemittelt vor, wenn man mit EF Objektiven aus dem späten Mittelalter, die einem dann auch noch Lieblingsgläser geworden sind, rumhantiert und dabei hofft, daß kein Technikjünger sieht, wie der Fronttubus ausfährt.
Ein 200/4 L IS wäre sicher ein wunderbares Ding. Nur: mein EF 70-300 L USM ist obenrum nur eine Blende dunkler, dafür ungleich variabler. 300 sind die Hälfte mehr.
Und jetzt mein EF 100-400 L USM ii. Ja, das ist ein schwerer Brocken. Aber wenn es um Fluchtdistanz geht, nochmal doppelt so praktisch wie ein 200er. Und ja, ein neues 200/4 wäre nochmal deutlich schärfer. Weiß ich. Brauch ich aber nicht. Zumal dann nicht, wenn der Segelfalter einen Schreck gekriegt hat und nur noch unscharf am Bildrand erwischt wurde….;-))
Achja und: der RF-EF Adapter verursacht bei mir an der R5 keinerlei Bauchschmerzen. Und an der 5DSR schon garnicht. Deren 50 Mpix sind sowieso unerreicht.

Thorsten

Ich würde an deiner Stelle das ältere Makro behalten, wenn du Insekten fotografierst.
Ich hatte gaaaanz grüher mal das beste 200er Makro, das ich je besaß:
Das Pentax 4/200 SMC-A, der Fronttubus fuhr auch aus, hatte aber bei 1:1 einen sehr großen Arbeitsabstand.
Und es gab von Pentax sogar einen spziellen 1.4 Konverter, in sehr guter Qualität.
Nach meinem Wechsel zu Nikon, der Kameras wegen, hab ich es verkauft, ich Dödel! Gebraucht wird es zu sehr hohen Preisen gehandelt. Außerdem hatte es ein exzellentes Gegenlichtverhalten.
Mein späteres Nikkor 4/200 Micro AF-D, war ein innenfokussiertes Objektiv, das bei 1:1 mit einem Sigma 1.4 Konverter den gleichen Arbeitsabstand ergab wie das Pentax, Es hatte zwar einen sehr langsamen AF; der ist aber bei großen Abbm. eh überflüssig.
Außerdem war das Nikkor im Gegenlicht schlechter, Kontrast und Flares. Von Nikon gab es kein 1.4K der passte.
Jetzt habe ich mir gepraucht das alte Micro Nikkor MF geholt, das fährt auch aus und geht nur bis 1:2.
Es ist optisch gut und günstig zu bekommen. Das adapiere ich an L- Mount.

Stefan Stadler

Auf dieses Objektiv warte ich schon seit langem – ich würde es sofort vorbestellen!

Radioreinhard

Schön, nur das geht auch mit Hilfsmitteln, ohne dass man ein langes Objektiv benötigt.

Wer allerdings zu faul oder zu blöd ist, Zwischenringe zu verwenden, der braucht extra lange Brennweiten und meterlange Rohre.

Kostet ja alles nix.

Thorsten

Von Makrofotografie hast du offensichtlich nicht einen blassen Schimmer.
Zwischenringe haben viele Nachteile gegenüber Makroobjektiven, will ich nicht alle aufzählen….
Warum gibt es sonst Makroobjektive?
Klar, alle Anderen sind doof, nur du hast den Durchblick….

Alfred Proksch

Es ist der „Tunnelblick“ auf die „Automatikfunktionen“ wie zum Beispiel den Millisekunden Tieraugen Autofokus oder die Fokus Stacking oder die Autofokus-Tracker Funktionen welche den Blick auf preiswerte Alternativen für den Nahbereich verhindern.

JA – ich habe schon Leute getroffen die mit einer App auf dem Smartphone perfekte „Foto-Standpunkte“ abgeklappert haben !!

Was regst du dich auf? Diese Kundschaft hält die Fotoindustrie am Laufen!

joe

Also ich halte dieses Objektiv für überflüssig, denn die maximale Vergrösserung gibt es nur an der Naheinstellgrenze und fällt mit zunehmendem Abstand rasant ab. Das RF100-500 ist für Makros wo Abstand erforderlich ist ideal. Bei 0,90 bis 1m Naheinstellgrenze und 0,33 Vergrösserung ist es nicht schlechter geeignet als ein 180mm, das bei entsprechendem Motivabstand auch nicht besser vergrössert.

