DJI Insta360 Kameras

DJI Osmo Pocket 4 verspätet sich weiter, während Insta360 die Lücke füllt

Die DJI Osmo Pocket 4 verzögert sich wohl weiterhin. Mit der Luna bringt sich nun Insta360 in Stellung.

Ursprünglich für Dezember 2025 erwartet, wurde der Release der kompakten Gimbal-Kamera mehrfach verschoben. Zunächst war von Mitte bis Ende Januar 2026 die Rede, inzwischen gilt ein Zeitfenster zwischen Februar und März 2026 für das Standardmodell als realistisch.

Die Pro-Variante soll sogar erst im Mai oder Juni auf den Markt kommen. Als Hauptgrund für die Verzögerungen gelten unfertige Zubehörteile. Auch DJIs Ende 2025 aufgekommene Probleme rund um die US-Regulierung dürften den Zeitplan zusätzlich durcheinandergebracht haben.

Trotz fehlender offizieller Ankündigung zeichnen FCC-Dokumente, geleakte Verpackungen und ein aufgetauchtes Amazon-Listing aus Deutschland ein recht detailliertes Bild der kommenden Modelle.

DJI Osmo Pocket 4: Solides Upgrade

Das Standardmodell der Osmo Pocket 4 setzt laut den bisherigen Leaks weiterhin auf einen 1-Zoll-CMOS-Sensor, könnte aber spürbare Verbesserungen gegenüber der Pocket 3 mitbringen. Die Kamera soll 4K-Video mit bis zu 120 fps aufzeichnen können, also doppelt so viel wie beim Vorgänger. Das 2-Zoll-OLED-Display soll heller sein und eine höhere Bildwiederholrate bieten.

Auch bei der Akkulaufzeit gibt es einen deutlichen Sprung: Statt 166 Minuten sollen über 200 Minuten Laufzeit möglich sein. Hinzu kommt ein verbesserter Autofokus mit Gesichts- und Objektverfolgung sowie die Möglichkeit, über die DJI Mimo App direkt auf YouTube zu streamen. Preislich wird das Modell zwischen 699 und 749 US-Dollar erwartet, also weit über den 499 Dollar, für die die Pocket 3 in den USA startete.

DJI Osmo Pocket 4 Pro: Der große Sprung

Deutlich ambitionierter fällt die Pro-Variante aus. Sie soll mit zwei 1/1,1-Zoll-Sensoren ausgestattet sein, einem Weitwinkel- und einem Teleobjektiv, und einen zwei- bis vierfachen optischen Zoom ermöglichen. Hinzu kommt die Integration von Hasselblad-Farbwissenschaft, wie ihr sie bereits von DJIs Drohnen kennt. Auf der Videoseite sind 6K mit 30 fps und 4K mit 120 fps im Gespräch, ergänzt durch ein verbessertes KI-Tracking namens ActiveTrack 7.0. Der Preis dürfte bei über 900 US-Dollar liegen.

Mit der Aufteilung in ein Standard- und ein Pro-Modell verfolgt DJI offensichtlich eine Strategie, die unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Die Pocket 4 richtet sich an Vlogger und Content Creator, die ein zuverlässiges Upgrade suchen. Die Pro-Version zielt auf Nutzer, die mehr kreative Möglichkeiten und eine höhere Bildqualität erwarten. Die FCC-Zertifizierung für das Standardmodell ist abgeschlossen, und die Produktion soll bereits angelaufen sein.

Insta360 Luna: Konkurrenz prescht vor

Während DJI noch schweigt, hat sich Insta360 bereits öffentlich positioniert. Das Unternehmen hat mit der Insta360 Luna wie erwartet seine erste dedizierte Vlogging-Kamera angekündigt. Ein auf einer Konferenz in China gezeigtes Teaserbild bestätigt ein Dual-Kamera-Setup, das der Osmo Pocket 4 Pro ähneln dürfte.

