Objektive

Chinesische Hersteller wagen sich an AF-Zooms: Zwei weitere Marken könnten bald nachziehen

Nach Thypoch und Laowa planen offenbar zwei weitere chinesische Objektivhersteller die Ankündigung von Autofokus-Zoom-Objektiven.

Auf dem chinesischen Objektivmarkt tut sich gerade einiges – und damit spielen wir nicht auf die NAB 2026 an, die uns gerade ein paar neue Objektive beschert hat, zum Beispiel von Viltrox. Vielmehr häuften sich zuletzt Berichte aus China, dass neben Thypoch und Laowa (Venus Optics) noch zwei weitere chinesische Marken in naher Zukunft AF-Zoom-Objektive vorstellen werden.

Um welche Hersteller es sich handelt und welche Spezifikationen die Objektive haben sollen, ist bisher nicht bekannt. Den Gerüchten zufolge sollen die Objektive aber noch in diesem Jahr erscheinen.

Gehen wir nochmal einen Schritt zurück: Thypoch hatte vor kurzem das 24-50mm f/2.8 AF für Sony E angekündigt und damit für Aufsehen gesorgt. Für den Hersteller, der bislang ausschließlich für seine manuellen Festbrennweiten im Vintage-Stil bekannt war, ist das ein großer Schritt. Auch von Laowa wurde kürzlich ein Weitwinkelzoom mit Autofokus geleakt, bei dem es sich um ein 14-24mm f/2.8 AF für Sony FE handeln könnte.

Dass jetzt offenbar noch zwei weitere Hersteller folgen wollen, passt ins Bild einer Entwicklung, die sich seit einigen Jahren abzeichnet. Angefangen hat alles mit günstigen manuellen Festbrennweiten, dann kam die Welle an AF-Festbrennweiten, angeführt von Viltrox, die inzwischen mit ihren Objektiv preislich und teilweise auch qualitativ den etablierten Drittherstellern wie Tamron und Sigma ernsthafte Konkurrenz machen.

Der logische nächste Schritt sind – und das ist eigentlich keine große Überraschung – Zoom-Objektive mit Autofokus. Die sind konstruktiv deutlich anspruchsvoller als Festbrennweiten und erfordern eine ausgereiftere AF-Mechanik. Dass sich gleich mehrere chinesische Hersteller offenbar parallel an diese Königsdisziplin herantrauen, ist ein Signal.

Für Fotografen könnte es in den kommenden Jahren also durchaus spannend werden. Sollten die chinesischen Hersteller bei AF-Zooms ähnlich aggressiv vorgehen wie zuvor bei ihren Festbrennweiten, dürfte das den Wettbewerb und den Preisdruck auf dem gesamten Objektivmarkt verschärfen. Das wäre vor allem für Einsteiger und preisbewusste Fotografen eine gute Nachricht, denn gerade im Zoom-Segment sind günstige Alternativen zu den Platzhirschen bislang rar gesät.

guest
7 Kommentare
älteste
neueste
Feedback
Zeige alle Kommentare
Mirko

Zooms interessieren mich nicht aber ich habe das Laowa 65/2.8 Makro im Visier, will ein wenig in die UV Licht Pflanzenwelt abtauchen. Besitzt jemand dieses Obi?
comment image

Thorsten

Gegenüber preiswerten (billigen) Chinesischen Objektiven, war ich immer etwas skeptisch und bin es auch immer noch ein wenig, gute Objektive zu bauen kostet nun mal etwas.
Aber ich besitze inwischen zwei Chinesische Obektive, die ich nur empfehlen kann, die sind optisch sogar erstklassig und kosten nicht die Welt:
Das IRIX 2.8/150 Macro mit EF- Anschluß adaptiere ich an L- Mount. EIn wirklich scharfes Objektiv, mit tollem Bokeh.
Und das Nisi 4/15 mit L- Mount Anschluß, es ist auf schöne Blendensterne, selbst bei Offenblende, hin optimiert, dabei mit guter Schärfe übers Bildfeld und besonders wichtig: Sehr gutem Gegenlichtverhalten.
Die Chinesen werden immer besser. Trotzdem greife ich lieber zu Pana- und Sigma Objektiven, da bin ich mir sicher, gute Qualität zu erhalten.
Aber bei Spezialobjektiven, zu denen es keine Alternativen gibt, darf es auch gern ein Chinesisches Objektiv sein. Wird bei Nichtgefallen eben zurückgeschickt, das ist ja heute ganz einfach.
Gut, wenn sich Vielfalt und Auswahl vergrößern, Canon Fotografen, tun mir fast leid… Den Seitenhieb konnte ich mir nicht verkneifen…

WRDS

Die IRIX Objektive werden doch in Südkorea hergestellt? Oder ist das nicht mehr so?

Alfred Proksch

Von welcher Seite man die Geschichte auch betrachtet, spannend bleibt die Sache jedenfalls. „Früher“ aus der Steinzeit betrachtet hat man sich eine Meinung gebildet die längere Zeit „richtig“ war. Heute ändert sich was die Fähigkeiten von Objektiv-Herstellern betrifft mit jedem weiteren neuen Produkt die Bildqualität zum besseren. Zusätzlich sorgt die Kamera interne Korrektursoftware dafür das Restfehler heraus gerechnet werden. Das muss man als positives Ergebnis bewerten!

Denke ich zum Beispiel an die L-Allianz so kann ich mir gut vorstellen das die dort vertretenen „Alt-Konzerne“ wenn sie weiterhin Gewinne generieren möchten sehr gerne das „frische“ Blut der chinesischen Kollegen trinken werden. Warum soll jeder für sich alleine das Rad neu erfinden? Wer mir ein elektronisch/digital gesteuertes Produkt nennen kann in dem keine global erzeugten Teile verwendet werden nennen kann bekommt eine 1 mit Sternchen.

Für mich gilt, wer sich Mühe gibt bekommt meine Anerkennung!

Daniel_S

Am besten finde ich bei diesem Artikel zu möglichen AF Zoom Objektiven das Titelbild, das ein MF Spiegeltele zeigt.
Diesen Humor liebe ich. 🤗
Das ist ja sogar mit M42 Anschluss und würde sogar an eine Praktica passen.

N1USER

Die Steigerung wäre noch der gute alte T2-Anschluss 😉

Daniel_S

Das stimmt. Aber für mindestens einen hier im Forum wäre das eine zu große Steigerung. 🫣

Photografix Newsletter

In unserem kuratierten Newsletter informieren wir dich regelmäßig über die wichtigsten News und Gerüchte aus der Welt der Fotografie.

Wir senden keinen Spam und teilen niemals deine E-Mail-Adresse.
Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.