Manfred

Nicht zu vergessen ist das RF 100-400mm, das noch einen ticken besser bei dem Vergrößerungsmaßstab als das RF 100-500mm ist.

100carat

Joe, da muss ich Dir in mehreren Punkten widersprechen. Makro beginnt beim Maßstab 1:1, alles andere ist allenfalls eine Nahaufnahme, auch wenn dies schon vor 50 Jahren in einigen wenigen Fotobüchern falsch dargestellt wurde. Bezeichnenderweise von Autoren, die nie Makrofotografie betrieben haben, sehr wohl aber die eine oder andere Nahaufnahme im Portfolio hatten. Warum beginnt Makro beim Maßstab 1:1? Weil alles andere per Definition eine Verkleinerung der realen Maße eines Fotomotivs darstellt. Deshalb ist ein Abbildungsmaßstab von 1:1 auch nur der Einstieg in die Makrofotografie. Das RF 100-500mm verfügt über einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:3 – das ist weit von Makrofotografie entfernt. Wo ich Dir völlig zustimme: mit diesem hervorragenden Tele-Zoom lassen sich sehr gute Nahaufnahmen aus größerer Distanz aufnehmen. Bei diesem Anwendungsbereich ist es ab einem bestimmten Abstand jedem derzeit auf dem Markt befindlichen Makro überlegen, weil es Distanzen überbrückt, die keines dieser Spezialisten überbrücken kann. Bei entsprechend hochauflösendem Sensor wäre zu prüfen, wie es bei einer entsprechenden Ausschnittsvergrößerung aussieht. Ich hatte bisher keine Gelegenheit, diesen Vergleich mit den beiden Objektiven durchführen. Sollte Canon ein solches Makro bringen, gehe ich allerdings davon aus, dass es das ohne Zweifel rundum gelungene RF 100-500mm in der Bildqualität nochmals deutlich überbietet. Im… Weiterlesen »

Daniel_S

Hi 100carat, Du hast eigentlich in allen Punkten recht. Und ich bin vieles, aber kein Makro-Spezialist.
Aber wie Du richtig schreibst, beginnt Makro bei Maßstab 1:1, wenn man es weiter fasst, vielleicht 1:2. Alles dahinter ist Nahaufnahme.

Maßstab 1:1 bedeutet, dass man z.B. eine 32x22mm große Briefmarke 1:1 und formatfüllend auf Kleinbild/Vollformat fotografieren kann. Auf APS-C, und ganz besonders auf MFT, bekomme ich das nicht hin, weil diese Briefmarke in 1:1 dann größer als das Film-/Sensorformat wäre, und somit eine Ausschnittabbildung ist. Oder man fotografiert es kleiner, damit es in der APS-C-/MFT-Filmformat passt, aber dann ich es kein 1:1 mehr!
Das ist in meinen Augen eine der größten Schwindeleien, die MFT immer macht. Die preisen 2:1 in MFT an und dabei ist es noch nicht mal 1:1 im Vollformat, einfach aufgrund der Sensorgröße.

Du schreibst “Bei entsprechend hochauflösendem Sensor wäre zu prüfen, wie es bei einer entsprechenden Ausschnittsvergrößerung aussieht.” Aber auch das verabschiedet sich doch dann vom Maßstab 1:1 (oder weiter gefasst von 1:2), weil eine nachträgliche Ausschnittsvergrößerung nichts mit dem wirklichen Abbildungsmaßtab zu tun hat.

100carat

“Aber auch das verabschiedet sich doch dann vom Maßstab 1:1 (oder weiter gefasst von 1:2), weil eine nachträgliche Ausschnittsvergrößerung nichts mit dem wirklichen Abbildungsmaßtab zu tun hat.” Das ist völlig richtig, Daniel. Meine Anmerkung bezog sich auf die erzielbare Qualität des Endergebnis bzw. konkret auf Joes Anmerkung: “Bei 0,90 bis 1m Naheinstellgrenze und 0,33 Vergrösserung ist es nicht schlechter geeignet als ein 180mm, das bei entsprechendem Motivabstand auch nicht besser vergrössert.” Wobei ich sicher bin, dass ein entsprechendes Makro bei einer Aufnahmeentfernung von 1m eine bessere Abbildungsleistung bietet, da diese Objektive in der Regel die beste Korrektur aller relevanten Bildparameter haben. Sie finden ihren Meister wiederum in speziellen Mikroskop-Objektiven, die eine nochmals sichtbar bessere Abbildungsleistung bieten, die man sich allerdings mit einer sehr geringen Aufnahmeabstand erkauft (Problem: Ausleuchtung; im Studio beherrschbar, in der Natur nur mit großem Aufwand und statischen Motiven sinnvoll einsetzbar). Ein RF 100-500mm ist nur dann erste Wahl, wenn es bei 500mm und der brennweitenabhängigen Naheinstellgrenze von 1,2m eine Nahaufnahme ermöglicht, die aufgrund von Fluchtdistanz oder örtlichen Bedingungen ansonsten nicht möglich wäre. Die Alternative, und damit wäre ich wieder bei Deiner zitierten Ausgabe, wäre eine Ausschnittvergrößerung. Das Ergebnis wäre keine Makro-, aber eine “Nahaufnahme” mit gleicher Bildwirkung.… Weiterlesen »