Laut Patentdokumenten besteht das System aus einem Weitwinkelmodul für klassische Vlog- und Selfie-Aufnahmen sowie einem Telemodul mit größerer Brennweite. Erwartet wird ein bis zu dreifacher Zoom. Der CEO von Insta360 betont dabei, die Luna sei ausdrücklich mehr als nur eine weitere Pocket-Kamera.

Die Luna soll in der ersten Jahreshälfte 2026 erscheinen. Ob dieser Zeitrahmen weltweit oder zunächst nur für den chinesischen Markt gilt, ist noch unklar. Damit könnte die Luna noch vor der Osmo Pocket 4 Pro verfügbar sein. Für DJI wächst damit der Druck, die eigenen Modelle nicht nur rechtzeitig, sondern auch technisch überzeugend zu positionieren.

Auch Vivo arbeitet offenbar an einer eigenen Gimbal-Kamera mit 3-Achsen-Stabilisierung und bringt dafür Zeiss-Partnerschaft, eigene Bildverarbeitungschips sowie Gimbal-Erfahrung aus dem Smartphone-Bereich mit. Zusätzlich soll Oppo ein ähnliches Projekt für 2026 planen.

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Alfred Proksch

Entschuldigt bitte schon einmal im Voraus das mein Wissen und Erfahrungsstand zu diesen „Dingern“ gegen NULL dendiert.

Besitzen diese hoch technisierten Videokameras einen vernünftigen Foto-Modus? Die Vorteile wie stabilisiertes Bild oder automatisierte Objektverfolgung könnten auch in der Fotografie sehr nützlich sein – mir persönlich ist das „Aussehen“ von Geräten egal, Hauptsache sind der praktische unkomplizierte Betrieb mit ordentlichen Ergebnissen.

Deswegen meine Frage an euch ob schon jemand von euch praktische Foto-Erfahrung mit diesen Dingern hat.

Stefan Zimmermann

Ich hatte mal eine Insta360. Es ist schon cool, dass man später den Bildausschnitt frei wählen kann, weil die komplette Rundumsicht aufgenommen wird, also die Welt um einem herum. Aber gerade bei Fotos ist die Qualität sehr bescheiden. Von den z.B. 8K bleibt bei einem „normalen“ 35mm-Ausschnitt am Ende nicht mehr allzu viel übrig. Dazu kommt, dass die Sonne immer einer der beiden Linsen trifft und dir dadurch den Kontrast im benachbarten Bereich gleich mit zerschießt. Im Prinzip sind das zwei Fisheye-Objektive, die die komplette 360-Grad-Welt aufnehmen. Ohne den ganzen Software-Zauber und Feenstaub wäre das Ergebnis noch deutlich weiter von einem „echten“ Foto entfernt. Auf dem Smartphone kann man sich das noch halbwegs anschauen, aber sobald man das Bild nur etwas größer betrachtet, wird es schnell grausam. Eine z.B. DJI Osmo Pocket 3 sieht da schon deutlich besser aus. Sie hat einen normalen Bildausschnitt und muss deshalb nicht so extrem per Software korrigieren und alles 10x umrühren. Dafür ist man natürlich weniger flexibel und muss sich vorher überlegen, was genau ins Bild soll, wie bei jeder klassischen Kamera. Der Gimbal wiederum hilft enorm, weil die Stabilisierung mechanisch passiert und nicht erst später per Software gerechnet wird – dadurch wirkt das… Weiterlesen »

Alfred Proksch

Danke Stefan – war hilfreich. Aus der schöne Traum.

Patrick

Ich persönlich würde es mal ausprobieren.
Bin mit den Fotos von der DJI Action 5 Pro sehr zufrieden.
Hatte die Action 5 2 Wochen in Kroatien dabei und neben den D-LOG M Videos klassisch Fotos gemacht.
Ich bin mit den Fotos zufriedener als mit den Fotos vom Iphone.
Eine Kamera ersetzt sie keinesfalls. Aber ich habe es nun geschafft neben den Videoclips auch die Fotos in das Video-Projekt zu bringen ohne dass diese stilistisch abdriften.

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