Kameras

Der Kameramarkt scheint sich zu erholen

Gute Nachrichten: Der Kameramarkt scheint sich langsam aber sicher ein wenig zu erholen. Die große Talfahrt ist anscheinend beendet.

Das Umdenken der Kamerahersteller

In den letzten Jahren gab es zumeist schlechte Nachrichten zu vermelden, wenn neue Statistiken, Verkaufszahlen und sonstige Berichte der Kamerabranche publik wurden. Von Jahr zu Jahr sahen die Absatzzahlen schlechter aus und die Hersteller hatten mehr und mehr mit Verlusten zu kämpfen. Das lag vor allem an den Smartphones, durch die günstige Kompaktkameras obsolet geworden sind. Diesen Markt haben die Kamerahersteller zu großen Teilen verloren, weshalb bei vielen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden hat: Man konzentriert sich jetzt nämlich verstärkt auf teure Produkte und den High-End-Markt.

Positive Zahlen für Mai 2017

Diese Strategie scheint sich nun teilweise auszuzahlen, denn nachdem es in den letzten Monaten bereits immer mal wieder kleine Hoffnungsschimmer gab, konnte die CIPA (der Zusammenschluss der japanischen Kameraindustrie) für Mai 2017 nun positive Zahlen vorlegen. Konkret wurden im Mai 2017 34 Prozent mehr Kameras verkauft als im Vorjahr! Besonders gut läuft das Geschäft mit spiegellosen Systemkameras, hier konnten die Hersteller die Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln! Klassische Spiegelreflexkameras tragen währenddessen kaum zum Aufwärtstrend bei, hier ist nur ein Wachstum von 12,1% zu verzeichnen. Des Weiteren zeigen die aktuellen Kameramarkt Statistiken der CIPA auch, dass die Hersteller an einzelnen Kameras deutlich mehr verdienen, was auf das eingangs erwähnte Umdenken zurückzuführen ist.

Erdbeben von Kumamoto

Insgesamt sind das in jedem Fall positive Nachrichten! Doch in Euphorie verfallen sollte man trotzdem nicht. Die goldenen Zeiten werden für die Kamerahersteller in den nächsten Jahren definitiv nicht zurückkehren, doch das ganz ganz große Tief scheint vorerst überwunden zu sein.

In den nächsten Monaten kann man mit weiteren positiven Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr rechnen, doch hier sollte man definitiv das Erdbeben von Kumamoto im Hinterkopf behalten. Dieses Erdbeben hatte im April 2016 zahlreiche Sensorfabriken verwüstet, was in den darauffolgenden Monaten zu Lieferengpässen (und somit sinkenden Verkaufszahlen) bei diversen Herstellern geführt hatte. Der Mai 2016 war vom Erdbeben denke ich noch nicht stark betroffen, denn die Kameras, die im Mai verkauft wurden, waren zum Zeitpunkt des Erdbebens ja schon produziert. Doch ab Juni 2016 spiegelt sich das Erdbeben dann auch in den Verkaufszahlen wider.

Kurz gesagt: Wenn es in den nächsten Monaten weitere positive Verkaufszahlen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten zu vermelden gibt, dann liegt das auch daran, dass es im Vorjahr wegen des Erdbebens richtig schlecht lief. Trotzdem ist es schön zu sehen, dass es für die Hersteller aktuell leicht bergauf geht!

Quelle: CIPA

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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