joe

Probiere es einfach aus, dann weisst Du warum ich es so geschrieben habe! Es bringt, wenn überhaupt, ein nur minimal besseres Ergebnis. Ich habe es mit dem RF100 und dem RF100-500 getestet! Übrigens, dank verbesserter Auflösung mit hohen MPs lässt sich durch Abstand, die Tiefenschärfe verbessern und man hat dann zwar nicht 1:1, aber trotzdem das bessere “Makro” bzw. Bild.

Daniel_S

Alles klar. Dann decken sich ja unsere Ansichten und Aussagen.

joe

Natürlich weiss ich, dass Makro eigentlich bei 1:1 beginnt, fotografiere ja auch nicht gerade seit gestern, aber was viele vergessen, ist genau das, was ich geschrieben habe, diese Vergrösserung, um 1:1 oder 1:2 oder was auch immer, hast Du nur an der Naheinstellgrenze und nimmt exponentiell habe, je weiter du dich vom Objekt entfernst. Ich weiss nicht wie das bei deiner Kamera ist, aber die R5 zeigt exakt den Vergrösserungsmassstab im Sucher an und der nimmt mit zunehmender Entfernung rasant ab, weshalb zum Beispiel das RF100-500, an der Naheinstellgrenze die bei 0,90m bzw. bei 500mm 1,1m liegt, bei dieser Entfernung genauso gut ist, wie das RF100 mit 1:1.4. Probiere es mal aus, Du wirst überrascht werden und feststellen, dass du in der Vergangenheit oft Nahaufnahmen und keine Makros gemacht hast!

100carat

Joe, Du wirfst einfach ein paar Dinge durcheinander. Du kannst ein Makro mit Abbildungsmaßstab 1:1 nicht mit einer Nahaufnahme im Maßstab 1:3 vergleichen. Das ist wie Äpfel mit … Du weißt schon. Mit zunehmenden Abbildungsmaßstab verändern sich Parameter, u. a. auch die Beugungsunschärfe, die je größer der Abbildungsmaßstab, umso eher einsetzt. Fehler, wie die chromatische Aberration wirken sich insbesondere bei feinen Details extrem störend aus. Das RF 100-500 mm ist bzgl. der longitudinalen Aberration ebenfalls hervorragend korrigiert, bei der lateralen Aberration ist das RF 100 mm aber überlegen. Natürlich vergrößert sich bei entsprechendem Abstand die Schärfentiefe – vorausgesetzt, wir reden von derselben Brennweite. Ansonsten gilt: Wenn Du mit dem 500mm-Objektiv einen deutlich größeren Abstand zum Motiv einhälst, um den gleichen Bildausschnitt wie mit dem 100mm zu erzielen, gleichen sich die Schärfentiefen annähernd an, wobei die räumliche (!) Wirkung dennoch unterschiedlich bleibt.  Nochmals: Mit einem 100-500mm machst Du bestenfalls eine Nahaufnahme. Und das ist in allen von mir bereits erwähnten Situation auch sinnvoll und manchmal sogar der einzige Weg, um überhaupt ein Foto etwa von größeren Fluginsekten zu machen. Aber es ist und bleibt kein Makro, das Dir bei einem Maßstab von 1:1 eine ganz andere Wiedergabe feiner Details und Strukturen… Weiterlesen »

Daniel_S

Losgelöst von den Spekulationen um ein mögliches neues 180/200er Makroobjektiv, habe ich eine grundsätzliche Frage an alle Makrospezialisten, die hier im Forum.
Ich bin mir sicher, dass in den Fachbüchern der 80/90er Jahre immer zu lesen war, dass im Makrobereich, ab einem Maßstab von ca. 1:5 bis 1:10 nicht mehr die Brennweite für die Schärfentiefe zuständig ist, sondern nur noch der Abbildungsmaßstab. Warum sollte dann MFT besser für Makroaufnahmen geeignet sein, als z.B. Vollformat (abgesehen davon, dass man eine 32x22mm große Briefmarke niemals bildfüllend im Maßstab 1:1 mit MFT abbilden kann, sondern dass es in dem Fall immer eine verkleinerte Abbildung als 1:1 ist, weil 32x22mm einfach größer als 17x13mm ist).
Waren die Informationen damals falsch oder einfach nur ungenau, wegen der Filmformate?
Wird hier von den MFT-Anbietern geschummelt (wie so üblich: ein MFT 2,8/50-200mm entspricht einem 2,8/100-400mm Vollformat.
Warum wird MFT immer für den Makrobereich so hervorgehoben, wegen der Schärfentiefe?
–> Was ja kein Wunder wäre, dass MFT eine größere Schärfentiefe im Makro hätte, wenn nicht nach tatsächlichem Abbildungsmaßstab, sondern nach verhältnismäßigem Abbildungsmaßstab beurteilt würde.
Bin gespannt auf die Antworten der Fachleute und eine mögliche Diskussion.

Rolf Carl

Hi Daniel, ich fotografiere zwar regelmässig Makro, würde mich aber nicht als Spezialisten bezeichnen. Meine Partnerin ist eine, interessiert sich aber nicht die Bohne für Technik. Dafür hat sie ein sehr gutes Gefühl für die Komposition. Das mit MFT wurde hier schon öfters diskutiert, und es konnte mir noch niemand glaubhaft erklären, wieso MFT besser als VF ist. Es wird einfach weitergeplappert, was irgendwer mal gesagt oder geschrieben hat. Früher hat man auch noch ganz anders Makro fotografiert als heute: Blende 22 war Pflicht, wegen der Schärfentiefe. 1.2 mm ist schliesslich besser als 1 mm. Bokeh war kein Thema, man hat die Motive zu Tode geblitzt und wollte einen rein schwarzen Hintergrund, damit z.B. die Blume schön zur Geltung kommt. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Nun, ich behaupte hiermit, dass VF im 1:1 Makrobereich MFT überlegen ist. Das Hauptargument für MFT ist ja immer die grössere Schärfentiefe. Das Problem ist aber, dass man beim VF die 2 Blenden wettmacht, indem man einfach zwei Stufen abblendet. Gegenüber MFT hat man nämlich genau diese 2 Blenden Reserve betreffend Beugungsunschärfe. Und mit Blende 16 oder 22 fotografiert heutzutage kein Mensch mehr Makro. Und jetzt kommt der Vorteil vom VF: Bei Offenblende hat… Weiterlesen »

Thorsten

Da ich mit Vollformat und auch MFT fotografiere, oft Makros von Insekten, Pilzen, Blüten etc anfertige und auch Vorträge halte und Austellungen bestücke, seit ca 40 Jahren: Streng genommen ist MFT bei Makros auch nicht im Vorteil, man könnte beim KB- Format genau so gut einen Ausschnitt verwenden, dann kommt es aufs Gleiche heraus. Aber in der Praxis mit der verfügbaren Technik ist es ein Vorteil: Ein 2.8/50-200 entspricht an MFT auch nicht einem 2.8/100-400, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, sondern einem 5.6/100-400 und zwar in fast allen fotografischen Belangen, außer in der Belichtungzeit, da bei der Belichtungzeit die Lichtmenge/pro gleicher Flächeneinheit zählt, nicht die Gesamtgröße des Sensors. Ein Beispiel: Mein 2.8/60 Makro an MFT entspricht einem 5.6/120 an KB. (Gleiche BIldwirkung, gleiche Lichtmenge auf dem Sensor, also gleiche Dynamik und Rauschen, gleiche Tiefenschärfe. Beim Maßstab 1:1 der besagt ja, das das Motiv in Lebensgrö0e auf dem Sensor abgebildet wird, wird auf dem kleineren MFT- Sensor im Vergleich zu dem KB- Sensor ja nur ein Ausschnitt genommen, man könnte genauso gut einen Ausschnitt des fertigen Bildes bei KB anfertigen. Eigentlich also theoretisch ein Patt ! Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ein 2.8/60 Makro ist sehr klein und… Weiterlesen »

Thorsten

Nachtrag auf deine Frage:
Die Schärfentiefe ist immer vom Abbildungsmaßstab abhängig.
Natürlich auch von der Blende und dem Sensorformat, wie oben, hoffentlich verständlich, beschrieben.

Daniel_S

Exakt so ist es.
Und in diesen Abbildungsbereichen Richtung Makro nicht mehr von Sensorformat.

Vielen Dank euch beiden.

Rolf Carl

Gerne, ich habe einfach gleich die Zusammenfassung geschrieben. Inhaltlich sind wir uns ja ziemlich einig.

Daniel_S

Thorsten schrieb: Streng genommen ist MFT bei Makros auch nicht im Vorteil, man könnte beim KB- Format genau so gut einen Ausschnitt verwenden, dann kommt es aufs Gleiche heraus. -> Wunderbar, das deckt sich mit meiner Annahme/mit meinem Wissen. Thorsten schrieb: Ein 2.8/50-200 entspricht an MFT auch nicht einem 2.8/100-400, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, sondern einem 5.6/100-400 und zwar in fast allen fotografischen Belangen, außer in der Belichtungszeit, da bei der Belichtungszeit die Lichtmenge/pro gleicher Flächeneinheit zählt, nicht die Gesamtgröße des Sensors. -> So hatte ich es oben gemeint, war aber wohl zu schreibfaul. Thorsten schrieb: Beim Maßstab 1:1 der besagt ja, das das Motiv in Lebensgrö0e auf dem Sensor abgebildet wird, wird auf dem kleineren MFT- Sensor im Vergleich zu dem KB- Sensor ja nur ein Ausschnitt genommen, man könnte genauso gut einen Ausschnitt des fertigen Bildes bei KB anfertigen. Eigentlich also theoretisch ein Patt ! -> Genau so. Oder man kann das Objekt, wenn es größer als das MFT-Format (17x13mm) ist, eben nicht in Originalgröße aufnehmen, aber dann ist es auch nicht 1:1. Thorsten schrieb: Wenn man aber weiter in den Makrobereich vordringen will, benötigt man meist eine größere Tiefenschärfe und dann ist MFT wegen der relativ… Weiterlesen »

Thorsten

-> Auf der anderen Seite kommt man beim Abblenden bei MFT aber auch schneller in den Bereich der Beugungsunschärfe. Ja, richtig! z.B. beträt f11 an MFT ja f22 am sogenannten Vollformat und zwar in allen Belangen: -Lichtmenge bei gleicher Belichtungszeit -Schärfentiefe -Beugungsunschärfen Eigentlich ist es ein Patt, zwischen MFT und Vollformat, mit dem Vorteil für Vollformat das man auch äquivalent größere Öffnungen mit geringerer Schärfentiefe nutzen kann. Man hat also beim Vollformat eine größere nutzbare Blendenreihe, wenn es auf Auflösung ankommt. Wann sichtbare Beugungserscheinungen auftreten, ist ja auch von der Pixeldichte anhängig. Den höchst auflösenden MFT- Sensor nutzt Panasonic mit 25 Mpix, das entspricht einem 100Mpix Sensor an KB, von der Pixeldichte. Dann geht bei f8 schon sichtbar Auflöung verloren. Wenn man nicht die höchste Auflösung benötigt, wer benötigt die schon außer bei starken Ausschnitten, ist das auch egal. Also MFT Sensoren mit mehr als 25 Mpix werden oft gefordert, sind aber gar nicht sinnvoll, da dann der Blendenbereich für hohe Auflösung stark eingeschränkt wird. Beides, MFT und KB haben ihre Vor- und Nachteile. > Ist dein Olympus Makro ein altes Objektiv aus den analogen Olympus-Tagen oder das Zuiko aus der FT-Zeit? Ja, es ist aus der analogen Zeit. Das… Weiterlesen »

Felix Labhardt

Ein Makro-Objektiv ohne Autofocus (z.B von Laowa) kommt für mich deshalb nicht in Frage, weil AF für Fokusstacking, wie es die Canon R-Kameras bieten (kamerainternes Stacking), absolut zwingend ist. Dieses Verfahrung zu Gewinnung grosser Schärfentiefe ist eines der grossartigsten Erfindungen der Kameraindustrie. In dieser Hinsicht jedoch ist Canon derzeit führend. Funktioniert auch mit dem EF Makro 180mm dank Canon Adapter EF –> RF tadellos.

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